Die Sendung July 2019
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Flake talks about Lucky Man.
Transcript
Guten Abend und herzlich willkommen. Ich finde Bücher besser als die Filme von den Büchern. Das ist ja oft so, dass ein Buch geschrieben wird, dann liest es irgendein Produzent oder so und denkt, Mensch, das ist ja geiler Stoff für einen Film und verfilmt es dann. Und dann guckt man sich den Film an. Meistens kennt man dann schon das Buch, weil wenn ein Buch rauskommt, was interessant ist, dann versuche ich das ja auch zu lesen oder so. Ganz selten sehe ich nur den Film und wenn ich erst das Buch gelesen habe und dann den Film sehe, bin ich meistens vom Film enttäuscht. Da bleibt bei mir dann nichts hängen oder so. Ich fand zum Beispiel Herr Lehmann als Buch total gut und als Film habe ich völlig vergessen. Das ist wie, wenn man was isst und dann ist es verdaut oder so. Da ist nichts zu hängen geblieben oder so. Aber das Buch habe ich mir gemerkt, das fand ich gut, diese ganze Stimmung. Und besonders gemerkt habe ich mir, dass Herr Lehmann sich immer so aufregt, wenn über ihn in der dritten Person gesprochen wird, als wäre er gar nicht da. Ich kenne das, ich verstehe das. Mir ist das auch schon so gegangen, sogar, dass ich angesprochen werde in der dritten Person. Und erstaunlicherweise meistens von Art Respektpersonen wie Ärzten oder so, die sagen, naja, also meistens sogar im Plural, wenn sie sagen, wie geht es uns denn heute? Das ist ja dritte Person mehr Zeit, ich weiß es ja auch nicht. Oder wie geht es ihm denn? Kann er sich mal umdrehen? Wo tut es ihm denn weh? Finde ich ganz schlimm. Oder die Verkäufer im Osten haben das immer gemacht. Die haben immer gesagt, Sportsfreund, was will er denn? Wenn ich irgendwie Wurst kaufen wollte oder so. Oder junger Mann, was sucht er denn? Und bei mir haben sie auch mal junge Frau gesagt, was dann weiblich dritte Person ist, was ich richtig schlimm fand. Ich wollte einfach Beifuß im Gemüseladen kaufen und habe im Gemüseregal gewühlt. Die Verkäuferin war jetzt auch eine Frau, aber die wusste ja, dass es eine Frau ist, im Gegensatz zu mir, hat mich nur von hinten gesehen. Und ich hatte eine Zeit lang mal lange Haare, die ich teilweise auch zum Zopf zusammengebunden habe. Und als sie dann gesagt hat, junge Frau, was wühlen Sie denn da rum oder so, dann habe ich meinen Spiegel geguckt, als ich zurückkam, wie die darauf kamen, dass ich so komisch aussah. Und habe ich gesehen, dass ich wirklich so aussah wie Gerd Gundermann und deshalb mag ich den vielleicht nicht und habe mir auch nie von dem Lied so angehört, was ja nicht jetzt an ihm liegen muss oder so, sondern nur, dass ich mich so geschämt habe, dass ich als junge Frau so angesprochen wurde. Aber in der dritten Person, manche werden sogar das, also dritte Person sächlich so angesprochen und zwar Simplicissimus, 1668 erschienen war das wohl, da ist dieser Satz drin und das Mensch bringt ihm Feuer. Und das Mensch, ist ja klar, ist ja auch in der dritten Person, weil er ist ja nicht angesprochen, aber das Mensch war jedenfalls der Begriff von Bediensteten. Aber das meine ich jetzt alles überhaupt nicht. Ich meine jetzt wirklich eher in dem Sinne von eher dritter Person, obwohl ich das bin, der da singt, eher. Aber ich singe nicht über mich, sondern über ihn. Und zwar, er hat es geschafft.
Das war die Magdalene-Kaibel-Kombo. Die habt ihr wirklich. Ich sehe das immer in irgendeiner Biografie und denke, Mensch, ja, die hat ja auch Musik gemacht. Und ich komme damit leicht zur nächsten Band, die auch aus drei Namen besteht, nämlich Ton, Steine, Scherben.
Ich kann sich vorstellen, auf was für einen fruchtbaren Boden das Lied gefallen ist. Bei mir, als ich das mit 14 gehört habe, ich habe jedes einzelne Wort mitgesungen. Ich habe mich so verstanden gefühlt. Das war natürlich noch eine schöne, einfache Welt, wo das Böse war der Chef, der die Arbeit da ausgedrückt hat. Ich konnte das alles gut verstehen, obwohl ich natürlich keinen Chef hatte und irgendwas. Aber ich wusste, dass die Kapitalisten natürlich die Bösen sind und die Arbeit da ausbeuten. Und wie schön der das ausgedrückt hat, mit welcher Wut das gesungen wurde, ich war so begeistert. Ich muss sogar sagen, das hat mein Leben ein bisschen in eine Richtung auch abbiegen lassen, die sonst vielleicht nicht so verlaufen wäre.
