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Flake talks about loneliness.

Transcript

Radio 1, Flake, des Tastenfickers Podcast. Schön, dass Sie da sind, denn dann bin ich hier nicht ganz so alleine, wenn ich hier so sitze. Ich meine, vielleicht bin ich ja dann doch alleine, wenn Sie mich jetzt erst im Podcast hören, dann bin ich ja jetzt da und Sie hören mich jetzt gar nicht, also bin ich jetzt doch alleine.

Ich sitze hier im dunklen Studio und vor nichts als meinem Mikrofon. Das ist ja auch nicht meins, weil es gehört ja so zu Radio 1. Aber man sagt ja auch, ich gehe in meine Klasse. Also in meiner Klasse, der People hier. People ist ja auch ein schönes Wort, das hatte ich immer. Ich kannte das als Kind ganz normal mit I-E. Also P-I-E-P-E-L. People. Und irgendwann, als die Stones in Altamont gespielt haben und es zu den Unruhen kam und dieser Merizid Hunter erstochen wurde, hat sich Mick Jagger ans Mikrofon gestellt und hat versucht, die Leute zu beruhigen. Und hat geschrien, hey, People, People, Sisters in Brasas. Und ich dachte, ist der Fachräder da? Ey, People, kann der nicht höfliche ansprechen oder so? Und dann irgendwann habe ich es erfahren, People ist Englisch, wird P-O-P-I gesprochen, nicht mit Popel so zu verwechseln.

Aber heute geht es um Einsamkeit. Also über mein Mikrofon und meine Klasse, das sind diese sogenannten Sukzessivpronomen oder so. Ich hätte in meiner Klasse mal vielleicht doch mal besser aufpassen sollen, aber ich hatte einfach keine Zeit, weil ich hatte einfach mit Musik zu tun.

Stimme werden sie erkannt haben, das war der Helge Schneider. Ich habe das Lied auf Radio 1 zum ersten Mal gehört und war völlig begeistert, denn Helge Schneider hat ja so ein bisschen Ruf, also ich traue mich ja nicht das Wort zu sagen, als Blödelbade oder so mit Katzenklo und so. Aber dieser Mensch ist ein genialer Musiker und geniale Musiker erkennt man auch daran, wie sie die Stimme modulieren können und anpassen können an den Text, an das Lied. Das ist ganz, ganz große Kunst. Jemand würde sagen, er singt einfach ein Lied, aber für mich ist es viel, viel mehr. Ich habe das Lied gehört und besorgt und dabei festgestellt, es ist gar nicht von ihm. Das Lied ist eigentlich von den Fehlfarben und Peter Hain hat das komponiert und getextet. Ich weiß nicht, ob er es so komponiert hat, aber getextet auf jeden Fall. 26 Jahre nachdem Monarchie und Alltag rauskamen und er hat dafür sehr schön gesagt, als die Platte rauskam, manche Dinge bleiben auch über Jahrzehnte hinweg beklagenswert, wie etwa die Bild-Zeitung, das Fernsehprogramm und die allgemeine Stimmung im Land. Hein ist ja ein nimmermüdes Zitate-Bollwerk, das habe ich mir nicht ausgedacht, das stand im Internet. Und Sänger der hier geehrten Fehlfarben. Es gab nämlich einen Sampler, wo mehrere Bands gesungen haben und die Fehlfarben als Band haben dazu gespielt. Also die Musiker, die wir jetzt gehört haben, waren die echten Fehlfarben, nur der Sänger war eben ein anderer. Aber Peter Hein selbst hat auch auf ein paar Liedern so mitgesungen. Wenn man 26 Jahre lang im Business tätig ist, mag man viele Freunde haben, selten aber die richtigen. Sehr schöner Satz. Nachdem man die Düsseldorfer Band und Texter Peter Hain im Speziellen seit der Komplettauferstehung 2002 mit einer Flut an Komplimenten beinahe gleich wieder einäscherte – oh, sehr schöner Satz. Mensch, wie hat sich das ausgedacht? – bedienen Sie sich nun ungeniert der frisch erlangten Credibility. Das stand in der Musikzeitung. Also Musikjournalisten machen manchmal auch was richtig Schönes, aber auch nicht immer.

