Toggle menu
Toggle preferences menu
Toggle personal menu
Not logged in
Your IP address will be publicly visible if you make any edits.

Flake talks about the radio.

Transcript

Radio 1, Flake, des Tastenfickers Podcast. Herzlich willkommen, da bin ich wieder. Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit der Sendung.

Ich kann sie leider nicht hören. Erstens, da sitze ich jetzt hier. Und zweitens kann ich meine Stimme nicht hören. Ich kriege da Pusteln. Mir wird dann ganz heiß von innen und ganz schlecht. Und ich denke, was ist das für ein widerlicher Typ? Ich stelle mir dann so einen schnobärtigen, halbstarken Elektrik-Lehrling vor. Und dieses Gefühl ist ganz unangenehm, das ging auch bis jetzt noch nicht weg. Das ist ein bisschen vergleichbar mit dem, wenn man morgens aufwacht und einen Abend davor betrunken war und einem so langsam Stück für Stück einfällt, was man wieder für einen Unsinn gemacht hat. Zum Glück twittere ich nicht, dass die ganze Welt dann irgendwie sieht, was ich für einen Unsinn geschrieben habe. Aber SMS habe ich früher auch geschrieben, meist leider noch sexuellen Inhaltes, also mit sexuellen Angeboten mehr oder weniger an irgendwelche Frauen, die ich im nüchternen Zustand vielleicht eher nicht so angesprochen hätte. Und wenn ich dann am nächsten Morgen die SMSen gesehen habe, ist mir auch ganz heiß und schlecht geworden. Im besten Fall war noch eine Antwort, ja, Mensch, ich gehe ins Bett oder so, irgendwas Freundliches. Im schlimmsten Fall war keine Nachricht, weil dann wusste ich nicht, haben sie es überhaupt gelesen? Habe ich es aus, was ich noch an jemand anders geschickt? Oder mögen sie jetzt denken? Bin ich jetzt völlig raus oder so? Und dann wurde mir auch so komisch heiß und schlecht, als wenn ich meine Stimme höre.

Zum Glück ist es beim Singen nicht so. Ich weiß auch nicht, warum. Wenn ich singe, denke ich, ich bin ein anderer und höre mich im Prinzip mit fremden Ohren, da ertrage ich das. Aber selbst das Singen überlasse ich lieber anderen Leuten, wie zum Beispiel hier den Jack White.

Ich hab natürlich nur Jack White gesagt, das ist natürlich falsch, das waren noch die White Stripes mit Meg White und das ist doch irgendwie ein Riesenunterschied, ob er mit Meg White zusammenspielt oder in einer anderen Besetzung oder alleine oder so. Ich verfolge seinen Weg so ein bisschen, ich habe mir, das war sogar die letzte CD, die ich mir noch im Laden gekauft habe, war die neue von Jack White, sehr interessant, ich habe sie noch nicht so oft gehört, dass ich sie richtig gut finde, meistens da höre ich mir die Sachen schön, auch wenn sie beim ersten Mal hören oder beim zweiten Mal nicht so doll sind, höre ich die einfach so oft, bis ich es gut finde. Ich glaube, die Radiosender machen es auch nicht anders mit Lady Gaga und so. Aber die alten Sachen sind, die haben so einen Zauber, der nicht wieder zu ersetzen ist oder so. Er hat zwar, auch wenn er alleine spielt, sein Gitarrenspiel hat diese Kunst, dass die Töne so singen können, dass die Gitarrentöne fast wie gesungene Töne spielen und auch sehr eigen sind, dass man ihn so ziemlich schnell erkennt, wenn er spielt. Aber ich finde, wenn er alleine was macht, ist es so, als sausten, also es steht ein Ferrari im Stau auf der Leipziger Straße. Das Auto ist noch da, aber es fährt eben nicht richtig. Und jetzt kommt ein Auto, was noch richtig fährt, aber weiß ich nicht, vielleicht eher ein Ford Mustang, irgendwas abgeranztet, die Ramones.

