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Flake talks about un-cool bands.

Transcript

Radio 1, Flake, des Tastenfickers Podcast. Und herzlich willkommen.

Wenn Sie dieses Lied nicht kannten, ist es ein guter Zeichen. Das heißt, Sie sind noch jünger als 50. Das war ein Opus, das Lied hieß Life is Life. Was zu viel heißt wie lebendig ist lebendig. Ist natürlich klar, dass lebendig lebendig ist, sonst würde es ja nicht lebendig heißen. Ich weiß auch nicht, warum man Sachen dieselbe Sache nochmal bestätigt wie Nein heißt Nein. Sagt man ja auch nur, wenn eigentlich Nein nicht Nein heißt, sondern ja, da muss man extra noch mal sagen, nein heißt nein. Genauso im Blödsinn wie Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Klar ist Dienst Dienst und Schnaps ist Schnaps. Das weiß ich selber, weil Dienst heißt ja Dienst und nicht Schnaps. Sonst würde es ja Schnienst heißen oder weiß ich. Aber das heißt ja nicht, dass man nicht im Dienst auch Schnaps trinken kann. Oder Schnaps im Dienst. Das hieß aber, life is life. Es gibt doch, wenn man was anderes nimmt, heißt das Geiz ist geil. Das klingt gleich, heißt aber nicht dasselbe. Ja, eins ist Geiz, das andere ist geil und die beiden Sachen haben miteinander überhaupt nichts zu tun, weil das liegt schon im Wort Geiz, ist was Negatives. Geiz ist ja, wenn man geizig ist, obwohl man reich ist, wenn man wenig Geld ausgibt und das zusammenhält, ist man sparsam und nicht geizig. Und sparsam sein kann Vorteile haben, Geiz nicht und Geiz ist auf keinen Fall geil. Geil? Das ist auch sehr schwer zu verstehen. Ich kenne da diesen blöden Witz, wo die Lehrerin in die Klasse kommt und sagt, guten Tag, liebe Kinder, ich bin die neue Lehrerin. Es sind hier zwei Wörter, die ich hier nicht gerne hören möchte in dieser Klasse. Das eine ist geil, das andere ist cool. Da meldet sich ein Kind und sagt, ist ja krass. Und wie heißen die beiden Wörter? Ich lasse mal ein bisschen Zeit, damit man den Witz verstehen kann. Hat bei mir auch lange gedauert. Heute geht es nicht um geil, obwohl man geil noch besser erklären könnte. Geil kommt aus der Pflanzenwelt. Wenn ein Zweig schnell im Frühling gerade hochwächst, ist es der Geiltrieb und der personifiziert gewissermaßen dann die Latte beim Mann. Wenn der Mann geil wird, also wenn man Lust hat, sich fortzupflanzen, wenn alles sprießt, dann ist es biologisch geil. Das kann ich auch umgesetzt verstehen auf irgendwelche Empfindungen, wenn man ein Lied hört und sagt, das ist ja geil, wenn man sich einfach gut fühlt bei dem Lied, weil einem das ein gutes Gefühl gibt oder wenn man einfach sagt, da auch Latte kriegt.

