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Flake talks about farewells.

Transcript

Radio 1, Flake, des Tastenfickers-Podcast. Und herzlich willkommen, da bin ich wieder.

Wenn ich früher irgendein lustiges Wort gehört habe, irgendwie Schlüpferstürmer oder was weiß ich, da habe ich gedacht, Mensch, das ist ja geil, so könnte man eine Band nennen. Verrückter Name, Schreibtischlampe, da ist jetzt kein guter Name. Kante, ich gucke jetzt hier hilflos rum, ich finde nichts. Kröte, Chamäleon, da könnte man auch eine Band nennen. Aber mache ich nicht mehr, jetzt denke ich immer dran, ob man so eine Biografie nennen könnte. Weil wenn man so ein Buch schreibt, finde ich immer gut, wenn die einen schönen Namen hat bei einer Biografie. Und wenn ich jetzt ein Nachkriegskind wäre, würde ich die Biografie vielleicht nennen Sechser Kartoffeln oder so. Freie deutsche Jugend, so gibt es ja schon. Flecken auf dem Fell der Katze, klingt auch richtig gut. Wieder mal zu spät. Naja, mir fällt nichts ein, das ist jetzt Quatsch für eine Biografie als Titel. Ich fand nur gut, mach dein Bett, bevor es dunkel wird. Klingt mehr wie ein Ratgeber, kann aber auch eine Biografie sein. Neues aus dem Geredeschuppen. Also naja, ist jetzt auch nicht der ideale Biografiename, weil die Biografie ist ja nichts Neues. Ich sage das nicht einfach nur so vor mich hin, weil ich senil bin, das trifft natürlich auch schon fast zu, aber ich will auf ein Thema hinarbeiten, mich, und zwar auf das Thema Abschied.

Und da komme ich wieder über die Biografien, weil eine Biografie von dem Schriftsteller Helge Schneider heißt Guten Tag, auf Wiedersehen. Und da dachte ich, das ist ja genial. Das ist ja so genial, da ist alle dran. Ankunft, Abschied und auf Wiedersehen. Also kommen und gehen und das Leben dazwischen ist dann auf, nee Quatsch, also der Anfang und das Ende jedenfalls enthalten und da habe ich gedacht, Mensch, geht es noch genialer? Weiß ich nicht, aber geniale Musik gibt es auch, hier sind die Animals.

To me ist zur Zeit mein Lieblingslied. Ich habe das, klingt immer blöd, auf YouTube entdeckt. Eigentlich fand ich die Animals, also ich habe die ja nicht so wahrgenommen irgendwie. Ich bin als Kind abgeschreckt worden mit Es steht ein Haus in New Orleans, weil das ist das Lied, was man auf der Gitarre lernen sollte, können müsste, wenn man am Lagerfeuer irgendwelche Mädchen beeindrucken will. Und dieses Lied ist zu schwer, das ist irgendwie C, E, F, A-Moll oder so, das konnte ich nicht, ich kann es bis jetzt noch nicht, also jetzt sollte ich damit auch üben, aber es ging nicht und an jedem Feuer saß irgendein Heinz, der hat das Lied gespielt und der konnte das gut spielen und alle haben mitgesungen, ich wusste auch nur den Anfang vom Text, das gibt es auch auf Deutsch, es steht ein Haus in New Orleans, ein Haus weit ab vom Glück und was mit zurück, wenn sich Glück auf zurück reimt, werde ich ja schon misstrauisch. Dadurch habe ich die ganze Band weit in den Hintergrund geschoben. Ich wusste auch nicht, dass Eric Burden der Sänger ist von den Animals. Und irgendwie auf YouTube habe ich wahrscheinlich die Stones gehört. Ich fand gerade auch dieses Lied ist den Stones extrem ähnlich und war den Stones aus ihrer besten Zeit, als Bryn Jones noch dabei war und wo die so schön zweistimmig gesungen haben. Das hätte jetzt auch ein Stones-Lied sein können, weil man die Augen jetzt so zugemacht hätte oder die Ohren zumindest, weil es war ja eh nichts zu sehen. Ohren halb zu halten und zu wählen, dann hätte es auch ein Stones-Lied sein können. Jedenfalls kam da irgendwie auch so ein Schwarz-Weiß-Video 1969 oder 68. Es steht ein Haus in New Orleans, ich weiß nicht wie das heißt, Haus Rising Sun. Und da habe ich aber auch den Typen gesehen, den Sänger. Und der hat mich völlig weggehauen. Der ist ja ein absolut schräger Typ, der wirklich der Beweis dafür ist, dass man nicht schön sein ist, um göttliche Musik zu machen irgendwie. Der hat so angeekelt geguckt und überhaupt nicht im geringsten den Eindruck erweckt, als interessiert ihn das, was er da singt oder als versucht er irgendwie sich gut zu verkaufen oder gut dazustehen oder so. Der hat da fast gequält, dieses Lied so runtergesungen mit einer richtig guten Stimme. Da habe ich gedacht, ah, ich bin Fan. Und seitdem bin ich Animals-Fan. Und dieses Lied, was sie eben gespielt haben, finde ich besonders gut. Bring it on home to me heißt ja auch irgendwie, dass der Sache ein Abschied vorausgeht. Heute geht es nämlich um Abschiede.