Heute geht es ums Thema Einsamkeit. Das waren die White Stripes, das ist mir die gefallen, ist glaube ich erkennbar, da sehe ich denselben Effekt, dass die Modulation der Stimme von Jack White einzigartig ist und ich weiß gar nicht genau, was der gesungen hat, aber dass er einsam ist, habe ich erkannt und ich glaube, in der Rockmusik handeln die meisten Einsamkeitslieder einfach davon, dass die Sänger oder Menschen von der Frau verlassen wurden. Ich weiß gar nicht, ob es auch Frauen gibt, die singen, dass sie vom Mann verlassen worden sind. Ich glaube, da ist die Stimmung dann eher anders. Dann sagen sie eher Hitze Rot, Jack oder so. Oder hier wie Adel oder so. Die Frauen sind anscheinend eher froh, wenn die Männer dann weg sind. Aber die Männer trauern gewaltig und weinen und jammern und die ganze Welt ist zerbrochen. Jack White hat eine sehr gute Sache gemacht, als er sich im wirklichen Leben getrennt hat, deshalb habe ich ihn noch rausgesucht, der hat eine Scheidungsparty gemacht und das ist eigentlich eine bessere Erfindung als eine Hochzeitsparty, weil zur Scheidungsparty kann man ja endlich sich schon nach einem neuen Partner umgucken und gucken, wer noch so da ist von den Freunden oder so und bei einer Hochzeitsparty, wozu? Man hat ja dann eine Frau, da muss man nicht mehr auf eine Party gehen, also man kann natürlich auch, wenn man eine Frau hat, auf eine Party gehen, aber wenn ich dran denke, wenn ich früher zur Disco gegangen bin oder, naja, so oft weiß ich jetzt nicht, aber ich bin zur Disco gegangen oder auf Partys, weil ich eigentlich eine Frau so kennenlernen wollte. Ob nun für kurz oder für länger, sei da hingestellt, weil es sowieso nicht geklappt hat. Aber wenn man da eine Frau hat, merkt man auf einmal, dass Partys an sich ja nicht mehr so interessant sind oder so. Aber eine Scheidungsparty, also ich bin jetzt nicht, also nicht gilt das jetzt nicht, aber wenn ich mich mal scheiden lassen werden sollte, dann finde ich die Idee mit der Party auch richtig gut, dann können auch alle dann auch gerne kommen. Aber so weit. Ja, das ist jetzt nicht das Thema. Das Thema ist die Einsamkeit und wer könnte einsamer sein als ein Cowboy in der Prärie unter dem blauen Mond, wo niemand da ist, außer ein paar Wölfe und die Wölfe heulen und da möchte man doch mitheulen.

Hank Williams, die Stimme erkennt man auch. Er war natürlich kein Cowboy, der durch die Prärie gerannt ist. Das ist natürlich jetzt nur eine Verkörperung. Also die Sänger, die die Sänger sind, schöpfen ja auch aus ihren eigenen Erfahrungen und so. Und ich glaube, dass Hank Williams auch sehr einsam war. Er hat auch sehr stark getrunken und man kann ja auch unter Leuten einsam sein. Und er ist ja eigentlich einer der einflussreichsten Country-Sänger, die es überhaupt gab. Und dann fragt man sich doch, wie kann denn so ein Typ, der so ein Talent hat, der so gut ist, der so gut singen kann, der so ein Gefühl hat, Sachen zu formulieren, wie kann der denn einsam sein? Der müsste doch ganz viele Freunde haben. Aber da kommt als Antwort gerade die, die viel können oder viel wissen oder mehr als andere oder so, die sind auch sehr einsam. Und Erfolg schützt auch nicht vor Einsamkeit, wie man am nächsten nicht sieht.

Vanena, sie hat natürlich eindeutig von sich selbst gesungen, dass sie irgendwie nach einem Konzert ins Hotelzimmer geht oder so. Und ich finde ja, dass Musiker eigentlich die Aufgabe haben, die Gedankenströmungen der Welt aufzunehmen oder die Gedanken und Gefühle der Jugendlichen, die die Jugendlichen selber für sich nicht so formulieren können, das hier zu aussprechen können. Und Nena macht in diesem Lied nichts weiter, als von sich selbst zu singen. Was sie in ihrem Hotelzimmer so erlebt, mag auch interessant sein, aber die richtige Relevanz, dass alle sich damit identifizieren können, fehlt natürlich. Die Einzelnen, die sich damit identifizieren können, sind die, die auch Musik machen und nach so einem Hotelzimmer sitzen. Die sagen, ja, Mensch, toll, finde ich auch. Aber ob man sowas jetzt als Lied bringen muss, ist noch fraglich. Aber sie hat natürlich auch sehr gute Lieder gemacht wie Nur geträumt oder so. Das bringt ja voll und ganz die Gefühle der Jugendlichen zum Ausdruck. Dieses Gefühl kannte ich auch zumindest, die Vorfreude. Von Nana zu Nena, umgekehrt von Nena zu Nana.

Nana ist so eine Art Pfefferminze, die Nana-Minze. Ich glaube, es ist ganz normale Pfefferminze, nur im Bioladen schreiben sie da Nana davor, mit 4,80 so kosten kann oder so. Aber wahrscheinlich ist es auch eine echte Art von Pfefferminze. Nana ist auch der, heißt auch einfach Großmutter. Meine Nana, ob schweizerisch oder österreichisch, wie sehe ich, irgendwie da unten. Und Nana ist auch ein Ehrentitel bei den Akern in Ghana, das ist in Westafrika. Und deshalb wurde der Nana, den wir jetzt hören, auch so benannt. Das ist nämlich ein Sänger, der nach Deutschland kam und 1990 völlig durchgedreht ist, weil er 22-jährig mit einem Baseballschläger auf eine Frau zugegangen ist und die zusammengeschlagen hat. Und dann kam noch ein zweiter Mann, der die Frau verteidigt hat, dem hat er mit dem Baseballschläger mehrmals einen Arm gebrochen. Und dann kam noch ein drittes Opfer, da ist der Baseballschläger zerbrochen. Da muss man sich fragen, wie der da zugedroschen hat oder wo der dagegen gehauen hat. Und er ist sogar noch geflüchtet, hat die zurückgelassen und ist nicht verurteilt worden. Denn er hat einen Gnadengesuch gestellt und er hat eine sehr günstige Sozialprognose aufgrund seiner musikalischen Aktivitäten. Das finde ich schon sehr interessant. Er hat dann noch dreieinhalb Jahre Haft eigentlich gekriegt wegen schwerem Raub, hat da auch nicht absitzen müssen, weil er eben so Musik gemacht hat. Da frage ich mich, also wie die dann die Sozialprognose bei Abou Charka ist. Er ist ja halt nur Manager oder so, oder Bushido, man weiß es nicht. Aber jetzt kommt das Lied von seiner Einsamkeit von Nana. Und ich finde, mit dem Hintergrund Wissen hört sich das Lied auch ein bisschen anders an.