Aber das Wort cool ist schwerer zu beschreiben. Heute soll es nämlich um uncoole Bands gehen, also was natürlich das Gegenteil von cool ist. Und bevor wir uns über das Wort cool unterhalten, hören wir erstmal ein Lied, was allgemein als uncool gilt. Genesis mit Invisible Touch, sie haben es ja oft genug gesagt, dass man es mitgekriegt hat. Ich finde es nicht gut, also keiner denkt, dass ich es nicht gut finde, besonders diesen Bass, dieser Sinti-Bass da untenrum, finde ich total gut. Aber ich spiele es hier in der Sendung, weil wenn man mich jetzt fragen würde, was hörst du so für Musik, würde ich nicht als erstes Genesis sagen. Weil das eben ein bisschen uncool wäre, weil cool ist was wie, weil es treibt oder weiß ich, also cool sind ja meistens Bands, die keiner kennt, weil dann ist man ja schon cool, weil man die Bands kennt im Gegensatz zu allen anderen und so ein Lied, naja, das hört man einfach im Stillen, wenn es mal im Radio kommt, aber es zählt jetzt nicht als cool, wobei ich mal cool versuchen will zu definieren, ich habe einen großen Bruder, der ist drei Jahre älter als ich und als er in der achten Klasse war, kam er irgendwann mal aus der Schule und sagt irgendwas mit cool. Und ich dachte natürlich, cool schreibt man K-U-H-L. Im cool, wie die coole. Wir hatten ja in der Schule kreuzchen coole, war ein Pflichtbuch. Ich habe die Bücher immer sehr gerne gelesen, weil ich generell gerne gelesen habe, weil ich nicht viele Freunde hatte und viel Zeit. Und da habe ich mir das durchgelesen, aber habe es schon gleich beim Anfang des Buches irgendwie schlechte Laune gekriegt. Der Held des Buches hieß Jampol. Was ein Name ist, den ich davor und danach nie wieder gehört habe. Sein anderer Freund hieß Schraube, weil er gerne Motorrad geschraubt hat, aber einen Typen Schraube zu nennen, das klingt so, als versucht irgendein Jugendschriftsteller ein Jugendwort zu finden für ihn, der gerne schraubt, der dann Schraube heißt. Also ich kenne viele Leute, die gerne schrauben. Ich bin über 50 und keiner, ich bestätige, keiner heißt Schraube. Also auf so eine bekloppte Idee würde man nicht kommen. Und der fährt zu seinem Großvater, dieser Jampol, trifft da eben seine Freunde Schraube und Christian. Und da finden sie dann so einen komischen Westler, der da rumstreicht, der zufälligerweise SS-Offizier war und dann Schatz mit Raubkunst versteckt hat in der Keuzinkuhle. Das ist nämlich der See, wo es spuken sollte. Und das Buch hat sich gezogen und gezogen und war so langweilig. Und der Opa hat immer nicht geredet, weil der hat den Schatz dann mit vergraben. Der wurde gezwungen dazu und sein Freund ist dabei gestorben, der Gotthold, der Blinde, der war taub. Jedenfalls gab es einen fürchterlichen Ärger und die ganze Zeit versucht, die Schraube, einen Zylinderkopf und eine Zündab zu finden. Ich wusste weder, was ein Zylinderkopf ist in der sechsten Klasse oder wann das Buch dran war, noch was eine Zündab ist. Ich dachte, das heißt Zünd an oder so. Wie kann man Motorrad Zündab nennen? Inzwischen ist das irgendein Name oder so. Aber das Buch hat mich so genervt, dass ich eigentlich mit cool überhaupt nichts zu tun haben wollte. Zum Schluss ist natürlich die Volkspolizei gekommen, hat den Kohlweiß erschossen, den SS-Offizier. Der Schatz wurde geborgen, ins Museum gebracht, alles war gut. Aber ich hatte da keine so Freude dran. Das Wort cool war mir damit auch verleidet. Was ich noch kannte, war coole Wampe. Wobei ich mit dem Begriff erst recht nicht anfangen konnte. Wampe, verstehe ich. Wampe wird, also als Wampe wird mal ein Bauch bezeichnet, der ein bisschen dicker ist. Aber eine coole ist ja eher das Gegenteil vom Bauch. Und da musste ich erst nachgucken, um rauszukriegen, dass coole Wampen-Film war, wo man sollte es kaum glauben, Berthold Brecht doch mitgeschrieben hat als Drehbuchautor. Ein Regisseur war der Bulgare, Zlatan Dudov. Und das war ein ganz interessanter Film. Ein halb Spielfilm, halt Dokumentar und halb Propagandafilm über so eine Arbeiterfamilie, wo sich einer aus dem Fenster gestürzt hat, weil er den Job verloren hat. Und die Freundin hat sich dann verliebt und musste in eine Gartenkolonie ziehen, die Kuhle Wampe hieß. Also damit ist das Rätsel gelöst, die Gartenkolonie hieß so, wahrscheinlich weil es eine Kuhle war, also wirklich eine Kuhle. Und danach wahrscheinlich ein Berg, dann die Wampe. Und es ging dann so weiter, hat sie sich in einen verlobt, dann ist sie schwanger geworden. Dann hat er gedacht, er wollte ihm das Kind anhängen, hat sich von ihr getrennt. Dann haben sie wieder zusammengefunden und fahren dann auf der S-Bahn. Und da hat Bertolt Brechter dieses Gespräch zwischen den Arbeitern und den anderen in der S-Bahn geschrieben, wie sie die Welt verändern sollen oder so. Und dann hat eben die Anni gesagt, oder Anne, ich weiß ja nicht genau, wie sie es, hat gesagt, die, denen die Welt nicht gefällt, die werden sie verändern. Das war dann die Lehre von diesem Film. Ich weiß nicht, ob der im Osten gezeigt worden ist. Ich habe ihn nie gesehen. Aber dazu angeregt, irgendwelche Sachen als cool zu bezeichnen, hat mich der Film so und so nicht.