Guten Tag, sagt man ja zum Reinkommen. Und manche sagen auch, wenn sie gehen, guten Tag. Das kenne ich aus alten Filmen. Wenn sie sich gestritten haben, wenn irgendjemand beim anderen im Büro war, nach der Erbschaft gefragt hat oder so, oder weiß ich. Und da sagt er, nee, kriegen Sie nicht. Dann sagt er, okay, ich gehe, guten Tag. Aber man wünscht ja eigentlich einen guten Tag. Ist ja eigentlich egal, ob man dann kommt oder geht. Einen guten Tag kann man ja so immer wünschen. Wie mit Servus, was aus dem Lateinischen kommt und kommt von Servus, von Servieren, ganz einfach. Der Sklave, der Knecht, kennt man ja auch von Depeche Mode, Master and Servant. Hab ich auch lange überlegt, was dieser Servant sein sollte. Ich dachte erst Sergeant oder so. Hat bestimmt auch ne selbe Bedeutung. Aber das heißt einfach in Kurzform Ich bin dein Diener oder ich bin ihn zu diensten. Also guten Tag, hallo, was kann ich so für dich tun? Auch ein schöner Gruß eigentlich. Ich weiß immer nicht, warum das dann auf den Mülleimern stand, aber wahrscheinlich auch nur, weil die Dienen gerne, indem sie einen so den Dreck abnehmen.

Adieu ist einfacher, ist Lateinisch, heißt einfach so viel wie mit Gott oder zu Gott und davon sind dann die Abwandlungen Adios, Adio, Adeos, was? Auf Portugiesisch, Portugäsch. Und oft versteht man ja die Grüße oder Abschiedsdinger nicht so. Hatte ich schon mal. Ich habe mein Leben lang damit gehadert, dass die bei der U-Bahn zurückbleiben rufen, wenn man noch eigentlich losfahren soll. Er zog nach Pankow zurückbleiben, aber dann hatten sie noch ihr kleines Mikrofon, so ein Nuschelmikro an der Brusttasche und da haben sie dann über so einen Spiral Strippenmikro haben sie dann so in die Nuschelzug nach Pankow abfahren oder so und dann fuhr die U-Bahn erst los und das Mikrofon in, womit man den Bahnhof, also was man im Bahnhof hören konnte, wo da die Lautsprecher hingen, stand in so einen geilen Säulen, wo man auf den Knopf drücken konnte und dann war das Mikrofon an und die Verstärker auch auf diesen Lautsprechern. Und da haben wir mal Mundharmonika durchgespielt, das habe ich erstens schon mal erzählt, aber das passiert öfter, wenn man älter wird. Und das klang so unfassbar gut. Also war dann einfach auch schade, dass dann die Bahnwärter kamen und uns da weggescheucht haben. Das ist ein ganz billiger Trick, Cheap Trick.

GTs auf Wiedersehen. Ich weiß zwar nicht warum, deshalb habe ich es ja überhaupt nur ausgesucht. Aber das zeigt schon wieder, dass es reicht, wenn man im Kopf ein bestimmtes Bild hat, dass man die Sachen dann auch auf bestimmte Art sieht. Zum Beispiel, wenn man, heute geht es zum Abschied, wenn man weiß, irgendeine Sache ist das letzte Mal, dann sieht man die mit ganz anderen Augen und fühlt die ganz doll und das ist alles so traurig und wichtig und schmeckt dann auch ganz anders, wenn man jetzt was isst oder so. Campino hat das mal sehr gut erklärt, der sagt, stell dir vor, du fährst sechs Wochen nach Ibiza in Urlaub, bist du die erste Woche, kommst du so an, machst alles, die zweite Woche ist schön und dann kommen so eine ganz langen Ferien und so und in der sechsten Woche, da wächst man, aha, ist jetzt die letzte Woche, ist gleich Schluss, dann fährt man nochmal schnell zur Lieblingsbucht und geht nochmal in die Gaststätte und so, aber das ist immer schon ein Abschied, man sagt schon immer Tschüss und ich gucke es mir nochmal an und hat so ein schwermütiges Gefühl und so ein Gefühl des Abschieds. Und die letzte Woche ist ja kein richter Urlaub mehr, ist im Prinzip ein Abschied. Und jetzt stellt man sich im Gegensatz vor, ein anderer hat nur eine Woche Urlaub und kommt nur diese sechste Woche und verbringt den Urlaub mit dem, der schon fünf Wochen da war. Dann erlebt er mit der einen Woche viel, viel mehr, fast fünfmal so viel, wie der, der sechs Wochen da war. Das ist jetzt Mathematik, ist doch verrückt, wa? Ich weiß nicht, ob es Campino wirklich so beschrieben hat oder so, aber ich fand den Gedanken gut, dass man in derselben Zeit was völlig anderes fühlen kann, also auch die Zeit viel länger oder kürzer fühlen kann, nur weil man weiß, es ist das letzte Mal, es ist Abschied.

