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Flake talks about stars.

Transcript

Radio 1. Flake, des Tastenfickers-Podcast. Herzlich willkommen.

Irgendjemand hat mal, als er über die USA-Fahne gesprochen hat, gesagt, ja, die Stars and Stripes. Und da habe ich gedacht, das ist natürlich klar, ich habe an Marilyn Monroe gedacht und so. Und habe gedacht, klar, USA ist einfach das Land der Stars, der Filmstars, der Rockstars. Und Stripes habe ich als Stripped gesehen. Ich dachte, na klar, da ist ja alles so sexualisiert, die strippen den ganzen Tag. Der Stars und Stripes nüscht weiter heißt als Sterne und Streifen. Vielmehr eigentlich erst dann, als ich mich auf die Sendung so vorbereitet habe. Denn heute geht es über Sterne, geht es um Sterne. Ich rede über Sterne und Sterne heißt ja Stars. Und jetzt frage ich mich, ob es überhaupt noch Stars gibt heutzutage. Und ich sage ja, aber die Mehrzahl von Stars ist nicht Stars, sondern Stare. Und der Star, ich weiß nicht, warum der so genannt ist, ist der am weitesten verbreitete und häufigste Vertreter der Familie der Stare. Das ist der Star, also der gemeine Star, das ist der Star, der häufigste Vertreter der Stare, das kann ich mir fast vorstellen. Ich muss aufpassen, dass ich nicht sage, der Stare, obwohl das auch gut klingt. Ja, ist einer der häufigsten Vögel auf der ganzen Welt. Also der Star ist auch der Star unter den Stars, habe ich das nicht schön gesagt?

The Stars, also wir machen gleich weiter, die Stars, oder The Stars are the light, vom Moon-Duo. Ich weiß nicht, was The Stars are the light heißt, es ist bestimmt so was Inhaltsvolles wie der Himmel ist der Sky. Aber heute geht es nicht um Himmel, heute geht es nur um die Sterne. Ob der Mond kein Stern ist, wissen wir. Aber der Stern, den wir heute behandeln, hat ja zwei Bedeutungen. Das eine mal die astronomische und die menschliche Komponente. Im Prinzip wird der Star, heißt es Star oder Star? Ich kann Rockstar. Der Star wird natürlich Star genannt oder Stern, weil er leuchtet. Also ich meine jetzt den Menschen, weil er eine Strahlkraft hat, weil er von vielen Menschen gesehen wird und weil er unverrückbar dasteht. Also man kann ja nicht einen Stern mal so einfach wegnehmen. Es ist ja selten so, dass ein Stern ist mal da und mal nicht, sondern Sterne sind da oder nicht. Genauso wie, ich nehme mal die Stones als Beispiel. Die Stones sind immer da, Sonne, Mond und Stones. Sonne, Mond, ja. Weil wer einmal da ist, der ist ja da, der geht ja nicht wieder weg. Man kann ja die Vergangenheit nicht auslöschen oder so. Man kann höchstens noch 200 Jahre warten, dann sind die Stones vielleicht dann nicht mehr so bekannt wie jetzt. Aber immer noch da, am Himmel. Der Rockstar, ach, das klingt so schön. Wir haben eine Gruppe mit Stars, die eine selbsterfüllende Prophezeiung vorgenommen haben und damit sind sie auf der Welt fast einzigartig. Hier sind die Ärzte.