Mir ist dabei gar nicht aufgefallen, dass Rio Reiser nicht gesungen hat. Ich bin davon ausgegangen, dass er es gesungen hat. Ich dachte, seine Stimme klingt ein bisschen komisch. Und ich habe erst viel später erfahren, dass Nickel Pallert, der Sänger war, der ja auch ein Mitglied oder zumindest ein enger Freund der Scherben war. Und es ist schon merkwürdig, wenn man jetzt einen Musiker auswechselt, fällt es so gut wie gar nicht auf. Also wenn mal ein Gitarrist stirbt oder so, spielt ein anderer mit oder eben lässt man die Gitarre weg oder der Trommler wechselt. Ist ja auch schon passiert, bei Led Zeppelin ist John Bornham gestorben und die Band hat sich aufgelöst, weil sie gesagt hat, die Band ist nicht vollständig, die kann nicht mehr spielen. Finde ich gut, aber manche Bands spielen auch weiter und das ist auch gut, weil die sonst aufgehört hätten. Und ich überlege jetzt, was passiert, wenn der Sänger nicht mitsingt. Bei ACDC ging es, obwohl natürlich der Sänger immer der neue Sänger sein wird und nicht der echte oder so. Aber wenn man ein einzelnes Lied einen anderen singen lässt, hat es immer was komisches. Ich weiß nicht, wie die es bei Queen gemacht haben. Ich glaube, George Michael hat mal versucht, bei Queen zu singen. Das ging noch so einermaßen. Hat letztens nicht sogar Axel Roos gesungen bei ACDC. Das soll ganz grauenhaft gewesen sein. Und dann hat er sich noch das Knie verstaucht oder so. Jedenfalls ist das was anderes, wenn der Sänger gewechselt wird oder ein anderer ist, weil der ist ja die Stimme und irgendwie so das Markenzeichen der Band und das ist wirklich schwierig. Wenn Keith Richards einen Song bei den Stones gesungen hat, habe ich es erst auch gar nicht gemerkt. Happy ist zum Beispiel von Keith Richards gesungen und das erträgt man aber so, weil ein Lied auf der Platte oder ein Lied auf zwei Platten, das fällt nicht so auf, aber bei den Tonsteinscherben habe ich es überhaupt nicht gemerkt. Und bei der nächsten Band weiß ich gar nicht, wer da eigentlich der Sänger ist.
Ich habe heute kein Thema in meiner Sendung. Ich habe einfach Musik genommen, die mir in letzter Zeit so aufgefallen ist. Die habe ich einfach auf einen Zettel geschrieben und rausgesucht. Das war jetzt die Gruppe Wien, so eine Künstlergruppe aus New York. Ich weiß nicht, was dieses Wien heißt, ob das Ende von Halloween ist. Oder ja, es wird mit Doppel-E geschrieben. Wien, nee, Wien spricht man bestimmt nicht. Wien war der Gruß bei Pasch. Das gab in der DDR die Bluesgruppe Pasch. Und als Freigang verboten wurde, hat Pasch André von Freigang aufgenommen als Sänger, dass André dann noch Freigangssongs spielen dann in der Gruppe Pasch. Und immer, wenn man einen von denen getroffen hat, da haben sie sofort Wien, weil sie kamen aus Erfurt oder so. Deshalb wurde Pasch auch nicht Pasch gesprochen, sondern Bosch. Kommst mit zu Bosch, die spielen heute. Und ich hab auch überlegt, was Pasch heißen soll. Pasch heißt ja auch im Würfel, wenn zwei Würfel dasselbe würfeln. Hat Pascha was damit zu tun? Ich hab keine Ahnung. Ja, Wien, wie gesagt.
Das nächste Lied ist noch ein bisschen älter. Und wir hören uns das erstmal.
Mississippi John Hurt, schöner Name, ich mag Namen, wo der Ort vorne ist, mir fällt jetzt fucking weiter rein, irgendwas mit Alabama, Red, gibt es vielleicht auch, weiß ich jetzt nicht. Das Lied hieß Stagger Lee, das ist eine ganz alte Geschichte, eigentlich geht es um Stagger Lee, das war Lee Shelton, der ist 1865 geboren worden, also wirklich in der Urzeit, aber ich denke, dass Mississippi John Hurt ihn noch gekannt hat. Das war ein schwarzer Kutscher und Zuhälter in St. Louis und der hat seinen Freund zu Weihnachten getötet, wahrscheinlich weil er mit seiner Frau was gemacht hat oder so und er wurde dann des Mordes angeklagt und ins Gefängnis gesteckt. Und das wurde aus irgendeinem Grund immer wieder interpretiert, weil er so kaltherzig gewesen sein soll, ein richtiger, böser, schwarzer Mörder und deshalb gibt es ganz viele Variationen von diesem Lied und von dieser Geschichte, die von Mississippi John Hurt finde ich aber eigentlich die schönste, die geht mir richtig ans Herz. Ich habe nie gewusst, worum es da geht. Ich habe erst jetzt nachgelesen, dass es die Geschichte von Stegali ist. Ich dachte, es geht um irgendwas anderes. Irgendwie, dass er sich freut, dass er alt ist und noch erleben darf, wie die Vögel im Frühling zwitschern oder so. Ich hatte keinen Schimmer. Es ist ein sehr schönes Lied und ich habe heute ja wirklich keinen Zusammenhang zwischen den Titeln. Deshalb kann ich schön gemütlich jetzt danach die Strokes spielen.
