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Flake talks about Kings and Queens.

Transcript

Radio 1. Flake des Tastenfickers Podcast.

Herzlich willkommen. Heute geht es um, na, ich habe immer ein bisschen Angst, dass ich dement werde. Ich stelle mir immer so schlimm vor, dass man immer nicht mehr weiß, was man sagen wollte oder wo man ist. Oder nicht mehr weiß, ob jetzt Frühling oder Herbst ist. Muss man eigentlich nur aus dem Fenster gucken. Aber diese Angst, dement zu werden, finde ich total schlimm. Ich glaube, das ist schlimmer als sterben. Obwohl ich das jetzt schlecht beurteilen kann, da ich weder gestorben bin noch wissentlich dement bin. Und selbst wenn, müsste man ja beide die Macht haben, damit man es vergleichen kann. Also sowohl gestorben sein als dement sein, was aber auch Quatsch ist, weil eigentlich da reichte eins, wenn man nicht gestorben ist, kann man ja auch nicht mehr beurteilen, ob dement jetzt schlimmer gewesen wäre oder vielleicht doch besser gewesen wäre. Man wäre doch dement gewesen, was auch Quatsch ist, weil wenn man dement wird, stirbt man ja letztendlich auch. Also insofern ist der ganze Gedanke völlig irrsinnig.

Ich mache das wahrscheinlich nur, um der Angst entgegenzuwirken. Man denkt ja immer, das ist ja das Wesen der Hypochondrie, auch wenn man sich was vorstellt und immer dran denkt, passiert was ganz anderes, was passiert immer im Leben, was ganz anderes, als man denkt. Michael Jackson hat sein Leben lang im Zelt geschlafen, Bakterien abgeschirmt und ist dann an Schmerzmitteln gestorben letztendlich. Und so geht es ja den meisten, die für irgendwas fiese Angst haben, sterben dann einfach völlig anderem. Ich hatte ja zum Beispiel früher Flugangst und habe gedacht, wenn ich Flugangst habe und mich da so drum kümmere, es ist so, wie es immer im Leben ist, dann stirbt man dann an was anderem, weil man stirbt ja nie an dem eigentlich, woran man denkt. Und das hat auch immer ganz gut so funktioniert. Da dachte ich, wenn ich mich darum kümmere und davor Angst habe und davor passiert es nicht. Dann ist das passiert mit dem Sala, dem Fußballspieler, der über den Ärmelkanal geflogen ist, auch Flugangst hatte und vorm Abflug noch eine SMS oder WhatsApp geschickt hat, wo er geschrieben hat, er hat totale Angst, er hat ein ganz schlechtes Gefühl, er hat Angst zu sterben, er hat Angst vor dem Abstürzen. Und dann ist er wirklich abgestürzt und gestorben. Und das hat meine ganze Theorie so über den Haufen geworfen, weil er hat nun alles richtig gemacht in meinen Augen, also hat Angst gehabt und hat sich schon darauf vorbereitet und in Erwägung gezogen und das ist dann wirklich auch passiert. Und dann ist die Flugangst dann im Prinzip auch völlig so sinnlos. Aber vielleicht gehört ein Mensch auch einfach nicht in die Luft. Mensch ist kein Vogel, kann da noch so viel tun und machen. Und das ist natürlich sein Traum von Menschwerdung an, wie so ein Vogel durch die Luft zu schweben. Also nicht diese Deflattere jetzt wie irgendwelche Spatzen oder ein Kiebitz oder wie gesagt, sondern mehr dieses Schweben wie ein Albatross. Müsste ich jetzt eigentlich Albatross spielen? Da hätte ich schon dreimal gespielt oder so. Erstens bei Instrumentals, dann bei Tieren und wie gesagt noch alles.

Und deshalb komme ich zu einem anderen König der Lüfte, der Biene. Also die Biene an sich muss jetzt nicht unbedingt als König der Lüfte bezeichnet werden, aber zumindest die Bienenkönigin, weil wer eine Königin ist, ist natürlich auch König. Hier ist die Bienenkönigin.

King Bee, ein Lied von Willie Dixon. Nochmal danke an die Stones, dass die die Bluesmusik so vorm Vergessen bewahrt haben, indem sie sie neu interpretiert haben. Ich hätte das Lied wahrscheinlich sonst nie mitgekriegt und gehört und so freue ich mich jedes Mal. Mick Jagger kann man ja viel vorwerfen, aber nicht, dass er ein mäßig entwickeltes Selbstwertgefühl hatte. Und sich selber als Bienenkönigin zu bezeichnen, finde ich schon ziemlich gut.