Das war das und ich wusste nicht, Roy Black heißt nur Roy Black, weil er Roy Orbison so gut fand, dass er den Namen so übernommen hat. Das gibt es ja öfter mal, wie Muhammad Ali oder so. Heißt ja auch Cassius Clay in Wirklichkeit. Oder Heath hat sich so umbenannt, weil er so Muhammad Ali so gut fand. Aber den kannte er wahrscheinlich ja nicht, weil er schon gestorben war. Aber Roy Black kannte Roy Orbison noch und fand den so gut, dass er auch die Titel nachgespielt hat. Also Only the Lonely und California Blue gibt es auch von Roy Black, weil man jetzt Roy Orbison nicht hören will. Und Roy Orbison spielt so seit, weiß ich nicht, 60er Jahren und ist 1963 das erste Mal von Amerika mit dem Flugzeug nach England geflogen, um mit den Beatles zu spielen. Und im Flugzeug hat er seine Sonnenbrille liegen lassen. Quatsch, Mann, ganz hier die Geschichte vom falschen Ende. Im Flugzeug hat er seine Brille liegen lassen und hat nichts sehen können. Er war stark weitsichtig. Ich frage mich jetzt natürlich, wozu er auf der Bühne nicht spielen konnte, wenn er weitsichtig war, aber auf der Bühne muss man ja nicht lesen können, es sei denn, er kann seine Texte nicht und muss die vom Zettel lesen, aber jedenfalls hatte er keine Brille, weil er die ja im Flugzeug liegen lassen hat und das Flugzeug war auf dem Rückweg nach Amerika wahrscheinlich und so hat er im Gepäck noch eine Sonnenbrille mit Stärke gehabt, so was ich schon lange gesucht habe. Also bei mir war der umgekehrte Weg, also ich wollte das, aber er jedenfalls hatte die schon und dann hat er die Sonnenbrille mit Stärke aufgesetzt, weil er die echte nicht hatte und ab diesem Tag trat er nur noch mit Sonnenbrille auf. Das ist jetzt nicht eine verrückte Geschichte. Also bei mir war es umgekehrt, aber wie gesagt, ich habe mich so sehr geschämt auf der Bühne, deshalb wollte ich eine Sonnenbrille aufsetzen, die hatte aber keine Stärke. Und irgendwann nach zehn Jahren hatte ich dann eine Sonnenbrille mit Stärke, sodass ich auf der Bühne zwar wieder scharf sehen kann, aber dafür nichts, weil es so dunkel ist. Und auf der Bühne geht immer das Licht zwischendurch aus, wenn ein Lied zu Ende ist oder so. Und da falle ich dann immer hin. Also das ist eine ganz andere Geschichte. Roy Orbison hat in Deutschland auch zwei Lieder aufgenommen bei Ralf Siegel. War aber kein großer Erfolg. Aber dann hat er mit den Stones getourt in Australien. Und Mick Jagger und Keith Richards fand das Gitarren-Intro von Pretty Woman so geil, dass sie eigentlich Satisfaction daraus extrahiert haben oder so. Ich will jetzt nicht geklaut sagen, weil klauen tut man nicht in der Musik. Sie haben sich inspirieren lassen von diesem Riff. Und deshalb komme ich jetzt gleich von Roy Orbison zu Mick Jagger.

Und jetzt sind top. Damit war wohl gemeint, dass er wieder über sich selber singt und dass es oben, wo er anscheinend sich selber fühlt, dass er ganz einsam ist. Im Prinzip ist es ja physikalisch, mathematisch oder wie auch immer erklärbar, wenn ein Berg höher geht, geht er automatisch auch spitzer. Ein Berg ist nicht ein Zylinder oder so, denn die Steine oder woraus die Berge sind, rutschen ja immer runter, sodass immer so eine Pyramide bleibt. Ich glaube sogar, der Winkel von 45 Grad ist dann der Winkel, in dem alle Berge letztendlich bleiben. Ich habe mal sowas gelesen, dass die Dünen in Afrika alle exakt denselben Winkel haben, wenn der Sand so runterrutscht. Aber ich glaube, es hängt auch vom Sand ab. Jedenfalls ist oben an der Spitze oder am Kamm ist natürlich so kein Platz mehr. Ist ja klar, weil der Rest, der rutscht da runter. Und wenn jetzt man jetzt den Erfolg der Musiker nach oben sieht oder so, ist dann oben, wo dann Ena ist, kein Platz für den anderen oder so. Und deshalb wird sich Mick Jagger da sehr einsam fühlen, ob er jetzt wirklich an der Spitze ist und wie viele Berge das gibt, ist ja dann die Frage. Wenn es einen Berg auf der ganzen Welt gäbe, könnte ja dann auch nur einer stehen, dann wird wirklich sehr einsam. Aber wahrscheinlich gibt es viele Berge und von den Stones fühlt er sich vielleicht auf der Spitze oder so. Er kann verstehen, dass Keith Richard da nicht mitgespielt hat, weil die Solo-Platte von Mick Jagger ist sehr speziell. Ich habe das Gefühl, er versucht da so einen Harten zu machen. Er macht da so auf Juckig und Jeff Beck kniedelt da so rum. Für mich geht das schon Richtung Arschlochrock, wenn ich das mal so dezens ausdrücken darf. Ich kann ihn ja verstehen, dass er nicht immer mit den Stones machen wollte, aber wenn man jetzt schnelle, harte Musik machen wollen würde, dann sollte man das vielleicht eher in Richtung machen wie System of a Darn.