Die ist ja in dieser Se-Welle, wo Se Weiztreib, Se Hive, Se Visequad, die sind alle Se. Und Se Strokes war auch eine Band von denen. Und ich habe mir als erstes gemerkt, dass der Sänger war Albert Hammond Junior. Und Junior finde ich so schwierig, weil das gibt es ja im Deutschen nicht. Da sagt der Kinder hier, ich bin jetzt der und der Junior oder so. Aber in Amerika ist das völlig normal. Dann nennt man ja den Jungen auch direkt, das ist mein Junior oder so. Ich finde es aber immer ein bisschen schwierig. Schwierig ist es ja generell, wenn man der Junior oder der Sohn von berühmten Leuten ist. Das wünsche ich wirklich keinem. Bob Dylan hat einen Sohn, der singt wohl bei den Wallflowers und man sagt immer, ja das sind die Wallflowers, da spielt der Sohn von Bob Dylan mit, das muss für den Jungen echt schwierig sein und ich habe auf dem Festival mal Nachkommen von John Lennon kennengelernt und der heißt dummerweise Sean Lennon, das ist wohl der Sohn mit Yoko Ono und der hat da auch eine Band gehabt, die war ja nicht mal übel, hat da gespielt und der hatte so einen Rucksack auf, eine Brille, einen Bart, saß wie so ein Student, da war so ein Dreckstümpel irgendwie, wo sie die Abwässer eingeleitet haben, da hat er sich so gemütlich ans Ofer gekauert, hat aufs Land geguckt und gedichtet oder so und da hat jemand gesagt, pass auf, hier ist Sean Lennon und ich dachte, aha, okay. Und später habe ich dann erfahren, dass der bei uns im Backstage war und dass Till den rausgeschmissen hat, weil der ist ins Backstage gekommen. Also Till hat erzählt, da kam so ein komischer Studententyp ins Backstage drin und da frage ich ihn, wer er ist und was er will, da sagt er, er ist John Lennon. Er sagt, na verarschen kann ich mich alle hin und hat ihn so rausgeschmissen. Der Arme. Also das ist ja sein Pech. Erstens der Sohn von John Lennon, sein und dann noch Schorn heißen, ist natürlich wirklich fies.
Das sexistisch ist, wenn man sagt, das war anscheinend ein Frauenproblem, dass irgendein Mädchen andere, bessere Klamotten als sie anhat oder so. Ich denke, ja, weil ich kenne keine Männer, die sich darum kümmern, was ein anderer Mann anhat oder geht mir das nur so, das weiß ich nicht. Schlimmer ist ja noch, wenn eine Frau eine Frau trifft, die das selber anhat wie sie, dann drehen die ja völlig durch. Also da gibt es ja richtig in einer bunten Gala, weiß ich, wo Oscar-Verleihung ist ja dann gleich so ein Kleid-Gate oder wie das dann genannt wird. So ein Nippel-Gate ist ja, wenn irgendwie eine Brust draus hängt oder so. Aber das Schlimmere-Gate ist, wenn zwei Schauspielern, weiß ich, Sandra Bullock und, die gibt es ja nicht mehr, aber jedenfalls eine von den Neuen, Kira Kneidli oder weiß ich. Und die haben dann irgendwie dasselbe, dieselbe Bluse an wie, hey, komm jetzt nicht auf die ganzen Namen, irgendeine Frau. Und dann wird das in allen Zeitungen gezeigt, wer sieht jetzt besser aus und ach, hätte ich doch geschafft, mich umzuziehen oder so. Das ist dann das absolute Drama. Ich meine, ich würde mich freuen in der Schule. Wenn jener von uns was Gutes hatte, haben wir alle versucht, uns das auch zu kaufen und uns gefreut, dass wir das selber anhatten. Das ist doch das Schöne, wenn man eine Gruppe ist oder so. Also wenn es jener hatte mal, na Jeans hatten wir natürlich alle. Das ist klar, dass man so eine 501er haben wollte, das haben wir dann aber halt nicht gekriegt, weil wir keine Westverwandten hatten. Aber dann war die Mode, sich einen Hut aufzusetzen, hatte ich auch so einen Hut. Dann war Trenchcoat dran, hatten wir alle einen Trenchcoat. So ein grauet, langes Ding sah scheiße aus, aber war völlig egal. Wir hatten alles dasselbe. Und dann kamen welche mit Armeestiefeln, mit so Offizierstiefeln, so Lederstiefel. Hatten wir alle an. Ich weiß nicht, wie ich meine Eltern bekniet habe oder bei meinen Kumpels getauscht gegen alle meine Matchbox oder wie es Equatik hatte. Mein Vater hat mir mal ein paar Schlittschuhe geschenkt, die habe ich gleich vertauscht gegen irgendwas, weil ich nicht Schlittschuhe laufen wollte. Und dann hatten wir alle diese Armeestiefel, das sah geil aus, also in meiner Erinnerung. Ich bin nur immer ausgerutscht auf den Schulflur, der war ja gebohnert, so knallrot, also eben diese Schulhofflur rot und da konnte man wunderbar ausrutschen. Schlimmer bin ich nur ausgerutscht, als ich dann Klox trug, weil Klox haben ja diese Holzsohlen, da war es ganz schlimm. Später gab es Krox, Krox ist im Prinzip Klox gemischt mit irgendwas, ich weiß nicht, was mit C anfängt oder so. Das sind diese Mischwörter wie Adiletten. Die hatten wir dann später auch, also ich persönlich nicht, weil ich wieder, wie gesagt, keine Westschuhe hatte. Und Adiletten ist ein Mittelding, für die, die es noch nicht wussten, zwischen Adidas und Sandaletten. Also im Prinzip Adidas, Sandaletten, Adiletten. Im Volksmund auch Assiletten genannt. Ich weiß nicht, warum, habe keine Ahnung. Genauso schlimm ist Frittag, habe ich erfunden. Ist eine Mischung zwischen Frühstück und Mittag. Also wieder Brunch, Breakfast, Lunch, Brunch, ich Frühstück, Mittag, Frittag. Bei Abendbrot ist mir noch nichts eingefallen.
