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Flake talks about time.

Transcript

Radio 1. Flake des Tastenfickers Podcast. Herzlich willkommen. Ich habe letzte Woche oder so, wann das war, selber mal die Sendung gehört und da kommen erst die Nachrichten und alles und dann habe ich gemerkt, wie doll das nervt, wenn jemand dann quatscht und wenn die Sendung dann nicht anfängt mit der Musik. Deshalb nehme ich mir heute mal keine Zeit zum Quatschen, sondern starte sofort. Das war Scott Chaplin, der Pichurinwack. Die Pichurinwack ist ein Mittelding zwischen einem Pfirsich und einer Nektarine, was eigentlich nicht geht, weil die Nektarine ist ja schon ein Mittelding zwischen Pfirsich und irgendwas mit glatter Schale. Aprikose, die hat jedoch so einen Pelz drauf. Pflaume, passt ja auch nicht zusammen, die hat einen anderen Kern. Jedenfalls ist es der Pichurinwack und die Musik heißt Racktime.

Ich habe das Lied jetzt nicht selber gespielt, hätte es aber spielen können. Also eines der wenigen Stücke im Rade, die ich auch hätte spielen können, wenn wir hier mal eine Live-Sendung machen. Ich kann ja auch mal, wenn es mir nicht mehr so gut geht, wie Gunter Gabriel für 1000 Euro ins Haus kommen und da Racktime spielen. Denn Racktime ist die einzige Musik, die man in der DDR als Noten kaufen konnte. Also es gab das gute Buch oder das internationale Buch, nee, ich glaube, das war das gute Buch am Alexanderplatz neben der Sparkasse. Und da gab es Noten. Und einmal im Jahr, wenn man Geburtstag hatte und die Sonne auf den Sonntag schien oder so, wenn so etwas Besonderes war, gab es Noten von Scott Schoplin, Teil 1 und Teil 2, die Racktimes. Und dann konnte ich die spielen.

Dies war ja die erste Musik, die nicht nur in Noten festgehalten war, sondern auch in Orchestrionen, also lange vor der Einführung, der Erfindung von Schallplatten oder die Schellackplatten damals für das Grammophon, hatten sie Maschinen, wo sie Klavier gespielt haben und dabei lief so ein Lochstreifen und immer wenn man auf eine Taste gedrückt hat, wurde ein Loch in das Papier gestanzt. Und wenn man später die Walze wieder abgedreht hat mit einem Motor, kam an dieser Taste, dann konnte ein Stift in dieses Loch fahren und dann wurde die Taste wieder abgespielt. Eine geniale Erfindung und eigentlich die erste Erfindung, Musik aufzunehmen und ich spiele das heute in dieser Sendung, wo es um Zeit geht. Erstens, weil es Racktime heißt, weil es ja wirklich um die Zeit geht und weil das auch ein Lied ist, was maschinell in einer Art Uhr aufgenommen ist. Denn eine Uhr ist ja nichts anderes, also jetzt die Sanduhr oder wie nennt man die Aufziehuhren, die Federuhren, ist ja nichts anderes als eine mechanische Maschine, in der in einer bestimmten Zeit Bewegungen laufen und damit die Zeit beschrieben wird. Und beim Racktime war es so, dass während das Lied lief, lief natürlich auch die Zeit. Also in dieser Maschine war zugleich Zeit und Musik eingespeichert, quasi womit wir, da das ja eine Musiksendung ist, drauf kommen, dass Musik nichts anderes ist als Zeit. Und zwar Zeit, in der Luftmoleküle sich auf eine bestimmte Art von der Quelle bis zum menschlichen Ohr bewegen. Es könnte auch sein, dass es nicht so ist, aber wem nützt Musik, wenn man sie nicht hören kann?