Lonely Day, und jetzt geht's weiter mit Alone Again. Ich hab erst gedacht, es ist Hello Again. Jetzt ist man so tief drin, dass man immer sagt, Hallo Again, nee, kommt Alone Again. Und die Band heißt Docken, dessen Namen habe ich noch nie gehört. Das ist eine US-amerikanische Glamrock-Band, also Glam-Metal-Band eigentlich aus Los Angeles. War auch aus den 80er Jahren, schon lange vorbei. Und dieser komische Name, Docken, da denkt man, wer kommt auf so einen Namen? Das war Herr Docken selbst. Also der heißt Don Docken und das ist sein echter Name. Wenn ich so einen Namen hätte, würde ich die Band dann auch so nennen. Und ich habe jetzt Glam Metal gesagt, wir kennen das als Hair Metal. Was so mit der Widerliste ist, das sind die mit diesen dünnen, blonden, geföhnten Haaren. Sowas finde ich sehr, sehr gut. Die mussten sich vor jedem Konzert sitzen, ich kenne das von den Festivals, sitzen die im Backstage und dann laufen vier Föhns gleichzeitig. An jeder Steckdose hängt ein Föhn und irgendein Gitarrist oder Bassist höhnt sich da die Haare, das ist kochende Hitze im Dressingraum und so eine Hair-Metal-Band, das ist die Vorbereitung. Also wir trinken dann irgendwie ein Tequila oder so und die Föhn ist auch gesünder vielleicht, aber nicht fürs Haar. Meine Tochter hat gesagt, nicht die Haare Föhn langsam so trocknen lassen, weil die Hitze macht natürlich die Kopfhaut auch kaputt. Aber ich mache demnächst eine extra Sendung über die Haare und dann gehe ich da nochmal ganz detailliert drauf ein, wie man wäscht, wann man wäscht, womit man wäscht.

Wir hören erst mal das Lied. Und mir ist aufgefallen, ich bin aber in dieser Zeit sozialisiert, also ich bin da aus der Schule rausgegangen, habe zu Hause vorm Radio gesessen und ich weiß nicht, wie das da hieß, SFB, lobe ich, habe ich gehört und da lief halt so Zeug, Tears for Fears und Simple Minds und eben auch sowas und wenn ich jetzt alt bin, wird das für mich so die so Jugendmusik sein und da werde ich das auch im Altersheim hören. Also jetzt stellt man sich ja Rentner so vor, dass die Rosamunde hören oder Hallo Frau Nachbarin oder weiß ich nicht, was im Altersheim läuft, aber ich glaube inzwischen läuft im Altersheim auch so ein Zeug und ich habe ja wie gesagt auch schon tätowierte, nee nicht tätowierte Opas gesehen, die gibt es jetzt mit die Arschgeweih Omas liegen jetzt im Altersheim rum, aber ich habe schon einen Opa gesehen, eben über 80 mit einem Hardcore-Hemd, also es stand Hardcore auf dem T-Shirt drauf, das fand ich gut. Und ich denke, dass jetzt oder in nächster Zeit so eine 80er Jahre Musik im Altersheim läuft, wenn die da tanzen und sich vergnügen. Es wird nicht lange dauern, dass Techno im Altersheim, boom, boom, boom, was ja auch gut ist, weil das hören sie noch, wachen sie auf, der Kreislauf, der kommt in Schwung. Ich persönlich habe gedacht, Altersheim ist schlimm, ist ein Albtraum oder so. Ich habe mal ein Praktikum bei der Feuerwehr gemacht und da mussten wir nachts in Altersheim rein und eine Oma rausholen. Ich muss sagen, das roch wirklich nicht gut. Die Mischung zwischen diesem schlechten Essen, Desinfektionsmittel und Pisse und Kacke ist schwierig. Man sagt, dass man sich nach einer Viertelstunde die Nase, sich dem Geruch anpasst, dass man das dann ja nicht mehr merkt. Aber wenn man frisch rin kommt, ist das ganz schön erschreckend. Es war ein ganz normales Altersheim oder Pflegeheim. Ich hoffe, es gibt auch bessere. Ich denke, durch diese Alters, also dass die Leute jetzt älter werden, dass es mehr alte Leute gibt, wird es auch bessere Altersbetreuung geben und vielleicht ist ein Altersheim letztendlich doch besser, als einsam in einer Wohnung zu sitzen. Es ist zwar schön, wenn man sich um sich selbst kümmern kann, aber so ein Mann, wenn der auf immer noch drei jüngere Frauen hat, weil die Frauen, die leben ja älter, werden älter, leben länger und dadurch kann man sich noch besser dann ablenken oder so. Die Frauen sagen, na, ist wieder der Mann weggestorben, suchen sie sich einen neuen Freund und dann kämpfen wieder drei Frauen um einen Mann. Aber deswegen ist es Action, die können Karten spielen, können zusammen generell Fernsehen. Ist ja auch Lust hier mit mehreren, wenn ihnen dazwischen quatscht. Und inzwischen denke ich so, und es muss ja jetzt nicht so ein Altersheim sein, wie wir kennen, aber dass ältere Leute, vielleicht auch mit jüngeren, einfach zusammenleben und nicht einsam sterben müssen, wäre doch eine Sache, wo man dafür kämpfen könnte. Und hier hat auch jemand sich da wirklich Gedanken so drum gemacht.