Und weiter jetzt mit Jack White, womit ich wieder mal nicht den Produzenten meine, sondern den Songwriter. Ich spreche das jetzt mit Absicht richtig aus, also was heißt mit Absicht richtig? Ich kann das jetzt richtig aussprechen, Songwriter, weil das kommt von Schreiben, ist Englisch. Und das heißt eben, der, der den Song schreibt, ich weiß nicht, was man an einem Song schreiben kann. Also den Text kann man aufschreiben, nachdem man sich ausgedacht hat, aber die Lieder, die macht man ja, zupft man ja meist an der Gitarre, das ist ja in dem Sinne kein Schreiben. Man zupft ja, man probiert ein bisschen rum und man spielt, aber da wird nie was geschrieben, deshalb bin ich auch nie auf die Idee gekommen, dass es Songwriter heißt. Ich dachte immer, Singer, Songreiter. Und ich dachte, ein Songreiter ist klar, der sitzt auf dem Song, wie auf dem Pferd und führt den Song und lenkt den und ist eben der Chef von dem Pferd, äh, nicht von dem Pferd, von dem Lied. Weil es heißt ja auch Disc Jockey. Da wird ja auch nichts geschrieben oder so. Der Disc Jockey, der reitet auf den Schallplatten. Das habe ich sogar gesehen auf dem Bild. Es gab im Osten ein Buch, ein Handbuch für Disc-Jockeys und da saß ein Jockey auf einer Platte drauf mit einer Peitsche und hat hinten auf die Platte so ruf geschlagen. Deshalb da dachte ich, der Disc-Jockey ist der Jockey. Also ich dachte auch nicht, ich habe ja auch nicht das Disc verstanden. Ich dachte, Disc-Jockey, das ist Disc-Jockey. In Berlin sagen wir immer das. Und der Songwriter ist der Songwriter. Also der Songwriter singt selbst und der Jockey legt Platten auf. Was ja eigentlich völlig klar ist. Und dann haben sie den Liedgitarristen. Und beim Liedgitarristen habe ich natürlich gedacht, der spielt das Lied. Was natürlich totaler Quatsch ist, weil alle spielen ja das Lied. Alle Gitarristen spielen ja beim Lied mit. Wieso spielt der Liedgitarrist das Lied? Und dann bin ich drauf gekommen, das ist so ein Schnulzen Heinz, der einfach nur immer so Lied spielen will, der immer so Lieder spielt, immer so zupft und so liebliche Melodien spielt. Und ich wollte ja lieber Rockgitarristen, richtigen Teufelsgeiger und kein Liedgitarristen. Das klang für mich völlig verweichlicht und so. Das ist fast so schlimm, als sagt man der Klampfer. Das ist ja auch so ein Halbschimpfwort für Gitarristen. Das ist für mich wie eine Verbindung zwischen Klammer und Ampfer.
1, 2, 3, 2, 2, 3.
Also wer da vorbei will, muss schon sehr früh aufstehen, aber es sind ein paar Leute früh aufgestanden, schon viel früher, das hört man besonders im Schluss-Solo jetzt. Hier ist Amazon Lake & Palmer, Lucky Man.
Radio 1 vom RBB Nachrichten. Die Schlagzeilen der 22 Uhr Nachrichten. Frankreich will Ökosteuer auf Flugreisen einführen. Zahl der Fälle von Geldwäsche steigt drastisch an. Das Wetter nachts meist gering bewölkt und trocken bei 12 bis 9 Grad. Morgen wechselnd bewölkt, örtlich kurze Schauer bis 22 Grad.
Frankreich will eine Ökosteuer auf Flugreisen einführen. Wie Verkehrsministerin Born mitteilte, soll die Abgabe vom kommenden Jahr an erhoben werden und je nach Strecke und Ticke zwischen 1,50 Euro und 18 Euro betragen. Der Aufschlag gilt grundsätzlich für alle Flüge, die in Frankreich starten. Ausnahmen gibt es für Anschlussflüge und Reisen nach Corsica oder die französischen Überseegebiete. Die Einnahmen sollen vor allem für Investitionen in das Schienensystem verwendet werden. Die Steuer wurde vom Umweltrat unter Vorsitz von Präsident Macron beschlossen.