Wir hören mal noch ein Lied. Jethro Tull. Ich mache meine Notizen immer im iPad, obwohl ich hier keine Werbung dafür machen will, weil eben ein großer Nachteil ist, dass das ein deutsches Rechtschreibprogramm hat. Und bei mir steht jetzt immer Gessrotul, was das natürlich nicht heißt. Tüll ist ja irgendeine Stoffart. Und Gessrotal muss ich jetzt hier stehen. Ich weiß auch nicht, was das heißt. Das Lied heißt Lokomotivbröth. Und das hat er auf seiner Flöte ja auch so schön versucht zu imitieren, diese Lokomotiv-Gepuste. Falls es das Wort gibt, denke mal nicht. Ich hatte die Platte als Kind-Jugendlicher geschenkt bekommen oder gekauft für 150 Mark Ost. Die Plattenkammer war so ein bisschen bläulich irgendwie so verschwommen und da stand dann so eine gemalte Figur auf einem Bein drauf. Das sollte dann Ian Anderson sein, der angeblich immer auf einem Bein auf der Bühne stand und Querflöte gespielt hat. Querflöte ist eines der widerlichsten Instrumente, die hier hervorgebracht wurden, gerade wegen diesem Anblasen. Aber gerade dafür ist Jethro Tull berühmt geworden, weil er hatte eine perfektionierte Technik des forcierten Ausdrucks. Das scharfe Anblasen, die Flatterzunge und gleichzeitiger Stimmeinsatz. Klingt ein bisschen nach Sexpraktiken, sind es aber nicht. Er hat einfach nur Musik gemacht. Und dieser Stil, der dann bei der Band rauskommt, wird als Progressive Rock, was auch ziemlich widerlich klingt, obwohl es hier gar nicht um widerlich geht. Oder Hardrock bezeichnet. Ich hätte es als Hardrock jetzt gehört. Als Kind-Jugendlicher habe ich es auch als Hardrock empfunden. Das war ziemlich das härteste, was ich kannte, zusammen mit Electric Light Orchester. Und es wird partiell sogar dem Blues und Fogrock zugeordnet. Und dann gibt es noch Einflüsse aus Jazz, Weltmusik und elektronischer Musik. Somit ist es schon fast Fusion. Und Fusion ist eigentlich das uncoolste, was es auf der Welt gibt. Ich kenne diesen Begriff Fusion nur aus Bändisch sprechen, wenn jemand zu mir sagt, hör auf mit der Fusion scheiße. Also weil Fusion ist gar keine Musik, sondern eine kranke Mischung, als wenn Quark und Pudding zusammengeflossen sind oder so. Ist jetzt schwer zu beschreiben. Auf jeden Fall ist es nicht cool.

Ich lüfte mal auch das Geheimnis, cool heißt, jetzt kommt's, kühl. Ist aus dem Englischen so übersetzt, da heißt es kühl. Und damit sind wahrscheinlich Menschen genannt, die nicht gleich so aufgeregt japsen und auf sich aufmerksam machen wollen, sondern einfach still lächeln, wenn so was cool ist. Das sag ich schon selber. Also wenn sie irgendwas Gutes gemacht haben und sich nicht ihre Begeisterung gleich so hinreißen lassen, sondern was gut können, ohne das groß zur Schau zu stellen. Insofern ist cool ja eigentlich auch was gut. Das Komische ist nur, wenn man drauf achtet, cool zu sein und immer nur guckt, ob das doch cool ist, was man macht, ist man schon wieder extrem uncool. Weil cool ist eigentlich nur, wenn einem alles egal ist, wenn man das macht, was man macht, ohne drauf zu achten, ob was cool ist oder so. Das ist alles ganz schwer zu erklären. Aber es ist, sag ich jetzt mal, hat nichts mit Qualität zu tun oder so. Womit ich nicht sagen will, dass uncool jetzt voller Qualität ist. Aber bei diesem Lied jetzt würde es fast stimmen. Ich finde das Lied qualitativ hochwertig, aber cool ist es nicht.

Die Scorpions sind eigentlich eine Heavy-Metal-Band. Die waren mal richtig hart. Also es gab mal einen Rockpalast, wo die irgendwie mit Krokos und Accept oder Iron Maiden als Hauptband gespielt haben. Das haben wir ja geguckt, irgendwie 1983 oder 1984. Und da haben die richtig so abgerockt. Das war gar nicht übel. Elvis Costello hat noch danach gespielt, glaube ich. Das war richtig gut. Da haben wir die ganze Nacht gesessen und da sind mir Scorpions eigentlich als ganz angenehm aufgefallen, wenn man von ihren längst gestreiften Schlafanzugsachen mal so absieht, die sie so anhatten. Aber dieses Lied ist eigentlich wahrscheinlich nur so uncool, weil es so glatt und schön ist, ohne Eckenkanten, ohne schnelle Drift. Da bleibt nichts hängend. Da dachte man auch, naja, hätten sie auch ein richtiges Lied machen können oder so. Warum so was softet, dahin gesäuselt? Das Lied packt einen irgendwie nicht, höchstens durch das Pfeifen. Und die ganze Band hat mich eigentlich nie gepackt, auch bei diesem Rockpalast-Ding nicht, weil danach kam dann natürlich gleich eine bessere Band, die machen das Barockpalastel so, dass erst die schwächeren Bands kommen und dann immer die stärksten, die stärkeren. Und die Scorpions war nun mal die erste Band, die am Abend gespielt hat oder die zweite. Und danach kam dann erst so Iron Maiden und die richtigen Kracher. Die Band wurde für mich erst interessant, als ich gelesen habe, dass mal irgendwie 50 Beamte die Wohn- und Geschäftsräume durchsucht haben. Weil es angeblich 9 Millionen Mark, damals natürlich noch Mark, über Briefkastenfirmen am Finanzamt vorbei ins Ausland transferiert worden waren. Und das fand ich sehr interessant, dass eine Band wie die Scorpions ganz einfach versucht hat, ihr Geld an der Steuer vorbeizuschmuggeln, die es absolut nicht nötig hatten. Ich habe ja zu der Zeit im Osten, ihr lebt da, ihr habt ja keine Steuern, also zumindest nicht mir bekannt. Und die Scorpions sind bekannt geworden im Osten, also über die Nachrichten und in meinen Augen durch Steuerhinterziehung. Das fand ich schon recht beeindruckend. Ansonsten hat man da nicht mehr viel von denen gehört.