Als Asnavour macht ihr einen sehr zufriedenen Eindruck. Er war armenischer Botschafter in der Schweiz, das wusste ich gar nicht. Also erstens nicht, dass er Armenier war und zweitens gleich Botschafter. Und er hat sein Land auch in den Vereinten Nationen vertreten und ist erst 2018 gestorben. Sein letztes Konzert fand irgendwie am 19. September in Osaka statt und zwei Wochen später ist er 94-jährig gestorben. Da frage ich mich, wie hat er noch Konzerte gemacht bis 94 Jahre? Also das ist eigentlich fast das, was man sich am meisten im Leben wünschen kann, dass man bis 94 Jahre noch Musik macht und dann erst stirbt. Also Lemmy hat es ja auch geschafft von Motorhat, der hatte im November sein letztes Konzert hier in Berlin und ist im Dezember gestorben und man könnte jetzt sagen, Prinz war noch besser, der hat am Abend davor gespielt und ist am nächsten Morgen gestorben, aber das war ja mehr aus Versehen oder so, das ist ja jetzt nicht an Altersschwäche oder so, sondern bei Prinz waren es die Schmerzmittel, da kommen wir noch drauf, aber wir machen jetzt erstmal weiter mit Zeit.

Uns Menschen wird eigentlich der Fluss der Zeit ja nur durch den Tod so unterbrochen, was wir uns wissenschaftlich schwer erklären können und ich habe mal einen Artikel gefunden, wo sich ein Pfarrer damit beschäftigt hat, weil es muss ja auch eine religiöse Antwort auf die Zeit nach dem Tod geben. Und der hat geschrieben, mit der Zeit ist es wie mit dem alten Kirchturm, ist klar, dass er Kirchtürme als Vergleichsbeispiel nimmt, den jemand besteigt. Mit jedem Umgang kommt er oder sie wieder dort an, wo er oder sie eben schon war, nur auf einem höheren Niveau. Das heißt, der meint einen Kirchturm, wo eine Treppe im Kreis geht, wo man immer wieder an derselben Stelle im Prinzip von der Seite ankommt, aber eben eine Etage höher, eine Wendetreppe. Die Zeit kennt Wiederholungen und Wiederkehr, aber auch Abbrüche und Überraschungen. Kontinuität und Veränderung prägen zusammen unser Zeiterleben. Das ist erstmal ein Schnäuert. Wenn allein die Wiederholung dominieren würde, dann wäre die Zeit eine unendliche Langeweile. Auch der Himmel, jetzt wird es interessant, weil jetzt geht es um den Himmel, um die Zeit nach dem Tod, auch der Himmel wird hoffentlich nicht aus unveränderlicher Ewigkeit bestehen. Wenn allein der Fortschritt unsere Zeit markieren würde, dann stellt sich die Frage nach dem Ziel dieses Fortschritts. Optimistische Zukunftsszenarien und Utopien sind nicht mehr zeitgemäß, ob es nun um die klassenlose Gesellschaft, die allgemeine Emanzipation, die weltweite Verteilungsgerechtigkeit oder das Reich Gottes geht. Solche linearen Zielvorstellungen sind für viele unglaubwürdig geworden. Auch wenn jemand angesichts dessen nicht zynisch werden möchte, so klingt der Optimismus der Rolling Stones, Time is on my side, yes it is, heute zumindest altbacken. Ah, da sehen wir die Verbindung, weshalb ich das Lied rausgesucht habe. Also weder der Kreis allein, noch die Linie allein. Doch auch als Spirale bleibt die Zeit eine Frage, auf die wir die definitive Antwort nicht kennen.