Mit dem ganzen Quatsch jetzt, weil der Song drei Minuten und 49 Sekunden lang, was für die Ramones extrem lang ist, fast schon eine lange Rüde zum Stillen. Aber sie haben das Thema gut angesprochen, heute geht es um das Radio. Was ist das, das Radio? Ich weiß es nicht, ich kapiere es auch nicht. Ich sitze in irgendeinem Zimmer, schalte ein Radio an, also so ein Kasten mit Lautsprecher, also so den Lautsprechern Verstärker verstehe ich noch, die Antenne auch. Und dann kommt dann da Musik raus, aber nicht irgendwelche Musik, sondern genau die von einem Sender. Wie findet das Radio jetzt diesen einen Sender? Und wenn es einen anderen Sender hören will, drehe ich nur einen Knopf und dann ist da der andere Sender im selben Radio. Das heißt, an meiner Antenne müssen beide Sender gleichzeitig sein und nicht nur die, sondern auch noch 40 mehr oder so. Warum hört man jetzt nur einen Sender und nicht den anderen? Ich bin natürlich nicht völlig blöde und weiß, das hängt irgendwie mit Frequenzen zusammen. Trägerfrequenzen sind irgendwelche Wellen. Das gibt irgendeine Antenne, da kommen ganz viele Wellen raus und wo man diese Wellen dann wieder aufhängt, wie ist mir auch ein Rätsel mit der Antenne, kann man das dann abspielen. Dabei ist aber die Musik angeblich ja auch Wellen. Auf der einen Welle fahren jetzt die Tonwellen, die in unserem Ohr wieder zu Musik werden, nachdem sie in einer Maschine, wie soll ich das nennen, im Aufnahmegerät erstmal zu einer Welle umgeformt wurden. Das heißt, eine Welle war es ja schon, als es aus dem Musikinstrument kam. Dann wird es elektrisch umgeformt in eine andere Welle oder dieselbe Welle. Da muss man mal drüber nachdenken. Also eigentlich müssten wir die Sendung heute noch verlängern, müssen wir dem auf die Spur kommen. Auf jeden Fall saust dann die Welle durch die Welt, bleibt wahrscheinlich auf der Erde, im Weltall gibt es wohl das Radio nicht oder doch. Braucht es zum Beispiel Luft oder geht es auch so durch? Im U-Boot habe ich jetzt noch nicht so Radio hören können, aber war ich auch noch nicht. Ich denke mal, dass es im U-Boot auch geht. Also diese Radiowellen, oder geht es nur durch die Luft? Aber es geht doch durch Wände. Das weiß ich, weil ich bin oft im Zimmer, habe das Fenster zu und höre trotzdem noch Radio. Wie gehen die Wellen durch die Wände durch? Erste Frage. Zweite Frage, warum verändern sich die Wellen nicht, wenn sie auf Stein treffen oder auf Glas? Und warum verändern sie sich nicht anders auf Glas als auf Stein? Sondern im Radio kommt exakt dasselbe an. Warum, wenn der Klang, der Empfang schlecht ist, warum verändert sich dann zum Beispiel nicht die Stimme, sondern gibt es immer nur so ein Knattern? Begreife ich auch nicht. Und später kommt die Frage auf, es gibt ja Stereo. Das heißt, links kommt was und rechts kommt was. Aber es ist ja nur eine Antenne da. Und wie weiß denn die Welle, ob es die linke Welle oder die rechte Welle ist? Die kann ich ja nicht sehen. Wieso kommt die eine in die eine Box und die andere in die andere Box? Wieso vermischt sich das nicht? Oder ist mal andersrum, dass es links-rechts ist und rechts-links. Ich begreife es nicht. Ich begreife es überhaupt nicht im Geringsten. Ich bin jetzt über 50 und bin auch witzbegierig auf meine Art. Aber Radio habe ich nicht verstanden, wie das geht. Was ist der Sender? Kommt da Strom raus? Ist da Strom an der Antenne? Wie machen die die Wellen? Und wie empfängt man? Also es ist mir ein Rätsel.

Aber ich habe jetzt glücklicherweise festgestellt, dass ich nicht der Einzelne bin, der das nicht begriffen hat, sondern da gab es noch mehr. Zum Beispiel Rolf Zukowski. Ich glaube nicht, dass dieses Lied in der heutigen Zeit noch gemacht werden dürfte oder könnte oder wollte, wenn er sagt, so schick mal ein Foto und mach mal dies und mach mal das. Und Rolf Zukowski hat ja auch gesagt, er hat auch Ärger bekommen wegen seinen Liedern jetzt, weil die nicht mehr gendergerecht sind, weil die irgendwie die Kinder in ihre geschlechtsspezifischen Rollen drängen und so. Und er war froh, dass er die Lieder derzeit machen konnte, in der er sie noch gemacht hat, weil es jetzt nicht mehr ginge. In diesem Lied hat das Kind ja im Prinzip den Sprecher im Radiokasten direkt vermutet und verortet und da angesprochen. Auf die Idee bin ich nicht gekommen, weil ich wusste, dass es bei meinen Kumpels auch so Radioapparate gab bei den Bekannten von meinen Eltern und mir war ja klar, dass nicht in jedem Kasten so einer drin sitzen kann. Insofern bin ich davon ausgegangen, dass das so was ist, ich sag mal schlicht wie Gott, weil im Radio wurde gesagt, was passiert, da waren die Verkehrstipps drin, also ich bin ja nicht in den Kindergarten gegangen als Kind, ich war ja wie gesagt meistens vorm Radio, hab da gehockt und hab immer auch die Abläufe schön mitgehört, mit Nachrichten, Wetterbericht, Verkehrsbericht, dann gab es noch hier im vermissten Suchdienst, war ja erst kurz nach dem Krieg, musste sich irgendwelche Familien melden und ich hab immer gehofft, dass die sich dann finden. Gab die Erziehungstipps am Mittwoch, die fand ich gut, die benutze ich jetzt noch nicht und irgendwelche Sendungen, die halt immer wieder kamen und das war für mich einfach die höchste Instanz der Welt, weil die haben gesagt, wie das Wetter wird und so war das Wetter dann auch, die haben irgendwann mit Verkehrsberichten und ich bin nie auf die Idee gekommen, dass das in Westberlin sein könnte, weil ich wusste gar nicht, dass es eine Mauer gibt, weil ich nicht so weit laufen konnte und dadurch war das für mich eine übergeordnete Institution über der ganzen Welt. Und wenn da Stimmen waren und gesungen wurde, waren für mich die Gesangsstimmen im Lied. Also die Stimme hat ins Lied gehört und nicht zu einem Menschen. Kann man jetzt erstmal ein bisschen so drüber nachdenken und wir spielen jetzt einfach erstmal nichts. Es gibt natürlich schlechte Gags auch noch zu erklären. Also das war jetzt natürlich, wir haben schon was gehört, aber das Was war eben nichts. Und jetzt kommt's, nichts hieß die Band. Manche werden die noch kennen aus den 18ern, das war eine wunderschöne Zeit. Ich hatte nichts als Sticker, also ich habe mir nicht nichts auf dem Sticker geschrieben, sondern ich habe mir wirklich nichts als Wort auf dem Sticker geschrieben, was an sich ja schon ein Witz wäre, wenn ich nichts auf dem Sticker gemacht hätte und gesagt hätte, ich bin nichts Fan. Aber das habe nicht mal ich verstanden. Und deshalb habe ich mir nichts mit Abruppelbuchstaben auf dem Sticker geschrieben und mir ans Jackett geklemmt, denn ich war Jackett-Punk. Jackett-Punks waren nicht die Lederjacken-Punks aus dem Grunde, weil sie keine Lederjacke hatten. Und der Stil war auch noch ein bisschen ordentlicher. Natürlich so Hochwasser-Stil, Tonschuhe und dann Jackett und die Haare konnten auch länger sein bei Jackett-Punks. In den Anfangszeiten des Punks war das alles noch so ein bisschen gemischt. Es gab auch die Ska-Fans, die auch aussahen wie Jackett-Punks, im Prinzip auch so einen Scheitel hatten. Und man konnte auch mit Bomberjacke und langen Haaren so rumrennen, das war auch völlig okay. Aber man konnte auch mit Bomberjacke und kurzen Haaren mit bei uns stehen, weil das waren die Zeiten, wo im Kulturpark wirklich die Punks und die Skins noch Freunde waren und zusammen an einer Ecke standen und rumgepöbelt haben. Eine sehr schöne Zeit, leider auch sehr kurz.