Im Osten gab es aber natürlich auch uncoole Bands. Soll keiner denken, dass das jetzt eine Westgeschichte war oder so. Man konnte im Osten auch sehr, sehr uncool sein.

Des Tastenfickers Podcast. Niemand soll mich jetzt falsch verstehen, ich fand die beiden letzten Lieder richtig gut, ich habe die gerne gehört als Kind, ich höre sie immer noch gerne. Gerade das Pudi-Stück geht zu ihr, nee Quatsch, aus dem Film auch nicht, Wenn ein Mensch lebt, hieß das Stück. Und das ist gar nicht von den Pudis eigentlich, denn der Text war genau wie bei Geht's zu ihr von Ulrich Plenzdorf und die Musik war von Peter Gotthard. Und die Pudis wurden im Prinzip nur gefragt, ob sie das für den Film vertonen konnten, was sie auch gemacht haben. Und damit sind sie dann richtig berühmt geworden, was natürlich auch fies ist, wenn man als Band mit einem Lied berühmt wird, was ja nicht von der Band direkt ist.

Das Stück eben war unüberhörbar von Grönemeyer. Den finde ich richtig gut, also als Typen finde ich ihn auch total cool. Schon recht, weil er einfach so angefangen hat. Ich wusste das gar nicht, aber wir hatten mal so eine Händlertour, das hieß, mehrere Bands von Motor wurden zusammen zu den Plattenfirmen geschickt und so. Und so ein alter, alternder Sänger, Pape hieß der, glaube ich, von Clowns und Helden, hat durch den Abend geführt. Der hat mal so ein Lied gemacht, ich altes Trottelgesicht, hab mich wieder verliebt. Wir schreiben 1985, war so ein schräge Ding. Jedenfalls hat er einen Job gebraucht und hat da den Entertainer gemacht und vor Anja Mahnken, die da auch gespielt hat, die auch im Prinzip ein Act der Plattenfirma war, hat er erzählt, dass er mal in Hamburg in die Markthalle gegangen ist und da war alles ganz leer, ist da so reingegangen und da war so halb dunkel und da saß da so ein durchgedrehter Typ, der hämmerte auf dem Klavier rum und er hat da gestanden und gedacht, was ist denn das, was soll denn das und das war dann Grönemeyer. Er hat gezeigt, dass Grönemeyer einfach in die Clubs gefahren ist und seine Musik gespielt hat, egal ob das jemanden interessiert hat, egal ob das angesagt war und sowas finde ich zutiefst cool. Das ist das Gegenteil davon, zu irgendeiner Popstar-Auswahlshow zu gehen und da zu singen und gleich als Star zu beginnen, bevor man gesungen hat oder bevor man so Publikum hat und der hat einfach sein Zeug gesungen und einfach gemacht. Er sieht doch nicht gut aus, was ich auch großartig finde, weil gut aussehen und Musik machen ist leicht, weil da wird man gleich viel schneller so angenommen, aber wer nicht gut aussieht, da überzeugt dann wirklich das Können und der Wille, wie stark man wirklich was durchsetzen kann und so und Malke McLaren, ein begnadeter Manager, sag ich jetzt mal, der hat ja gesagt, such dir fünf hässliche Typen, die nicht spielen können und du wirst riesen Erfolg haben. Zu dem kommen wir aber später noch.

Jetzt geht's weiter mit Wham. Heißen die wirklich so? Ja. Halt mal was richtig ausgesprochen, ist auch mal selten. Jetzt also Wham mit George Michael Jackson, Jackson war jetzt Quatsch, als Sänger und sie, wenn das Lied auch befremdlich auf uns gewirkt hat, war das doch ein riesengroßer Hit. Also ich hab mal auf YouTube geguckt, das hat so viele Millionen an Klicker wie kaum irgendwas anderes. Wir wissen jetzt noch irgendein Hip-Hop-Zeug. Und da frage ich mich, ob das vielleicht zusammenhängt, dass Lieder einfach uncool werden, wenn sie erfolgreich werden oder so. Das gibt ja hier auch Jens Balzer oder so, der auch Musikbescheid wissert. Und der gibt immer Tipps für Bands, die niemand kennt. Der sagt, er war im Konzert, es war großartiges, klangstrukturelles Abenteuer. Eine Band, die vor 20 Mann spielt oder so. Und sobald es irgendeine berühmte Band gibt, kommt nur Hass irgendwie oder so. Und deshalb gehe ich davon aus, dass cool natürlich immer was für Auserwählte ist. So für wenige, die was kennen, was andere nicht kennen. Und was viele kennen, wird dann einfach uncool. Damit muss man dann einfach leben.