Also muss ich mal sagen, viel Neuheit habe ich aus diesem Text nicht über die Zeit gelernt, aber versuchen wir uns über die Musik der Sache anzunähern. Und Prinz hat gesungen, Side of the Times, die Zeichen der Zeit, die komischerweise ja nicht so sehr mit der Zeit zu tun haben, sondern eher mit den Zeichen. Denn das ist ein Zitat aus der Matthäus Passion, wobei wir bei der Kirche bleiben. Sag uns doch, wann wird das geschehen und welches Zeichen wird deine Wiederkunft und das Ende der Welt ankündigen. Also es geht bei Science of the Times um nichts weniger als den Weltuntergang. Immer gut, wenn man eine Band erkennt, nachdem es die schon ganz lange gibt und die schon ganz viele Platten gemacht haben und man hört dann ein Lied und denkt, man hat die Band gerade entdeckt. Man denkt, man hat das Neueste und was völlig Verrücktes, so ging es mir mit Prinz, als wir Schule geschwänzt haben und Formel 1 geguckt haben, also das ist nicht die Rennbahn, sondern die Videosendung, wo Kai von Kotze immer am Abspann kam, das werde ich immer wieder erwähnen in dem Zusammenhang. Und da kam plötzlich Prinz mit Purple Rain und ich dachte natürlich, weil das das erste Lied von ihm war, was ich gesehen habe, dass das auch sein erstes Lied ist, aber natürlich hatte der da schon fünf Platten gemacht oder so bis dahin und das war natürlich das erste Lied, mit dem er international bekannter wurde oder so. Und da habe ich gedacht, Purple Rain ist ja schön. Aber was zum Teufel heißt diese Purple? Und da fiel mir ein, das muss ein, also Popel würde es ja nicht heißen, es gibt ja keinen Popelring. Da fiel mir ein, dass es ja auch eine Band gibt, die Purple heißt. Da dachte ich, irgendwie muss das zusammenhängen. Late in Time, Deep Purple, dachte ja früher, man heißt Deep Purple, einfach Deep Purple, die Stones. Deshalb bin ich nie auf diese Deep gekommen, also ich löse das Rätsel, es heißt tiefes Purpur, dunkelpurpur.

Wie dem auch sei, damals hatten die Leute, das sage ich schon so damals, als wenn ich wieder vom Krieg erzähle, hatten die Leute einfach mehr Zeit, Musik zu machen und Musik zu hören. Die Titel Länge wird jedes Jahr kürzer, weil die Jugendlichen sind nicht mehr in der Lage, ein Lied bis zu Ende zu hören, weil sie einfach zu ungeduldig sind und das nächste Lied hören wollen. Und ich finde, ein 6-Minuten-Lied war das letzte, 6 Minuten, 8 Sekunden, kam mir vor wie ein Fingerschnipsen. Es war irgendwie so, weil man hört ja das Lied, dann kommt das Solo, dann kommt die Strophe und die Zeit vergeht einfach total schnell. Es gibt aber auch Zeit, die einfach nicht vergehen will. Zum Beispiel, naja, Zahnarzt-Warteraum ist zum Beispiel, man sitzt da, oder ja, Zahnarzt-Warteraum vergeht, ist eher unangenehm, aber man sitzt da die Zeit, bis der Weihnachtsmann kommt. Man sagt, um drei kommt der Weihnachtsmann und es ist erst um eins, dann sind die zwei Stunden, kommen einem vor wie ein ganzes Jahr. Oder wenn man pinkeln muss jetzt und ist Schule, wieso, ist mein Albtraum, wenn man mit der Schule hört nie auf. Und bei uns war das noch nicht so, dass man sich gemeldet, doch war es natürlich auch schon, also man konnte auch aufs Klo gehen während der Schulzeit, aber ich wollte das ganz einfach nicht, weil ich nicht auffallen wollte. Jedenfalls musste ich mal pullern, aber die Stunde war noch irgendwie 20 Minuten und dann habe ich immer so, ich hatte ja keine Uhr damals, bis ich alle wieder die Zeit abgeschätzt habe. Jedenfalls vergeht dann die Zeit überhaupt nicht, die Zeit vergeht einfach nicht und vergeht nicht und man denkt, das kann doch nicht wahr sein und dann ist in Wirklichkeit erst eine Minute rum oder so. Es gibt in so einem Moment, wo die Zeit einfach ja nicht vergehen will, zum Beispiel, bis ich endlich mal aufhöre zu quatschen und das nächste Lied kommt.