Wir machen weiter mit Queen. Das letzte Lied war offensichtlich Queen mit Radio Gaga. Wobei ich mich frage, ob das Gaga wirklich ein englisches Wort heißt. Also ich würde jetzt denken, das heißt sowas wie verrückt oder so. Aber so Lady Gaga hat sich ja auch so genannt, da frage ich mich, ob das ein internationales Wort ist, ein deutsches Wort oder ob es vielleicht die Abkürzung von irgendwas ist. Das ist ja auch wie LOL oder so. Das ist ein Wort, das mit gar anfängt. Gamesmatch. Nee, ist ja gar, gar. Also ich weiß nicht, was das heißt. Ich weiß auch nicht, welche Sprache das ist, aber ich gehe davon aus, dass das so was wie verrückt heißt. Freddie Mercury war ja auch bekannt als sehr exaltiert, sehr schräger Typ, sehr schade, dass er gestorben ist. Und ich finde trotzdem okay, dass die Band weitermacht. Also manche Bands lösen sich auf, wenn einer stirbt. Ich glaube, das Thema hatten wir schon mal bei Led Zeppelin. Bei manchen Bands finde ich auch gut, dass sie so aufgehört haben. Aber Queen haben es geschafft, einen sehr guten neuen Sänger zu finden. Und ein Freund von mir war beim Konzert und der hat gesagt, der hat es wirklich geschafft, mit einer guten Ansage, das Publikum auch wieder umzustimmen, die den am Anfang so abgelehnt haben und blöde fanden, weil es eben nicht Freddie Mercury ist. Aber er hat dann gesagt, Jungs, was soll's, ich bin Freddie Mercury-Fan, ich liebe den Typen, ihr liebt den, also machen wir das Beste so aus dem Abend. Und auf einmal hat das dann irgendwie so geschafft, dass sie zusammen dann sich die Songs so angehört haben und sich gefreut haben. Und in so einem Fall finde ich das eigentlich okay, wenn eine Band mit einem neuen Sänger weiterspielt, weil die Lieder sind ja total gut und es ist schade, wenn man irgendein bestimmtes Lied nicht mehr live hören kann. Manchmal ist ja der neue Sänger dann sogar besser als der andere, aber da wüsste ich jetzt keinen Fall. Also bei ACDC nicht. Jetzt, also egal welcher da, jetzt singt einem besser als Bon Scott, ist da eher überhaupt keiner.