Goodbye, my love, goodbye. In diesem Lied waren gleich zwei schöne Sachen. Der erste war, dass der letzte Refrain auf einmal einen Ton höher gesetzt wurde. Goodbye, my love, goodbye, my love, goodbye. Dann ging es dann höher weiter. Da kommt immer so ein frischer Schwung weiter und das Lied geht im wahrsten Sinne des Wortes eine Stufe höher. Fand ich total schön. Das zweite Schöne ist, oder war, das Lied ist ja vorbei, aber es ist immer noch da. Das ist verrückt. Das ist das, was mich an Musik so fasziniert, dass die Musik ist immer da, auch wenn sie gerade nicht spielt. Da muss ich erstmal jetzt nachdenken drüber eine Stunde. Das Schöne war, dass zweisprachig gesungen wird. Goodbye, my love. Goodbye, auf Wiedersehen. Damit die, die jetzt nicht Englisch können, goodbye verstehen, dass das auf Wiedersehen heißt. Das finde ich total gut, wenn in der Musik die Sprachen gleich gelernt werden können. Otto Warkes hat das auch sehr schön gemacht. Der hatte natürlich dann Goodbye, guten Einkauf, weil der von seiner Warte aus richtig ist. Die englischen Übersetzungen von Otto Warkes sind die lustigsten, die ich in meinem Leben gehört habe. Das fing an, Peter, Paul und Mary are sitting in the kitchen. Peter, Paul und Mary sitzen im Kitchen. Hello, here is a letter for you. Hallo. Und dann klingelt die Glocke. Oh, die Glocke läutet. Oh, the bell rings. Quatsch. Ich kann nicht mal das Einfachste wiedergeben. Also plötzlich läutet die Glocke. Oh, the bell rings. Oh, der Hund ringt. Habe ich mich weggeschmissen. Absolut. Here is a letter for you. Hier ist eine Leiter für euch. Und da ist klar, die Leiter braucht man ja im Kitchen, um abzuhauen. Also es ist einfach nur genial. Und goodbye heißt aber in unserem Sinne nicht guten Einkauf. Ich glaube, guter Einkauf sagt doch keiner. Also ich habe noch nie jemanden in der Kaufhalle getroffen, der mir goodbye gewünscht hat. Goodbye heißt auf Wiedersehen. Wie wir schon sagten, dann sind wir gleich bei unserem Thema.

Bye-bye, love. I'm through with romance. I'm through with love. With a count and the stars above. Bei Love from the Everly Waters war für mich das wichtigste Lied vom Film All the Jazz, was den Todeskampf, die Agonie von ihm im Prinzip so untermalt, wobei dann so ein Kinderchor wie in so einem Albtraum ins Lied kommt und Bye Bye Live singt, weil das Leben ja dann auch sich verabschiedet. Das Lied endet dann in der Szene und der ganze Film, der endet dann in der Szene, wo man nur sieht, wie von diesem Leichensack der Reißverschluss so zugezogen wird, was ja wirklich ein Zeichen dafür ist, dass es jetzt endgültig Schluss ist, dass es nicht weitergeht. Und da habe ich mal überlegt, wo gibt es diese Säcke? Gibt es da so einen Großhandel mit Leichensäcken oder so? Man denkt immer erst dann dran. Also ist ja vielleicht auch besser, dass man nicht an Sachen denkt, bevor man so dran denken muss. Weil Zeit, sich Sorgen zu machen, ist immer noch genug da. Da kann man wenigstens in der Zeit, wo es einem gut geht, auch an was Schöne denken. Wie an den Abschied.

Jetzt kommen hier an Mike Hunterite, hätte ich fast gesagt. Kitty, Daisy und Louis. Ich finde ja Bands generell sehr gut, die einfach die Namen der Bandmitglieder nutzen, weshalb sie jetzt die Vornamen genommen haben und nicht Ann-My-Kanter-Reit heißen. Verstehe ich gut. Erstens werden sie nicht Ann-My-Kanter-Reit heißen mit Nachnamen. Außerdem ist Kitty ein sehr, sehr schöner Name. Daisy würde ich mir nochmal überlegen, ob ich das in den Bandnamen integriere. Denn bei Daisy muss ich an diese Ente denken. Man heißt nicht irgendwie die Cousine von Dagobert Duck oder Nichte. Heißt die nicht Daisy Duck? Also Dagobert würde ich auch kein Kind von mir nennen. Ich glaube, ein Cousin von mir ist so. Aber der hieß ja schon, also der habe ich gar nicht benannt. Also generell schwer mit Familie Duck die Namen zu übernehmen. Donald würde ich jetzt auch kein nennen, schon wegen Trump. Und wer spielt da noch mit? Trick, Trick, Trick. Einen Schiebtrick hatten wir schon, da sind wir da durch. Also hier sind Kitty, Daisy und Luis.

So, passen Sie können nicht durcheinander kommen. Das war jetzt Baby Bye Bye. Jetzt kommt Bye Bye Crow. Quatsch, das Lied heißt Bye Bye und ist von Crow. Und Crow ist die Abkürzung aus dem echten Namen des Künstlers. Der echte Name heißt Carlo Weibel. Müsste es eigentlich Crow wahr heißen oder so. Aber Carlo hat ja das C genommen. Ist jetzt idiotenmäßig erklärt, das R und das O. Das heißt dann Crow. Wenn ich das machen würde, würde ich jetzt Fuck heißen oder so. Aber, ja, oder Fle. In viele so Möglichkeiten. Ihr kennt das noch früher vom S-Bahn-Fahren. Da stand immer am Fensterbrett nicht hinauslehnen und da haben irgendwelche Jugendlichen immer die Buchstaben so weckerieben mit einem Taschenmesser, weil wir das E-Quartier hatten und da stand dann nicht hinsehen oder so. Bei Halt auf freier Strecke war was mit Eiersäcke irgendwie. Halt wird alt und Feuerwehr euer Eier. Also man kann da sehr kreativ werden, weil man die Buchstaben nicht tauschen darf. Man darf die Buchstaben ja nur in der Reihenfolge nehmen, wie sie auch schon darstellen. Man darf nur was weglassen und das Ergebnis ist dann ganz einfach mal grob.