Das Lied hat sie in die Sendung geschafft, weil es All the Time heißt, was ja wohl Zeit heißt. Und es ist ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn eine Gewinnerin einer Castingshow weiterhin Musik macht. Also ich sage mal nicht viel. Die hat Whitney Houston nachgesungen und Celine Dion hat dann den ersten Preis gemacht im Talang-Wettbewerb. Das ist so was wie Voice Kids, Quatsch, Voice für Erwachsene. Und ja, dann macht man so eigene Musik. Das wird dann so eine Art, ich würde es mal als Wegwerf-Pop bezeichnen. Aber ich wollte auch mal ein paar Lieder spielen, die ich selber noch nicht kenne, damit ich auch was lerne. Und nicht immer nur Stones und White Stripes, obwohl die kommen auch gleich wieder.

Jetzt kommt aber erst mal NF, was ich mit Liederfrequenz übersetzen würde. Es gibt NF und das andere. Also NF ist das mit Kassettenrekordern und so, Computern auch. Und High-F ist dann eben Kraftwerk, Bohrmaschinen, nicht High-F. Also Starkstrom und Schwachstrom. Jedenfalls, NF heißt Nathan. Ich weiß nicht, wie man das Englisch ausspricht. Nathan, John Feuerstein. Und das ist mal ein Hip-Hopper. Hier steht sogar ein Rapper. Und das sind ja bekanntlich Leute, die eher selten bei Castingshows mitmachen.

Das ist die kürzeste Absage des Tages, NF Time, also NF die Band, Time, das Lied. Und wenn man sich fragt, wann denn Zeit ist, könnte man natürlich sagen, Zeit ist immer, solange man noch lebt oder solange irgendwas ist. Aber Fevertree, eine Band, zu der wir jetzt kommen, Fevertree ist der Name von einem Baum, falls sich jemand interessiert, und zwar der China-Rindenbaum. Und aus diesem Baum gewinnt man das Tonic-Wasser, also das Chinin, was immer das Tonic-Wasser so schön bitter macht. Ich trieche das persönlich gerne. Ich überlege, ob in Bitterlimmern auch Chinin drin ist oder ob sie das wirklich mit Gräbfrutschalen gemacht haben, wie sie uns im Osten erzählt haben. Oder Zitronenschalen. Nee, dann wäre es ja so Zitronenbrause. Also jedenfalls ist das ein bitterer Stoff, der wirklich zur Fiebersenkung eingesetzt werden kann. Bei Malaria haben sie das genommen. Immer Chenin essen, trinken, wenn man das auch essen kann, das wäre mal interessant. Also als Tabletten gibt es das irgendwie. Und die Band hat sich danach benannt, weil ihr das wahrscheinlich auch gut schmeckt. Das Lied heißt, wie gesagt, was wichtig ist, Time is now.

Ich würde sagen, ohne Vergangenheit gibt es keine Gegenwart. Aber ich glaube, das stimmt nicht, weil die Gegenwart ist ja jetzt. Und selbst wenn ich jetzt den letzten Satz nicht gesprochen hätte, könnte ich diesen Satz jetzt gerade sagen. Also es gibt eine Gegenwart ohne die Vergangenheit, sage ich jetzt mal. Zukunft gibt es nicht, meiner Meinung nach. Und wenn, werden wir da sehen. Also es wird noch ein Lied gespielt werden in der Zukunft. Soweit kann ich das abschätzen, wenn die Welt nicht untergeht. Ich weiß aber nicht, ob die Zeit weitergeht, wenn die Welt untergeht. Dann müssten wir die Welt ein bisschen so definieren. Wenn die Erde jetzt kaputt geht, geht die Zeit natürlich weiter, weil die anderen Planeten, die fahren dann ja auch noch rum. Und die Zeit, die die rumfahren, die vergeht ja dann auch. Aber wie gesagt, wir gehen in die Vergangenheit zu Old Time, Old Time Ragnarola ist das Lied. Der Interpret heißt Bob Seeger, ist nicht verwandt mit Pete Seeger. Und bei Bob Seeger finde ich das Interessanteste, dass er 1945 in Detroit geboren wurde und wohnt in Detroit im Henry Ford Krankenhaus. Da ist die Welt dann noch in Ordnung. Weil die alten Zeiten haben alle Klischees bedient. Eigentlich war der anscheinend schlimm. Also von wegen früher war alles besser. In dem Fall auch zwar nicht ganz so hin.

