Die Sendung August 2021
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Flake talks about sounds in music.
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Radio 1. Flake. Des Tastenfickers Podcast. Herzlich willkommen. Heute geht es endlich mal wieder um musikalisches Thema. Das ist ja immer schlimm, wenn man sich immer irgendwas einfallen lassen muss, worum es geht. Dann guckt man irgendwie, was hatten wir? Autos, Tiere. Aber heute jetzt mal nicht um Menschen oder Tiere oder Sensationen. Das war übrigens nicht nur ein Film. Ich habe den noch nicht gesehen. Der ist von 1938 oder so, wo sich der Zirkusdirektor und seine Ex-Frau verliebt, weil die eine Tänzerin ist und eine Artistin und er hatte ursprünglich nur mit Tieren einen Zirkus gehabt und dann kamen die Menschen dazu oder so, sondern da gab es in einer Deutschlandhalle von 73 bis 1990 oder so eine Show, die hieß Menschen, Tiere, Sensation und das Verrückte daran war, dass die aus dem Westen sich ein Orchester aus dem Osten geholt haben und zwar das Phipps Fleischer Orchester, das war aus Leipzig, Phipps Fleischer war der Chef, der war erst Trommler, hat ein Orchester gegründet und die waren so gut, dass die international gespielt haben und da gab es noch einen, Teddy Tröger hat da mitgespielt, der hat Saxophon gespielt, ich weiß nicht warum, wahrscheinlich weil er Saxe war und der war richtig gut, ich könnte im Prinzip sagen, war der beste Saxophonist der DDR, das kann man ja sagen, weil die DDR ist ja wirklich eine abgeschlossene Sache, also die kommt ja nicht wieder, das ist ja wie hier Hitler hat auch nicht irgendwie 60 Jahre im Bunker erlebt und kommt wieder vor. Das ist totaler Quatsch. Ich will jetzt natürlich nicht die DDR und das Hitler-Regime vergleichen. Das heißt, vergleichen kann man es ja. Man muss halt nur auch die Unterschiede rauskriegen. Und meines Wissens nach gab es in der DDR keine fünf Millionen vergasten Juden oder dass Leute wegen ihrer Gesinnung oder sexuellen Ausrichtung einfach verhaftet und ermordet worden. Da sollte jeder erstmal ein bisschen nachdenken, bevor der DDR-Regime und die Nazi-Zeit in einen Topf schmeißt. Wobei Nachdenken, bevor man etwas sagt, generell eine gute Sache ist, gilt eigentlich auch für mich.
Jedenfalls ist die DDR vorbei und damit kann man sagen, das war der Beste. Weil bei Jimi Hendrix sagen die, ey, Jimi Hendrix ist der beste Gitarrist der Welt, ey, forever, kannst du ja nicht wissen. Weil die Zeiten, die kommen ja noch. Man kann zwar davon ausgehen, dass die Menschheit zusehends so verblödet in einem erschreckenden Tempo, aber man kann nicht wissen, ob es der weltbeste Gitarrist ist, weil man ja nicht weiß, ob noch einer kommt. Bei der DDR weiß man, kommt nicht mehr, höchstwahrscheinlich. Also sag ich mal, Teddy Tröger war der beste Saxophonist der DDR, wahrscheinlich zusammen mit Dietmar Diesner. Diesmar, der ist ja auch nicht übel gewesen, aber der war so fri-jessig. Ich erinnere mich noch an sein Lied Dietmar, Dietmar, Dietmar aus der DDR. Er kennt bestimmt keine Sau außer mir. Ich weiß auch gar nicht, ob ich mir das nur einbilde. Jedenfalls war Teddy Tröger ein genialer Saxophonist. Und Teddy Tröger hatte einen Sohn, der hieß Frank Tröger. Und der hatte einen Sohn, der hieß Anton. Und die letzten beiden, die hören wir jetzt. Das war Trötsch, also sein echter Name ist Frank Tröger. Und dieses Gegluckse war sein Sohn kurz nach der Geburt. Das sind natürlich sehr intime Momente, aber weshalb macht man es ein Lied, wenn man nicht will, dass das jemand hört. Dann ist das ja auch Quatsch. Dann kann man sich das auch einfach so anhören und freuen. Und das war interessant, weil das ist so ein Casio, SK8 hieß der und da konnte man Geräusche eben aufnehmen, weniger als eine Sekunde, das hat gerade gereicht für so ein Gurgs, wie er so gegluckst hat und da hat er das aufgenommen und hat das im Prinzip als Töne, als Geräusche verwendet und auf anderen Tonhöhen dann abgespielt. Dann wurde es halt schneller, dieses Undefinierbare, ich weiß nicht, wie man es was nennt. Und er hat im Prinzip ein echtes Geräusch aus der Natur in die Musik eingebunden.