Und plötzlich stand da diese Frau und er dachte sich, wow. Sagte klar, der Platz ist reich. Sie lachte und er dachte sich, nur bitte komm, sprich sie an. Das ist das Schönste, was du je gesehen hast, und sie hat sicherlich kein Mann. Stell dich nicht so an, wenn ich's jetzt war. Denn doch alles, was man hört, ist mein Herz schlag. Was soll ich nur sagen, irgendwas nockt mich aus. Ich bin ein Versager, weil ich mich doch nicht trau. Mein Kopf ist voller Wörter, doch es kommt nichts auf. Und sie steht auf, steigt raus und sagt Bye, bye, bye, bye, meine Liebe, das Leben. Ja, wir beide werden uns nie wieder sehen. Wie kann schon sein, dass man sich im Leben zweimal begegnet, doch es beim zweiten Mal dann einfach zu spät ist. Es ist ein unglaublich schöner Tag und draußen ist es warm, sie hat Bock auf Shopping, also in die Stadt. Sie braucht so Sachen, die Frauen erleben, brauchen Bikini in ne neue Tasche. Und außerdem will sie schauen, also los. Ab in die Bahn, zieht sich ein Ticket 470 für die Fahrt. Ist ja ganz schön hart, doch dann sieht sie diesen Typ. Ty, findet ihn süß. Setzt sich extra zu ihm hin und denkt sich Bitte, bitte, bitte, bitte komm, sprich mich an, es ist ganz egal, was du jetzt sagen würdest, ich spring darauf an. Also komm, du bist mein Mann. Wir gehören zusammen, wenn es jetzt war. Das ist ja mein Herz. Soll ich nur sagen, irgendwas lockt mich aus. Ich bin ein Versager, weil ich mich doch nicht trau. Mein Kopf ist voller Wörter, doch es kommt nichts raus. Und sie steht auf, steht auf und sagt Bye bye, bye bye, meine Liebe, das Leben. Ja, wir beide werden uns nie wiedersehen. Kann schon sein, dass man sich im Leben zweimal begegne, das beim zweiten Mal, dann einfach zu spät.

Sage, sage, wenn ich vor der Prage komme und gehe. Die Zeit wird knapp. Im Sommer bin ich braun, im Winter weiß wie im Blatt. Die Brüder auf der Straße meinen, so sei das high up. Doch mau genau, ich hab verlasst, ich sitze die Weihnacht. Sage zu keinem ein Wort, nein, das ist niemand. Wähle mich jetzt, wenn ich ein Zieler hab. Kleine Notiz für die Familie, mir geht es gut, ich bin im Flieger. Die Mastercard hat kein Limit, alles fertig, wenn ich sie dabei hab. Aber ja, bin chill an dabei. Meinem iPhone, ich trage die ganze Welt auf 100 Kaliner. Ey, vergesse niemals, wie es war, niemals war ich. Achtz auf der Stirn, das Rauschen des Meeres lässt Amphetamine hoch, komm, erzähl, einer Slab, was von Liebe. Sag, ich hol eine Ziga. Geh bei EasyJazz und schalte, sie frag mich, wohin ich sag nur weit weg. Ich hab Lack-Gepäck dabei, ich brauch Gissen, ich nimm eine Mic, ja. Ich hab mich immer schon gepackt und mich derselbe blieb, wenn ich reich wär. Wenn ich reich wär, jetzt hat meine Albe-Mille auf der Bank so gut wie kein Berg. Ey, vergiss hier niemals, wie es war, niemals war ich.

Es lieb Bombe, bist ein, aber da. Weiß nicht wann. Tage kommen und gehen. Die Zeit wird knapp. Wieder nach Tokio-Kiut. Weiß nicht wann. Tage kommen und gehen. Den zwei von Skam. Jetzt, dass die Zeit verrückt. Will weg, aber weiß nicht wann. Tage kommen und gehen. Seit über 30 Jahren. Ich hab so viel gesehen. Würde alles erzählen, aber weiß nicht wann. Weiß nicht wann.

Dieses Lied hieß Riesenüberraschung, Bye Bye und ist von RAF Kumora. Und RAF heißt nicht Royal Air Force und auch nicht Rote Armee Fraktion, sondern es ist wie bei Crow, das Leben ist manchmal so einfach. Es ist eine Abkürzung aus dem Vornamen von Herr Ragucci. Ragucci ist der Nachname und der Vorname ist, wie könnte der Vorname sein, wenn die Abkürzung RAF ist oder RAF. Ich löse das Rätsel, Raphael. Und er hat Hans einfach den Namen, also nur das El, A-El weggelassen. Raff-A-El. Ja, ist gut, dass er den vorderen Teil des Namens genommen hat und nicht A-El heißt. Also R-A-F-Comorra heißt eigentlich Raphael Ragucci. Und der hat noch was Bemerkenswertes an sich. Der kommt aus einem Wiener Bezirk, der wirklich Rudolfsheim Fünfhaus heißt. Ich bin oft durch Wien gelaufen, aber diesen Teil habe ich nie gefunden. Er hat erst Französisch gerappt, ist 2007 nach Berlin gezogen und rappt, wie man hört, jetzt auf Deutsch.