Nächsten Monat wirst du 81. Jetzt sitzt du wie jeden Abend vor vergebten Fotos. Ein alter Mann, gefesselt ans Deuserband. Deine Nische ist die Bückzone. Früher nannte man dich Insektenzunge, weil du so gut und hart küssen konntest. Und heute? Mobiles aus Glasknochen und ausgefallenen Zähnen. Dabei würdest du sogar nochmal den Verstand auf dem Altar der Lust opfern. Ein paar in love. Deine steifen, morschen Hände wollen endlich wieder streicheln. Papa Lamour wünscht dir junge Lippen auf einem alten Mund. Ein Großvater in Liebe, ein alter Mensch in Cosmic Balance. Seine morschen Lenden setzen sich knirschend in Bewegung. Druck, Arztbesuche, knabbern vom Fernsehen, du würdest so gern auch mal wieder oral naschen. Du hast dich grad durchchecken lassen, alles vollkommen okay. Bartel-Index, Uhrenzeichentest, Messung der Handkraft. Du tippelst auf gebrochenen Oberschenkelhälfen ins Tal der Angst. Gräbst im Hausmüll nach frischem Obst und Peelings. Das ist nun übrig von deinem kleinen bisschen Scheißleben. Oft bist du richtig sauer und zwar zu Recht, denn du bist ein Grandpa in Love. Jeder alter Klepper, dem sie nichts mehr gönnen. Papa Lamour. Ein junger Geist, gefangen in einem alten Buddy. Selbst kuscheln schon ein Tabu, dass alle deine Krankheiten könnte man mit Lust heilen. Deine Wünsche sind noch dieselben wie mit 20, du fühlst dich innerlich wie ein Bock, du könntest es noch mit den ganz Jungen aufnehmen. Doch sie sehen in dir nur einen gierigen alten Molch auf der Suche nach Duften im Fleisch.

Herzlich Willkommen zur zweiten Stunde zum Thema Einsamkeit, das alte Thema. Ja, die Frau ist weg und hat mich mitgenommen, wie die Fantastischen Vier sagen, aber ich bleibe noch hier, keine Angst.

Wie gesagt, das ist krass, dass ich dachte, ich verpass, was, wenn ich die Finger von den anderen lass, was ich mache, denn ich dachte, dies ist Spaß, gibst du dir, wenn du die eine nicht mehr hasst, jetzt, was, jetzt ist sie weg und ich versteck mich, klänklich, hab keine Lust auf andere, also leck mich, sie ist weg, bam, schöner allein zu sein, jetzt ist sie weg, ich erinnere mich, wir waren beide verdammt cool. Doch innerlich raffte ich, spinne ich null, denn wann immer ich dachte, ich tu alles so sie, war was immer ich machte für mich irgendwie. Mit dieser Philosophie fuhr ich einmal – Fragen, Fragen, Fragen, Sorgen, Fragen – an ihr vorbei, schätze, bin ein bisschen hochgeflohen, ungelohnt, ungelohnt, ungelohnt und hab sie dabei mit mir selbst getrogen. Kluge Worte, was, hinterher weiß man immer mehr. Doch so sehr ich mich auch dagegen weh, bleibt es schwer, aber wahr, ich bin leer, denn sie ist nicht da, klar. Ja, ja, wunderbar, wunderbar.

Die Version war doch mal was Besonderes. Ich weiß nicht, wo die her ist. Die Fantastischen Vier waren es aber trotzdem. Vielleicht war es eine Live-Version im Bergbau. Ich weiß es nicht. Alles kann sein, nichts muss. Wie früher in den Annoncen stand. Aber weg ist sie. Das steht fest und ich glaube, Michi Beck ist der, der verlassen worden ist in dem Fall, der darunter leidet. Tom Schilling wiederum ist schon einen Schritt weiter. Tom Schilling ist ein wunderbar begnadeter Schauspieler, der auch singt. Ich halte generell nicht so unbedingt viel von singenden Schauspielern. Also das untere Skala ist dann hier Till Schweighöfer. Das verstehe ich, das ist für mich schwer nachvollziehbar. Aber Tom Schilling, wie gesagt, hat das sehr elegant gelöst, sehr schön, sehr authentisch und er zeigt, dass Einsamkeit im Prinzip auch nur eine Vorstufe sein kann zu was Gutem, dass was Neues kommt und was Besseres und das, also es geht ja, Trennung und Einsamkeit geht das ineinander. Ich denke, es hat miteinander zu tun, aber es ist nicht zwingend voneinander abhängig, weil man kann sich trennen, ohne einsam zu sein, man kann einsam sein, ohne sich zu trennen, aber man kann natürlich auch sich trennen, dann einsam sein und dann nicht mehr.