Und Cindy Lauper hat ein Lied gemacht, das heißt Time After Time. Da habe ich gedacht, das heißt die Zeit nach der Zeit. Und das fand ich schon wieder interessant, weil das geht ja schon wieder auf das Ewigkeitsthema. Wenn die Ewigkeit, also die Zeit vorbei ist, kommt ja noch die andere Zeit. Aber ich glaube, ich habe es einfach nur falsch übersetzt. Das heißt einfach nach und nach. Time After Time. Long time ago.

Als die DDR noch lebte, gab es zwei Waschmittel. Wir haben immer Spee genommen, gab Spee gekörnt und Spee als Pulver und das andere Waschpulver hieß Sweet. Sweet, sweet. Kommen zum zweiten Teil, Zeit. Ist die Zeit nun lang oder kurz? Ich sage mal, wenn man eine Sendung machen will, ist die Zeit zu kurz, aber wenn man auf jemanden warten muss, dann fällt die Zeit überhaupt nicht.

Dahlia Lavie, die Älterin werden sie kennen. Also ich habe die als Kind schon gern gehört. Und es ist für mich ein gutes Beispiel zu zeigen, dass deutscher Schlager nicht hohl oder dumm sein muss oder flach. Ich finde, der Text ist so umfassend und gut, da kann sich mancher Rockmusiker, Singer, Songwriter, wie es jetzt so schön heißt, eine Scheibe davon abschneiden, wie man so einen einfachen, guten Text macht und die Aufzählung der Wochentage empfinde ich als künstlerisches, starkes Mittel, um die Zeit zu verdeutlichen, weil es sind nun mal die sieben Tage und danach fängt es wieder von vorne an, das ist unabänderlich und dauert. Und jeder Tag, den der Mann nicht zurückruft oder nicht kommt oder die Frau halt in dem Fall, also nicht in dem Fall, in meinem Fall, jeder Tag ist an sich schlimm und immer wieder gleich schlimm, wenn der andere sich nicht meldet und lang und so. Ich finde das richtig gut veranschaulicht in diesem Lied.

Und wer das in meiner Meinung nach ganz gut auch kann, ist Billie Eilish, obwohl sie viel jünger ist. Und sie macht ein Lied, das heißt No Time To Die. Wann ist denn aber eigentlich die Zeit zum Sterben? Also ist es ja eigentlich nie. Also die richtige Zeit zu sterben kann es ja eigentlich nicht geben. Aber eigentlich kann es für gar nichts die richtige Zeit geben. Wenn man denkt, man will jetzt ein Kind kriegen, nicht zu früh. Also 17 oder so ist ein bisschen früh, im Osten war das normal. Und ich denke, Mensch, da habe ich noch nicht mal studiert und kann ja nichts oder so. Und dann macht man Karriere und dann hat man ja keine Lust mehr auf ein Kind. Dann ist es wieder zu spät, dann geht es nicht mehr oder so. Und wann will man arbeiten, wann will man Rente kriegen? Ich finde, es ist, auf bessere Zeiten zu warten, ist irgendwie Quatsch. Und was leicht zu machen, ist auch Quatsch. Also am besten ist, man kümmert sich ja nicht darum, wann die Zeit ist. Man macht die Sachen dann, wenn man sie macht. Und dann stirbt man wahrscheinlich auch, wenn es so weit ist.

Ich versuche mal die Stimme ein bisschen aufzuputschen, aufzupauschen, zu putschen mit den Black Eyed Peas. Die hatten auch schon eine lange Geschichte hinter sich, als ich das erste Mal Notiz von denen genommen habe. Easy E war da der alte Chef, der ist schon 1995 an Eats gestorben. Dann haben sie die Bände ein bisschen gewechselt, Santiago ist auch raus. Dafür kam der Mexikaner Jamie Gomez. Und Kim Hill kam rein, das war die erste Frau, die dann Background gesungen hat. Und das fand sie so gut, dass sie später Fergie, Fergie genommen haben. Und ab da ging es dann erst richtig los mit den Black Eyed Peas. No The Time. Ich wollte es No Time sagen, aber das heißt jetzt mal The Time. Ich bin jetzt mal wieder.