Jetzt kommt wieder mal ein Lied, welche Überraschung von Pax, ist auch was mit Radio. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, wenn man sich selber zum ersten Mal im Radio hört, also als Band. Das ist, wie der erste Sex oder so, eigentlich fast noch besser, weil das erste Mal im Radio, das ist sowas verrückt, weil man sieht dann, irgendwie ist man zum ersten Mal offiziell eine richtige Band oder so. Das kann natürlich sein, dass das Radio ein bisschen an Bedeutung verliert, seitdem es diese ganzen Internetmedien gibt, wo man irgendwie sich auf Spotify oder YouTube irgendwie da so veröffentlicht oder so. Früher war das Radio, wie gesagt, die höchste Instanz und wenn man da gespielt wurde, war man so stolz. Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als wäre es gestern, weil das so ein Einschnitt war, wir haben mit Feeling B im alten Friedrichstadtpalast noch damals Aufnahmen gemacht auf einer Acht-Spurmaschine, also so ein großes Tonband, wo wir im Prinzip die Instrumente einzeln aufnehmen konnten. Das hat irgendein Techniker, der da gearbeitet hat, war mit Aljoscha befreundet und hat uns nachts, als die Veranstaltungen vorbei waren, ins Studio reingelassen. Wir haben da vier Titel aufgenommen und die haben wir dann auf eine Kassette gemischt, nehme ich mal an. Und die Kassette haben wir einem anderen befreundeten Radiosprecher mitgegeben, das war Achim Gröschel bei DT64 oder Radio der DDR, ich weiß es nicht, nicht mal mehr. Er hat uns versprochen, uns in die Sendung zu bringen. Er war aber auch nur der Moderator und nicht der Redakteur und durfte das eigentlich gar nicht. Er hat jetzt so reingeschummelt und er durfte uns auch nicht ins Programm nehmen, weil das Programm musste ja abgestimmt sein und abgesegnet sein und nach Inhalten durchsucht und durchforscht. Und er hat aber uns versprochen, er machte das, weil er war auch Fan und Freund. Und dann hat er auf einmal, also die Sendung war zwei Stunden lang und wir haben uns die angehört. Das war so ein Unfug und hat so genervt. Aber weil wir haben gewartet und gewartet, die ganze Band, aber wir waren da nicht viele, und haben uns richtig aufs Suche, das kam Samstag 16, äh, Sonntag, 16 Uhr, das weiß ich auch noch, und haben da den ganzen Sonntagnachmittag bei Aljoscha verbracht und gehört und das Lied kam und kam nicht und kam und kam nicht und dann war es schon 5 vor 4, dann war es 3 vor 4 oder als die Sendung dann zu Ende war, also dann 3 vor 6 oder und das Lied kam immer noch nicht und dann auf einmal, als die Sendung im Prinzip vorbeikam, als der Nachrichtensprecher sich schon zurechtgesetzt hat, kam das Lied auf einmal so, da klang total gut, war das Lied unsichtbar, das ist nie veröffentlicht worden oder so, das war so ein komisches Lied, doch plötzlich wurde mir klar, es ist wahr, ich bin unsichtbar, sehr interessanter Text und dann ging das los und wir haben uns so gefreut und nach vier, fünf Takten hat er schon draufgesprochen und sagt, und das ist übrigens eine Band, so heißen Feeling B. Ich weiß nicht, wie man die Musik jetzt nennt, aber ich finde, es geht ganz schön ab oder so. Und dann kamen die Nachrichten. Man hat kaum so ein paar Takte gehört. Aber wir haben uns so gefreut und seitdem war mein ganzes Leben ein bisschen anders. Seitdem war ich auf einmal ein Musiker, der im Radio kam und ich hatte irgendwie gehört, wie schön das ist, wenn man sich das so anhören kann, was im Radio kommt. Und ich muss sagen, das Gefühl ist nie ganz weggegangen, weil wir zum Glück auch generell so selten im Radio gespielt werden, dass das immer was ganz Besonderes ist. Aber Das Erlebnis war großartig und ich wünsche jedem, der Musik macht, sei es noch so einfach, dass er wenigstens einmal im Radio gespielt wird. Ich kann mich also drum kümmern.

Weiter geht's mit Public Service Broadcasting. Ich sage den Namen nochmal, Public Service Broadcasting. Für mich klingt das nur nach Broadcasten, aber wahrscheinlich hat das doch irgendwas mit Radio zu tun. Ich glaube, das ist irgendwas wie mit Nachrichten oder so. Die haben auch dieses komische Wort Anchorman. Ich dachte natürlich, das heißt wiederum Ankermann und dachte, das ist ein guter Begriff eigentlich für einen Menschen, der irgendwas festhält oder so oder streng bei seiner Meinung bleibt, ein richtiger Ankermann, der irgendwas aufhalten kann oder so. Aber Anchorman heißt auch eigentlich nur Nachrichtensprecher, wenn mich nicht alles täuscht. Da habe ich mal so einen Film, den habe ich gesehen, aber leider war ich da mit der Band zusammen und die Band denkt, das ist cool, wenn man alle Filme im Original guckt und auf Englisch und das ist zwar eben sehr weltmännisch und cool, aber ich verstehe es dann eben nicht, um was das geht. Oder wenn, dann eben die Emotionen nicht, oder weiß ich auch nicht. Jedenfalls Anchorman heißt Nachrichtensprecher. Und Broadcasting, da gucke ich mal nach. Weiter jetzt im Radiothema. Zum Glück heißen die ganzen Themen irgendwas mit Radio. Da versteht man dann auch, um was das geht, wie auch hier bei Manu Ciao. Manu Ciao war ja schon krachig. Da fällt mir ein, dass ich uns auch mal mit Feeling B richtig dann offiziell gehört habe. Und zwar im Krankenhaus. Ich lag im Krankenhaus wegen Hohenhautentzündung, nehme ich mal an. Und da musste ich im Bett liegen, im Vier-Mann-Zimmer. Und einer hatte so einen Kassettenrekorder, so einen Radiorekorder mit und hat da zufällig Feeling B gehört mit Alles ist so dufte. Da kam gerade diese Amiga-Kleeblattplatte raus und davon war das ein Lied. Ich glaube sogar das erste oder das zweite. Und ich habe natürlich nicht gesagt, wer ich bin, damit ich mich dann nicht mit dem unterhalten musste, aber habe mich total gefreut, wie das auch so schön krachig klang. Und ich konnte selber da auch Radio hören im Krankenhaus, weil ich hatte so ein ganz mini kleines Radio, so ein Taschenradio, so was ich habe gehört, das war so groß wie eine Zigarettenschachtel, höchstens die Hälfte davon. Hatte ich von irgendeiner Tante gekriegt, die mal in Japan war, obwohl ich hatte ja keine Tante in Japan. Jedenfalls habe ich es geschenkt gekriegt, weil ich krank war und da habe ich dann auch in so einem ganz kleinen Rädchen die Sender einstellen können und da war das gerade die Zeit 1989, wo Radio 100 in West-Berlin gegründet wurde und das war faszinierend, weil die haben auch Musik gespielt, die man überhaupt nicht kannte, so selbstgemachtes Zeug und ich habe gestaunt, wie schlecht die Sprecher waren, weil die waren nicht ausgebildet und so und ich habe die überhaupt nicht verstanden, weil das eben ganz normale Menschen waren, die keine Ausbildung. Und jetzt verstehe ich sie exakt und weiß genau, wie das ist, weil man die Sprecher nicht versteht, weil ich jetzt selber so ein schlechter Sprecher bin. Aber ich muss sagen, das war eine interessante Zeit, wo alles so ein bisschen sich gewandelt hat und aufgebrochen ist und auf einmal das Radio dann eben nicht mehr die höchste Instanz war, sondern ein bisschen so abgesackt. Wir machen mal weiter mit Spliff.