Ich selber bin kein König, habe aber auch schon drüber nachgedacht. Also nicht jetzt König zu sein, aber als wir in der Schule zum ersten Mal über Osten und Westen geredet haben oder so, haben mir die im Westen so leid getan, weil die, da machen sie fast immer noch, weil die müssen halt die Obdachlosen und die Arbeitslosen. Da hat die Lehrerin gesagt, ja das Schlimme ist nicht das Gefühl, dass man kein Geld hat, das Schlimme ist das Gefühl, dass man nicht gebraucht wird und dass es keine Perspektive ist und dass man keine Zukunft hat. Die Produktionsmittel gehören irgendwelchen Leuten und die vermieten die dann oder beuten die Arbeiter aus, Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Und bei uns war in meinen Augen alles so geil, alles für umsonst und das volkseigene Korn auf dem Feld und die Milch in der Schule und das Essen und alles war gut. Schule hat Spaß gemacht, außer Sport. Und da habe ich gedacht, ich gehe mal einfach, warum hilft man den armen Leuten nicht? Und dann habe ich nachts im Bett gelegen, ich habe ja ziemlich nah am Alexanderplatz gewohnt, wo man fast den Westen gucken konnte und dachte, ich fliege einfach mal, ich wurde am vierten Stock aus meinem Fenster raus, über die Grenze und da sage ich, Leute, euer Elend hat ein Ende, jetzt bin ich da, jetzt wird hier der Sozialismus so aufgebaut. Und ich bin natürlich vollkommen davon ausgegangen, dass die sagen, ach Gott sei Dank, endlich ist er da, jetzt können wir endlich auch vernünftig leben, die Drogen sind weg, die Obdachlosen, die Kriminalität, jetzt geht es uns richtig gut, keine Ausbeutung mehr, alle sind Freunde, alles ist schön. Ich habe ein paar Jahre gebraucht, bis ich begriffen habe, dass die Leute das vielleicht ja nicht wollen. Also ich dachte, das ist eine super Idee von mir. Aber selbst wenn es geklappt hätte und ich über die Grenze geflogen wäre, wäre ich da wahrscheinlich ja nicht so begeistert empfangen worden, wie ich mir das in meinem Bettchen so vorgestellt habe.

Da hat sich Rio schon auch Gedanken gemacht, die in die Richtung gehen, dass er besser Gesetze erlässt, die nicht so schwerwiegend aufs Leben einwirken, sondern mehr so harmlose kleine Verbesserungen des Lebens machen, wenn er jetzt König von Deutschland wäre. Ich bin nicht von Deutschland. Die harten Scherben-Fans haben ihm das ein bisschen übel genommen, dass er so ins Poplager so abgerutscht ist und so ein in ihren Augen banales Zeug gesungen hat. Aber den Fans kann man es nie recht machen. Und dafür gibt es jetzt das schöne Lied, was ich auch sehr gerne mir anhöre. Alles Lüge fand ich noch besser, passt aber nicht in die Sendung, denn es geht um Könige. Und was ist da naheliegender, als eine Band zu spielen, die sich wenigstens schon die Könige nennen, aber die heißen gar nicht die Kings, sondern die heißen die Kings und das kommt, Achtung ein Fremdwort, ein Paronym, ein Paronym zwischen Kings und Kings, weil das Kings mit K, also nicht vorne, sondern hinten, beziehungsweise in der Mitte, heißt so viel wie schrullig, ausgeflippt, also von Kinky oder pervers und die Schrulligen. Und die Band hat sich im Prinzip die Perversen genannt, aber als Paronym benutzt die Kings die Könige. Und sie waren ein bisschen auch die Könige von England in der Zeit, weil die neben den Beatles und Sohu eigentlich die erfolgreichste britische Band der 60er Jahre war. Und jetzt zählen sie sogar schon zu den Urvätern von Punk und Britpop. Das muss man mal erstmal schaffen. Wir sind die Kings.