Jetzt kommen die Zombies. Die sind ja, ähm, das ist schon eine ältere Band, aber Zombies sterben ja nicht. Insofern ist für die die Zeit auch egal. Ich fand früher immer am beeindruckendsten bei Zombies und Vampiren, dass die nichts weiter wollten als erlöst werden, weil die gemerkt haben, die Ewigkeit ist dann doch nicht so dolle, weil die hängen dann immer rum, wachen jede Nacht auf, haben ihren Stress und wollen eigentlich nur mal endlich ihren Flock ins Herz kriegen oder so, damit sie endlich schlafen können und Frieden haben. Also wenn man ununterbrochen Zeit zur Verfügung hat, ist das wahrscheinlich auch nicht das Richtige. Und sie singen ja auch nur von Time of the Season. Ich kenne Früchte der Saison oder Season-Salat. Ich kann ja auch verwechseln mit Caesar-Salat. Caesar-Salat, da ist irgendwie was mit Käse drin. Es gibt Waldorf-Salat mit Rettich oder Sellerie. Das ist alles so schwierig. Aber Time of Season, Zeit der Saison. Oder vielleicht kann man die Time of auch weglassen, denn das heißt nur Season, ich weiß es nicht. Hier sind die Zombies.

Time of the Season. So klang die Zeit, die Saison 1968 für die Zombies. Ich weiß nicht, was im nächsten Lied für eine Zeit gemeint ist, weil das Lied heißt wieder mal einfach nur Time. Ich glaube, ich habe diesmal sieben oder acht Titel, die Time heißen. Ich weiß ja nicht, wie die das machen, dass die die Rechte daran nicht, dass man sagt, ey, den Titel, den gibt es schon, den kannst du dich nicht nennen. Aber ich glaube, man kann einfach so viele Titel Time nennen, wie man will. Dieses Lied habe ich ausgesucht, weil der Bandname nicht zu verwechseln ist. Der heißt Plazui, Plazui. Time. So was passiert, wenn man die Bands nur nach dem Namen raussucht. Aber ich will mich selber auch immer überraschen lassen.

Bei der nächsten Band war es einfach, weil das Lied heißt auch Time. Die Band heißt Krali Alkohol. Da habe ich gedacht, das muss ich spielen. Habe ins Internet geguckt, wer das sein könnte. Da ist bei mir nur aufgeleuchtet, alkoholfreie Katzenkrallentinktur. 100 Milliliter alkoholfreie Unkaria-Tomentosa-Tinktur kann man holen. Oder Goldschwarz-Katze-Kralle-Alkoholtinte-Halskette. 24,95, jetzt ja nicht mal so teuer, aber nur noch eine verfügbar, die wird jetzt weg sein. Und da steht, diese einzigartige Halskette ist komplett aus Harz mit Katzenkrallen, die natürlich abfielen. Keine Tiere wurden geschädigt und dann bemalt und in das Harz eingebettet. Ich frage mich, wer macht denn sowas? Dieses Stück ist ein tolles Gesprächsstück für alle, die eine Affinität für Katzen haben. Ich liebe Computerübersetzungen. Die machen die besten Texte. Das Tolle an Harz unter vielen ist, dass er nicht trüben, verblassen oder ihre Haut grün machen wird. Und er ist super leicht. Sie werden nicht einmal wissen, dass sie es tragen. Ich liebe Sachen, von denen ich nicht weiß, dass ich sie trage. Ich weiß nicht, ob die mit hier die Schokolade an meinen Jeans meinen oder irgendwas. Da weiß ich, also ich finde das wunderbar. Jetzt muss ich nur noch hören, wie das Lied Time von denen klingt.