Inhaltlich sind die Songs über das Radio alle so ziemlich gleich. Da geht es einfach darum, dass irgendjemand in seinem Stübchen sitzt und den Anschluss zur großen, weiten Welt haben will. Und jetzt habe ich noch ein deutsches Lied. Da ist mal ganz klug nachgedacht worden, denn bevor man Radio hören will, muss man es ja auch anschalten. Da sind wir noch. Also eigentlich heißt es, da sind wir aber immer noch. Aber wir sind auch noch hier, denn ich bin nicht alleine, obwohl man das vielleicht denken könnte. Sondern mit mir ist noch der Tonmann Peter und der hat hier schon ein Lied eingestimmt, glaube ich, schon angespielt. Ich höre schon was ein bisschen und dann sehe ich mich schon an so einem Samstag nach Mittag, wenn es ein bisschen warm ist und ruhig. Langsam die Straße lang schlendern, noch ohne Ziel. Guck nach links, guck nach rechts, seh nichts, geh weiter. Ich freue mich schon auf meine Spezial-Sendung mit Saxophon. Die habe ich zwar noch nicht geplant, aber irgendwann werde ich die mal machen. Sehr schönes Instrument.

Ich war Lehrling in der Zeit und habe die Platte geborgt bekommen. Das war, glaube ich, wenn die Nacht am tiefsten ist von den Scherben. Und ich musste ganz früh aufstehen, aber ich wollte unbedingt noch ein bisschen von meiner Lieblingsmusik hören, bevor ich zur Berufsschule muss. Und deshalb habe ich mir die Platte schon auf die richtige Seite gelegt und auch schon mir am Abend davor ausgedacht, welche Lieder ich hören will. Und ich bin ganz knapp vorm Losgehen erst aufgestanden. Ich wollte keine Sekunde verschwenden und habe mit dem Aufstehen den Plattenarm auf die Platte gelegt, bin ins Bad gerannt, habe die Tür offen gelassen, mir die Zähne geputzt und mich angezogen, gegessen, alles in einer Bewegung. Und habe immer zwei Songs geschafft pro Morgen. Und eins war immer Guten Morgen, habe ich sehr gerne gehört. Das war auch auf der Platte drauf. Und Samstag nach Mittag habe ich dann auch gehört. Und ich fand das Lied so gut, diese Stimmung. Und ich habe mich, wie gesagt, an einem Abend nach Mittag, bin ich wirklich spazieren gegangen auf der Danzer Straße, die da noch die Dimitrovstraße hieß. Zum 1. Mai bin ich da lang geschlendert und hatte genau dieses Gefühl wie in diesem Lied. Und besonders die Stelle, irgendjemand spielt Klavier auf den Radiotasten, fand ich so poetisch und so treffend, dass ich das Lied jetzt unbedingt spielen wollte.