Und da überlege ich so generell, was ist Musik denn überhaupt? Also wie definiert sich Musik? Ist Musik Geräusch oder braucht man überhaupt Menschen, um Musik zu machen? Manchmal der Bach plätschert, fließt in einem laufenden Fluss. Oder ein Automotor. Klingt gut. Wer mal im Maschinenraum war, wo mehrere Maschinen laufen, also klingt nicht anders jetzt beim Rave oder auf der Disco oder so. Fast noch besser. Das ist ja im Prinzip auch schon Musik. Das ist jetzt wiederum von Menschen gemacht. Aber auch Donnergrollen bei Gewitter oder so sind ja auch Geräusche, die man als Musik durchaus empfinden kann. Also ob was Musik ist oder Musik nicht ist, entscheidet nicht die Musik, sondern entscheidet der, der es hört. Und es gibt ja Menschen, die sagen, das ist Musik in meinen Ohren. Damit meint er, wenn irgendeine Frau sagt, ich liebe dich oder willst mitkommen oder so was. Oder wenn es Geld klümpert. Geld klümpern empfinden welche als Musik, als anregend oder so.
Und wo kommt Musik her? Also als der Mensch Musik gemacht hat, hat er wahrscheinlich anfänglich versucht, Sachen aus der Natur nachzuempfinden. Wobei das erste natürlich und logischerweise der Herzschlag ist. Das ist ja das, was der Mensch so ständig spürt. Und zack, schon ist die Fußtrommel erfunden. Bumm, bumm, bumm, bumm. Oder wie das Herz, beim Einatmen schlägt das Herz langsamer, weil es hat mehr Sauerstoff, den es verdauen muss, im Prinzip verarbeiten muss. Und wenn man ausgeatmet hat, schlägt das Herz wieder schneller. Und deshalb ist im normalen Rhythmus des Lebens, weil eingeatmet, ausgeatmet und schon ist der Blues entstanden. Aber es gibt ja auch noch mehr. Der Mensch hat ja im Prinzip versucht, kreativ auch was Eigenes zu schaffen und nicht nur die Natur nachzumachen. Später wurde es dann immer interessanter, weil es kamen mehr Geräusche von Menschen dazu, zum Beispiel die Eisenbahn oder das Rennen der Tiere oder Schlachtenlärm oder irgendwas. Und der Mensch hat es versucht, entweder einzubinden oder er hat völlig unabhängig von den Geräuschen Musik gemacht, was ich aber nicht glaube. Und dazu sind die Musikinstrumente da. Also die Musikinstrumente, diese Posaunen und so machen das Schreien der Tiere nach und trommeln eben das Herz oder das Laufen einer Gepardenherde auf dem Wüstenboden. Oder, was gibt es noch für Instrumente? Gitarre, vielleicht das Schwingen im Wind der zarten Ästchen. Man denkt, das klingt so. Und so versucht der Mensch, das nachzumachen.
Aber manchmal macht er das eben auch nicht. Sondern er nimmt direkt das Geräusch, was er in der Natur hört, und tut das wieder in Musik rein. Und da passiert ein völlig verrückter Effekt. Das ist dann irgendwie wie geschummelt. Das ist wie, wenn im Theaterstück auf einmal hinten ein Kinofilm so losgeht, so auf der Leinwand. Oder wenn Fotos einfach mal auf einem Ölbild kleben oder so. Dadurch bekommen die Sachen eine völlig andere Bedeutung. Das ist wie, wenn man jetzt ein Bild auf dem Körper macht, als Tätowierung. Wenn man jetzt ein Gesicht auf dem Arm hat, kommen alle an und sagen, ey, du hast ein Gesicht auf dem Arm, ist ja Wahnsinn. Ey, wer ist denn das? Ist das deine Freundin oder Gott oder Madonna? Und wenn man einfach so ein Bild irgendwo hingemalt ist, beachtet das keiner. Und deshalb haben manche Menschen Geräusche in die Musik eingebaut, um die Geräusche damit ganz doll aufzuwerten oder die Musik aufzuwerten. Und das ist heute unser Thema.
Work It, Missy Elliot, sehr schönes Lied, ich weiß nicht, ob das das Lied war, was ich wirklich gesucht habe, weil ich hatte so ein Hip-Hop-Lied mit Squatching drauf, weil gerade Squatching ist das Interessante, weil da ist ja eine Platte mit Musik drauf und diese wird dann schnell gewischt, dass der Musikschnipsel im Prinzip schnell reinkommt und wieder raus. Das ist dann Musik, inner Musik, wobei man ja nicht sagen kann, dass Musik auch ein Geräusch ist. Und eigentlich hat da so ein Elefant geschrien. Ich weiß nicht, ob ich jetzt unkonzentriert war und das nicht gehört habe oder ob es ein anderes Lied ist. Aber ich glaube, sie hat einfach aus Spaß irgendeinen Tierschrei dazu mit rein gebastelt. Es können aber alle möglichen Tiere sein, muss jetzt kein Elefant sein oder so. Man lobt ja nicht, was für Geräusche Tiere machen. Zum Beispiel, was ich nicht wusste und was mich sehr erstaunt hat, Igel. Igel machen fürchterlichen Krach. Ich hatte mal einen Igel im Garten, ich hab fast einen Herzinfarkt gekriegt, als ich abends saß. Also erstens rascheln sie und entschmatzen und benehmen sie so. Aber wenn die Sex haben, ist eine ganz üble Geschichte. Also die machen so einen Lärm beim Sex, dass man denkt, um Gottes Willen, um Gottes Willen. Und wir haben jetzt aber ein Lied mit zivileren Geräuschen. Bis zum nächsten Mal.