Wir haben Zeit. Ein Satz, den man eigentlich aus dem Stasi-Knast kennt oder so. Wenn man verhört wird und immer nichts sagen will, dann sagen die immer, ja, wir haben Zeit. An uns liegt es nicht. Wobei das fiese ist, dass es nicht um die Zeit geht. Zeit hat der andere auch, aber der darf ja dann nicht weg, weil der dann eingesperrt ist oder so. Ich glaube, meine Lehrerin hat es auch gesagt. Ich habe Zeit, wenn ich mich nicht entschuldigt habe. Also Zeit zu haben ist gut, aber nicht, wenn man es gegen anderen dann einsetzen kann. Das war Hans Zimmer, eine Filmmusik. Hans Zimmer ist irgendwie ein Deutscher, der in Hollywood sehr berühmt geworden ist. Er hat elfmal, nicht gekriegt, aber er ist elfmal für den Oscar nominiert worden und 14 mal für den Golden Globe erwartet und elfmal für den Grammy. Und aus irgendeinem Grund steht nicht drin, wie viel er davon noch bekommen hat oder so. Wahrscheinlich reicht die Nominierung schon, was ich gut finde, denn manchmal reicht es wirklich schon, wenn man was haben könnte, als wenn man es hat. Weil wenn man es nur haben könnte und dann nicht macht, hat man den ganzen Ärger auch nicht. Ich weiß nicht, ob es jetzt großer Ärger ist, wenn man jetzt einen Preis gekriegt hat, aber wir haben irgendwie, weiß ich nicht, 18 Echos oder so. Wäre auch schön gewesen, wenn war die 18 Echos auch einfach nur nominiert werden, aber das waren wir schließlich auch, sonst hätten wir es nicht kriegen können. Also da komme ich jetzt nicht weiter. Ich mache jetzt mal was völlig außergewöhnliches und verrücktes. Ich spiele jetzt ein Lied, das heißt Time.

Roy Price war das, der ist nach Nashville gezogen, als er Sänger wurde und hat sich dort mit Hank Williams angefreundet, diesem berühmten Country-Sänger, der sehr dem Alkohol ergeben war, aber ihm geniale Songs geschrieben hat, weil er hat die selber alle gar nicht singen können, die Songs, die er geschrieben hat, die vielen. Da hat er seinen Rui Price abgegeben. Er hat sich aber revanchiert, indem er die Male, wenn Hank Williams zu betrunken zum Singen war, hat er für ihn gesungen und ihm so die Schmach erspart oder das Konzert nicht ausfallen lassen. Und Hank Williams ist ja sehr jung gestorben. Da hat Rui Price seine Band übernommen. Das waren die drüften Cowboys. Da hat er mit ihnen weitergespielt und sie, damit man sie nicht verwechselt, in die Cherokee-Cowboys umbenannt. Und das war eine sehr, sehr gute Band. Da war Willi Nelson, hat Bass gespielt und Roger Miller war dabei und Johnny Pacek, die alle selber dann eine riesen Karriere gemacht haben. Und er selber hat es auch mal auf Platz 1 geschafft, hat da eine Single mehr als eine Million Mal verkauft und damit hat er sogar Elvis Presley überrundet. Das ist schon wirklich eine Leistung. Jetzt kommt, oh Gott, wenn ich wüsste, wie man das ausspricht, also mehr Sures geschrieben, kann sich jeder selber raussuchen. Auf Time natürlich, wovon rede ich hier sonst. Die Band heißt Pandora. Und wenn wir genug Zeit haben, um wieder aufs Thema zu kommen, erzähle ich noch die Geschichte von der Büchse von Pandora. Aber ich glaube, die Zeit reicht uns nicht, weil wir ja die Mejuris haben.