Sich als Band die Kings zu nennen, ist ja noch in Ordnung, da spinnt man so zusammen rum oder so. Aber wenn sich ein einzelner Typ jetzt King nennt, dann muss ich da wirklich schon was zu sagen haben. Ich habe den mal, glaube ich, live gesehen. Da war irgendeine Veranstaltung und da kam ein Typ auf der Bühne, die er spielte, so internationale Hits nach in der Version von Elvis Presley, wo er im Prinzip den King auf Elvis Presley bezogen hat und nicht auf den richtigen König, sondern den König des Rock. Also er nennt sich schon King, von einem King, der sich auch schon nach einem King benannt hat. Ist im Prinzip dritte Generation des Königs. Hier ist King mit Love and Pride. Es war King, aber nicht der King, von dem ich gerade erzählt habe, den ich beim Betriebsvergnügen gesehen habe, sondern irgendein anderer King, der mehr nach Wem klang. Und ich denke, wir gehen mal besser zu Queen, weil in einer Zeit der Gleichberechtigung eigentlich hätte Queen als erstes spielen müssen. Die Königinnen und Königinneninnen. Und Queen, was ist daran jetzt so königlich, königlinnlich? Kann man das auch so sagen? Oder gibt es nur königlich als männlich? Das ist wirklich schwierig.

The crazy little thing called love, das stimmt wenigstens schon mal. So ein überwältigender Erfolg, dass sich eine andere Band auch gleich Queen genannt hat. Aber weil es Queen schon gibt, haben sie sich genannt The Queens of the Stone Age. Also die Queens aus der Steinzeit. Ich muss bei Stone Age immer an Stonehenge denken und überlege jetzt schon die ganze Zeit, ob Stonehenge aus dem Stone Age ist oder später. Aus der Bronzezeit, da weiß ich nicht, ob das jetzt Bronze Age heißt oder so. Aber Stonehenge, Queens of the Stone Age. Das ist eigentlich eine Band, die ich nicht so toll finde. Die sind für mich so wie die Foo Fighters, wo man so sieht, was passiert, wenn man eine Band hat, die alles richtig macht. Die sind alle freundlich, die singen so richtig in Rock'n'Roll. Dann hat er sich im Konzert noch das Bein gebrochen, der Dave Grohl, ist ins Krankenhaus gegangen, wieder zurückgekommen, das Konzert weiterspielt und dann hat er sich die Tour noch weiter spielen lassen, indem er sich so einen Stuhl, so einen Thron auf die Bühne gestellt hat mit Gitarrenhälsen als Lehne. Da wird jedes noch so üble Rock'n'Roll-Klischee bedient und alles richtig gemacht und gut, aber irgendwie fehlt mir da was, irgendwie das Schräge, das Kaputte, das Böse. So eine Rockband ist kein Dienstleistungsgeschäft, wo man alles ordentlich machen muss, sondern auch irgendwas anderes, da finde ich The Queens of Stone Age schon ein bisschen besser als die Woo Fighters, deshalb da hören wir jetzt die.

Mack the Knife, wir kennen es natürlich als Mackie Messer. Ich habe immer Schwierigkeiten, wenn ich Sachen, die im Prinzip Deutsch erfunden wurden, auf Englisch höre, weil ich weiß dann ja nicht, was gemeint ist. Bei Mack the Knife, wer heißt denn Mack? Also Mackie Messer ist irgendwie noch cool, aber Mack the Knife ist irgendwie, klingt so anders, dass man denkt, es ist was anderes. Aber am meisten habe ich einen Schreck gekriegt, als ich durch New York gelaufen bin. Da waren Riesenplakate, The Nutquacker. Ich dachte, irgendwie irgendein Cracker oder was? Ich dachte, das ist Werbung für irgendetwas, Kartoffelcracker oder was die essen. Ein Nutquacker war dann die Nussknacker-Sweet. Und habe ich gedacht, das ist so ein Schwachsinn, bis mir da natürlich einfiel. Nussknacker ist natürlich auch nicht so erfunden worden. Heißt ja was Russisches, also Tchaikovsky aus Russland. Und das hieß ja, also schon Nussknacker-Sweet ist ja eine Übersetzung für mich. Also habe ich mich selbst getäuscht in mir. Ich habe das nicht gespielt, weil das war wieder von einem König, nämlich von King Kurt und da hat mir besonders gut gefallen, das King ist ja sowas eher fürchtiges, also König und dann kommt danach so ein Kot und Kot ist eigentlich ein Name, der völlig aus der Zeit gefallen ist und ich weiß gar nicht, wo der herkommt, aus der Kirche, Papst Kot oder so, kann ich mir schlecht vorstellen, Indianername auch nicht, Häuptling Kot, ich weiß gar nicht, wo der herkommt, von Kot oder aus dem Skandinavischen, wüsste ich auch nicht. Das ist ja nicht wie, also im Kindergarten, wenn ich mir vorstelle, Kurt, trink deine Milch aus. Das hat mir gefallen, dass ein König sich Kurt nennt. Und jetzt haben wir noch ein König, der nennt sich Tabby, nämlich King Tabby. Und das heißt dann wirklich was Komisches, nämlich viel wie kugelrund oder fassartig, dumpf. Und da fiel es mir ein, ich kannte ja mal die Teletubbies. Und das sind genau die runden Fernseher und die, so wie die aussehen, wird sich King Tabby gefühlt haben, wenn er sich so nennt.