Aber wir gehen gleich zurück aufs Französische. Denn das nächste Lied von BCN heißt Orois. Und nach dem Lied erkläre ich auch, warum die Band BZN heißt. Da kann jeder mal schon überlegen, wie diese jungen Männer mit Vornamen heißen. Bautzen. Nee, ist Quatsch. Also die Band heißt BZN, nicht weil sie Benzin heißt. Ah, da würde es auch passen. Mensch, ich werde hier noch richtig kreativ. Nee, das heißt einfach Band Sondernam, habe ich auch gut betont. Es ist eine niederländische Band und Band Sondernam heißt nichts weiter als Band ohne Namen. Hatten wir in Berlin auch die Band namenlos mit Panko und Lade. Oder war sie planlos? Namenlos, ja absolut. Wir waren ja aus Leipzig, ich war wechselt an. Jedenfalls ist die Band Sondernamen. Und wir kennen die nicht, erstaunlicherweise. Also ich habe den Namen jetzt zum ersten Mal gehört. Das ist eine der erfolgreichsten Popgruppen aus den Niederlanden überhaupt. Sie haben nichts weniger als 60 Alben veröffentlicht. Mal im Vergleich, Sex Pistols hatten eins. Aber das ist dafür auch gut, obwohl ich jetzt nicht wertend sagen wollte, dass die 60 Alben schlecht sind, denn immerhin haben 25 davon Platinstatus erreicht. Ich meine, wie kann man 25 Platin-Alben machen? Wann essen die denn? Oder schlafen die? Oder man kann ja ohne Unterwochen so Platin-Alben machen. Also schon das ganze Platin, wir sollen nicht so herkommen.

Unerklärlich, das war von 1966, ich gehe in der Zeit noch zurücker zu 1943, zu Rudi Schuricke. Ich glaube, den hatten wir öfter schon mal, ist so ein schöner Name, Rudi Schuricke, klingt so schön nach einem Arbeiter, der das Schifern erfunden hat, hat er aber nicht. Er hat dafür erstmals die Capri-Fischer gesungen, das Lied von Ralf Maria Siegel, aber dieses Mal singt er nicht die Capri-Fischer, sondern einfach mal was sonst. Auf Wiedersehen.

Hier wird es nochmal so schön. Das Wiedersehen, kommt was verrücktes nach. Das Wiedersehen mit dir, kommt auf Wiedersehen bei dir. Fast dasselbe, andere Band. Schieds gut.

Das Lied hieß Auf Wiedersehen, sonst hätte ich es nicht gespielt, weil es ist ja eine Sendung über Abschied. Und die Band hieß Anthrax. Ich weiß nicht, warum sie das Lied so genannt haben, aber ich glaube, es klingt einfach in englischen Ohren gut, wenn man so deutsche Wörter wie Auf Wiedersehen, Fahrvergnügen oder so ausspricht, obwohl sie es ja gar nicht ausgesprochen haben. Mit ihrem eigenen Bandnamen hatte Antrax ja auch Pech. Als nach dem 11. September wirklich irgendwie Antrax verschickt wurde, wurden sie schlichtweg verboten und nicht mehr gespielt in Amerika. Und dabei war es nur der Name. Die hatten ja mit Antrax nichts zu tun oder so. Aber so einfach so funktioniert die Welt schon nun mal. Auf Wiedersehen.

Manchmal ist auch der Tod damit gemeint. Obwohl man nie so richtig weiß, will man die Toten wiedersehen? Oder erst mal, wo legt man die Toten hin? Also es ist wichtig, ich sage das, ich taste mich so kompliziert dran, weil auf Wiedersehen wird gesungen von Wölli, das war der Trommler der Toten Hosen und ist gestorben und die Toten Hosen haben ein gemeinsames Grab, ich weiß nicht, ob es so ein Sarkophag oder Tempel, jedenfalls liegen die alle zusammen, wollen alle als Band sich zusammen betten lassen, ich finde die Idee generell gut, aber letztendlich ist es ja nur für die wichtig, die übrig bleiben, weil wo man selber liegt, wenn man tot ist, müsste einen eigentlich nicht interessieren, weil man ein bisschen so nachdenkt. Und wo die anderen dann hingehen, betrifft ja dann nur die anderen oder so. Aber wenn man jetzt Band-Fan ist, ist es natürlich schon schön, wenn die Band auch zusammenliegt oder dass man nicht an sechs Stellen laufen muss oder fünf oder wie viel auch immer, sondern an eine Stelle gehen kann so zum Trauern. Obwohl dann die ganze Band gestorben sein müsste und man selber noch lebt, wenn man die ganze Band besuchen will. Und dann muss man schon ganz schön alt sein, wenn man als Fan ja meist genauso alt ist wie die Band oder ich weiß auch nicht. Auf jeden Fall Heike mal überlegt, ob man sich wirklich wiedersehen will und wenn, dann in welcher Form. Weil der Körper dann verbrannt ist, kann man sich ja nicht mehr als Mensch zu Mensch gegenüber treten, sondern sieht nur noch die Seele oder sowas. Es ist ja selber dann auch nur noch eine, weil man trifft sich dann erst, wenn man ja auch selber gestorben ist. Und da können wir beim nächsten Lied mal drüber nachdenken, wie man sich wieder sieht.

Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen. Also das ist das Thema. Ich meine natürlich, hallo. Heute geht es um Auf Wiedersehen. Und das Lied, was ich zuletzt gespielt habe, im letzten Teil, das letzte Lied hat natürlich nicht Welli gesungen, sondern Campino. Es hieß Auf Wiedersehen. Und das nächste Lied heißt nicht Auf Wiedersehen, aber Adio, Amigo.