Es ist unfassbar, die Ärzte haben wirklich 1980 oder 1981 gesungen und sind wirklich Stars geworden. Es hat alles gestimmt. Vielleicht muss man nur oft genug irgendwas sagen, die Auto-Ogestion, die wirkt ja manchmal. Das Lustige ist, dass wir das Lied natürlich auch gesungen haben. In der Zeit, als wir mit unserem kaputten LKW auf Tour gefahren sind, haben wir auch mal gesagt, eines Tages werde ich mich rächen und so. Also es ist natürlich so, dass damals die Frauen uns nicht beachtet haben, also überhaupt nicht und ja, ich weiß nicht, im Prinzip ist ja alles gut, wie es so gekommen ist oder so, aber es ist mir schon öfter aufgefallen, dass jetzt Frauen zum Konzert kommen, die ich früher richtig gut fand, die nicht ein Wort mit mir gewechselt haben und auf einmal wollen sie karten und ins Backstage und angeblich fanden sie mich schon immer nett oder so. Habe ich nur halt nicht gemerkt und nützt mir das, wenn jemand mich vor 40 Jahren nett fand. Also wenn dann den Moment, wo ich dann will, dann die nicht oder so. Und ich habe gesagt, ich habe mich, also ich würde sagen, mit dem Rechen ist Quatsch, weil, also ich will jetzt nicht die Herzen aller Mädchen berechen oder so, aber weil Rache gibt einem doch nicht die Befriedigung, die man oft denkt, würde ich sagen. Also in vielen Situationen, wo man denkt, aber die müsste man mal, da gibt es einen ganz einfachen Trick. Man lässt einfach ein bisschen Zeit vergehen und dann braucht man auch die Rache nicht mehr, weil Rache schadet eigentlich nur beiden Seiten. Ich wollte jetzt ja nicht über Rache reden, sondern über Sterne.

Aber wenn die Ärzte so über sich singen, ist das genial. Ist einfach genial. Ich mag es nicht, wenn Bands über sich selber singen. Ich meine, wer im Glashaus sitzt und nicht mit Stein schmeißen, selbst die Stones haben immer auch viel über Ich gesungen. Bei Street Fighting Man oder so oder bei Liffes Me, da erzählt er auch, er steht erst um 4 Uhr auf und so, lebt auch mal trotzdem. Aber bei den Ärzten hat es gestimmt. Was machen die Ärzte in ihrer Genialität? In der Wuhlheit, als ich zum Konzert war, haben sie umgekehrt gesungen. Haben gesagt, ja, bei mir gibt es immer nur Sushi, aber du willst ja Currywurst essen und das ist dir zu langweilig, gehe nur in Arthouse-Filme und mit dem jetzt in Rambo und hat das Lied so rumgedreht, dass er da reich ist und ihn deshalb die Frau nicht mag. Da kann ich sagen, stimmt wieder. Verrückt. Aber heute jetzt um Sterne und was liegt da näher, als die Sterne noch zu spielen?

Und das fand ich so ziemlich gut. Das ist immer singen Hey Dieter oder Hey Sheila. Ich habe es nicht verstanden. Wer singt denn Hey Dealer? Also ich kenne keinen Dealer, der mit Dealer so angeredet werden möchte. Da ist dann Micha oder ich will jetzt hier keinen Namen nennen. Aber Hey Dealer, Hey Polizist. Man sagt also irgendwie, aber den Polizisten steht jetzt ein Namensschild dran. Die kann man ja mit Namen ansprechen. Oder eine Nummer wenigstens. Hey 42 684. Das ist die Nummer von Alarm im Sperrbezug. Nee, 6, 9, 8. Was man sich von Quatsch merkt. Ich hab's mir auch nicht gemerkt. Heißt das China ist ein Punk-Rocker oder Sheila ist ein Punk-Rocker? Es ist völlig egal, weil es ist ja auf Englisch. Die Stones singen auch auf Englisch. Und die singen auch was über Sterne. Und zwar Starfucker. Ich hab das Lied nie im Radio gehört. Ich weiß gar nicht, wie das Lied geht. Ich glaube, ich kenn das Lied auch gar nicht. Inzwischen, so kenn ich's doch. Aber ist schon interessant, dass man sich selbst als Ficker bezeichnet. Also einem ist da Ficker. Wie krank muss man denn sein, wenn man selbst sagt, man ist ein Ficker? Also muss man erst mal drauf kommen. Hier sind die Stones.

Keith Richard fragen, wie er das immer fand, wenn Mick Jagger neben ihm so rumgehampelt ist und geschrien hat, ich bin der Stoafucker, Stoafucker. Ob ihm das peinlich war, ob er sich da fremdgeschämt hat oder was da so los war. So David Bowie kann ich leider so nicht mehr fragen, weil er gestorben ist. Der war ja auch angeblich sehr gut bekannt mit Mick Jagger. Aber wir können von David Bowen ein Lied hören, was mit Sternen zusammenhängt, nämlich Blackstar. In meinen Augen ist es ihm unheimlich gut gelungen, die Einsamkeit und Unendlichkeit des Weltalls in Töne umzuwandeln und mir nahezubringen. Es kann daran gelegen haben, dass er seinen eigenen Tod wahrscheinlich schon vor Augen hatte und die Unendlichkeit der Zeit und des Todes ist ja wahrscheinlich ähnlich die dem des Weltalls. Und vielleicht hat er schon einen Schritt weiter blicken können als normale, gesunde Menschen oder so. Das sei jetzt aber nur dahingestellt. David Bowie hat Black Star gesungen. Das darf man auf keinen Fall verwechseln. Also heißt er Schwarzer Stern mit schwarzen Löchern.