Weiter jetzt mit einem Lied, wo die Radio-Stimme im Lied ist. Das ist mal das ganz Besondere. Das ist so ein Effekt, damit was ganz doll dramatisch wirkt und man richtig so ein bedrohliches Gefühl bekommt. Das werden wir später nochmal hören. Und wenn man den Nachrichtensprecher hört, weil der schon Radio- und ernsthaft ist, und das dann noch in einem Lied drin, dann wirkt das so richtig gut und hart. Wir hören einmal an. Das merke ich natürlich, dass der Radesprecher kein echter Radesprecher ist und dass das alles nicht wirklich aus Nachrichten ist, dass das kein echter Fall ist, sondern dass das einfach im Studio irgendein Kumpel von ihm oder wahrscheinlich sogar noch er selbst mit verstellter Stimme oder so, einfach die Stimme, dass darauf gesprochen ist, damit es dramatischer wird. Aber es gibt auch viel Echtes. Als Kind dachte ich natürlich, das ist echt. Aber ich habe mal was gehört aus Versehen. Meine Eltern waren abends nicht da. Und ich weiß nicht, warum ich da vom Radio, weil ich immer so Radio gehört habe. Und auf einmal war so eine Stimme, so eine kratzige Mädchenstimme oder Frauenstimme. Und die hat einfach erzählt und erzählt und erzählt. Und ich dachte, was ist denn das? Und dann hat sie erzählt, wie sie irgendwie Drogen genommen hat und versucht hat, sich eine Spritze zu geben. und dass es nicht funktioniert hat, weil die Nadel verstopft war und da hat sie wieder Blut mit hochgezogen und das alles nochmal erhitzt und gedrückt und versucht und gemacht und dann ist sie bewusstlos geworden, im Bad umgefallen und die Mutter hat an die Tür geklopft und sie hat aber die Tür nicht aufgeriegelt. Dann hat sie alles versteckt, ist wieder bewusstlos geworden. Es war ein Drama, ich konnte nicht weggehen, so vom Radio. Ich wusste nicht, um was es geht, ich wusste nicht, was das ist, aber die Stimme war so faszinierend, weil man hat gemerkt, dass die Stimme, die das da erzählt, das auch wirklich erlebt hat. Und ich habe das anderthalb Stunden lang gehört oder so. Ich war vielleicht zwölf oder so. Und war völlig fasziniert, wusste aber nicht, was das soll. Und habe nächsten Abend wieder das Radio angemacht. Meine Eltern waren wieder nicht da. Ich verstehe jetzt auch nicht, wieso. Und habe irgendwie instinktiv gehofft, oder sie haben es sogar gesagt danach oder so, dass das wiederkommt. Und da kam das wirklich wieder. Da war wieder diese faszinierende Stimme, die weitererzählt hat, wie sie Drogen nimmt und sich prostituiert dann auch noch. Für mich war das alles so spannend und faszinierend. Ich glaube, ich bin beide Abende erst Mitternacht ins Bett gekommen oder so und ich freue mich, dass ich wirklich dabei war, als das gesendet wurde, weil so eine Sendung gibt es ja jetzt gar nicht mehr, wo zwei, drei Stunden, also für mich fast die ganze Nacht einfach eine Sache vorgelesen wurde. Ich habe ja später erfahren, dass das in Buchform war. Das war nämlich Christiane F., die Kinder vom Bahnhof Zoo. Und Christiane F. hat das selbst gelesen. Oder sie hat es noch nicht mal groß lesen müssen, weil sie es ja selber aufgeschrieben hat oder diktiert hat. Sie hat es mit ihrer Stimme selbst erzählt. Und das war so in dieser Form das Berührendste, was ich im Radio bis jetzt gehört habe.

Aber auch berührend sind die anderen. Die anderen haben auch ein Band übers Radio gemacht. Das habe ich sogar mit Toaster, da habe ich sogar noch mitgemacht. Wir haben uns in seiner Wohnung getroffen, schon kurz nach der Wende, mit einem Stoffbeutel mit sechs Bierflaschen drin, drei für ihn, drei für mich. Für mich hat das Geld nicht gereicht, dann wäre der Henkel abgerissen vom Stoffbeutel. Und ich hatte meinen kleinen Kasel mit, den ich überall hin mitnehmen konnte. Wir hatten das Mischpult Regie 2000 aus der DDR und haben dann entweder auf mein Tape-Deck oder auf irgendeinem Kassettenrekorder einfache Musik aufgenommen, indem wir in Schwarzen Teufel gesungen haben. Das war ein altes Ost-Mikrofon voll aus Plaste, wo wenig davon ankam, was man drin gesprochen hat. Und Toaster hat Gitarre gespielt und gesungen und ich habe auf dem Casio so dazu gespielt und da entstand mal irgendwas, You Switch Your Radio On. Und er hat es dann umgeändert in You Switch On Your Radio, weil sich das besser singt, so phonetisch. So was muss man eben können als Sänger. Und davor kommt noch ein anderer Musikschnipsel, wo ich nicht weiß, warum der mit zu diesem Lied gehört. Aber das ist nun mal ganz einfach so. Wenn Sie jetzt schon das Gefühl hatten, dass Sie wieder ein Saxophon gehört haben, dann ist das richtig. Das lag nicht in meiner Absicht. Ich hatte ganz vergessen, dass der da noch mitgespielt hat. Es war der Lehrer Läpsch und der hieß Lehrer Läpsch, weil er wirklich im Privatleben, im echten Leben noch als Lehrer gearbeitet hat. Was ja ein völlig okayer Beruf ist und ihn eher hebt in meinem Ansehen. Und es gab noch einen Lehrer, der hat bei Freigang gespielt. Also er spielt immer noch bei Freigang, der Egon. Der war Sportlehrer und den hatte ich mal auf der Straße gesehen mit zwei Stoppuhren um den Hals. Und die Kinder sind vorbeigerannt. Und das war ein Bild, was ich in meinem ganzen Leben nicht zusammengekriegt habe, dass jemand bei Freigang spielen kann und dann Kinder noch unterrichtet.