Wir hören aber No Woman No Cry. Genial, jeder hat das Lied bestimmt schon so oft gehört, dass man das so tief im Kopf drin hat, No Woman No Cry, dass da dieser Text kommt und wie er so singt. Und man kennt schon fast jedes Atem, weil das Lied läuft ja oft im Radio oder lief zumindest. Und in der DUB-Version haben sie den Gesang mal weggelassen und ich habe gerade festgestellt, ich habe den Gesang ja im Kopf. Also das war jetzt aktives Musikhören, weil ich mit der Musik mir meinen Text aus dem Kopf zusammengemischt habe und in meinem Kopf hatte ich dann den fertigen Mix zwischen Text, Gesang und Musik. Es ist so genial. Ich kann nur alle dazu einladen, daran mal teilzunehmen und es auch zu probieren. Ich will das gleich nochmal nehmen. Ich weiß nicht, ob ich jetzt das richtige Lied kenne, aber es passt zumindest zu mir, weil es ist der Flakdub. Wieder King Tubby. Jetzt der Vorführeffekt, da kannte ich jetzt das Lied nicht und habe nicht im Kopf so mitsingen können, aber dafür war es sehr entspannt, also ihr könnt es den ganzen Tag hören, wird aber wahrscheinlich nach dem zweiten Lied einschlafen, was ja auch gesund ist, also so gesünder als Fernsehen, so sage ich jetzt mal, oder was. Und King Tabi wartet.

Wir kommen zum nächsten König, King Kuhl. Der hieß nicht immer King Kuhl, der hieß erst Sookit und hat 2010 in seinem Schlafzimmer mit seinen Freunden seine Debütshingel aufgenommen. Da frage ich mich, was der für eine Wohnung hatte, dass der in dem Alter schon ein Schlafzimmer hatte. Also ich habe bis jetzt noch kein richtig Schlafzimmer. Man hat ein Zimmer, also Küche und Einzimmer, in dem man schläft und lebt oder so. Aber er hatte schon ein Schlafzimmer. Also wenn sie sagen, im Kinderzimmer, wie bei Billie Eilish, das verstehe ich noch, weil die hat bei ihren Eltern gewohnt und hat ihr Kinderzimmer. Aber man hat ja nicht ein Kinderzimmer und ein Schlafzimmer. Es sei denn, man hat eine richtig große Wohnung. Ich weiß aber nicht, wie gut man Musik machen kann, wenn man bei den Eltern im Haus lebt. Muss ich King Cole mal fragen, wenn ich ihn nicht sehe, ob er jetzt das im Kinderzimmer oder im Schlafzimmer aufgenommen hat. Auf jeden Fall, als die Single dann rauskam, Out Getting Whips hieß die, hat er sich King Kool genannt. Und auf diesen Namen ist er gekommen, weil er sich einen Film angeguckt hat. Ein US-amerikanischer Film natürlich von Michael Curtis. Der ist ganz alt, von 58 oder so. Und handelt über so einen Jugendlichen, der so, wie nennt man das, Out of Age Drama. Heißt das Out of Age, so wie man so erwachsen wird. Und im Deutschen hat der Film den völlig behämmerten Namen, mein Leben ist der Rhythmus, wie man sowas übersetzen kann, ist mir ein Rätsel und im Englischen heißt er dann halt King Creole und daraus hat er dann King Cool gemacht und jetzt schließt sich der verrückte Kreis, der Hauptdarsteller von King Creole war Elvis Presley, aber den hören wir jetzt nicht, sondern King Cool.

Kings of Leon würde ich mal übersetzen als Könige der Löwen. Eigentlich heißt es ja so König der Löwen oder Löwen der König. Jungs von denen. Was mich auch verwundert, weil eigentlich ist doch in der Wüste der König ja sowieso der Löwe. Quatsch, der Löwe ist der König der Tiere. Und wie kann man denn da noch der König der Könige sein? Ich glaube nicht, dass ein König über sich noch einen König haben kann. Also Kings of the Leon, Könige der Könige. Ist komisch, aber warum nicht, wa? Kings of Leon und jetzt kommt mal einer, der sich mal nicht King nennt, sondern wirklich King heißt. Benny King, stand by me. In Deutschland gibt es einen, der wirklich so heißt, nämlich Roland König, Roland Kaiser.