Ich habe versucht mal zu verstehen, was schwarze Löcher sind. Und in drei Sätzen erklärt, ist es gar nicht so kompliziert. Man muss sich vorstellen, eine Sache ist so unfassbar schwer, also so viel Masse auf so geringem Volumen, dass die Gravitation, das heißt die Anziehungskraft extrem stark ist. Die Anziehungskraft wirkt ja zwischen zwei Körpern mit Masse und die Masse, die zieht sich an. Und wenn ein kleiner Körper ganz viel Anziehungskraft hat, zieht er im Prinzip alles an sich ran. Und die Sachen, die zieht er an sich ran und lässt sie nicht wieder weg. Er kann doch nicht daran vorbeilaufen. Alles, was in die Nähe kommt, wird angezogen, angesaugt. Und die äußere Grenze dieses Ansaugbereiches hat einen sehr schönen Namen, der Ereignishorizont. Das heißt, hinter diesem Horizont oder innerhalb dieses Horizontes kommt nichts raus, keine Strahlung, keine Information und keine Materie. Ist das nicht schön? Die Vorstellung, da ist was, da geht alle drin, nüscht raus und das Licht, was da reingeht, geht auch nie wieder raus, deshalb heißt das schwarze Loch und dunkles Loch. Und dieses Schwarze und Dunkle kann auch Nick Hew sehr gut verkörpern, aber ich hoffe, dass das Lied ein bisschen dem Leben zugewandter ist, als Private Dancer, ist eigentlich von Tina Turner, stimmt nicht, heißt Cosmic Dancer und jetzt nach David Bowie tanzt Nick Hew durchs Weltall, mal sehen wie das klingt.

Ich fang mit Lucky Star. Wenn ich Sterne höre, fällt mir ein dieser blöde Spruch, ey, ich hab Sterne gesehen, du siehst gleich Sterne. Und im Comic immer, wenn dir irgendwie mit dem Kopf da jenen Knallen sind, der auch immer so lustige Sterne zeichnet, bei Donald Duck oder so. Und ich habe natürlich gedacht, irgendwann werde ich auch mal Sterne sehen. Und es ist passiert und es stimmt wirklich. Aber sie sahen bei mir anders aus. Es war so, wir hatten in der Schule ganz glatt gebohnerte Fußböden. Und mit meinen Sandalen konnte ich mich dann hinhocken und ein Klassenkamerad hat mich an Händen genommen und so hockend gezogen, dass ich im Prinzip in der Hocke auf meinen Lattensohlen durch den Klassenraum geschlittert bin, im Hock-Sitz, wie nennt man das, mit dem Po hoch und nur auf den Füßen. Und als dann die Wand kam, hat er mich so rumgeschleudert, aber die Kurve war größer, also mein Wendekreis war größer als geplant. Und ich bin wirklich seitlich mit dem Kopf einfach stumpf gegen die Wand geknallt. Und dann fiel von oben wie so ein Goldregen, wie so ein Teppich aus goldenen, wie wenn man so selbst geschnitten, also diese grobe Konfetti hat, so diesen konkav geschnittenen Rändern. Die Sterne hatten jetzt nicht diese langen Zacken, sondern wären mehr so wie stumpfe Sterne. Und die fielen langsam golden hinter weißem Vorweiß im Hintergrund der Wand, also diese gestrichene Wand, von oben nach unten fiel so ein Regen, so ein Teppich aus Sternen. Und ich muss sagen, ich habe schon schlechtere Sachen gesehen. Ich habe auch schon schlechtere Musik gehört, als ihr kommt. Hier ist Depeche Mode.