George Michael zählt, weiß Gott, nicht als cool. Und Boy George, der auch einen George im Namen hat, deshalb verbindet er jetzt auch nicht. Boy George ist wiederum auch von Malcolm McLaren entdeckt worden. Deshalb habe ich den vorhin schon erwähnt. Der hatte die Band Bow Wow Wow und wollte im Prinzip seine Sängerin ärgern, die Annabella, weil die irgendwie rumgezickt hat oder so. Und da hat er Boy George als Sänger mit eingesetzt und ihn danach sofort wieder entlassen, weil er ihr nur einen Schuss von Bug setzen wollte oder so. Ist auch eine Art, wie man eine Band führen kann, aber uns geht es eigentlich nur um das Ergebnis. Hier ist Boy George.

Jedenfalls war das Musik, die wir natürlich auch gehört haben, obwohl man das nicht sagen darf, weil wir ja Punks waren, in dem Sinne Underground, die fiesesten, gefährlichsten Typen des Kiezes, so haben wir uns jedenfalls gefühlt. Von Außenstehenden sah das ganz anders aus. Da waren ein paar hässliche, abgerissene Typen, die wohl keinen Job hatten oder so, nichts gelernt hatten, nichts konnten, nur abgehangen haben. Aber wir hielten uns für höchst fortschrittlich und die richtigen Bescheidwisser einer Musik. Wer eine Platte mit hatte, hat die mitgebracht, mit den anderen geteilt. Wir fanden Secure gut, Sisters of Mercy. Das ist ja jetzt mehr Gruft. Es schwankt auch in so puren Punkbands, fanden wir die Dead Kennedys gut, Black Flag, Sham 69, UK Subs und manche Bands, die kannten wir eben, weil die eine Platte gemacht haben, die irgendjemand von uns hatte, aber wir haben nie gedacht, dass niemand anders die Platte hatte oder so, weil es irgendeine Westberliner Punkband war, die nur 300 Platten gemacht hat und wir hatten zufällig eine davon und andere Bands kannten wir fast nicht, obwohl die weltberühmt waren oder so. Und untereinander gab es dann irgendwas wie so eine Musikerpolizei, Geschmackspolizei, die aufgepasst hat, dass man nur die richtigen Sachen hört. Wenn man irgendwie dann mal gesagt hat, ich habe hier so Depeche Mode, was Popper Band, da musste man schon aufpassen, dass man dann nichts Falsches gesagt hat. Kür ging immer. Die waren so der Mittelweg, wo man nichts falsch machen konnte. Aber so eine Band wie Katrina in The Waves hätte man nie sagen dürfen, haben wir aber trotzdem oft gehört. Und zwar in großer Gruppe unserer sogenannten Punk-Freunde auf Hiddensee. Tag und Nacht lief dieses Lied. Cool, kann auch sehr lustig sein oder zumindest schön.

Gefällt das Lied immer noch, Smoky Mexican Girl. Das ist jetzt kein Rock oder Pop oder ich weiß auch nicht, Schlager ist das auch nicht. Ich finde es ganz einfach gut. Smoky war für mich früher eine der größten Bands auf der Welt. Schon wenn sie von Mexican Girl singen, heißt das ja so, dass sie auch zumindest in Mexiko berühmt sein müssen. Und da hat mich ein bisschen gewundert, weshalb sie dann in der BRD bei Nürnberg im Bus verunglücken. Ich denke, was macht so eine berühmte Band in der BRD? Wieso spielen die bei Nürnberg? Aber so war es wohl irgendwie, die Zweimann sind gestorben. Chris Norman hat zum Glück so überlebt. Ich habe noch ein Foto aus der glücklichen Zeit, sogar in der DDR im neuen Leben. Es war so die Bravo der Ostler mit Propaganda drin, war ein ziemlich fieses Heft. Da war ein Poster drin von Smoky, da saßen sie in so einer Toreinfahrt oder so angelehnt. Und das Verrückte war, alle hatten ihre Daumen eingesteckt, entweder in den Hosentaschen oder im Bund, im Hosenbund. Und ich habe noch nie ein Bandfoto gesehen, wo alle vier Mitglieder die Daumen beziehungsweise die ganzen Hände so eingesteckt haben. Das hat mich so fasziniert, dass ich jetzt auch immer beide Daumen ab dem Tag so in die Taschen gesteckt habe. Mein Vater ist bald wahnsinnig geworden. Und als ich dann an der Berufsschule war, habe ich gehört, dass einer aus der Parallelklasse an der Bushaltestelle, also er ist nach dem Bus gerannt am Königstor, wollte zum Dreißer Bus oder so zur Berufsschule fahren, ist ausgerutscht, weil es auch ein bisschen bergauf geht und ist hingefallen und da er beide Daumen in seinen engen Jeans, Hosentaschen hatte, hat er sich beide Daumen gebrochen und sah danach dementsprechend aus, hatte so beide Daumen dick umbunden, konnte nicht schreiben, was er natürlich wieder gut fand in der Berufsschule, aber sonst sah er ziemlich elend aus, er konnte auch nichts machen. Es gibt viele Sachen, die man nicht machen kann, wenn man die Daumen nicht benutzen kann. Ich empfehle, Chemnitz auszuprobieren und da habe ich damit dann aufgehört, zumal an einer Berufsschule, an einer Lehre direkt, hatte ich einen Lehrmeister, der immer darauf geachtet hat, dass ich mich nicht hinsetze und vor allen Dingen immer die Hände aus den Taschen nehme. Da steht immer Hände aus den Taschen, Hände aus den Taschen. Das habe ich so oft gehört, bis ich es dann auch nicht mehr gemacht habe. Ich weiß nicht, wie ich da jetzt drauf komme. Wir können erstmal mit Pink Floyd weitermachen, dann denke ich mal kurz nach.