Was ist nochmal der Unterschied? Der Kaiser wird vom Volk gewählt. Nee, nicht vom Volk, aber der Kaiser wird irgendwie weltlich gewählt und die Könige vererben sich über Familien, über das Geschlecht. Also der Sohn vom König wird der Prinz und dann auch zum König. Wie heißt der, wenn er dann aussortiert, wird der König. Ich glaube, der König, der stirbt einfach. So Rentner, König gibt es nicht, oder? Ich weiß nicht. Aber hier ist noch was drin mit der Königin, denn das Lied heißt Schachmatt. Durch die Dame im Spiel ist er dann auch die Königin.

Schön, dass sie noch dabei sind. Willkommen zur zweiten Stunde. Weiter geht's mit dem King.

Are you lonesome tonight? – Elvis Presley, the King of Rock. Und selbst wenn man der König ist, geht es ihm nicht immer gut. Hier lacht er zwar sehr herzlich, aber ich glaube, Elvis war ein einsamer Mensch. Er ist sehr dick geworden. Er hat 24 Burger am Tag gegessen oder so. Klingt jetzt völlig bekloppt, aber ich glaube, das stimmt sogar. Er hat Tabletten geschluckt wie ein Wahnsinniger. Er hat nur rumgelegen, hat Depressionen gehabt. Also oft lohnt es sich nicht, König zu sein, aber man hat gar nichts davon. Auch der Sonnenkönig, der so in Saus und Braus gelebt haben soll und dem es so gut gegangen sein soll, hatte ganz schlechte Zähne. Die sind ihm richtig rausgefault, weil die Zahnärzte ja auch nicht so weit waren in der Entwicklung. Und am meisten gelitten haben dabei neben ihm selbst natürlich auch die Frauen, die mit ihm schlafen mussten, weil das fürchterlich gestunken hat, weil diese Entzündungen im Mund sehr eklig waren und immer offen und letztendlich ist er daran auch mitgestorben, weil wenn die Zähne nicht in Ordnung sind, dringen die Bakterien sehr schnell in den Körper ein und daran wird man schnell krank und stirbt. Also immer schön die Zähne putzen. Ich war didaktisch, ich hätte ihn noch mit in die Sendung gebracht. Aber es ist wirklich sehr wichtig, man unterschätzt das oft.

König.

Jetzt hören wir mal auf mit Leuten, die sich so Könige nennen oder Königinnen, sondern wir kommen zu Leuten, die über Könige was erzählen können. Und das ist zum Beispiel Disease. Er singt vom King of Cool.

King of Cool und jetzt kommen wir zu Kingston Town. Ich denke, dass Kingston Town ja was mit Königin zu tun hat, also so Königstadt. Wir haben Berlin das Königstor, aber Kingston Town ist eine ganze Stadt auf Jamaika. Ich habe gedacht, das Lied ist von Bob Marley, aber das Lied ist von UB40, was ein bisschen klingt wie über 40, so über 40 Party, ist es aber nicht, sondern es heißt Unemployment Benefit, 40, was ich übersetzen würde mit Hartz IV. Ich habe Bob Marley auch gesehen, als er schon tot war, also nicht ihn, sondern die Band. Die haben im Kulturpark gespielt, im Plenterwald, und da bin ich hingelatscht und dachte, The Veilers, geil, mit Sigi Marley. Und die Musik war erst klassisch, das war total schön, aber es war nicht wie ein Bob Marley-Konzert, denn Bob Marley hat halt gefehlt. Und wenn sein Sohn da singt, ist es der Beweis dafür, dass der Prinz nicht der König ist. Dass es nicht dasselbe ist, dass ein König nur der König ist, aber nicht der Sohn, so traurig wie es auch ist in Kingstentown. Kingstentown. Ich habe es gesehen in Deutschland, also es heißt in Deutschland, in Russland gibt es auch Königsberg, da kommen die Königsberger Klopse her. Heißt jetzt Kaliningrad und nicht Kingstentown. Ich dachte, wir haben auch eine Königstadt so in Deutschland. Ich glaube, auch Königstadt heißt ein Stadtteil von München. Das sollen die sagen, die da wohnen, ich weiß sowas nicht.