So schön gruftig oder so, vielleicht mache ich auch eine Rückentwicklung zum Gothic-Fan. Depeche Mode ist ja eine der Bands mit den meisten Autos auf Klebern, zumindest im Land Brandenburg. Und die hatten immer ihr Blümchen, dann stand so Depeche Mode, war alles schön. Und jetzt irgendwann hatten sie so eine Art Imagewechsel oder einen neuen Grafiker in der Band oder so. Und jetzt ist auf den Autos so ein stilisiertes DM. Da habe ich gedacht, das ist jetzt hier Deutsche Markt, die AfD wieder oder so, aber dazu sahen die Fahrer einfach zu nett aus und dann fiel mir ein, es gibt ja auch DM, diesen Drogeriemarkt, da habe ich gedacht, wieso heißt die Drogerie jetzt nicht Rossmann, sondern DM oder so und Schlecker, Schlecker ist Familie Schlecker, Rossmann ist hier dieser, ich sage mal, Buchautor und DM heißt wirklich, habe ich lange recherchiert, also ich habe nicht lange recherchiert, ich bin selber drauf, ich war ohne mehr, heißt Drogerie Müller. Und das ist nicht zu verwechseln mit Müller-Milch, obwohl das könnte auch derselbe sein. Müller-Milch fand ich früher gut, weil da hatten die diese Joghurts und da ist immer so ein Männchen so rausgesprungen mit einem Cowboy oder so und dann haben die so zusammen gegessen. Das muss eine ganz verrückte Zeit in den 90ern gewesen sein, als ich die Werbung noch gut fand. Also ich habe noch fern geguckt, weil ich erstens fernsehen konnte, weil ich einen Fernseher hatte nach der Wende mal kurz. Und dann fand ich die Werbung richtig so lustig und ich habe darauf gelauert, dass eine neue Werbung mit Müllermilch kommt. Und eine Werbung ist mir im Gedächtnis noch geblieben, ist aber nicht Müllermilch, sondern irgendein Schokoriegel Mars oder Bounty, wo die Klitschko-Brüder laufen. Klitschko-Brüder finde ich per se einfach nur gut. Und dann rennen die so und dann hat der Vitali, mach Pause, Pause Vitali. Und immer wenn ich jetzt eine Pause machen will, sage ich Pause Vitali. Aber hier ist noch keine Pause, sondern wir machen… Habe ich jetzt veralbert? Nee, habe ich natürlich nicht. Bin voller Hochachtung.

Jetzt kommt noch ein Lied über Sterne und zwar vom selben Stern. Und das ist nicht von mir, aber von ich. Von ich und ich. Da dran, ich nehme den Schmerz von dir. Den Schmerz von dir. Hör auf, Musik ganz laut. Das letzte Eis ist aufgetaut. Ich nehme den Schmerz von dir. Ich nehme den Schmerz von dir.

Der zweiten Teil zum Thema Sterne. Das erste Lied geht gleich um einen besonderen Stern. Ich weiß nicht genau, wie man es übersetzt. Entweder ein Felsbrockenstern oder ein Rüttelstern. Rockstar. Schöner Schluss. Das war Melred mit Rockstar. Und bei Rockstar habe ich irgendwie so ein klares, festgefahrenes Bild vor Augen, irgendwie aus den 80ern. Was daran liegen mag, dass es Rockstars im Prinzip richtig, eigentlich hauptsächlich nur in den 70er, 80er Jahren gab. Danach gab es keinen richtigen Rock mehr. Da hat sich das zu sehr aufgespalten in DJs und Techno und wisst ihr, der Geier. Und davor gab es einfach noch keine Rockstars. Das ist ja das Verrückte, dass das Rock’n’Roll und Rock ja generell erst seit den 50er, 60er Jahren gibt. Und das wird auch niemals so wiederkommen, weil jedes Ding hat seine Zeit. Das kommt auch kein Mozart mehr wieder oder kein Dixieland oder wie gesagt. Das ist dann, wann das war. Und deshalb habe ich da eben dieses Bild aus dieser Zeit. Swimming-Pools, Rolls-Royce, klar, das ist ja auch die westliche Welt, die im Prinzip die Rockstars hervorgebracht hat. Ich glaube nicht, dass man das in Asien auch Rockstar nennt, falls die in der Zeit auch richtig so Rockmusik gemacht haben. Ich weiß so wenig über die Welt. Ich sehe die Sektflaschen, die sinnlos aufgeknallt werden. Ich sehe die ganzen nackten oder halbnackten Frauen. Ich sehe die Hotelzimmer, die entweder völlig geschmacklos überladen eingerichtet sind oder richtig schön zerkloppt werden. Ich sehe aus dem Fenster fliegende Fernseher. Ich sehe sinnlos betrunkene Menschen mit hässlichen Klamotten. Ich sehe sehr einsame Menschen, die nachts irgendwo liegen und vor Einsamkeit sich besaufen und Drogen nehmen und am besten dann eigentlich auch früh sterben. Denn so ein richtiger Rockstar kann nicht alt werden, weil dann ist er kein Rockstar mehr, dann wird er eine Legende. Also jetzt Lennart Kohn war kein Rockstar, aber hat auch keine Rockmusik gemacht in dem Sinne. Insofern ist es nicht schwer, kein Rockstar zu sein. Michael Jackson war auch kein Rockstar. Michael Jackson war King of Pop. Das ist kein Rockstar. Elvis Presley war auch kein Rockstar. War King of Rock’n’Roll. Wer war jetzt eigentlich ein Rockstar hier irgendwie? Purple oder naja, auch schon wieder. Ich weiß es nicht. Wer ist ein Rockstar? Also muss ich jetzt mal überlegen.