Das war in Deep. Nicht zu verwechseln mit Indeed. Ich dachte immer, yes, Indeed, mir geht's gut, heißt das oder so. Und das ist aber in Deep. Da würde ich mal übersetzen mit in der Tiefe oder so oder mittendrin oder wie auch immer. Oder da gibt's einen schlimmen Film mittendrin über die Ostklamotten-Szene oder ich weiß auch nicht. In deep last night, the DJ saved my life. Ich weiß nicht, ob ein Mann, der DJ ist, sie gerettet hat, also ob der zufällig so DJ ist oder ob er als DJ ihr Leben gerettet hat, indem sie getanzt hat oder so. Und ich weiß auch nicht, ob der Mann, der dann so mitgerappt hat im Hintergrund, ob der dann der DJ war, der seine Stellung zu dem Lied oder so gesagt hat oder ob das nur ein Mitsänger war. Wie auch immer, wir hatten Geräusche. Telefon klingeln, Autobremsen, Klospülung, Trillerpfeife. Wer noch mehr gefunden hat, kann sich melden. Was beim nächsten Lied ist, weiß ich nicht an Geräuschen. Ich glaube, eine Peitsche. Da kann jeder mal sehen, ob er sie erkennt und ob sie überhaupt drin ist.
Von den einstürzenden Neubauten von der Platte Einhalb Mensch. Meiner Meinung nach eine ihrer besten Platten. Das Lied hieß Meine Seele brennt. Wir können froh sein, dass die nicht die Version gehört haben, die wir in einer Band von dem Lied gemacht haben. Da brannten ganz andere Körperteile. Aber es ist ein sehr gutes Lied von einer sehr guten Band, die auch dafür bekannt ist, dass sie keine Musikinstrumente benutzt hat oder nicht ausschließlich Musikinstrumente, sondern auch irgendwelche Bleche, Schrottteile, Federn. Also die konnte man so schön langziehen und so schnipsen lassen. Das haben sie gerne gemacht und auf irgendwas so raufgeklopft mit Hämmern statt mit Trommelstöcken oder so. Und die Peitsche war auch zu hören, die war wirklich da. Ich habe mich nicht falsch erinnert. Sehr schönes Geräusch. Und Peitsche heißt auch übrigens, hat letztendlich mit dem Lied zu tun, aber ein sehr gutes Buch von Dick Francis. Das ist einer meiner Lieblingsschriftsteller. Der war Jockey, hat sich verletzt bei einem schweren Sturz, dessen Ursachen nie aufgeklärt wurden. Und er fing dann an, Bücher zu schreiben, und zwar die alle im Pferdemilieu spielen, im Rennpferdmilieu. Mal ist er im Buch der Pilot, der die Leute zu ihren Rennen fliegt oder mal der Pferdetransporter oder mal der Tierarzt oder der Koch bei diesen Events, bei den Pferderennen. Und manchmal auch eine Art von Privatdetektiv und der klärt dann Fälle auf im Rennmilieu. Die jemanden dort ja nicht, wie man betrügen kann, wie man da bescheißen kann. Sterben auch Leute, Dick Francis, eine Riesenempfehlung von mir an dieser Stelle, die nichts mit Musik zu tun hat.
Dafür aber die nächste Band, die kommt auch aus Deutschland, wenn auch nicht aus Berlin, sondern aus der Stadt. Da habe ich nochmal so einen blöden Witz, auch mal eine Stadt mit drei A irgendwie, Gormarkstadt oder mit drei G, ich weiß auch nicht mehr. Jedenfalls, sie kam aus Gormarkstadt, heißt jetzt wohl Chemnitz, wie so Chemnitz, hatte was mit Chemie zu tun, keiner weiß es. Meine Schuhe sind rund und dick wie große Würste. Das kommt von der Nässe hier. Es ist so schlierig in der Stadt. Ist eigentlich mehr eine Stadt für Fische? Ich reiche den Fischen die Hand und ziehe sie an Land. Die ganze Stadt für euch. Und meine Hose wie eine Zigarre, eine schwarze, nasse Zigarre. Es ist recht feucht hier in der Stadt. Ich werde wohl gehen, denn das ist hier doch die Stadt der Fische.