Jimmy Reeves war eigentlich DJ im Radio, so in den frühen 50er Jahren und Ansager von Radioshows. Und 1952 war Hank Williams eingeplant als Sänger und der hat wie so oft so abgesagt kurzfristig. Und dann hat ihm der Ansager Jimmy Reeves gesungen, ist für ihn eingesprungen. Hat sofort an diesem Abend einen Plattenvertrag gekriegt. Und wer sich fragt, weshalb ich hier sitze und das Radio mache, ich denke, vielleicht fällt mir jemand aus, dann kann ich singen und werde hier entdeckt. Das wäre doch mal was.

Wir gehen von Adio Amigo zu einem kleinen Unterschied. Der Unterschied ist ein kleines S. Adios Amigos. Hit Popolski. Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja. Ich natürlich sofort an die Ramones. Die haben ihr letztes Studioalbum so genannt. Sie waren ein bisschen müde. Ich will nicht verzweifelt sagen, aber jetzt heutzutage sagt man so abgegessen. Sie haben ihr Leben lang Platten gemacht, ununterbrochen Tourneen und alles und haben gemerkt, dass ihre Popularität stagniert. Also sie ist gerade eher bergab gegangen, weil das Leben ist weiter gegangen. Sie waren für mich so ziemlich die erste und beste Punkband, die es je gab. Aber die haben immer ihre Dinge gespielt und die Erde hat sich weiter gedreht, es ist immer neue Sachen passiert und das Publikum hat sich den neuen Sachen so zugewandt und da haben sie nochmal so eine Abschlussplatte gemacht, die Adios Amigos genannt und sind auf Tour gegangen, wo wir als Vorband in Deutschland mitspielen durften und da hat man schon gemerkt, dass der Stern der Ramones am sinken war, Joey ging es gesundheitlich schon ziemlich schlecht und er war auch immer noch im Streit mit Johnny, die haben nicht ein Wort gewechselt, schon seit Jahren und auch danach noch ein paar Jahre nicht. Und die Stimmung innerhalb der Band war wirklich sehr, sehr, sehr trübe, was mir ein bisschen die Illusion geraubt hat, dass eine Band immer so zusammenstehen muss und eine Einheit ist und eine Gruppe oder so, da war es überhaupt nicht so. Aber in dem Moment, wo sie auf der Bühne standen und 1, 2, 3, 4, nee, die waren ja aus Amerika, also 1, 2, 3, 4, und dann fing die Band an zu spielen. Und dann war irgendwie die Welt wieder in Ordnung, als wäre so eine Tür aufgegangen. Behärtet gesagt, Jakob Haim, 4. November 1989. Als wäre ein Fenster aufgegangen. So fühle ich mich, auch wenn ich die Ramones auf der Bühne stehen sehe, was jetzt leider nicht mehr der Fall ist.

Ich sage mal auf Wiedersehen. Immer wenn ich auf Wiedersehen sage, heißt das nicht, dass die Sendung zu Ende ist, sondern meistens, dass das nächste Lied kommt. Adio acien, enio morricone. Inke mal, das ist die Musik aus irgendeinem Film. Und wenn mich nicht alles täuscht, wird es auch ein Western gewesen sein. Die Cheyenne haben ja anscheinend den Cheyenne-Pfeffer erfunden. Und die Chiroque, den Jeep Chiroque, haben sie natürlich nicht. Und jetzt haben sich die Häuptlinge der Chiroque bei Jeep beschwert und haben gesagt, es kann ja sein, dass es gut gemeint war, aber es ehrt uns nicht, unsere Namen auf der Seite eines Autos geklebt zu sehen. Das finde ich sehr gut, dass ihnen das aufgefallen ist, dass es wirklich eigentlich nicht in Ordnung ist. Und er fordert eine Debatte über kulturelle Angemessenheit, weil er findet es natürlich nicht in Ordnung, dass sich Unternehmen und Sportvereine, Namen und Bilder, Maskottchen amerikanischer Ureinwohner auf ihre Produkte kleben. Finde ich total gut, dass die dazu sagen, die sagen, wer sein Volk ehren wolle, solle über seine souveräne Regierung, seine Rolle in den USA, seine Geschichte, Kultur und Sprache nachdenken. Das ist doch mal eine Ansage. Mindless self-indulgen. Adios, Amigos. Was sonst?

InterSafe and Dungeon kennen wir auch von der Tournee durch die USA. Da war das eine Vorband von uns und ich habe mir die zweimal angeguckt und dachte, Junge, Junge, interessant, was die Jugendlichen so machen. Und dann kam ich mir genauso vor wie wahrscheinlich die Ramones bei uns, die sich auch mal hingestellt haben. Und ich habe selten so verständnislose Gesichter gesehen, wie die Ramones, als die sich unsere Show so angeguckt haben, richtig verstanden haben dies nicht. Ich habe Mindless, Half, Indulgent auch nicht verstanden, weil ich auch die Sprache nicht spreche. Aber irgendwas mit Adios ist es.