Inzwischen hören wir mal die Schande, die über einen Superstar singen. Aber sie meinen mal ausnahmsweise und erfreulicherweise nicht sich selber, sondern einfach ihr geliebtes Mädchen, würde ich mal denken. Klingt ganz schön schräg. Ich glaube, das ist völlig verzerrt und so. Ich habe die CD auf dem Trödelmarkt für 50 Cent oder so gekauft und ich kannte die Band, ich habe die gekauft, weil ich war mit der Band unterwegs, als dass wir mit Rammstein vor unserer ersten Platte von der Plattenfirma auf eine Händlertour geschickt worden sind. Und da haben sie uns mit drei anderen Bands spielen lassen. Eine davon war die Schande, die in dieser Zeit eigentlich schon Superstars waren. Also der Sänger zumindest war so ein Natural Born Superstar. Der hat auf diesem kleinen Rahmen, wir haben ja da oft vor 30, 40 Händlern gespielt oder Vertriebsleuten. Die Stimmung war null. Da ist er im letzten Titel im Bademantel wie Udo Lindenberg, Erquatschule Jürgens, auf die Bühne gekommen. Hat sich so feiern lassen, hat so Akkorde gespielt und verkauft. Er war einfach ein Rockstar oder sah auch gut aus. Und es hätte alles klappen können. Aber wahrscheinlich ist irgendwas schiefgegangen. Ich weiß nicht, was. Also an der Musik hat es jetzt nicht gelegen, sag ich mal am Sound vielleicht. Aber das kann doch jetzt daran gelegen haben. Und dann haben sie irgendwie die CDs gepresst und verschabelt. Ich weiß gar nicht, ob die eine richtige LP rausgebracht haben oder ob das eine der CDs war, die sie aus Promotion-Gründen gemacht haben und irgendwie an andere Plattenfirmen schickt haben oder so. Auf jeden Fall kann ich mich noch sehr gut daran erinnern, dass wir immer in einer anderen Reihenfolge gespielt haben, damit es gerecht ist, damit immer eine Band die Hauptband ist, die Superstar-Band ist. Und der Ansager war dieser Schlagersänger Pape. Ich weiß nicht, wie der heißt, der gesungen hat: „Ich altes Trottelgesicht habe mich wieder verliebt. Wir schreiben 1984. Verdammt, ich liebe dich“ oder so. Und der hat immer gesagt: „Und jetzt kommt die Schande.“ Und da denke ich, warum macht der das? Und der hat das natürlich vom Boxkampf übernommen. Und da habe ich gedacht, warum machen die das beim Boxkampf? Und einfach, damit man das mitkriegt. Weil im Boxkampf ist Stimmgemurmel und Zeug, man weiß nicht, wer das ist. Und damit man irgendwie mitkriegt, wer es ist, dass irgendjemand, der Typ kommt mit und ihn versteht, kommt dann Henry Maske. Oder Axel, ob es aber Axel Schulz auch gemacht haben. Oder Axel, nee, das klingt nicht. Schulz oder Schulz. Ich übe noch ein bisschen. Erstmal kommt jetzt Cypress Hill mit Superstar. Mal sehen, ob das auch so klingt wie bei der Schande.