Eigentlich ist es gar nicht ersichtlich, dass er einsam ist, weil man kann sich ja auch trennen, aber man hat ja noch Freunde. Also Freunde sind das Wichtigste, um sich für Einsamkeit zu schützen eigentlich. Am besten sind alte Freunde, weil man dann nicht mehr so viel neu machen muss, weil man schon so viel übereinander weiß und sich gut kennt. Und eine richtige Freundschaft funktioniert auch, wenn man sich zwei Jahre mal nicht sieht und nicht anruft oder so. Und dann einfach, wenn was ist, dann meldet man sich wieder oder kommt vorbei. Alles ist genauso wie an dem Tag, wo man sich zum letzten Mal gesehen hat oder so, das finde ich total gut. Ich habe, also Freund, Freundin, ist ja eigentlich scheißegal, ob man jetzt ein Freund, also ob das jetzt ein Junge oder ein Mädchen ist oder ein Mann oder eine Frau oder ein Hund oder eine Katze, das sind ja alles Freund ist Freund, da ist es egal wie das rundherum aussieht. Und also viele finden ja Hund besser, weil der ist so treu und hier der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde und so, aber ich finde, meine Katze ist sehr, sehr, sehr treu. Erst war es wohl ein Kater. Nee, ich glaube, das war schon ihr Kind, weil erst ein Kater haben wir gedacht und nach 5 Jahren hat sich rausgestellt, es ist eine Katze. Aber meine Katze war wohl schon immer eine Katze und war schon mit mir zusammen, bevor ich mit meiner Frau zusammengekommen bin und so und lebt natürlich immer noch bei uns. Und die ist, wenn ich gegen meine Frau sage, die Katze ist halt immer da, die springt aufs Sofa und kuschelt, das ist schon nicht mit Gold zu bezahlen. Also wer nicht einsam sein will, der soll sich eine Katze holen.

In der Zone war das. Es gibt ja so diese, ich sag jetzt mal normale Einsamkeit, also wenn man normal lebt, unter Menschen ist und arbeitet und einfach einsam ist, weil man den Zugang zu anderen Menschen nicht findet oder vergessen wird oder so. Und es gibt natürlich auch die erzwungene Einsamkeit, wenn man im Gefängnis ist oder auf dem Schiff oder so, wo man einfach gar nicht die Möglichkeit hat, irgendwie an andere Menschen ranzukommen oder in Kontakt zu treten. Das ist natürlich anders geworden. Die Lieder, die ich höre, sind aus irgendeinem Grund aus den 18ern oder wie früher, als noch nicht mal das Handy erfunden war. Das ist ja auch eine Zeit, in der ich mich noch bewegt habe, wenn wir früher auf Tour waren in Amerika, weil ich auch von der Welt abgeschnitten habe, acht Wochen im Prinzip nichts aus Berlin gehört oder so. Und das ist ja dann eher eine Art von Einsamkeit, wenn man nichts hört von den anderen oder keinen Brief kriegt oder so, weil wenn man auf Tour ist, kann man keine Post kriegen, weil heute, wie das in Amerika heißt, San Francisco oder nächsten Tag in Boise, Idaho oder es gibt da Dörfer, also Orte, dessen Namen ich da vor und danach nie gehört habe, Hartford und so was, ich kenne nur Hartmut. Jedenfalls, die Einsamkeit ist jetzt eigentlich leichter zu überbrücken, weil es jetzt die elektronischen Mittel gibt. Aber seien wir mal ehrlich, einen Menschen von Angesicht zu Angesicht lebendig anzufassen und zu sehen, ist doch durch nichts zu ersetzen.

Ritazone, Rita. Ich dachte, das ist ein Ostname und Interzone ist ja eine Westband. Aber Rita ist einfach nur die Abkürzung von Samarita. Wenn man sagt, ey Samarita, willst du mitkommen? Aber auch von, das ist so peinlich, von Margarita. Ein bisschen wie Margarine klingt, aber Margarita heißt einfach mal die Perle. Wer hat es gewusst? Ich nicht. So Rita, jetzt geht es weiter, mal ein härteres Geschäft. Das ist ja schlimm mit diesem Deutsch-80er-Jahre-Zeug. Wir müssen ein bisschen härter und moderner werden. Denn wer richtig einsam ist, sind die Hip-Hopper, weil die haben nur die Hood. Immer diese Neber-Hood und alles. Da rennen immer so 80 Mann mit ins Studio und so. Aber wer davon ist nun mal ein echter Freund? Das weiß man nicht.