Ich bin froh, das Lied wäre jetzt auch nicht gerade neu, aber das heißt für mich nicht, dass die alten Lieder alle uncool sind, sondern die neuen Lieder sind für mich oft nicht mal uncool, weil ich die ja nicht gut finde. Bei den uncoolen Titeln ist es ja so, dass ich die auch noch gut finde. Oder zumindest fand, als sie noch cool waren oder wie auch immer. Aber die neuen Titel, diese quietsche Mädchen, die da so singen, Miley Cyrus und so, ich will da ja keine Namen nennen, kommt für mich ja nicht in Betracht, weil das eben nicht Musik ist, die ich so gerne höre, obwohl sie uncool ist, sondern die höre ich jetzt persönlich gar nicht so sehr gerne. Pink Floyd schon. Habe ich schon früher gerne gehört. Das war für mich die utopiste Band, die es überhaupt gab. Schon das Cover. Da standen zwei Männer in so einer Fabriklandschaft und die brannten Bäder hinten am Rücken. Das fand ich so faszinierend. Ich habe mir das Cover stundenlang so angeguckt. Ich dachte, wieso brennen die? Wie können die brennen? Wie haben die das fotografiert? Wieso wehren die sich nicht? Also die standen ja da, haben sich die Hand gegeben, standen einfach da und brannten am Rücken. Ich dachte, was ist passiert? Das war für mich wie aus dem Weltall oder so. Das war so verrückt und dann gab es hier Animals, die Platte, da sind so vier Fabriktürme und dazwischen fliegt ein Schwein. Ich habe ja nicht gesehen, dass das aufblasbar war oder ob das reinkopiert war, ich habe ja nicht darüber nachgedacht über so eine Themen, wie man Bilder herstellt. Für mich flog ein Schwein über der Fabrik und 20, 30 Jahre später fahre ich in London zum Flugplatz aus der Stadt und da kriege ich einen Schock, da steht die Fabrik da, die gibt es wirklich, die sah original aus wie auf dem Cover. Da war die echte Fabrik, das Schweinert, die fehlt, okay. Aber die Fabrik war da und da habe ich gesehen, das war ein Foto, das war alles echt. Und da fiel mir ein, Pink Floyd kommt ja auch aus England. Und so schließt sich der Kreis. Wir haben da auf dem MTV live gespielt, wo sie uns nach der Hälfte vom Lied ausgeblendet haben, weil Till irgendwie Kunstblut aus dem Mund hat laufen lassen. Da waren sie so streng, das war ein völliges Fiasko. Da waren wir vielleicht 40 Sekunden mal im Fernsehen und deshalb sind wir extra nach London geflogen. Da mussten wir noch mit der U-Bahn fahren. Das war alles ein Riesenstress. Jedenfalls gab es die Fabrik wirklich. Und da dachte ich, Mensch, Pink Floyd ist ja richtig geil. Also das dachte ich auch schon vorher oder so.

Eine Band, die ich weniger weiß, ist Europe. Ich kenne nur dieses fürchterliche Lied. Wer das nicht kennt, ist, wie gesagt, jünger als 50. Final Countdown, was wirklich wie der Final Countdown klingt. Ich habe extra mal ein anderes Lied rausgesucht. Das heißt Chiroki. Ich weiß jetzt nicht, ob das jetzt Irokese heißt, weil Schirocke soll wo Irokese heißen, weil der Irokese-Schnitt wiederum heißt Mohawk. Tomahawk gibt es ja auch. Und das ist wahrscheinlich vom Begriff Hark her geleitet, was Falke heißt. Aber der Jeep heißt ja auch Jeep Schirocke. Und wir nennen den natürlich immer Jeep Chicory und finden das sehr witzig. Dass man sagt, kommst du mit einem Chicory oder mit einem Mercedes? Ja, ich komme mit einem Chicory. Was soll ich dann noch sagen? Hier ist das Lied. Also als Chicory klingt es vielleicht noch lustiger als als Schirocke. Kann man ja mal testen im Kopf.