Ich bin immer wieder, ich bin immer wieder. You know what I’m saying? I mean, fuck you in this game too. There’s gonna be another cat coming out, looking like me, sounding like me next year. I know this. It’ll be a flip side to what you did. Somebody else trying to spin off like some series. Superstar. Manchmal frage ich mich, ob es wirklich noch normale Stars gibt. Denn seit Heidi Klum, die das schafft, das Wort super 28 Mal in einer Minute auszusprechen, gibt es eigentlich nichts Normales mehr. Versuchen sie mal ein Model zu finden irgendwo. Gibt es nicht, es gibt nur noch Supermodels. Rockstars, heißt es dann Rock-Superstar oder Super-Rockstar? Also bei Rockstars, da klappt es noch, da sind nicht alles nur Superstars. Und es gibt auch andere Sterne, nämlich, das heißt dann auf Englisch Another Star. Und der Interpret ist Stevie Wonder.

Stevie Wonder, der kann er bekanntlich nicht sehen. Ich wollte mal gucken, ob es am grauen Star oder am grünen Star liegt, aber er hat nichts von beiden. Er war eine Frühgeburt und wurde in einen Inkubator gelegt, was ja an sich eine super Sache ist. Aber der Sauerstoffgehalt war zu hoch. Man glaubt nicht, dass es jetzt so weit geht, man kann auch zu viel Sauerstoff kriegen. Bei ihm führte das zur frühgeborenen Retinopathie. Ich wollte das so tun, als spreche ich das Wort so laufend aus. Also ist mir das völlig geläufig, dass man eine Retinopathie kriegt. Aber ich habe es natürlich auch nur aus dem Internet. Und das führte bei ihm zur Blindheit, aber er hat mit vier Jahren schon im Kirchenchor gesungen, wo man natürlich jetzt nicht unbedingt was sehen muss. Und mit neun Jahren konnte er Klavier spielen, Mundharmonika spielen und Schlagzeug spielen, wo ich überlegt habe, ob das alles auch Instrumente sind, die er extra gewählt hat, weil sie sich blind gut spielen lassen. Beim Klavier hätte ich jetzt Schwierigkeiten, aber Ray Charles hat es ja auch geschafft. Und da ist wahrscheinlich einfach der Trick, dass man immer zwei schwarze Tasten und dann drei schwarze Tasten hat und einfach mit dem Finger fühlen muss, ist das jetzt die Zweiergruppe oder die Dreiergruppe und dann hat man ja die Entfernung in der Hand. Beim Mundharmonika, da muss man nichts sehen, weil da sieht man ja auch nichts, wenn man sie im Mund hat. Ich habe ja im Mund keine Augen oder so. Und deshalb ist es, und Schlagzeug, der die Trommeln auch so schön groß, die trifft. So mancher, ja, wie komme ich jetzt drauf? Ah ja, wir machen erst mal wieder was Erfrischendes.

Jetzt kommt DJ Ötzi, ein Stern, der deinen Namen trägt. Hätte ich fast gesagt, aber sowas spiele ich natürlich nicht. Denn ein Typ, der beiden Geissens zum Überholstag spielt, hat er in einem Fernsehen gesehen. Und da hat er auch ein paar Worte gesagt. Und das war so ernüchternd, dass ich gedacht habe, manche Sachen gehören einfach nicht ins Radio. Dafür nehmen wir fünf Sterne Deluxe. Die spiele ich jetzt wirklich.