Aber wir kommen jetzt wieder zu einem ernsteren Thema von diesen lustigen drei Wörternamenbands wie die anderen oder Hans am Felsen oder Magdalene Kai bekommen oder weiß ich was. Jetzt kommen wir zu Wishful Thinking, wo keiner weiß, wie es ausgesprochen wird. Also wusste keiner in meiner Kindheit. Aber wir hatten da so ein Heftchen, wo wir bei Schlager der Woche dann so mitgeschrieben haben und einer hat mir das Lied überspielt und gesagt, ich wüsste nicht, wie das heißt, aber so wird es geschrieben und hat mir das Lied vorgespielt. Und wir hören das, weil wieder mal ein Radiosprecher mitspricht und der ist mal ein bisschen echter. Das nennt man sowas ja Mixtape, weil man so ernst viele verschiedene Sachen drauf hat, aber früher habe ich einfach versucht aus dem Radio und von Freunden jedes Lied zu kriegen, was ich irgendwie gut fand. Damit ich ein bisschen durchsehe, hatte ich da so ein blaues A5-Heft, jetzt würde man das Oktavheft nennen, wo ich dann eine Seite, eine Kassettenseite und da habe ich dann aufgeschrieben den Interpreten und das Lied, soweit ich das irgendwie verfolgen konnte. Also Johnny Cash hieß natürlich K-E-S-C-H. Und dann war auch das schwieriger, dass viele Radiosprecher haben oft nicht gesagt, um was es geht oder so. Dann haben einfach das Lied gespielt oder es kam kurz vor Nachrichten oder nach Nachrichten oder weiß ich. Da musste ich dann improvisieren, musste ich dann schreiben, dit mit den, was so klingt, als ob ein Pferd wird oder so. Damit ich wusste, was es dann war. Und wenn ich bei einer Sendung so mitgeschnitten habe, war es auch schwierig, weil ich habe immer so vorsichtshalber auf Rec und Start gedrückt. Und dann habe ich aber in der Hälfte des Liedes gemerkt, dass das Lied doch nicht so dolle ist und dass ich ja eigentlich Kassettenplatz ist ja ein kostbares Gut und dann habe ich ganz schnell zurückgespielt, dann habe ich aber den Schluss von dem nächsten Lied nicht mehr gefunden und beim Spulen hat das Lied dann noch aufgehört und das nächste Lied fing an und da habe ich dann ganz schnell wieder auf Rack und Start gedrückt, damit ich das wenigstens dann nicht verpasse und habe dann aber halb ins letzte Lied dann rin gelöscht und musste das dann rinschreiben oder habe eins ganz weg gelöscht, weil ich dann rausstreichen musste und dann habe ich das neue wieder hingeschrieben und dann wusste ich nicht, wie das heißt. Musste ich dann Platz lassen und eine Zahl davor und dann war es da fünf die sechs geworden und so weiter. Also es war nicht das ordentliche System, was man eigentlich braucht, wenn man Kassetten so führen will und jemandem was vorspielen will oder so. Aber ich habe mir die Sachen ja selbst immer nur von vorne bis hinten so angehört. Und ich habe auf einer Kassette noch Lieder gefunden, die ich aufgenommen habe, wo ich bis jetzt noch nicht weiß, wer das ist. Und ich werde das jetzt mal Jazzam mal vorspielen, wenn das, falls die das schon kennen oder ob, wenn sich das Lied noch nicht durch meine Kassettenabspielungen so verändert hat, dass es nicht mehr erkannt wird. Und naja, zum Glück gibt es jetzt andere Sachen, ich muss nicht mehr mit Kassette aufnehmen, aber ich habe das sehr, sehr, sehr lange gemacht, also noch bis tief in die Radio 1 Zeiten rein, weil mein Mercedes hatte noch ein Kassettendeck drin, also Radio und Kassettenteil. Und ich habe das sehr geliebt, wenn ich Auto gefahren bin und mir meine Radiokassetten dann angehört habe. Und dabei habe ich viele Bands auch entdeckt. Ich glaube sogar noch die White Stripes und Goldfrap und all das so was. Die spiele ich später mal, aber nicht jetzt.

Jetzt kommt ein Lied, da kann man sich wundern. Es heißt Radio, war ganz was Neues. Wenn man jetzt wirklich irgendwie schon so oft im Radio gehört hat, aber was ich nicht wusste, dass das die Bugles sind. Ich weiß nicht, was die Bugles sind. Ob das auch wie die Käferchen, so wie die Beatles oder so. Jedenfalls bestanden die Buggles hauptsächlich aus Geoff Downs und Trevor Horn. Und Trevor Horn, den kennt man vom Namen her, weil der so viel gemacht hat, dass man es gar nicht glaubt. 1980 ist er bei Yes eingestiegen und das Schlimme ist, dass es da mal so eine Werbung gab mit Yes-Törtchen, wo so ein Pärchen irgendwie in Bergen rumwandert und dann haben sie so ein hässliches Zelt und dann hat sie Geburtstag und dann guckt die Frau so ganz enttäuscht, aber der Mann, der hat ja noch diese Törtchen mit, das ist kein Törtchen, das ist so ein Dreckszeug, also süßes Mist mit Plastik drum und dann macht er das so ab und dann macht er so auf Marilyn Monroe als so beim Präsidenten so ein Happy Birthday singt so ganz leise und die Frau ist ganz gerührt und weint fast und liebt ihn ganz doll. Ich muss dann fast so in die Ecke brechen, wenn ich das sehe und das Schlimme ist auch, dass man als Deutscher Happy Birthday singt, das ist das Erste, was einem einfällt, wenn jemand Geburtstag hat, dass man Happy Birthday singt, wo es so schöne Geburtstagslieder gibt, also ich kenne das nicht so viele, schön, dass du geboren bist oder so oder irgendwas, aber Happy Birthday zu singen, was so uramerikanisch ist und wenn jemand Geburtstag hat, ich singe das immer aus Protest nicht mit, wenn irgendjemand Geburtstag hat, ich bewege da nur den Mund oder noch nicht mal dit und gratuliere ihm dann viel lieber oder so. Aber darum geht es jetzt nicht. Jedenfalls haben die bei Yes gespielt, also auf jeden Fall so Trevor Horn und wurde dann äußerst erfolgreicher Produzent für die Pet Shop Boys, die Simple Minds, Mark Allman, sogar Seal, den man ja von Frau Klum kennt, was eigentlich fies ist, weil er viel berühmter ist als sie. Lisa Stanfield, die Sugar Babes, Celeste Young, ihr könnt ja noch lesen, aber dann eher schade um die Zeit, deshalb lieber das nächste Lied, das ist von Kraftwerk.