Jetzt kommt endlich mal ein Lied, zu dem man einfach mal überhaupt nichts sagen muss. König von Deutschland wäre, würde ich wahrscheinlich bestimmen, dass dieses Lied jeden Morgen gespielt wird, zum Aufwachen. Man müsste sich nur über die Uhrzeit so einigen, weil die Menschen wollen zu verschiedenen Uhrzeiten aufstehen. Wenn jetzt jemand erst um sieben aufsteht, aber um sechs lief schon das Lied, hat das verpasst und wenn man es um sechs spielt, achso, dann hört der es um sieben nicht, genau. Oder der um sechs aufsteht, wenn es um sieben kommt, ist er schon aus zum Haus und hat schon eine Stunde ohne das Lied verbracht. Das funktioniert alles nicht. Da merkt man schon an so winzig kleinen Sachen, wie schwierig das ist, der König zu sein oder über irgendwas bestimmen zu müssen. Eigentlich ein Albtraum.

Das nächste Lied ist wieder was mit King. The King will come. Es heißt nicht, dass der König kommen will, sondern kommen wird. Das ist das Lustige zwischen Englisch und Deutsch. Will heißt wird und nicht will. Also I will heißt nicht, dass ich auch wirklich will. Aber The King will kommen, ob er nun will oder nicht. Die Band heißt Wishbone Ash. Das heißt wirklich Schlüsselbein, weil ich habe überlegt, was ist der Wishbone? Es gibt ja keinen Wischknochen und wird im Sprachgebrauch benutzt als Querlenker oder sowas. Man kennt ja auch Fishbone. Den Engländern fehlt leider das schöne Wort Gräte. Die sagen einfach Fishbone, Fischknochen. Das ist alles ein bisschen vereinfacht. Dann gibt es den T-Born, den kenne ich nur aus der Gaststätte, wenn immer so ein blödes Stück Knochen im Fleisch ist. Dann gibt es noch Airborne, natürlich kein Knochen, sondern das heißt Luftlandetruppen. Oder wird auch benutzt, um zu sagen, wie viel Bakterien oder Radioaktivität sich in der Luft befindet. Das ist alles auch sehr interessant, aber auch sinnlos.

Schöner Trugschluss am Ende. So nennt man das, wenn Schluss ist und dann ist doch nicht Schluss.

Heißt dann Trugschluss, also bei uns zumindest. Wenn man vom König spricht, meint man jetzt nicht immer unbedingt den König, der in der Vergangenheit oder es gibt ja noch welche, in Schweden oder so, irgendeinem Land vorstehen, sondern man sagt ja manchmal einfach, in meinem Haus bin ich der König oder der König der Wälder oder also auch kleine so Könige. Und ich habe ein Lied von Seed gehört, von ihrer neuen Platte. Da erwähnt er auch den König irgendwie, wenn es um sein Haus geht. Ich lese mal gerne vor, was die Kritiker zu dem Lied schreiben, weil die können das alles viel besser so formulieren, als ich das kann. Und man kann dann später noch dann vergleichen, wie sich die Meinung der Kritiker mit dem richtigen Lied deckt.

Ein wenig subtiler gehen es Seed in Common, mein Haus an, einem sehr lässig voranzuckelnden Reggae-Stück, das ein wenig an ihre neuseeländischen Kollegen von den Blackseeds erinnert. Pierre Baiguri, der auch als Peter Fox bekannt ist, singt über Zäune und Clowns, um dann eine Einladung in sein Haus auszusprechen. Alle sind willkommen, egal woher sie stammen und an welchen Gott sie glauben. Sicher kein überraschendes Statement von einer für ihre Weltoffenheit und ihre multikulturellen Einflüsse bekannten Bands, gerade in den Zeiten der sich verschließenden Herzen.

Ich finde das sehr schön gesagt und egal wie das Lied jetzt ist, ich finde es schon mal erstmal gut.