Radio 1, Placke, des Tastenfickers Podcast. Zu uns haben so viel Musik gemacht, dass es mir möglich ist, in fast jeder Sendung ein Lied von ihm unterzubringen, weil immer irgendwas zum Thema passt. Hier war es die Hupe, die ich meinte. Also das Lied heißt Kahn-Tui-Honk, ist eigentlich von Hank Williams, umgearbeitet von den Stones. Kennt man als Honky-Tonk-Woman mit der Kuhglocke, das werde ich auch mal in irgendeiner Sendung spielen, wenn es die Sendung mit der Kuhglocke ist. Aber in diesem Fall ist da ein Geigen-Intro, das ist gespielt von Byron Berlini und die haben sich entschlossen, auf der Straße das einzuspielen, damit einfach die Stimmung besser ist. Oder er wollte auf der Straße spielen, damit es richtig so Kahn-Tui-mäßig ist, wie vorm Saloon oder so. Und nach einer alten Geschichte haben sie gesagt, da fuhr ein Auto vorbei, hat sie das spielen sehen und hat gehupt und gewunken. Aber später in irgendeiner Biografie haben sie zugegeben, dass der Produzent hat gesagt, kannst du mal bitte dein Auto hier hinfahren und mal ein bisschen hupen? Und da haben sie sogar noch probiert, passt die Hupe besser oder die? Und so ist die Hupe aufs Lied gekommen, war Absicht. Und diese Hupe im Lied macht aus dem Lied ein anderes Lied. Also das Lied wäre ohne die Hupe irgendwie ein anderes Lied, weil die Hupe so, jetzt geht's los. Jetzt geht das Lied los, das Auto fährt. Ich habe ja schon oft gesagt, dass für mich ein Lied wie so ein Transport ist. Was Fliegendes, was Fahrendes. Und ab dem Hupen fährt das Lied im Prinzip los und endet dann wieder. War wieder Schluss.
Und mit Autogeräuschen haben wir gleich noch ein Lied, was richtig genau typisch dasselbe Gefühl trifft. Hier ist Mango Jerry. Viele Menschen, so auch ich, lieben mir einfach das Geräusch von Motoren, von Automotoren. Also für mich ist es wirklich schon das pure Motorengeräusch, wenn ich fahre, manchmal reine Musik. Ich mache selten auch Musik beim Autofahren an, weil ich einfach den Motor auch hören will und den Wind hören will. Es ist so wunderschön. Und deshalb kann ich natürlich völlig verstehen, dass man Autogeräusche auch in Lieder einbaut. Eigentlich reichen auch nur Autogeräusche und es ist ja eine riesige Armada von Menschen damit beschäftigt, den Autogeräuschklang lauter zu machen und kerniger zu machen. Bei Porsche und BMW sitzen die Leute und denken und fusseln und messen, damit sie irgendwie den Motor ein bisschen geil klingender machen, weil die neuen Motoren einfach nur noch nach nichts klingen oder so. Wie es das mit Elektroautos machen, weiß ich nicht. Ob es dann einen Imitator gibt, so einen Lautsprecher, wo dann so Motorengeräusche rauskommen, weil man Gas gibt und so spritzeln und brutzeln. Ich weiß nicht, wo da die Technik hingeht. Aber von mir aus muss man bei Autos nicht noch künstlich was machen. Es reicht mir so, wie es ist. Und man kann ja, wenn man Musik hören will oder wenn man Autogeräusche hören will, auch Musik hören. Da gibt es viele Lieder, wo sie ein Autogeräusch mit reingemacht haben. Das wird sich ja auch im Laufe der Zeit ändern. Bald gibt es nur noch Elektroautos. Hätte ich mir schon ganz gut vorstellen.
Wir kommen zu einem anderen Geräusch, bleiben aber in derselben Zeit. Und das Geräusch zu erkennen, fällt diesmal überhaupt nicht schwer. Und es hat nichts mit Autofahren zu tun. Das waren die Lords, eine Art deutscher Boygroup. Und ich bilde mir ein, dass ich höre, dass dieses Englisch dieser Sänger ein deutsches Englisch ist. Dabei sollte ich als Erster da die Klappe halten, wenn es um englische Aussprache geht. Aber man hört es um Glorieland. Ich finde, sie haben sehr deutlich und so ausgesprochen. Aber ich wusste es früher nicht. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es eine deutsche Band ist. Die hat auf tragische Weise natürlich auch was mit Autofahren zu tun, weil als die Lords zum Konzert gefahren sind, hatten sie einen Unfall. Und in der Schiebetür des VW-Busses, so habe ich es gehört, das muss jetzt alles nicht stimmen, hat sich der Bassist Lord Knuth so am Bein verletzt, dass das Bein amputiert werden musste und er nicht mehr in der Band mitspielen durfte, weil, naja, das sieht man in einer Beugrub mit einem Bein, das war in damaliger Zeit nicht denkbar und der Geschichte nach durfte er dann bei diesem Song Glorieland die Glocken läuten, weil dazu war er noch in der Lage, im Studio an der Strippe zu ziehen oder sie sind in eine Kirche gefahren mit einem Mikrofon mit einem Aufnahmegerät und haben die Glocken geläutet. Also es waren echte Glocken. So, das hört man ja im Glorieland. Lord Knut ist leider jetzt auch gestorben. Mein großer Held meiner Jugend. Und der Mann, dieses Lied kenne ich natürlich auch am meisten von ihm. Also er hat das Lied in seiner Sendung selbst gespielt. Und da habe ich mir gleich den Trick abgeguckt, wenn man eine Band hat und im Radio. Jetzt kann man immer schön die eigene Bände ein bisschen mit unterbringen, damit die Leute die auch kennen. Ich sage mal, ohne Lord Knut hätte ich die Lords nie kennengelernt. Und damit es auch wirklich klappt, hat er sich auch noch Lord Knut genannt, weil er von Lord Knut sagt, nur Chapeau. Gute Idee, gute Ausführung.