Die von der deutschen Hilfsorganisation CI geretteten 44 Migranten sind an ein Schiff der maltesischen Marine übergeben worden. Die Menschen waren gestern von dem Rettungsschiff Alain Kurdi aufgenommen worden. Erst am Sonntag hatte Malta 65 Migranten übernommen, die von CI gerettet worden waren. Die Europäische Kommission forderte alle Mitgliedstaaten erneut auf, sich auf vorläufige Regeln zur Verteilung der Flüchtlinge zu einigen.
Die Verdachtsfälle auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Deutschland sind im letzten Jahr um fast ein Drittel gestiegen. Wie die vom Bundeskriminalamt gegründete Financial Intelligence Unit mitteilte, gingen mehr als 77.000 Meldungen ein. Fast 60 Prozent der Fälle seien als begründet an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet worden, teilte der Chef der Sondereinheitsschulde in Köln mit. Er führte den Anstieg darauf zurück, dass immer mehr Unternehmen und Behörden sensibler geworden seien und dubiose Fälle von Geldwäsche meldeten. Außerdem sei das Verfahren vereinfacht worden.
In Deutschland werden nach Informationen des ARD-Mitmagazins Report Mainz jährlich bis zu 500 Millionen Euro an Spenden nicht ordnungsgemäß verwendet. Das Magazin beruft sich auf Einschätzungen des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen. Das Berliner Institut ist eine Stiftung, die Informationen zum Spendenwesen sammelt und aufbereitet. Sie hält etwa 6000 spendensammelnde Vereine in Deutschland für dubios. Aufgrund der Rechtslage sei es aber schwierig, gegen diese Vereine vorzugehen.
Der italienische Ratprofi Viviani hat den Massensprint der vierten Tour de France-Etappe gewonnen. Der Franzose Alaphilippe verteidigte das gelbe Trikot des Gesamtführenden.
In der Nacht ist es meist gering bewölkt und trocken bei 12 bis 9 Grad. Morgen haben wir vor allem im Südosten Brandenburgs kurze Schauer. Sonst gibt es neben wolkigen Phasen auch sonnige Phasen und es ist meist trocken und das bei 19 bis 22 Grad.
Auf der A10 nördlicher Berliner Ring Richtung Dreieck Haveland gibt es eine Nachtbaustelle zwischen Kreuz Oranienburg und Oberkrämer. Bis morgen früh ist hier die rechte Spur gesperrt. Auf dem östlichen Berliner Ring Richtung Dreieck Spreeau haben wir eine Nachtbaustelle zwischen Marzahn und Erkner. Hier ist die linke Spur gesperrt. Und auf dem südlichen Berliner Ring Richtung Dreieck Spreeau gibt es ebenfalls eine Nachtbaustelle zwischen Rangsdorf und Schönefelder Kreuz ist ebenfalls die linke Spur gesperrt. Stadtverkehr Berlin A100 Richtung Neukölln. Die Ausfahrt Kaisernam ist bis Freitag geschlossen und zwar aufgrund von Sanierungsarbeiten. Radio 1 wünscht gute Fahrt. Das war Nachrichten, Wetter und Verkehr auf Radio 1. Es ist 22.03 Uhr.
Radio 1. Sendung mit Flake. Hallo und herzlich willkommen zur zweiten Stunde. Jetzt nach den letzten beiden Titeln ist mir auch ein Thema eingefallen. Wir können heute einfach vom glücklichen Mann reden, vom Lucky Man.
Richard Eschkopf, seine Freundin nennen ihn Richard Esch, er wirkt auf mich nicht so, als wäre er jetzt ein glücklicher Mann. Er singt zwar davon, aber in allen Videos und so wirkt er, wie viele dieser Sänger aus England sehr unglücklich in sich zerquält und das macht wahrscheinlich auch ein bisschen den Erfolg dieser Bands aus, dass sich die, die nicht so glücklich sind, dann verstanden fühlen. Man macht auch die meisten Selbstmorde, wenn die Sonne scheint und wenn es wetter schön ist, wenn es regnet, macht man nicht so gerne Selbstmord oder nicht so oft, weil man sich dann verstanden fühlt, weil es geht ja dann allen schlecht oder so. Die Frage ist auch, wann ist man glücklich? Ich habe den schönen Spruch gehört, glücklich ist, wer vergisst, dass doch nichts zu ändern ist. Das ist auch ein Lied, das könnten wir auch spielen. Ich habe es noch nicht rausgesucht, weil es mir jetzt erst einfällt. Es ist natürlich klar, wenn man den Ärger vergisst oder so und sich dreinfügt, hat man natürlich den Ärger nicht. Die Frage ist, ob man dann glücklich ist. Weil glücklich sein ist ja eine Empfindung, die völlig unabhängig ist von den Umständen. Man sagt ja auch, nur Dumme sind glücklich. Dabei ist es genau dasselbe. Nur Dumme können nicht glücklich sein, Dumme sind genauso glücklich wie Kluge, glücklich sind die, die glücklich sind, nämlich die, die ihre Situation als Glück empfinden und dazu braucht man nicht klug zu sein oder dumm zu sein oder irgendwas, sondern muss einfach das Empfinden haben, Glück zu empfinden, also einfach das Vermögen haben, Glück zu empfinden und das hat nichts mit der Intelligenz zu tun, es sei denn, man definiert Intelligenz so oder Klugheit so, dass man in der Lage ist, Glück zu empfinden. Weil es können zwei Menschen dasselbe erleben und einer merkt erst im Nachhinein, dass er glücklich war, der andere dann gar nicht. Und das hat nichts mit dumm zu tun. Mit dumm müsste eh neu definiert werden.