Und Abschied heißt immer auch Wiederkehr oder man wünscht Wiederkehr. Manchmal wünscht man nur die Wiederkehr, obwohl, und der Abschied ist schon vorbei, viele Beziehungen beruhen wahrscheinlich auch darauf, dass der eine Partner lange nicht da ist und dafür spannend bleibt für den anderen. Dass man immer aufeinander hockt, ist schwierig. Und wenn man sich ab und an mal lange Zeit nicht sieht, freut man sich wieder auf den anderen. Aber wenn die Kinder weggehen, ist es einfach nur hart. Und ich glaube nicht, dass man sich freut, wenn die Kinder weg sind. Ich denke, dass, wenn man singt, Junge, komm bald wieder, dass der Sohn gemeint ist. Weil welche Frau spricht ihren Mann denn schon mit Junge an? Hier Stefan Römmler.

Junge kommen bald wieder. Stefan Remmler ist ein Sänger, dem man irgendwie glaubt, was er sagt. Also ich zumindest. Trio ist ja eigenen Angaben zufolge eigentlich mehr so ein Beifang. Er wollte eigentlich Solo-Sänger werden und Schlager-Sänger hat sich ja später dem Schlager auch zugewandt wieder. Und ich muss sagen, das kann er auch wirklich. Also das ist die Kunst eines guten Schlager-Sängers. Das ist ein Text, der an sich belanglos oder platt ist, so mit Seele zu verstärken und so eine Seele zu verleihen, dass es ein gutes Lied ist. Das kann er wieder. Der Junge fährt auf See.

Eine Sache, die eigentlich viel schlimmer ist, als auf See zu fahren, ist zur Armee zu gehen. Ich selber hatte so eine Angst davor, dass ich mir im Prinzip mein ganzes Leben verbaut habe, nur um da nicht hinzumüssen und nicht studieren konnte und nichts. Ich war nur im ZV-Lager, da mussten wir ja hin als Schüler und später als Lehrlinge und da sind wir nach Bregel gefahren mit der Eisenbahn, sagt man doch Eisenbahn heutzutage, zur Ostsee als Lehrlingsgruppe, das war sehr lustig, wir hatten Stullen mit und wahrscheinlich auch massenhaft Bier und Schnaps und haben geraucht aus dem Fenster und ich weiß nicht, wie viele Leute von uns eine Gitarre mit hatten, aber es waren mehr als zehn insgesamt im Zug und irgendwann wurde dann dieses Lied gespielt.

Jetzt haben sie mir direkt ein schlechter Gewissen gemacht, weil ich jetzt nicht gegen den Faschismus gekämpft habe mit einem Gewehr in der Hand. Ich habe die Zeit benutzt, um viel Alkohol zu trinken und jeden Tag in Proberaum zu gehen und irgendwas zu spielen, wenn ich irgendjemand gefunden habe, der mitspielen will. Oder auch, wenn ich eine Hygiene gefunden habe, dann selber zu spielen. Aber es war, ehrlich gesagt, auch gegen den Faschismus. Musik gegen rechts ist ja nichts Neues. Kann man ja machen. RGF ist übrigens auch Rote Gourmet-Fraktion. Die haben Kochen gegen den Faschismus gemacht. Kochen gegen rechts, gibt auch lachen gegen rechts, saufen gegen rechts, finde ich auch richtig gut. Und, naja, was kann man zu Rechten sagen? Adios, my darling.

Nee, das erste, das übernächste Lied. Jetzt ist das nächste Lied, heißt kein Wort. Ich glaube, das ist anders gemeint irgendwie. Die Bay City Rollers, die haben sich 1965 gegründet, waren zwei Brüder und da hießen sie Ambassador. Ich habe jetzt gerade mal im Wörterbuch geguckt. Ambassador heißt Botschafter. Interessant, also dann erklärt sich mir das auch, weshalb man es als Bandnamen benutzt, weil sie Botschaften ja, also Musik ist ja eine Botschaft an sich. Und wir haben früher einen Witz gemacht, wenn man das Witz nennen kann. Unser Bassist hat sich Sador genannt. Immer, jetzt kommt Sador, damit wir dann auf der Bühne sagen können, und Ambassador, hat keiner gelacht. Ja, es hat sich auch nicht wirklich so durchgesetzt, weil wer soll schon Sador heißen? Dann waren die Bandmitglieder doch nicht so zufrieden mit dem Namen. Dann haben sie sich Saxons genannt. Hätten sie das gewusst, dass später nochmal eine Band Saxon kommt, hätten sie das wahrscheinlich so auch nicht gemacht. Und 1968 wollten sie sich umnennen, wussten aber nicht, was sie für Namen nehmen sollten, haben Dartpfeil genommen und auf die Landkarte geschmissen. Und wo ist der Dartpfeil gelandet? In Bay City natürlich. Deshalb heißen sie die Bay City Rollers. Sinnlose Geschichte, aber ein schönes Lied.

Wie auch das nächste, Boom Biddy Bye Bye. Hauptsache Bye Bye ist drin. Für mich war das brandneu und modern, obwohl schon wie oldschool, aber wer sagt, das war jetzt alt und rentnermäßig, der soll sich mal auf den nächsten Song freuen. Jetzt haben wir einen Künstler, der 1948, ja, nicht geboren wurde, sondern schon erschossen wurde bei einem Raubüberfall, wobei nicht klar ist, ob er als Akteur beteiligt war oder mehr als Opfer. Er ist nicht reich geworden. Früher sind die Bluesmusiker in den USA generell nicht reich geworden. Viele sind in richtigen Armut verstorben und bei ihm hat es bis 1990 gedauert, also 42 Jahre, bis ihm mal endlich überhaupt ein Grabstein spendiert wurde. Und dann noch von einer Plattenfirma hat sich die Plattenfirma wahrscheinlich, hat so viel Geld mit ihm verdient, dass er nach 40 Jahren gesagt hat, jetzt können wir ihm auch einen kleinen Grabstein setzen, um seiner zu gedenken. Hier ist Sonny Boy Williamson mit Bye Bye Bird. Das ist wirklich schön.