Ich weiß ja nicht, warum sie, ach, das nächste Lied, da muss ich überhaupt nichts sagen. Frank Zander, großartig. Gott sei Dank hat seinen Produzent ihm doch nicht die Karriere versaut, sondern er ist immer noch beliebt und spielt auch immer noch. Und ich habe das auch nicht aus Zufall nach den Lords gespielt, denn bei Lord Knut, bei Evergreens Agrogo, wo ich bis jetzt noch nicht weiß, was das heißt, habe ich das Lied zum ersten Mal gehört. Und man muss sich vorstellen, es war früher wirklich eine Zeit, wo die ganze Schulklasse Sonnabendmorgen von neun bis zwölf diese Sendung sich angehört hat. Und am Montag in der Schule kannte jeder aus der Klasse dieses Lied. Und hat gesagt, ey, hast du das Lied gehört? Ey, mit meinen Oing-Oing, es sind deine Oing-Oing. Und da haben sich alle gefreut, das Lied wurde hoch und runter gekaut. Das war bei uns in der Schule der absolute Superheld. Und ich habe das Lied auch einmal gehört und nie wieder vergessen oder so, weil das lief ja nicht auf, ach, das lief normal im Radio anscheinend. Ich weiß auch nicht mehr. Jedenfalls eine verrückte Zeit, wo alle noch einen Sender gehört haben und darüber auch noch gesprochen haben. Das muss man sich mal vorstellen, dass man selbst sagt, also bei Radio 1 wäre es schön, wenn man sagt, Mensch, hast du ja am Montag das Lied gehört? Ist ja der Wahnsinn, Mensch, wer war denn das oder so? Also hier kann ich es aufklären, war Frank Zander, wie gesagt, Lied hieß Osusi, nicht zu verkennen und jetzt noch ein deutsches Lied, nicht so versaut, sag ich jetzt mal.
Das war Seed. Ich dachte, das Lied heißt natürlich auch Wir sind Seed. Weil ich das ja nur aus dem Radio kannte oder so. Aber das heißt ganz anders. Und ich habe mich immer gewundert, weshalb dann fährt wir. Deshalb habe ich das Lied jetzt auch gespielt, weil dann fährt wir. Das fand ich total lustig, dass die ein Lied haben, Wir sind Seed, und über eine Band aus Berlin singen und da wird ein Pferd. Da dachte ich, ist das lustig. Singen die über die Pferde, die früher da das Eis gebracht haben, den Müll weggefahren haben? Ich hatte da gleich so ein Alt-Berliner-Bild vor meinen Augen. Ich kann mich als Kind noch daran erinnern, dass da noch Pferdewagen durch die Straßen gefahren sind. Also jetzt nicht hier mit Touristen drin oder so, sondern richtig. Und jetzt sehe ich aber, weil es hier so einen Bildschirm gibt im Radio, wo immer der nächste Titel dran steht, damit ich weiß, was als nächstes Lied kommt, weil ich mir sowas nicht merken kann. Das Lied heißt nicht, wie sind sie, es heißt Dancehall Cavaleros. Und damit kann ich erst auch nicht anfangen, bis mir linguistisch verlinkt ein wie so Cavaleros kommt von Kavallerie. Und Kavallerie sind die berittenen Soldaten. Die Infanterie, da müsste von Empfang kommen, von Baby, sind an die Babys, die rumrennen. Und die Artillerie sind die, die schießen mit großen Geschützen. Art. Also würde ich jetzt eher an Kunst denken, aber es gibt so viel, was wir noch aufklären müssen, das schaffe ich jetzt ja in der Sendung. Jedenfalls hieß es Denzelk, Aberlerus und ein Pferd hat gewirrt. Das nächste Lied heißt Hier kam's the flies, aber wir hören keine Fliegen. Das wäre jetzt auch zu naheliegend. Wir hören wieder ganz viele Geräusche und aus irgendeinem Grund oder Zufall, oder weil ich das ausgesucht habe, sind das dieselben Geräusche, die bei Frank Zander waren, bei Ususi. Ist das nicht verrückt?
Ich bin wieder da. Herzlich willkommen zum zweiten Teil. Irgendjemand hat gesagt, man soll über Geld nicht reden. Ich weiß nicht warum, aber man kann es ja zumindest hören. Saxophon-Solo höre ich immer mit so einer Mischung zwischen Ekel und Faszination. Bisschen wie so ein Verkehrsunfall, wenn man nicht weggucken kann, aber was man eigentlich ganz, ganz schlimm findet. Das war ein Pink Floyd mit dem Lied Money. Ich kannte davor Money, Money, Money von ABBA. Das fand ich dreimal so gut. Das war auch irgendwie, da hat es mal kein Geld geklimpert. Also ich meine, dieses Klümpern, es gab von Raimond Schendler mal einen Roman und der hat immer so geile Vergleiche gemacht und an einem Satz hieß es, ihre Stimme klang wie das Knistern 200 Dollar Scheine. Und der hat mir so vorgestellt, wie das knistert und wie geil das so findet und ich hatte genau vor Ohren, wie ihre Stimme klang. Also ich weiß nicht, vielleicht war es auch mehr Geld. Es gibt doch 500er in Amerika, ich glaube nicht. Ich glaube, die haben nur 100er. Dafür sind die Bündel da noch dicker, hat alles Vor- und Nachteile. Also 100, 1000 Markscheine, die haben es im Osten mit Sicherheit nicht. Im Westen, die haben es 1000 Markscheine, glaube ich. Und ich weiß nicht, ob ich mal einen hatte, ich denke mal eher nicht. Und wenn, dann habe ich die nicht gewechselt gekriegt. Also es ist besser, man knistert mit vielen Scheinen, das ist dann auch lauter, als wenn man nur einen großen hat oder so. Deshalb haben sie hier mit Münzen geklümpert, weil das hört man wenigstens, sonst mit Scheinen nur knistern. Ich weiß nicht, worüber sie gesungen haben. Bei ABBA verstehe ich's. Money, money, money must be funny in a rich man's world. Klare Sache, klare Aussage. Bei Pink Floyd klang es irgendwie eher so traurig mit dem Geld. Wer weiß, was da schief gegangen ist. Und wer weiß, was im nächsten Lied für ein Geräusch kommt, ich weiß es nicht. Ich glaube, ich habe es schon wieder vergessen.