Nächsten Lied habe ich nur erkannt, dass da auch ein König mitspielt, weil David Bowie die wenigen Zeilen in manchen Versionen auf Deutsch singt. Er singt ja, ich bin ein König und du die Königin, sagt er auch in einem sehr liebreizenden Akzent. Und später singt er dann im Refrain, wir sind Helden für einen Tag. Und ich habe das bei mir im Kopf immer so übersetzt, ein König für einen Tag. Und dann hatte ich gleich die Assoziation zu dieser widerlichen Werbung von König Pilsner, wo so ein, ich weiß nicht, sieht aus wie so ein erfolgreicher Webdesigner, der da in so einem 911er Porsche geschraubt hat, zufällig gerade fertig geworden ist, wie es Equal den 100.000 Euro Wagen her hat, erarbeitet bestimmt nicht. Und dann hat er noch so ein feistes Grinsen und dann so, heute ein König, König Pilsner. Und da musste ich leider an dieses Lied denken, weil seit heute ein König, heute bin ich König, Helden für einen Tag. Und die Werbung hat mir das Lied ein bisschen versaut, aber ich habe versprochen, ich werde nie einen König Pils trinken, weil ich den einfach blöde finde. Also schon ein Bier König zu nennen, naja, kann man machen, wenn man will. Irgendwie, wenn sich die Werbung einem die guten Sachen so wegnimmt, dann kann man sie dann auch nicht mehr essen oder trinken. Aber ich muss jetzt die Werbung vergessen und das Lied wieder hören, dann kriege ich es vielleicht wieder irgendwie hin.

Ich glaube, in meiner Einschätzung gehört es zu den zehn wichtigsten, wichtig ist ein blödes Wort, zehn schönsten Liedern der Rockgeschichte der 70er Jahre von David Bowie, nee generell es ist wirklich eines der Lieder, die für mich am meisten die Rockmusik des vergangenen Jahrhunderts verkörpern oder mich am meisten beeindruckt haben. Das ist irgendwie große Kunst ohne dass man weiß warum eigentlich, ist einfach nur gut.

Ich habe jetzt einen schönen Gegensatz: Ich habe jetzt ein Lied, geht auch um König, ich glaube der Text ist von Rilke. Das weiß ich aber nicht genau, weil ich kann keinen mehr fragen. Der, der das gesungen hat, ist leider gestorben. Das ist ein Lied, das insgesamt vier Mann kennen. Ich bin einer davon. Wir haben das mal aufgenommen. Neben unseren Bands haben wir uns immer noch privat getroffen und Musik gemacht. Also ich habe eigentlich mein Leben lang nichts anderes gemacht, als Musik zu machen. Und wenn gerade keine Konzerte fahren, sind wir irgendwo hingefahren mit Instrumenten und haben gespielt. Und diesmal war das eine Kombination von André Greiner-Pohl, dem Freigangsänger, der gerade verboten war und sich gelangweilt hat. Dann Alexander Kriening, unserem Trommler von Feeling B, der aus der Zeit aber schon aus der Band ausgestiegen war, weil er keinen Bock hatte, in einer festen Band zu spielen. Der hatte ja nicht die Disziplin oder so, der war, jetzt würde man verrückt sagen, aber auf eine angenehme Art. Und ich war noch mit, da will ich nichts zu meinem Zustand in der Zeit sagen. Und noch ein Techniker und zwar der, der uns lustigerweise mit der Band jetzt immer noch betreut als Tonmann und wir sind zu viert in ein Haus im Oderbruch gefahren. Einfach ohne Plan, ohne irgendwas, hatten nur die Instrumente mit und haben die da aufgebaut. Dann den ersten Tag haben wir alle zusammengesteckt, den zweiten Tag haben wir die Titel eingespielt und den dritten Tag haben wir nochmal auf Kassetten überspielt, damit wir das unseren Freunden vorspielen konnten und zwischendurch sind wir spazieren gegangen, ich bin mal mit dem Auto gefahren, ich hatte noch keine Fahrerlaubnis, aber ich durfte mit dem Volga von André fahren und wir sind ins Dorf gelaufen, haben uns Milch gekauft und Käse, der ganze Konsum roch ja nach diesem Ostkäse, das war ja wie so Butterkäse, würde man heute sagen, einfach ein gelbes Stück Käse und ich muss sagen, in dieser Zeit habe ich mich wirklich wie ein König gefühlt, wenn man das so sagen kann, man kann auch sagen, ich war einfach nur so glücklich in der Zeit, weil ich habe das gemacht, was mir Spaß gemacht hat, das war warm, ich hatte gute Freunde, wir hatten nette Gespräche, das Leben war für mich richtig in Ordnung. Und dieses Lied, was wir jetzt hören, hat von einer ersten Idee bis zu dieser Aufnahme, die wir jetzt hören, in etwa 15 Minuten so gedauert, dann war alles fertig, weil man nicht nachgedacht hat, sondern einfach gespielt hat, hier ist der König.