Die ist Look Away, für die, die es nicht mitgekriegt haben. Die Band war Big Country. Und damit, da haben sie auch meine Aufmerksamkeit erregt, weil sie Country hießen. Ich dachte ja, Country heißt einfach die Musikrichtung. Ich dachte nicht, dass das was mit Land zu tun hat oder so. Also, dass die Musikrichtung nach dem Land benannt wurde, sondern ich dachte, das Land wurde nach der Musikrichtung benannt, weil sie da diese Musik machen. In Amerika, im Country, machen die eben auch Countrymusik. Also, wir machen Countrymusik für dieses Land. Und jetzt habe ich natürlich gehofft, dass Big Country auch eine Country-Band ist. War aber nicht. Ich weiß ja nicht, als was für eine Musik man das bezeichnet. Rock, Pop. Keine Ahnung. Jedenfalls Country ist es nicht, was mich sehr enttäuscht hat. Da ich ja seit Kindheit versucht habe, an Country-Musik zu kommen, an gute Country-Musik, an echte. Das war ganz schwer. Ich bin immer Leipziger Straße lang gerannt. Da gab es den Polenladen, den Ungarnladen und den Tschechenladen. Und ich bin in den Ungarnladen gegangen. Das war noch der offenste. Da gab es sogar mal eine Beatles-Platte. Und habe gefragt, ob sie nicht Countrymusik haben. Und da haben sie mir eine Platte von Fotograf gegeben mit F. Ich habe die jetzt noch mal gehört. Das war ganz, ganz traurig. Das fand ich mal uncool. Das war eben so, wie sich ungarische Rockmusiker oder Musiker oder normale Leute eben die Countrymusik vorstellen. Und haben damit ganz viel ungarischen Texten. Die ungarische Sprache ist auch eine der schönsten Sprachen ausgesprochen. Passt zu Countrymusik sowas von überhaupt nicht. Und das war dann mein Ersatz, hat ja keine andere, weil bei Schlager der Woche kam diese deutsche Country-Musik mit Kenny Rogers, Wer hat ein Herz, das nie bricht oder so. Oder Gunter Gabriel, der deutsche Johnny Cash, der sich selber schon so gut fand, dass es kaum erträglich war. Und da habe ich mir gewünscht, mal endlich eine echte Country-Band zu hören. Und Big Country hat mich auch enttäuscht. Aber die haben auch nicht versprochen eigentlich, weil die hießen ja nun nur mal so, weil sie wahrscheinlich das Land meinten.

Die nächste Band hat mich nicht enttäuscht. Die fand ich immer gut findest du immer noch gut, aber wenn man jetzt irgendwo, wie gesagt, auf einer Party gefragt wird, was man gerne hören will oder auf was für Musik steht, sollte man nicht sagen, dass man Jurismix-Fan ist. Schwabab, der nichts weiter heißt als Papa. Das ist nämlich eine Band aus, ja, ich weiß gar nicht, wie das heißt, Hessen oder so, und die hatten die lustige Idee, in Mundart ihre Platten zu singen. Das ist Köln. Muss ich jetzt selber husten. Also Köln ist wahrscheinlich nicht in Hessen, ich kenne mich nicht so gut aus in der Geografie Westdeutschlands. Nordrhein-Westfalen tippe ich jetzt mal, der Ruhrpott, irgend so was komisches. Da kommen die her und die singen eben in Mundart, deshalb heißt die Band auch Bappet, nicht Papa, was auch nicht schöner wäre. Und Herr Niedecken hat eine Biografie geschrieben, Gott sei Dank nicht in Mundart, sonst hätte ich die bis jetzt noch nicht fertig. Weil Kristallnach, na das versteht man ja noch, aber die haben auch von drinnen nach Drusse wahrscheinlich auch. Aber so eine ganze Biografie wäre mir dann doch zu viel. Und die Schlüsselszene oder so, also die Leseprobe, was immer so angeboten wird, war die Szene, wo die Stones spielen und Babs spielt als Vorband. Und Mick Jagger kommt angeblich irgendwie hinter die Bühne ganz aufgeregt und sagt, was ist denn hier los, da ist ja mehr los als bei uns. Und da ist natürlich Konzertwoch zufälligerweise in Köln oder Düsseldorf, wahrscheinlich dann eher in Köln. Und das ist klar, dass ein paar Leute auch Babb kennen, die natürlich die Stolz auch kennen, aber dass sich die über Babb auch freuen. Und da war Mick Jagger angeblich ganz traurig, dass er weniger Aufmerksamkeit bekommt als Babb und das war für Herr Niedecken dann wahrscheinlich der schönste Moment in seinem Leben. Aber ich kann ihn insofern verstehen, dass Vorband zu sein immer schöner ist als Hauptband, weil eben die Ansprüche sind nicht so hoch, die Versagensangst ist nicht so hoch und man kann, während die Hauptband spielt, sich um die ganzen Frauen kümmern, weil die sind ja noch alle da. Wenn man als Hauptband spielt, ist das Konzert zu Ende, schwapp, da sind alle weg. Die Kantine ist zu, der ganze Abend ist vorbei, aber wenn man als Vorband spielt, ist man dann schon geduscht, schon angenehm betrunken und kann sich in Ruhe erstens die Hauptband angucken, weil der an sich schon geil ist und noch Party machen oder so. Deshalb würde ich jedem empfehlen, als Vorband zu spielen. Das kann man mal von Bab so mitnehmen.