Das war Jane's Addiction. Und ich sehe das Lied so als Positiverlebnis gegenüber diesem schrecklichen, albtraumartigen Who let the dogs out? Who let the dogs out? Wo im Kindergarten jedes Kleinkind let the dogs out. Das ist so schlimm, das kennt jedes Kind. Ich weiß nicht, woher. Selbst meine Tochter hat dann irgendwann Who let the dogs out? Ich dachte, ich spinne. Aber jetzt gibt es auch im Jeans Addicton mit einem schönen Lied, wo auch die Hunde bellen. Im nächsten Lied bellt keiner, würde ich sagen. Aber ich weiß, dass es von Travis ist. Wird das Geräusch nicht direkt erkannt? Ich denke mal, das ist doch sehr leise, weil das Lied heißt Paper Clips, ist von Travis. Und Paper Clips ist nun mal was, was nicht besonders laut ist. Und eigentlich, wer weiß, ob noch ein Geräusch drin ist.
Denn was ist eigentlich ein Geräusch? Also wenn wir uns schon überlegen, was Musik ist, ist ja schwierig. Aber was ist ein Geräusch? Ich wusste das sehr lange nicht. Dann habe ich Andi Y so kennengelernt von Fantastischen Vier. Großartiger Mensch. Ich finde auch den Namen gut, weil der heißt Y. Und Y ist ja der einzige Buchstabe, den man nennen kann, der schon Wort ist. Also wenn jetzt hier so Anna A und Anna K und Anna R und Anna S. Ich weiß nicht, wie die ganzen heißen. Der ist ja dann nur ein Buchstabe. Aber Y ist ein richtiger Name. Und es gibt ja auch Frau Ypsilanti, die heißt ja auch im Prinzip nur Ypsilon. Vielleicht ist es die Schwierermutter von Andi Ypsilon. Jedenfalls habe ich mich mit dem getroffen. Also wir wollten zum Konzert kommen. Wir haben gespielt bei Rock im Park. Erst bei Rock am Ring und dann bei Rock am Park. Und dazwischen war ein Tag frei, weil sie ja die Bühnen irgendwie aufbauen müssen oder so. Und da hat er gesagt, er besucht mich gerne und bringt mir sein Modular-Synthesizer mit. Den will er mir mal zeigen. Da habe ich gesagt, ja toll, komm vorbei. Ich habe ihm mein Hotelzimmerchen gesagt und so. Und am nächsten Tag hat es unten geklingelt. Er sagt, ja, hier ist Andi Y. Und er sagt, na, dann komm hoch. Er sagt, ja, dauert ein bisschen. Komm mal lieber runter. Ich bin runtergekommen, da packte er sein Auto aus. Und so ein Modulares, das heißt, er ist nicht in so einem Kofferweg, das kenne so ein MOOC oder so, sondern das ist so eine Art Werkstatt. Also der hatte sich da so ein paar Hotelwagen vors Auto fahren lassen. Und da hat er dann unzählige Kisten und Kabeltrommeln und Stecker und sein ganzes Zeug aufgeladen in diesen Hotelwagen, hat er in den Fahrstuhl geschoben, dann hat er zwei Stunden lang in meinem Hotelzimmer das irgendwie zusammengesteckt und dann habe ich gefragt, was soll denn das jetzt oder so, also was machst du da, also ich habe das überhaupt nicht begriffen. Und da sagt er, na ja, mein Synthesizer Modular und da hat er irgendwelche Wörter gesagt mit LFO und JVA oder weiß nicht. Und ich wusste überhaupt nicht, was will der mir sagen? Und da habe ich gesagt, wisst ihr was, du bist jetzt mal hier wie am ersten Tag Zeit, kannst du mir einen ganz großen Gefallen tun, erzähl mir mal, wie ein Synthesizer so funktioniert. Da sagt er, gerne, aber da muss ich ganz vorne anfangen. Wellen, Töne und hat er mir das aufgezeichnet, diese Sinuskurven, Frequenzen, Amplituden, Schwingungen und das alles und hat mir das und ein normaler Ton, also eine Sinuskurve, also ein Sinuston, also ohne die Vibration meiner Stimme, ist eine klare Sinuskurve und man kann künstlich Dreieckswellen machen oder Sägezahnwellen, damit es verzerrt klingt und härter klingt, damit man die Wellenform künstlich verändert, aber in der Natur ist alles rund. Und dann hat er gesagt, so, das ist ein Ton. Ich wusste erst mal fragen, was ist überhaupt ein Ton? Er weiß, ich mache hier einen Ton. Und ein Ton ist eine sich wiederholende Welle. Und eine sich nicht wiederholende Welle, sondern ein pures, das sieht im Oszillator, das ist ein sehr schönes Wort übrigens, aus wie so Knüllpapier oder so. Oder wenn man so, die sich die Angelschnüre verheddert haben. Und das ist dann ein Geräusch. Und da hat er gesagt, hat mir irgendwas an seinem Modulading da gebaut und da sagt er, das ist ein Geräusch und da sagt er, und das ist ein Ton. Seitdem weiß ich, was ein Geräusch ist und was ein Ton ist. Man guckt sich einfach die Wellenform an und dann kann man das sehen. Und jetzt, heute geht es um Geräusche in der Musik und mal sehen, was Fiona Apple zu dem Thema beizutragen hat.