Man sagt ja auch, dumm fickt gut. Ist an sich eine Aussage, wo man als Kinder sagen kann, es ist richtig oder falsch. Aber an sich ist es totaler Quatsch. Ich denke, es ist eher so. Also ich denke sogar, dass es regelrecht falsch ist, der Satz. Ich gehe davon aus, dass Dummheit das nicht befördert, sondern eher, dass wer dumm ist, womit man dumm wieder definieren müsste, denkt vielleicht nicht so über die Konsequenzen nach oder so und ist daher vielleicht öfter und schneller zu Geschlechtsverkehr bereit, als die Leute, die ein bisschen eher nachdenken und sagen, nee, mit dem oder der will ich jetzt nicht schlafen, weil ich finde die ja nicht gut oder den. Oder ich habe Angst vor Kindern oder Angst vor Kindern, ist jetzt falsch gesagt, oder vor Krankheiten oder weiß ich. Also man denkt einfach mehr über die Folgen nach. Und deshalb ist der in Anführungszeichen dumme vielleicht einfach eher zum Sexbereich. Man müsste sagen, dumm fickt vielleicht öfter, aber das ist totaler Quatsch, weil da müssten sich ja die Dummen mehr vermehren als die Klugen und da müsste ja dann die Erde langsam immer dümmer werden. Da muss ich erstmal jetzt drüber nachdenken.
I.M. Und ich habe erst jetzt erfahren, weil ich gehe in den Computer reingucke, wo die Titel stehen. I.M. ist eine Abkürzung für was, und zwar für Rapid Eye Movement. Plötzliches Zwinkern würde ich das übersetzen. Und den Titel Everybody Hurts. Wenn wir gerade bei Lucky Man sind, vielleicht irgendwo tut es immer weh oder so, wenn man dann älter wird oder so. I.M. muss ich wirklich sagen, also besonders der Sänger wirkt auf mich auch nicht glücklich. Und wir werden mal sehen, ob das sich so durch die Sänger hier so durchzieht.
Das war jetzt Lead Belly, was ich mit Führerbauch übersetzen würde. Was ich verstehe, weshalb er sich so nennt, aber er wird schon seine Gründe haben. Sehr glücklich wirkt er auch nicht, weil er fragt in dem Lied, where did you sleep last night und fragt damit so seine Frau, also wo hast du letzte Nacht geschlafen und der Frage entnehme ich, dass sie nicht bei ihm geschlafen hat, weil sonst müsste er sie nicht fragen, wo sie schlafen hat und da sie dann woanders geschlafen hat, sägt es mal als schlechter Omen in der Beziehung. Wenn sie sich wundern, bei ihnen das Lied so wundersam bekannt vorkam, liegt das wahrscheinlich daran, dass Nirvana das auf der Unplugged-MTV-Show gespielt hat, da habe ich es auch entdeckt und da singt ja auch Kurt Cobain aus aller Inbrunst dieses Lied, wirkt dabei auf mich auch nicht sehr glücklich, macht er eigentlich in seinem ganzen Leben nicht. Und ich bin jetzt, als er gestorben war, nach Seattle gefahren. Also ich bin jetzt nicht wegen ihm nach Seattle gefahren, sondern ich war sowieso da und bin mal ins Kurt Cobain Museum reingegangen. Und dann läuft da natürlich die Musik, dann hängen Gitarren an Wänden. Gitarren wirken auf mich emotional null. Überall in jedem Hardrock-Café hängen irgendwelche Gitarren, die kann man im Laden kaufen und da hinhängen, und dann hat die mal dem gehört oder dem oder Elvis, Hendrix, weiß ich. Das stimmt erstens in 99 von 100 Fällen nicht. Da haben sie einfach eine Gitarre gekauft und dahin gehängt und ihr sagt, die gehört dem. Oder er hat die mal irgendwie gekauft als Ersatzgitarre und nie benutzt und wisst das gar nicht und ist ja meist jetzt auch tot. Also Gitarren übermitteln für mich keine Emotionen. Und dann hatten sie sein Pullover da liegen. Und dann sage ich, ach, was ist das für ein Museum, wo ein Pullover liegt? Ein grüner Pullover hat er angehabt oder nicht, sei jetzt dahingestellt, ich nehme mal an, dass er den angehabt hat. Aber sagen wir mal, sich jetzt Sachen angucken, die Tote anhatten, das bringt mich jetzt auch irgendwie nicht weiter. Ich denke, bei Musik ist einfach das Klügste, man hört die sich an. Und wenn die Musiker gestorben sind, ist das sehr schade. Aber die Musik kann man ja trotzdem noch hören. Und das ist ja der Sinn von Musik, dass man die Musik auch hören kann, wenn jemand gestorben ist. Und da brauche ich mir eigentlich keinen Pullover anzukieken oder so. Und irgendwie wundere ich mich, weil glücklich hin, glücklich her, bis jetzt sind alle fast schon die Stormlegger Spiele, der nächste auch.