Jetzt fragt man sich, weshalb ich das jetzt ausgesucht habe, aber Radioaktivität liegt jetzt nicht, auch wenn es mit Radio und Radioaktivität was anderes gemeint ist, ist es natürlich dasselbe. Weil das Radio, was wir ja hören, hängt ja auch damit zusammen, dass gesendet wird. Also das Radio ist ja der Sender. Und was wir hören, was wir Radio nennen, ist ja nur der Empfänger und nicht das Radiogerät. Also, aber die Radioaktivität, das heißt, es wird was ausgestrahlt, aktiv in dem Fall, und zwar was radioaktives. Ich weiß jetzt nicht, wie ich das in andere Wörter ausdrücken soll, aber ich finde gut, dass Kraftwerk davor schon in frühen Zeiten gewarnt hat. Bei uns ist die Band leider mit in die neue deutsche Welle so rin gerutscht, was sie ganz, ganz schlimm finden werden, weil sie waren ja so die Vorreiter und mehr Krautrock und haben was ganz Neues erfunden. Aber wir haben die einfach, also ich und meine Jugendfreunde, haben die erst entdeckt, als die im Radio kamen mit den Liedern der neuen deutschen Welle. Und im SFB gab es Sonntag sogar eine ganze Stunde mit NDW-Songs, ich weiß nicht mehr, wie die hieß, aber die war sehr interessant. Wir haben auch aufgenommen und die Sache artete dann richtig in Schwachsinn aus. Ich kann mich noch an so ein Lied erinnern, das heißt Keine Probleme, Marlene, jetzt fummel nicht am Sack, Jack. Also da waren so Reime, die so völlig immer, Hauptsache es reimt sich hinten noch ein Name daran. Und so ein Zeug kam da und wir haben das alles natürlich auch aufgenommen. Aber Kraftwerk gehört da natürlich eigentlich nicht rein. Aber bei mir jetzt ja, weil es ist was mit Radio.

Und das nächste Lied, jetzt wird es völlig verrückt, heißt Radio und Video von System of a Down. Mal sehen, wie wir jetzt das Video hören. Radio heißt ja auch Funk. Man sagt ja auch der Radio-Funk, Rundfunk. Wieso rund? Naja, weil er von der Antenne aus rund geht. das verstehe ich schon. Also Rundfunk, so Radio heißt Funk und das Funkgerät heißt auf Englisch ja auch Radio. Das verwirrt mich völlig, wenn man sagt, hast du das Radio an? Sagt er, nee, mein Funkgerät ist in der Tasche oder so. Und jetzt habe ich überlegt, ob Funky, also Funky, auch von dem Wortschatz kommt. Das ist auch was heißt wie Ausstrahlen oder Senden. Oder der Funke, weil der Funke fliegt ja auch und entzündet ein neues Feuer. Also als Linguistiker oder wie das heißt, große Zukunft vor mir, sehe ich das mal. Wir hatten, auf unserer hatten wir einen Pyrotechniker, also der, der die Sachen anzündet und der war Amerikaner und der sprach sehr gerne ins Funkgerät, also der hat nicht ganz verstanden, dass das Funkgerät dazu da ist, dass einer, der was wichtig hat, da rein spricht, damit die anderen den hören und der, der angesprochen wird, der antwortet dann mit dem Funkgerät, bloß die anderen hören das ja alle mit, das ist ja das Problem im Radio und das hat er nicht so verinnerlicht und hat immer gerne ins Radio gesprochen, wenn er aufs Klo wollte oder wie es Essen schmeckt oder hat alles erzählt und dann hieß der Radio. Weil erstens war es ein Amerikaner und ein Engländer und es hieß zugleich Radio, weil er sprach wie ein Radio und weil er immer am Funkgerät war. Also da hat es mal wieder doppelt gestimmt. Er zeigt den Kreis schön geschlossen mit der Mischichter.

Und jetzt kommt das vorletzte Lied, heißt Radio. Und damit es sich ein bisschen von den anderen unterscheidet, heißt es Radio One. Was ja übersetzt, jetzt kommt der absolute Knaller, so was wie Radio 1 bedeuten würde. Und da sind wir jetzt gerade. Ist das nicht der Wahnsinn, wie ich spiele mal das Lied? Das Lied würde ich jetzt am liebsten gleich nochmal hören, das finde ich so gut. Aber die Zeit ist zu knapp, die Zeit ist sowieso zu knapp, die Sendung ist fast zu Ende. Ich habe mir extra einen acht Seiten lang Text, Geschichtstext über das Radio so rausgedruckt, würde ich fast sagen. Das wäre auch gelogen, kopiert und schaffe ich jetzt nicht vorzulesen. Außerdem erkenne ich die Schrift auch nicht aus der Entfernung. Aber ein Detail würde ich Ihnen noch zum Abschied mitgeben. Am 22. Dezember 1920 fand die erste Rundfunkübertragung der Deutschen Reichspost vom Sender Königs Wusterhausen mit einem Weihnachtskonzert statt. Und das Verrückte daran war, dass es kein Orchester war, das die Weihnachtslieder gespielt hat, sondern die Postbeamten selber spielten auf mitgebrachten Instrumenten, haben so Lieder gesungen und Gedichte vorgetragen. Und das ist im Prinzip die Geburtsstunde. der heutigen Art des Radios. Und damit verabschiede ich mich. Bis zum nächsten Mal. Bleiben Sie gesund und so weiter. Tschüss.