Das Geräusch, was gemeint war, waren natürlich die Hunde. Und wenn ich Hundegebell höre, kriege ich immer ein blödes Gefühl, ich bin jetzt nicht so der Hundefan und dieses Gebell nervt mich total dabei, will mir das bestimmt was ganz anderes sagen. Bestimmt da freuen die mich und sagen, Mensch, ey, wie finde ich total gut, hast Bock mit uns zu spielen und dein Essen schmeckt gut und alles. Aber für mich ist das einfach nur ein nervendes Störgeräusch, weil ich es einfach nicht verstehe. Ich bin kein Hund, sonst würde ich ja wissen, was die mir sagen wollen. Und so ist es mit den Gesichtsausdrücken auch. Jeder Hundesorte hat ihren Gesichtsausdruck und man vermenschlichtet so schnell, dass man denkt, der guckt aber blöd. Oder also der Boxer und so, es gibt ja Hunde, die jetzt landläufig für Menschen nicht als schön gelten oder so ein spitzes Windspiel oder so. Da sagt man, der ist ja fiffig oder der ist ja schnell so eine kleine Dame, die ist so kuschelig. Also so kuschelig sind sie generell nicht, aber vielleicht Neufundländer, kommt bestimmt aus Neufundland. Und deshalb versteht man die Hunde völlig falsch und man denkt, der ist niedlich, dabei ist es eine böse, teuflische Kreatur. Und bei manchen, da denkt man, es sind absolute böse Viecher und die sind eigentlich ganz nette Hunde oder so, weil man die Gesichtsausdrücke der Hunde nicht mit menschlichen vergleichen kann. Habe ich letztes Mal so drüber nachgedacht, als mich ein Hund so angeguckt hat und ich überlegt habe, ob ich den jetzt gut finde oder nicht, konnte ich seinen Gesichtsausdruck nicht schließen, habe aber für mich entschlossen, ich finde ihn jetzt mal gut, weil man kann ja nicht immer nur alle zu blöde finden, was ist denn das für ein Leben?
Jetzt weiß ich wieder mal nicht, was für ein Geräusch kommt, aber bis jetzt bin ich immer so angenehm überrascht worden, außer den Hunden. Michael's Affair heißt die Band und das ist ein Instrumental und wirklich das Einzige, was irgendwie menschlich war, war der Anfangsschrei des Babys. Das Lied heißt nämlich Life of Pablo. Ich nehme an, dass Pablo Picasso damit gemeint ist oder vielleicht kenne ich auch noch einen anderen. Ich weiß nicht, das wird natürlich nicht das echte Babygeschrei von ihm gewesen sein, aber damit haben sie im Lied ganz klar gezeigt, jetzt wird Picasso geboren. Es geht um das Leben. Das Leben beginnt bekanntlich mit der Geburt. Und das haben sie sehr gut durch das Geräusch geschafft. Ich wusste jetzt kein Geräusch, was man besser in diesem Lied hätte so verwenden können. Zu Picasso fällt mir nur ein, dass ich die Bilder gesehen habe und nicht enttäuscht, aber ein bisschen ernüchtert war, dass es halt nur Bilder sind. Also man denkt, Picasso ist so zig Millionen und das ist das Größte der Welt. Und dann geht man in eine Galerie oder eine Ausstellung und dann sind die Bilder erst mal im Verhältnis zu dem, was man sich so vorstellt hat, total klein. Also die sind so, wie so ein A0-Blatt oder A2 und da ist dann so eine Figur drauf gemalt, hier blaue Hase, so ein Kasper, ein blauer. Und da denkt man auch, na ja, was ist das nun? Und bei Bildern ist es natürlich scheißegal, ob die groß oder klein sind, weil ein großes Bild wirkt natürlich mehr. Also wenn man davor steht, boah, man sieht das, man muss nach links, also man hat, das erschlägt einen richtig und das kann man aber trotzdem in einer Zehntelsekunde hat man das Bild, sieht das und hat den Eindruck. Bei Musik geht das zum Beispiel nicht, weil man Musik macht, ey, wir sind jetzt die Geilsten, wir machen das längste Lied. Macht man ganz langes Lied, aber das wird dann nur anstrengend. Das kann man nicht, also braucht man auch dann die doppelte Zeit, sich das anzuhören und dadurch schwächt sich der Eindruck des Lieds, des Einschlags des Liedes im Prinzip wieder ab. Also kleine Bilder, kurze Songs, das ist die Devise.