Wenn er schon 1985 gestorben ist, war das doch mal ein glücklicher Mensch zur Abwechslung. Er war so glücklich, dass er sich sogar selbst Dr. Feelgood genannt hat. Weil er hat gesagt, er macht Musik und wenn man die Musik hört, dann fühlt man sich gut. Es gibt doch ein Lied, Dr. Feelgood, gespielt von Dr. Feelgood. Mit echtem Namen hieß er Piano Red, was natürlich so auch nicht stimmt, weil wer heißt schon Piano mit Vornamen, was er so viel heißt wie still oder leise. Und dann noch als Klavierspieler, das wäre nun zu viel des Zufalls. Und er nannte sich dann Dr. Feelgood, was natürlich ein schöner Name ist. Mit Dr. heißen ja gerne Leute. Ich kann mich an den Film erinnern, wo die singende Luftpumpe mitgespielt hat. Dr. Henry Rollins. Und da hat er Dr. Kamsun gespielt. Und das war dann so ein Pseudonym für den Doktor, wo man sagt, der kommt gleich. Also wenn man es Kamsun mal übersetzt, aber der natürlich nie kommt, weil den gibt es gar nicht. So eine Fantasiegestalt. Meistens braucht man aber ja keine Fantasienamen für Ärzte, weil am Wasserturm hier Dienhofer Straße ist der Zahnarzt Dr. Hammer. Kann man sich jeden Tag das Schild angucken. Und mein Chirurg hieß Dr. Rohfleisch.
Ja, ich mache abrupten Themawechsel vom Schlimm zum ganz Schlimm. Gerhard Gundermann habe ich ja schon am Anfang so angesprochen. Da habe ich ein schweres Trauma durch meine Jugend wegen der Frisur. Ich habe ihn nie mir angehört. Erst als ich den Film jetzt gesehen habe, ich muss sagen, ich habe nichts verpasst, als ich die Musik jetzt nicht gehört habe. Denn auch wenn die Musik jetzt nur der Transportmittel für die Texte sein sollte, dass die Texte beim Ankommen, müsste sie doch wenigstens so gut sein, dass die Texte da auch mitfahren wollen oder so. Vielleicht bin ich auch einfach voreingenommen oder so.
Ich habe einen ganz doll schönen Artikel gefunden von einer Redakteurin, die mit Gerd Gundermann ein bisschen befreundet war. Und die hat vor ein paar Jahren, ich glaube 2007 oder so, geschrieben, wir stehen unter dem Himmel von Hoyerswerda. Klar und sauber ist er. Aber das war nicht immer so. Wenn in schwarze Pumpe immer wieder die Föte ausgefallen sind, dann hat es hier schwarzen Schnee gegeben, erzählt Gerhard Gundermann. Seit ein paar Jahren nun fällt der Schnee wieder weiß, wenn er fällt. Und seit einem Jahr hat Gundermann keine Kohle mehr in den Schuhen und kaum noch welche in den Lungen. Im Kreis Hoyerswerda haben alle Tagebaue dicht gemacht. Gundermann gehört zu den Letzten, die entlassen wurden. Als ich ihn vor vier Jahren nach einem Konzert in Jena getroffen habe, hat er sich noch darüber beklagt, dass die Jungen keine Arbeitsmoral mehr kennen. Da saß er noch fest in der Kabine seines Baggers, obwohl er genau wusste, dass er bald keine Kohle mehr baggern würde, sondern nur noch gelben Sand für einen Badestrand, an dem sich dann die ehemaligen Kollegen von ihrer Arbeitslosigkeit erholen könnten. Ist das nicht ein schöner Satz? Und weil Gundermann nicht nur Arbeiter ist, sondern auch Liedermacher oder Rockpoet, wie ihn manche nennen, hat er 1991 ein Lied geschrieben von seiner Grube Brigitta, die Pleite macht. Und so ist es dann auch gekommen. Vorbei die Zeiten vom singenden, klingenden Baggerfahrer, vom Dillen des Tagebaus, vom Vorzeigeproläten. Gute Zeiten eigentlich für den Künstler Gundermann, der gegen solche Charakterisierungen nicht mehr protestieren muss. Ich frage mich, ob damit mit der Stasi-Vergangenschaft schon ans Licht gekommen ist oder noch nicht. Und bis dahin hören wir erstmal das Lied, was eben um die Grube geht. Brigitta ist keine Frau, sondern die Grube, die vielleicht aber nach einer Frau benannt worden ist. Wer ist das schon?
Ich war doch recht glücklich, weil ich bin mit so einer Musik im Radio aufgewachsen. Er hat sich immer dufti, dufti, dufti, dufti gemacht, sondern da kam so was wie Mami Blue, was man verstanden hat. War alles schön und bei diesem Lied hatte ich eigentlich auch meine erste Erweckung, dass es auch ein anderes Geschlecht gibt, was eventuell begehrenswert wäre, denn wir saßen Windsecke Heinrich-Rollerstraße auf so einem Geländer und da saß auf einmal ein Mädchen aus meiner Klasse, ich war zweite Klasse oder so, was ich nie so wahrgenommen hatte, im Röckchen mit zwei Zöpfchen und sang Mama Blue. Da habe ich mir die so angeguckt und dachte, ah, das sind all so Mädchen, so eine geheimnisvolle Wesen, die sitzen auf der Bank oder auf der Stange, baumeln mit den Behen und singen so Mama Blue. Das fand ich total schön und ab dem Moment fing ich an, darüber nachzudenken, dass es vielleicht Mädchen noch aus einem bestimmten Grund gibt oder weiß ich nicht, irgendwie ist da irgendwas bei mir passiert, dass ich da so ein sehnsüchtiges Gefühl gekriegt habe oder so. Und das Mädchen hat auch Kaugummi gekaut, was, wie gesagt, gleich zum nächsten Song überleitet. Das ist Ihr Chevy Gum, Lose Ihr Flavor. So kurz wie das Glück im Leben ist oft der Geschmack des Kaugummis.