Die Sterne mit Wanda. Nein, das waren die Wanda mit die Sterne. Und Wanda, wenn ich den Namen höre, muss ich immer an den Film denken, einen Fisch namens Wanda, wo die Stelle im Gericht ist, wo der steht und Wanda hat gesagt, dass er losgegangen ist mit dem Maschinengewehr oder so. Und er sagt, Wanda? Und ja, wieso Wanda? Und da kommt er raus, dass er sie kennt, weil er so überrascht ist. Und dann versucht er, das in eine Richtung zu lenken, dass er nicht aufhört und sagt, Wanda, Wanda, Wanda, Wanda war es da, Wanda und so. Versucht dann ein Wort rauszuformen und versucht es so, ich meine, da ist alles schon längst so verloren in dem Moment. Und dann habe ich mir überlegt, nach fünf Minuten, wie sie das im Original gemacht haben. Also ich gucke ja die Filme grundsätzlich so übersetzt, schon aus Trotz einiger Bandkollegen gegenüber, die immer sagen, Filme kannst du nur im Original gucken, sonst kommt ja nicht die Emotion rüber. Du verstehst ja ja nicht, wenn du nicht im Original guckst und so. Und ich gucke, aber mir ist im Film wichtig, dass ich die Handlung verstehe. Und dazu will ich auch verstehen, was die Leute sagen. Und deshalb höre ich mir die Übersetzungen an. Ich meine, beim französischen Film kicken sie ja auch nicht in Original. Wie dem auch sei, im Englischen ist ja wann, when, dann musst du ja sagen Wenda, aber die heißt ja nicht Wenda, die hieß ja auch Wanda im Englischen oder so. Aber der Film war so wichtig, was heißt wichtig, wir waren alle verliebt in Jamie Lee Curtis, glaube ich, weil damit spreche ich wohl für eine ganze Generation von Männern. Und da gibt es die Szene ziemlich am Anfang, wo die den Tresor finden und der ist leer. Und dann schreit der eine: „Ich bin enttäuscht.“ Und das hat den Weg sogar in Rammstein ein Lied gefunden. Bei Bück dich, es kommt dann die Zeile bei der Strophe immer: „Ich bin enttäuscht.“ Und das ist ein direktes Zitat aus dem Film Ein Fisch namens Wanda. Also wenn er die Band zur Bandbenennung geführt hat, ist es nicht nur das. Der Film hat auch unsere Texte beeinflusst, kann man mal so richtig sagen. Aber ich spiele es hier nur, weil Sterne heißt. Obwohl Wanda kann man immer mal spielen. Oder auch den Film gucken. Der wird ja nicht schlecht. Hat zwar nichts damit zu tun. Ich kick die ganze Zeit, was das nächste Lied sein könnte. I will be a star. Ich dachte, es heißt I wanna be a star. Aber Sugar Food scheint sich sehr sicher zu sein.

Star mit der Liebe ist ja die schwierige Sache, dass der andere für einen im Prinzip ein Stern ist und den man liebt. Aber man will selber auch der Stern vom anderen sein. Was nützt einem die Liebe, wenn man nicht zurückgeliebt wird? Könnte man sagen, ist genauso gut, Hauptsache man selbst liebt. Also weil Lieben ist wahrscheinlich wichtiger als geliebt zu werden. Goethe hat gesagt, Lieben und geliebt zu werden ist das größte Glück auf Erden. Aber wer geht schon immer vom größten Glück aus? Und es ist immerhin besser, man liebt jemanden, auch wenn man nicht der Star von dem ist, den man liebt. Aber dann liebt man den wenigstens. Und das machen viele ja auch in der Musik. Ich meine, Stern ist immer, also mein Stern, sagt man mein Stern zum Geliebten oder zur Geliebten, eigentlich auch eher nicht, aber man sagt meistens, die Augen sind wie zwei Sterne und sie guckt mich aus ihren Sternaugen an, rote Lippen, schwarzes Haar und die Augen leuchteten wie zwei Sterne, so klar, was war denn das? Anita, Anita, nee, das war das andere. Rote Lippen, schwarz, ich weiß auch nicht mehr, das muss irgendein schlimmer Schlager gewesen sein. Jedenfalls habe ich, wenn ich ein Liebeslied höre, eigentlich immer Sterne in den Augen vor Augen. Und im nächsten Lied, ich glaube, da geht es auch um Sterne in den Augen oder ich habe mir den Text nicht richtig angehört. Auf jeden Fall heißt der Wo bist du, mein Sonnenlicht.

Keit ja nicht so rumzudrucks und brauchen Sonnenlicht. Ist doch klar, die Sonne ist der größte Stern unseres Sonnensystems. Weil die Sonne ist auch ein Stern. Wisst ihr von meiner Tochter? Es ist gut, wenn man ein Kind hat, was in die Schule geht. Wir machen noch ein Lied mit Sternen, aber jetzt wieder mit Radiosternen.