Und schon im nächsten Lied nicht, das ist wieder das Lied ganz lang, aber trotzdem gut. Und auch mit Geräuschen und das Lied, also das Geräusch, ich verrate jetzt nicht was es ist, wir hören es in der ersten Sekunde, passt irgendwie eigentlich in jedes Lied. Die slowenische Band Laibach hat sich fast schon auf Jazzpflaster bewegt hier und ich habe das ausgewählt, weil dieses vier Personen, es war im Prinzip auch ein Sample, ein gesampeltes Geräusch. Ich weiß nicht, was die daran interessant fanden, vier Personen zu singen. Ich erinnere mich an diese blöde Schicht, als wir mal an der Ostsee waren und waren in so einem Rinderstall in so einem verlassenen und haben überlegt, ob wir da rinden oder einer von uns. Ich denke mal, der Jüngste hatte gesagt, nee, wir dürfen hier nicht rein. Wieso denn? Entschuldigung, wir sind zu wenige, wir brauchen noch einen. Wieso denn das? Nee, steht zu dritt verboten. Für vier Personen wäre es halt gegangen, wie dem auch sei, von Leibach, also ich bin ganz überrascht, ich bin ein bisschen nervener und bombastischer in Erinnerung, zu Foyer des Arts, nee Quatsch, zu Art of Noise, jetzt habe ich schon verraten, dass Foyer des Arts danach kommt, aber jetzt kommen wir zu Art of Noise und da weiß man eigentlich, was einen erwartet.
Art of Noise. Jetzt ist mir klar, weshalb ich es mit Foyer des Arts verwechselt habe, war es zweimal Art. Deshalb habe ich das auch extra mühsam hintereinander gelegt, die beiden Lieder, damit ich einen Zusammenhang habe. Also Art of Noise, Foyer des Arts. Eigentlich hätte ich es andersrum spielen müssen, dann wäre es Foyer des Arts of Noise. Genial. Ich weiß gar nicht, was ich, The Art heißt ja eigentlich auf Kunst und ich habe immer gedacht, es heißt Foyer des Arts. und dachte, das hat was mit Marquis de Sart zu tun und da gibt es ja irgendwie einen Film von Pasolini, die 120 Tage des de Sart oder so, den habe ich mal gesehen und ich muss sagen, es war der einzige Film in meinem ganzen Leben, wo ich erlebt habe, dass Leute im Kino mitten im Film aufstehen und rausgehen, obwohl sie Eintritt bezahlt haben. Ich wäre eigentlich auch gern rausgegangen, aber mein Vater hat mir so beigebracht, dass was bezahlt wird, wird auch gegessen und dann halt den Film bis zum bitteren Ende mir angekommen. Ich glaube, es ist Kunst, aber ich verstehe es nicht und ich weiß nicht, wozu es gut ist und höre lieber jetzt Foyer Desart, was nichts mit Desart zu tun hat, sondern Des Arts. Das ist der Eingang der Kunst unter meinen Fingernägeln.
Unter meinen Fingernägeln vor jede Saat und heute ging es um Geräusche, damit es richtig zum Tragen kommt, hat der Peter, der mit mir die Sendung macht, ich mache die immer nicht alleine, ich habe hier noch einen, der mir hilft und die Lieder immer einstartet und ausschaltet und mir Mut und Freude gibt und der hat heute das Fenster aufgemacht, das nenne ich mal mitdenken, damit die Geräusche von außen hereindringen und ich glaube, das hat der Sendung eine völlig neue Atmosphäre gegeben. Es hat keiner gehupt, hat keiner geschrien, kein Baby, kein Kinderwagen gequietscht, kein Flugzeug vorbeigeflogen. Ist ja egal, aber man spürt es doch irgendwie. Es gibt ganz viele Sachen, die man nicht merkt, aber dennoch spürt, weil die sind einfach da.
Und leider, leider, leider ist die Sendung schon wieder vorbei. Ich habe noch ein Lied mitgebracht, wo ich ein Geräusch genommen habe, was sehr wichtig ist. Da geht es nicht um kopulierende Igel oder Elefanten, sondern Menschen haben ja mitunter auch Sex miteinander und ich denke, es ist auch ein guter Ausgang aus der Sendung und Blick in die Zukunft. Ich sage erst mal, wer Sex hat, fängt kein Krieg an, obwohl das auch Quatsch ist, weil die haben ja alle irgendwann Sex gehabt. Aber ich sage mal, haben sie ein schönes Leben, vergnügen sie sich, wie sie auch immer wollen, wenn es jetzt nicht Krieg ist. Und hier kommt noch die musikalische Untermalung. Tschüss, bis zum nächsten Mal.