Glück aus dem Kaugummi haben die Menschen schon lange gesucht. Man sagt, in einer Steinzeit haben sie schon Harze gefunden, wo irgendwie Zahnabdrücke drauf sind. In Nordeuropa haben sie Teer gefunden mit Zahnabdrücken. Die sollen wohl 9000 Jahre alt sein und die Zahnabdrücke sind von 6 bis 15-Jährigen. Also ist mir was für jüngere Leute. Ich meine, warum haben die in Teer gebissen? Das muss nicht aus Spaß gewesen sein, denn in Finnland wurde auch ein Stück Burkenholz entdeckt, auf dem rumgekaut wurde. Und in Südschweden sogar Birkenpech, aber das brauchten die. Die mussten das weichkauen, damit sie das verwenden konnten, damit sie damit was kleben konnten oder so. Und genauso ist es bei den Ägyptern, die in der Pharaon-Zeit irgendwie Mürre, Weihrauch und Melone zusammengekaut haben, damit die das einfach in eine Form gekriegt haben, um zusammenzukauen. Also Kaugummi ist eigentlich keine Erfindung zum Spaß des Menschen, sondern die haben einfach was weich gekaut und dann gemerkt, na so schlimm ist das ja gar nicht und dann kann man es auch machen. Und das Leckerste war dann, als sie dann diese Kautschuk gefunden haben und den Saft vom Breiapfelbaum, ich hätte fast Bratapfelbaum gesagt, aber das gibt es natürlich nicht. Apfelbaum gibt es meiner Meinung nach auch nicht, aber das steht da. Das heißt nämlich Manuel Caro Zapato, wo ich denke wieder, das Zapato, was mit Schuhen ist. Vielleicht sehen die Wurzeln aus wie Schuhe oder die süßen Früchte. Ich weiß es nicht, ich glaube, das ist alles Quatsch.
Nach der Wende war, als endlich die ganzen Videos, die ganzen Filme für uns so sichtbar waren. Wir sind ja wie die Geisteskranken in die neu eröffneten Videotheken gerannt und haben uns jeden Dreck dann angekriegt. Das war die Filmmusik von The Night of the Living Dead. Wir wollten mal endlich einen Zombiefilm sehen. Ich habe mir das durchs Erzählen spannender vorgestellt. Ich dachte, Zombies werden ganz verrückt. Das sind ja nur welche, die dann so gruselig aussehen und dann immer so rumwanken. Und naja, am Anfang leben noch welche und haben Angst, dass sie angesteckt werden. Und zum Schluss stirbt einer nach dem anderen. Zum Schluss sind alle tot. Aber habe ich überlegt, eigentlich ist das ja nicht mal so blöd, weil im wirklichen Leben ist es ja auch nicht anders.
Die Filmmusik zu Skins Serie 4 ist eine englische Fernsehserie über ein Mädchen. Sehr spannend, erzähle ich ein andermal mehr dazu, weil jetzt brauchen wir die Zeit zu Musik spielen. PJ Harvey ist das nächste. PJ ist eine Abkürzung, heißt P und J, dann wieder lang gesprochen. Also PJ wäre ja kurz, PG ist Englisch dasselbe. Hätte man es auch aussprechen können, weil meistens sind die Abkürzungen genauso lang wie das echte. Ich höre immer CJ gibt es auch, MJ, FJ Krüger war nun ein Berliner, heißt auch FJ, Harpe Kerkeling, HP, H.P. habe ich gedacht, dann habe ich gedacht Harpe, wie die Harpe, Blues Harpe, Harpe, aber er heißt wirklich Hans-Peter, H.P., was man alles rauskriegt. MC Lücke, gibt es auf Radio 1 auch, heißt das Motorklub, Motorklublücke oder Musikkassette, ich weiß es nicht, aber das P von PJ Harvey heißt Polly, das weiß ich zumindest.
In den 80er Jahren, oft in Berlin, hatte in Berlin noch einen Freund und nicht weit weg von Berlin, 100 Kilometer, knapp ist Dessau und in Dessau ist das Bauhaus.
Zu Ende, Mensch. Ich kann Ihnen eigentlich nur noch wünschen, dass Sie auch glücklich sind. Lucky Man bezieht sich nicht nur auf Männer, sondern jeder kann glücklich sein. Haben wir erfahren, es ist egal, ob man dumm oder klug ist, weil glücklich sein kann sich jeder selber aussuchen und so. Und wer es nicht schafft, soll es weiter versuchen. Machen wir ja alle irgendwie, da geht es ja immer weiter. Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit. Bis zum nächsten Mal. Machen Sie es gut.