Video Kill to Radio Star. Irgendjemand hat mir mal erzählt, das war das erste Lied, was bei MTV gespielt wurde. Stimmt aber nicht. Ich habe nachgeguckt, das war Money for Nothing, die Dyer Straits. Jetzt frage ich mich, wie man ein Radio- oder Fernsehsender beginnen kann mit Money for Nothing. Das ist doch ein schlechtes Omen irgendwie. Und dann habe ich auch mal bei Viva geguckt. Und Viva war ja im Prinzip der deutsche Musik-Fernsehsender. Und da haben die Fanta 4 das eröffnen dürfen mit einem Video zu dem Lied Du bist zu geil für diese Welt, was auch schon wieder schwierig ist für einen Fernsehsender. Und dann kam das Verrückte, das Lied der Sender Viva, ging auch zu Ende, wurde geschlossen. Und als letztes Lied, jetzt kommt die riesige Überraschung, kam wieder die Fantas, du bist zu geil für diese Welt.

Irgendwie geht alles zu Ende. Es ist ja nicht nur so, dass es MTV und Viva so nicht mehr gibt. Zu MTV gibt es vielleicht noch in irgendeiner Form. Wiss ich nicht. Das gibt ja auch Videos, also Videokassetten nicht mehr. Letztens vor drei, vier Jahren haben sie gesagt, heute ist die letzte Videokassette der Welt produziert worden. Und wie ich weiß nicht, mit welchem Film. Und man erlebt immer öfter Sachen, die anfangen und aufhören. Also gerade, wenn man älter wird, wie zum Beispiel die Videokassetten. Auch irgendwann wird die letzte CD gepresst werden. Mein Vater war schon so schlau, der hat das völlig ausgelassen. Der hat Platten gehört, hat sich dafür interessiert. Man hat da einfach in Ruhe so abgewartet. Und dann, jetzt hört er wieder Spotify-CDs. Und diesen ganzen Quatsch hat er einfach, Minidisc und BZ-Quad alles komplett ausgelassen. Hat nur halt gewartet, ein bisschen mit Geduld. Jetzt kann er wieder alles hören zu seiner Johnny Cash Aufnahmen und so. Manchmal ist es gut, einfach zu warten. Manchmal springt man auf den Zug auf. Manchmal ist es richtig, manchmal ist es falsch. Manchmal öffnet eine Kneipe und dann schließt sie wieder. Ist es jetzt gut hinzugehen oder ist es eigentlich Quatsch? Weil die schließt ja dann sowieso wieder. Aber dann müsste man ja auch sagen, dann ist ja eigentlich das ganze Leben Quatsch. Weil wenn man immer daran denkt, dass was auch zu Ende ist, ist es ja kein Grund, das nicht auch zu machen.

Ich komme ein bisschen weg vom Thema. Kelly Watch the Stars. Die Sterne angucken kann man sich immer, auch wenn das jetzt keine gelungene Überleitung ist. Kelly, was fällt mir da ein? Die Kelly Family. Nee, die spielen wir jetzt nicht. Wir spielen wirklich so Kelly Watch the Stars von Air. Den einfach in die Sterne zu gucken. Denn die Sterne beinhalten eine gewisse Kontinuität. Die werden sich nicht verändern, nur weil man Ärger hat irgendwie mit dem Chef, mit dem Mann, mit der Frau, mit den Kindern. Wie ist der Geier? Sondern die Sterne stehen einfach da und bleiben auch da, egal was passiert. Und das ist zumindest doch irgendwie so beruhigend. Und auch wenn alle zu Ende geht, die Sterne werden stehen bleiben, oder? Wiss ich nicht. Also eigentlich, ich komme zu dem Thema, weil die Sendung ist jetzt zu Ende. Aber es geht, wie gesagt, manches ist endlich, manches nicht. Und wie Mark Twain sagte, die Dummheit der Menschenheit ist unendlich. Ich meine, wenn das kein schöner Trost ist. Ich wünsche einen schönen Abend und ein kleiner Tipp vom Doktor. Einfach jetzt ins Bett gehen. Tschüss.