Denkt man ja, man ist unsterblich. Also ich habe es zumindest gedacht. Der Tod war für mich etwas so Unvorstellbares, dass man das nicht gesehen hat irgendwie. Aber je älter man wird, desto ernster wird es auch und desto unausweichlicher ist es. Und ich frage mich, wie man sich fühlt, wenn man richtig alt ist oder wenn man weiß, dass man demnächst sterben wird. Zum Beispiel David Bowie war sehr krank, der hatte ja Krebs und hat trotzdem noch eine Platte gemacht, obwohl er im Prinzip gewusst haben muss, dass er das Erscheinen der Platte gar nicht mehr erlebt. Er hat es noch erlebt an einem Tag oder zwei Tagen oder so, aber er weiß nicht mehr, ob er es wirklich bewusst noch mitgekriegt hat und ob er sich gefreut hat oder ob es ihm egal dann war oder so. Jedenfalls hat er im Angesicht des Todes schon eine Platte gemacht und da frage ich mich, wie sieht er das? Er macht ja im Prinzip Musik für sich, für die Ewigkeit, weil er wird sie ja dann gar nicht mehr fertig hören oder wird die Reaktion nicht mehr merken oder so. Er macht es aber trotzdem und deshalb wird für mich der Zukunft, No Future, auch interessant, wenn man älter wird, weil wenn ein Jugendlicher sagt, No Future, der kann ja viel erzählen, weil er hat ja eine Zukunft, er sagt dann, No Future, aber wenn jetzt ein 80-Jähriger No Future sagt, der weiß, wovon er spricht, weil da ist es ja dann irgendwie viel echter und man wird viele Sachen im Leben anders gestalten, weil man weiß, man macht es halt zum letzten Mal oder man hat nur noch so wenig Zeit und die Frage ist, ob man es dann bewusster macht und sich mehr daran freut oder ob es einem egaler ist oder so. Aber ich fürchte, viele Antworten wie diese kann nur die Zeit beantworten oder auf Englisch Time.

Die Zeit ist dann mal wieder blitzschnell vergangen, wa? Und mir fiel gerade auf, dass die Zeit, die das Lied lief, hab ich ja gelebt. Also ist meine Zeit vergangen, ist ihre Zeit vergangen und ist auch mein Leben vergangen. Ich bin darauf gekommen, dass Zeit ist Leben. Anders kann man es nicht ausdrücken. Also die Meierhoff hat noch gesagt, Zeit ist Gehirn, wenn man einen Schlaganfall hat. Die Zeit, die man schafft zu sparen, bis man beim Arzt ist, die Zeit wird Hirn erhalten. Also Zeit ist Hirn stimmt, Zeit ist Leben stimmt generell auch. Und wenn sie anderen Menschen was Gutes tun wollen, seien es ihre Kinder, ihre Eltern oder ihre Freunde, widmen sie denen einfach Zeit, weil Zeit kann man nicht kaufen. Also man könnte jetzt Zeit kaufen, wenn man jetzt irgendwie nicht die Hausarbeit macht und sich dafür eine Haushaltshilfe nimmt, dann hat man im Prinzip die Frau bezahlt oder den Mann und hat dafür sich Geld, also mit Geld Zeit erkauft. Aber eigentlich bescheißt man nur sich selber, weil die Zeit, die man selber putzen würde, erlebt man ja auch Sachen und kann auch Musik hören und weiß ich was machen. Also Zeit ist das Wertvollste, was es gibt. Eigentlich noch mehr als alle andere. Also ich habe überlegt, ob Gesundheit ist natürlich auch wichtig, aber wenn man keine Zeit hat, um gesund zu sein, dann nützt einem auch die Gesundheit nicht. Also man muss ja da sein in der Zeit. Ich will damit nur sagen, bevor sie gar nichts machen mit ihren Leuten, verbringen sie einfach Zeit mit denen. Einfach mal hingehen, zuhören. Also mir muss man jetzt nicht unbedingt zuhören, aber generell vielleicht ihren Verwandten, ihren Kindern. Einfach Zeit verbringen. Würde ich mal wieder jetzt andersrum sagen, das kostet sie nichts, also zumindest jetzt kein Geld oder so, einfach nur hinnehmen und wenn man erstmal dann da ist und mit den Leuten Zeit verbringt, dann merkt man auch, das kann auch Spaß machen. Wie diese Sendung, wenn es denn so war. Tschüss.