Und ich habe Roger Whittaker schmählich unterschätzt. Ich dachte, ja, das ist so ein ganz böser Schlager, Heinz. Vielleicht habe ich ihn irgendwann mal in einer falschen Fernsehsendung gesehen. Für mich war das der Inbegriff des schmierigen, gefühllosen Schlagers, bis ich erfahren habe, dass er ein Kunstpfeifer ist. Und ich hatte ihn ja in der Sendung mit dem Pfeifen, der kann ja wunderschön pfeifen. Und wer gut pfeifen kann, kann kein schlechter Mensch sein. Und wenn es um Abschied geht, kommen wir einfach nicht aus. Ohne Abschied ist ein scharfes Schwert. Ich habe da mein Leben lang so drüber gelacht und ich finde, ich weiß nicht, ob das Alters milde ist oder einfach nur Schwachsinn. Inzwischen finde ich es schon fast gut. Sie verkehrt, das Leben geht. Okay, Jar Bittegger, ich kann dich gut leiden, aber es ist eigentlich doch hart an der Grenze des Unerträglichen. Also tut mir ein bisschen leid jetzt für Radio 1, dass es ein bisschen mit runtergezogen hat jetzt. Es ist wirklich nicht schön, aber es ist noch tausendmal besser als die modernen Schlager, wo so ein Techno-Beat, so ein völlig enthirntes Dung-Gung-Gung-Gung und am besten noch dieser fürchterliche Stimmeffekt oder so. Also ich will keine Namen nennen, Projekt, die ich auch gar nicht kenne, aber Roger Whittaker kann man machen, muss man aber nicht, sollte man auch nicht.

Meine Generation ist dann doch eher sowas wie IG Pop oder so, der für jeden Jugendlichen auch schon ein völlig unverständlicher Opa ist, aber ist eben meine Generation, ich stehe auf IG Pop und spiele noch gleich.

Letztendlich ist es egal, ob man jetzt auf Wiedersehen sagt oder irgendwas. Also ich habe gehört, man soll im Gefängnis nicht auf Wiedersehen sagen, wenn man dann geht. Oder zum Friedhofswärte, nee, da kann man ja zum anderen Beerdigung. Aber also es ist völlig egal, was man sagt, Hauptsache man sagt irgendwas Nettes. Letztendlich ist in jedem Abschiedsgruß schöne Wünsche an denen, von denen man sich verabschiedet drinnen, was man eben sagt, so schöne Zeit noch, schönen Tag oder so long, bis wir uns wiedersehen. Das ist ja alles verkürzt. Man sagt ja, auf Wiedersehen, lass es dir bis dahin gut gehen oder so. Und wenn man sagt bis dann, heißt auch, lass es dir, bis wir uns wiedersehen, gut gehen und so. Und was in der Mitte ist, das sagt man nicht mit, aber das ist ja total klar. In jedem Abschiedsgruß ist enthalten, dass man demjenigen, von dem man sich verabschiedet, eine schöne Zeit bis dahin wünscht, bis man sich wieder sieht oder einfach generell ein schönes Leben. Und das kann man ja generell immer machen. Also man kann Leuten, also ich würde eigentlich allen Leuten eine schöne Zeit wünschen, auch wenn sie jetzt blöde sind, weil eine schöne Zeit, so können sie ja so trotzdem haben. Und man fängt ja jetzt nicht an zu sortieren. Deshalb sage ich jetzt generell an alle, die mich hören, auf Wiedersehen, was mit beinhaltet. Also wir sehen uns ja nicht, also das ist totaler Quatsch, also auf Wiederhören. Wiederhören hat man früher nur beim Telefonieren gesagt, das war der amtliche Telefonabschiedsgruß. Wiederhören macht man aber im Radio nicht so viel, ich weiß. Wiedersehen ist dann auch falsch. Tschüss und so finde ich blöde, weil Tschüss klingt so lapidar. Ahoi ist mir zu Seemannsmäßig. Also ich könnte jetzt sagen, machen Sie es gut, aber das ist ja sowieso in Ihrem Interesse, dass Sie es gut machen. Und machen klingt wieder so aktiv, als zwingend jetzt irgendjemand irgendwas zu machen. Also können Sie auch sein lassen oder sich einfach entspannen. Das sage ich auch nicht, mach dir einen schönen Schlaf oder so, sondern man schläft einfach schön. Deshalb ist es wirklich schwer, da gute Worte zu finden. Denk mal ein bisschen drüber nach und bis dahin, bis mir was eingefallen ist, da sage ich mal, alles Gute für Sie wünsche ich Ihnen auch. Ich kann ja, Deutsch ist wirklich schwer zu operieren, gerade wenn man sich jetzt mal verabschieden will oder so, aber irgendwann ist das Schönste auch vorbei. Nee, wenn es am schönsten ist, dann soll man Schluss machen, das heißt die Sendung, sie endete vor anderthalb Stunden. Ja, das ist doch mal ein Abschiedswort. Also, alles Liebe, euer Flake.