Ich bin jetzt nicht so der absolute Hip-Hop-Fan, aber Kanye West finde ich musikalisch so ziemlich interessant, also auch besser als manche andere oder so. Und als er gesagt hat, er will Präsident werden, habe ich erstmal nicht herzlich gelachtet mir auf die Schenkel, ihr klopft wie so manche andere, sondern ich habe gedacht, ja, auf die Idee bin ich im Großen und Ganzen auch schon gekommen, also nicht speziell auf Kanye West, sondern darauf, ein Künstler im Land regieren zu lassen oder was bestimmen zu lassen. Denn normale Menschen, die Politiker werden, sind in meinen Augen die, die auf dem Schulhof immer ein bisschen unten lagen, nicht richtig gelernt haben und irgendwie keinen richtigen Beruf haben, aber ein großes Machtinteresse haben, so ein Machtstreben, eine gewisse Rücksichtslosigkeit, sich nach vorne zu kämpfen und eigentlich auch die Fähigkeit zu lügen und zu betrügen oder so. Es ist selten, dass man jetzt mal einen Politiker sieht, wo man sagt, ah, ja, von dem würde ich mich gerne regieren lassen oder so. Denn durch dieses Parteiensystem, ein Typ, der in der CDU, in der christlich-demokratischen Union, was ja in meinen Augen schon verlogen ist, weil was ist schon christlich? Und selbst wenn, ist im Namen des Christentums sind schwere Verbrechen verübt worden, mit Hexenverbrennungen, Pipapo, Kreuzzüge, Afrika. Also ich muss da ja nicht ins Detail gehen, dass wenn man in so einer Organisation sich hochkämpft und jedem Recht macht oder so, kann irgendwas ja schon nicht stimmen. Da kann man ja nicht schaffen, sein Gewissen und wirklich menschliche Interessen wirklich bis ins Detail so durchzusetzen. Da habe ich gedacht, Menschen, die auch an der Macht bleiben wollen oder wo es nur um Machtkämpfe geht, ist die CDU jetzt stärker oder die SPD oder irgendwas und FDP macht mit oder ist gar nicht in der 5% und dann machen sie noch einen Entschluss, der eigentlich gegen die eigene Überzeugung ist, nur damit sie nicht absteigen oder so. Und da dachte ich, vielleicht sollten es ja nicht so eine Menschen sein, die einfach so Politiker sind und irgendwas bestimmen, sondern einfach Künstler, die die Welt mit anderen Augen sehen und einfach aus einem anderen Blickwinkel, die einfach anders an die Sache so rangehen, wo es jetzt nicht nur nach wirtschaftlichen Interessen geht und nach mehr verdienen und besser und schneller und stärksten sein, sondern einfach was Schönes schaffen. Kunst ist schön und Kunst ist nutzlos. Deshalb liebe Kunst, weil das nicht immer zu was gut sein muss. Ich hasse Optimierung und Sachen, die immer besser sein müssen und die funktionieren müssen, merkt man ja auch hier an der Sendung. Und ich bin dann aber leider zu dem Ergebnis gekommen, dass Künstler rein menschlich oft noch fehlerhafter sind und charakterloser als normale Menschen oder Politiker oder so. Dass man, wenn man jetzt gute Kunst macht, auf keinen Fall ein guter Mensch sein muss, eher im Gegenteil. Und bin dann zu dem Ergebnis gekommen, dass man sich nicht von den Künstlern regieren lassen sollte, sondern von den Kunstwerken. Darüber habe ich auch ein Buch geschrieben, habe ich aber noch nicht aufgeschrieben, habe ich noch im Kopf geschrieben. Ein ganzes Leben findet ja im Prinzip nur im Kopf statt, weil wozu immer so rumrennen, wenn man sich das auch so vorstellen kann. Aber das ist jetzt eine ganz andere Geschichte, obwohl man könnte sich auch vorstellen, man ist nicht einsam. Im Prinzip ist Einsamkeit auch nur eine Vorstellung, jetzt komme ich wieder drauf. Denn einsam ist man nur, wenn man alleine ist und sich dabei schlecht fühlt. Wenn man auch leidet, weil man alleine ist, man kann natürlich auch einsam sein und nicht alleine sein. Und das ist dann im Prinzip die schlimmste Form. Ich weiß nicht, warum das nächste Lied der Stones ein Lied über Einsamkeit ist, aber das ist, als ist, das weiß ich.

Dancing with myself, Billy Idol. Bei uns galt er als Punk, als eine Art Salon-Punk. Also weil die Sexpistols waren die echten Punks und Billy Idol war so Bürger-Punk, so Fernseh-Punk. Ich hatte ja keinen Fernseher und das hatte einen riesen Vorteil. Denn wenn ich fern gesehen habe, habe ich es mit einem Freund zusammengeguckt. Und weil ich irgendwo hingehen musste, ich stand oft immer vor der Tür bei irgendwelchen Kumpels und wollte eigentlich nichts außer Fernsehen oder ein bisschen im Warmen sitzen. Oh, das klingt schön einsam und traurig. Und ich saß bei meinem Freund Willi, da kam so was wie Hitparade oder so. Und da kam Billy Idol auch mit Flash for Fantasy oder das andere mit Rebel Yell. Oder er hat sogar zwei Titel gespielt. Und wir dachten, mach das, ist es ein Punk, ist es keiner? Da haben wir uns angeguckt, er hatte so die Haare so ein bisschen hoch und dann hat er es gemacht. Er hat sich auf die Hand gespuckt und durchs Gesicht gerieben mit seiner eigenen Spucke. Wir fanden es so eklig. Also Punk, ja, schön, kann man machen, aber sich auf die Hand spucken und durchs Gesicht machen. Und es war genau der Punkt Ekel, den er im Fernsehen machen konnte. Also, dass es nicht abgeschaltet wurde und dass sich aber die Leute im Publikum, das sind ja irgendwie immer so alte Frauen oder so, die da saßen, die waren richtig doll angeekelt und wir haben gedacht, ja, das ist Punk. Er hat's getan, er hat's gemacht. Ich meine, es ist schon gut, sich auf die Hand zu spucken. Ich meine, man kann auch nach Rattenkopf abbeißen. Also, das ist ja dann nicht mehr Punk, das ist dann wieder Metal. Das ist alles so schwierig. Das Lied ist aber in meiner Einsamkeitssendung, denn Dancing with Myself heißt ja nicht, ich tanze mit anderen. Und er hatte das aus einem echten Bild, er hat in Japan gespielt. Und wir haben ja auch schon in Japan gespielt, da läuft das ein bisschen anders als hier. Also da wird nicht durcheinander gepokt. Oder da ist beim Festival die Schlange vorm Klo akkurat mit dem Lineal gezogen und die Getränkedosen sind nach der Farbe sortiert, gestapelt in Rücknahmekontainern oder so. Da liegt nicht ein Fitzelchen Papier auf dem Boden. Und beim Tanzen war das eben so, dass die Leute, wenn Musik kamen und getanzt haben, hat jeder sozusagen in seiner eigenen Welt wie eingemauert für sich getanzt. Und das ist sogar Billy Idol aufgefallen, was sei ich jetzt sogar. Das ist ihm natürlich auch schon vor uns aufgefallen. Und das hat ihn beeindruckt, weil er sagt, eigentlich ist ja Tanzen was, was man in einer Gruppe macht, zusammen macht, was Völkerverbindendes ist. In Japan nicht, da tanzt jeder mit sich selbst und das kann man dann schon wieder als Metapher sehen für eine einsame Gesellschaft in einer Unterdrückung oder irgendwas.