Und das nächste Lied, das ist nicht ganz so frisch, aber auch sehr schön. Das Lied würde mir wieder den ganzen Abend nicht aus dem Kopf gehen. Ich glaube, es gab auch eine deutsche Version. Du bist der Schrecken. Aber vielleicht habe ich mir das auch nur ausgedacht, weil es klingt so, man kann ja einfach so phonetisch verwandt die Lieder auf Deutsch singen. Jeder würde wahrscheinlich dieses Lied einfach als Rentnermucke bezeichnen, ich im Prinzip auch. Aber es ist nicht ganz so schlimm, wie man denkt, denn ich habe das Pubertier gesehen, dieser Film mit Bleibtreu, hätte ich fast gesagt, aber ich meine Jan-Josef Liefers, der den Vater spielt. Und da gibt es die Szene, wo der Vater zeigen will, dass er auch richtig gut abrocken kann. Und da spielt er Jeans on. Und dann sagt er, das ist so meine Musik und hotet so dazu auf, natürlich für Jugendliche, für mich auch peinlichste Art und Weise ab. Obwohl ich es natürlich genauso machen würde, aber man sollte eigentlich vor Jugendlichen nicht so tun, als ob man jugendlich ist. Das ist dann uncool, sondern zu seinem Rentnerwesen stehen und auch dann richtig rumrentnern, aber nicht so tun, als wäre man noch so jung und hip. Jedenfalls muss ich sagen, ich habe mich da auch nicht angesprochen gefühlt, weil das Lied Jeans On ist auch für mich ein Rentnerlied. Das war schon alt, als ich jung war oder so. Und genauso wie das Lied The Charlie war auch ein sehr altes Lied. Für mich auch alt und für mich auch gut, aber uncool. Aber mit meinem uncool treffen sich ja fast Jansen solider.

Und jetzt wollte ich eigentlich was von M. Raisi hören, aber das Lied gibt es hier in einer anderen Version und schon der Name ist uncool. Rama, Lama, Ding Dong. Wer nennt denn so ein Lied, bitteschön? Ich habe aber auch eine Band, die aus anderen Gründen uncool ist. Eigentlich aus positiven Gründen, weil die Fans sind zu jung, da sind wir zu alt. Also man kann ja nicht eine Band gut finden, die die Kinder gut finden fast schon als erwachsener Mensch oder so. Ich rede von Tokio Hotel, ich weiß, ich bin ein paar Jahre zu spät dran, aber wir sind ja immer ein bisschen so hinterher und die haben sich, wie ich gehört habe, nach einem Film benannt, der Film würde dann auch Tokio Hotel heißen, ich habe den Film nicht gefunden, also entweder ist das Quatsch, haben sie im Interview mal Unsinn erzählt, was sehr klug wäre, dann Blow Up verstehe ich, das gibt es als Film und jemand hat sein Kino danach benannt, ist jetzt leider so auch schon wieder zu. Vielleicht hieß der Film auch Tokyo Express, aber das Schunking, irgendein anderer Express. Jedenfalls, Tokyo Hotel ist für Jugendliche cool, für mich nicht so, aber ich finde es gut.

Hatte gesagt, wer schreit, hat Unrecht. Und ich war natürlich immer der, der schrien hat. Und deshalb, ja, das hat mich irgendwie geprägt. Es gibt aber auch Bands, die das leiser machen. Ich habe hier R.E.M. mit Everybody Hurts. Bei mir im Computer steht natürlich wieder Everybody Hört's. Also jeder hört's. Klare Sache.

Also man sieht wirklich, uncool muss nicht schlecht sein, ist eher total schön. Und wie gesagt, am coolsten sind die, die ja nicht versuchen cool zu sein und uncool sind. Und eigentlich sind die einfach uncoolen, auch uncool ist gut. Man muss nicht immer nur ein cool oder nicht cool denken, sondern es ist auch nicht ein gut und schlecht. Ich lobe, um Menschen einzuschätzen, braucht man überhaupt keine Kriterien. Hauptsache sie sind nett, was auch schon wieder ein Kriterium ist. Nett ist der Bruder von Scheiße. Ich weiß auch nicht, was man nett sein soll. Am besten ist, man fühlt sich wohl nicht auf Kosten der anderen. Darauf können wir uns so doch einigen. Und einer, der sich nicht so zu Herzen genommen hat, den hören wir jetzt als Letzten. Ich muss dazu nichts sagen, denn dieser Mann, ich sage erst Tschüss und dann sage ich das Lied an. Also Tschüss, no face, no name, no number.