König ist 16 Jahre alt Auf The Road, mit dem Lied habe ich mich wieder mal selbst überrascht. Ich dachte, das ist das King of the Road. Ja, ich sollte mal Sänger werden. Ja, das war ein ganz anderes Lied. Das war die Version King of the Road von Fu Manchu. Und da das nicht die Version war, die ich dachte, bin ich mir auch nicht sicher, ob das stimmt, dass das eine Band aus Berlin ist. Aber das muss ja nichts stimmen von dem, soweit ich sage. Fu Manchu ist eine Romanfigur, das wusste ich so auch nicht. Sachs Roma hat die geschrieben, die Romane. Wie heißt man denn Sachs mit Vornamen? Mit X. Die Mutter, wenn ich ja mal gerne sehe, die ihren Sohn Sachs nennt. Der hat 13 Romane geschrieben mit Dr. Fu Manchu, das ist der Böse. Und der will natürlich immer die Weltherrschaft erringen, das passt jetzt wieder zu König. Und sein Inspektor, sein Gegenspieler, der Inspektor Neland Smith, verhindert das aber immer schön, sonst hätte er als Fu Manchu die Weltherrschaft. Und das Besondere an Fu Manchu ist, dass der nicht mit Gewehren und Bomben kämpft oder so, das findet er blöd, sondern mit Pythons und Kobras, Giftpilzen oder Bazillen. Damit ist er heute wieder voll in der Zeit. Dabei sind die Romane ungefähr 1958 geschrieben worden oder so. Aber es geht ja um Könige und nicht um Fu Manchu.

Und mal sehen, ob das nächste Lied, was heißt Der König ist tot, der jetzt wirklich vom König handelt, der auch tot ist.

Das war jetzt mal für die Jugendlichen, die stehen da so am Film ab. Ich persönlich kann mich nicht mehr umwandeln. Ich bin, ich finde einfach, Rackenroll ist meine Musik.

Auch dem Thüringer Wald jetzt nicht mehr so besonders, ich weiß nicht warum. Und Radio 1 hat ja zum Glück diese schöne Allbaum-Aktion gestartet, wo auch ein Lied drauf ist von Tokotronic. Eigentlich ist das Lied nicht von Tocotronic, das ist von Hans-Ulrich Weigel und Wolfgang Schulz gemacht, geschrieben wurde und Juliane Werding hat das früher gesungen, das ist die, die auch gesungen hat am Tag als Conny Kramer starb und passte von der Stimmung aber sehr gut zu Tocotronic und die haben das neu gespielt und heute passt das, weil da auch ein König drin vorkommt, also der letzte Kranich ist wie ein König, also als Vergleich und das ist ein schönes Schlusslied.

Ein Baum kaufen ist auch immer was Gutes, bevor man sich jetzt ein T-Shirt. Da kann man sich auch mal einen Baum kaufen und aufstellen. Ein Baum, ich weiß gar nicht, wie viele T-Shirts der ersetzt in der CO2-Bilanz. Kann ich mal alles so nachrechnen, mache ich jetzt aber nicht. Ich wünsche Ihnen stattdessen eine schöne Zeit. Ich muss ja nicht immer was Kluge auf den Weg geben, könnte ich auch gar nicht. Also tschüss.

Song list

{{Wikitable|class="wikitable" |- |Artist |Song |- |The Rolling Stones |I'm a King Bee |- |Rio Reiser |König von Deutschland |- |The Kinks |Sunny Afternoon |- |King |Love And Pride |- |Queen |Crazy Little Thing Called Love |- |Queens of The Stone Age |In My Head |- |King Kurt |Mack The Knife |- |King Tubby |No Woman No Cry Dub |- |King Tubby |Flag Dub |- |King Krule |Dum Surfer |- |Kings of Leon |Closer |- |Roland Kaiser |Schachmatt |- |Elvis Presley |Are You Lonesome Tonight (Laughing Version) |- |Disiz La Peste |King of Cool |- |UB 40 |Kingston Town |- |Sex Pistols |God Save The Queen |- |Wishbone Ash |The King Will Come |- |Seeed |Komm in mein Haus |- |David Bowie |Heroes |- |Flake und Freunde |Der König |- |Fu Manchu |King of The Road |- |Boz Kollegah |Der König ist tot |- |Bernd Dewét & Krakatoa |Der Rock 'n' Roll King vom Thüringer Wald |- |Tocotronic |Der letzte Kranich (ALBAUM) |-