Ich hatte das große Glück, ihn live sehen zu können und das war das einzige Konzert in meinen Augen, was ich erlebt habe, wo in dieser beschissenen O2-Arena oder Mercedes-Benz oder wie sie jetzt heißt, mal halbwegs Atmosphäre war. Also ansonsten ist das wirklich nicht geeignet, um Konzerte zu machen. Beim Boxkampf war es auch blöde. Ich weiß ja nicht, wozu sie das gebaut haben, aber zu viel Geld und Steuern und so, ich will schon. Bei Lennart Kohn hat es wirklich geschafft, eine Atmosphäre zu schaffen und eine Stimmung zu schaffen und hat eben den schönen Satz gesagt, Risse und Verletzungen sind wichtig, denn durch Risse fällt Licht. Und da hat er das bewiesen, indem er so einen Vorhang hinter der Bühne hatte, da waren so kleine Schlitze drin und da fiel das Licht raus. So einfach kann Unterricht so manchmal sein.

Der einsamste Ort ist natürlich nach wie vor, wird es auch immer sein, das Weltall. Weil im Weltall ist ja wirklich nichts. Also das Weltall ist für mich analog zur Unendlichkeit. Also wenn man sagt die Zeit, also da verstehe ich so ein bisschen die Dimensionen. Dass die Zeit, also ohne die Zeit gibt es auch die anderen so Dimensionen nicht. Weil wenn man keine Zeit hat, sich Länge mal Breite mal Höhe anzugucken, dann gibt es das ja im Prinzip auch nicht. Und genauso wie die Zeit unendlich ist, also die gab es anscheinend ja schon immer, die Zeit kann ja nicht von Null angefangen haben und wird es auch immer geben, genauso unendlich ist auch das Weltall in der Länge. Also wenn ich jetzt geradeaus ins Weltall reinfahre, fahre ich und fahre ich und fahre ich und es gibt kein Ende, weil es geht ja immer weiter. Genauso ist ja die Zeit, die ich durchs Weltall fahre. Wenn die unendlich ist, dann muss ja faktisch das Weltall selber auch zu Ende sein. Äh, unendlich sein. Weil wenn man an eine Kante kommen würde, wo der Schluss vom Weltall wäre, die Zeit dann auch zu Ende. Also so versuche ich mir das vorzustellen irgendwie. Auf jeden Fall ist das Weltall unendlich groß. Das heißt, die Möglichkeit, jemanden da zu treffen, ist unendlich klein. Boah, das ist Mathe, Philosophie, Physik, alles in einem.

Vater hat mir erklärt, dass Hamster singen können. Weil es gab ja früher schon bei vergnügten Drehscheiben gab es so Lieder. Und dann hat mein Vater mir gesagt, das sind dressierte Hamster. Und ich dachte, klar, es gibt Papageien und es gibt dies und das. Wieso sollten Hamster nicht singen können? Und irgendwann im Westen gab es dann, also im Westen in Amerika, gab es dann den Film so Alvin und die Chinkmunks oder sowas. Und da sang ja auch so eine komische Viecher. Ich weiß ja nicht mehr, aber das waren Ottern, Mink. Also Bio ist nicht mein Hauptthema. Jedenfalls sang da auch so eine Tiere. Und da habe ich gedacht, vielleicht geht es ja wirklich, dass so Tiere so singen können. Aber ich glaube, das Loni ist einfach mit technischen Hilfsmitteln gemacht und ich bin drauf reingefallen. Man lernt nie aus, als kommt das Lied der Einsamkeit.

Das ist nochmal ein Runterzieher, obwohl, wenn man darüber singt, ist alles ja nur noch halb so schlimm. Das Lied von der Einsamkeit, ich fasse nochmal zusammen. Einsam ist eine subjektive Empfindung, wie glücklich sein oder Verbundenheit. Das heißt, es ist kein objektiver Einfluss, dass man sagt, oh scheiße, ist sowas runtergefallen, ich bin einsam, sondern man fühlt sich einsam. Und das Einzige, was dann hilft, ist, dass man sich nicht mehr einsam fühlt, also dass man lernt, sein Fühlen anders zu gestalten. Dabei können einem aber viele Sachen helfen, zum Beispiel andere Menschen. Also wenn man jetzt sich einsam fühlt, kann man natürlich andere Menschen um Hilfe bitten, aber wenn man sich jetzt nicht einsam fühlt, aber jemanden sieht, der einsam ist oder einsam scheint, kann man versuchen, den anzusprechen und dem auch zu helfen. Und das ist meine Aufgabe. Bis zum nächsten Mal. Suchen Sie sich einen einsamen Menschen und gehen Sie dem richtig auf den Geist. Wie man es macht, ist das nicht verkehrt. Tschüss.