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Flake talks about talking.

Transcript

Radio 1. Flake. Des Tastenfickers Podcast. Hallo, herzlich willkommen.

Ich bin der Meinung, wir könnten eine Welt aufbauen, in der es keine Kriege mehr gibt, keine Gewalt, kein Mord oder irgendwas. Und ich stelle mir das auch ziemlich einfach vor. Ich denke nämlich, das liegt daran, dass die Menschen zu wenig miteinander reden. Wenn sie jetzt zum Beispiel eine unterschiedliche Religion haben oder ausüben, treffen sich zwei, sagt denen, Tag, Tag. Ach, was bist du so? Ja, ich glaube an das. Ach, interessant. Ich glaube an das. Und habt ihr auch einen Gott? Ja, ja, schon. Aber es ist jetzt kein Mann mit weißem Bart. Ach so, das wäre ja auch Blödsinn. Und hier bei euch? Ja, wir haben auch so was. Ach, ist ja schön. Und ich habe gehört, ihr habt so Paradies, so Globster dran. Na ja, ehrlich gesagt, so eigentlich auch nicht so richtig. Aber ich denke doch immer, es ist besser, man denkt an was Schönes. Wenn es dann nicht klappt, hat man sich wenigstens so drauf gefreut. Und ihr mit euren 40 Jungfrauen, wo sollen die herkommen? Ja, habe ich auch schon überlegt. Und ja, ist ja alles nicht. Aber man kann ja mal kicken und vielleicht dann eben nicht. Oder ich bin ja da noch alt oder so. Was soll ich dann noch mit den Jungfrauen und so weiter und so fort? Und so kann man im Gespräch ganz einfach irgendwelche Unterschiede abbauen oder Vorurteile abbauen. Das geht alles. Man muss sich nicht bekriegen oder so. Man kann einfach miteinander sprechen oder so. Und das kann man ins Große wie ins Kleine. Trump ist jetzt, man kann auch nicht sagen, es war jetzt ein böser Mensch oder so. Böse Menschen gibt es per se nicht. Böse Menschen müssen auch nur sprechen. Und wenn es beim Psychiater ist.

Sagt es leider nur, Gute Nacht. Manfred Krug, du sagtest leider nur Gute Nacht. Ich meine, was heißt leider? Er hat im Prinzip den Hochzeitsantrag losgeworden. Also ich glaube, er ist ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen. Aber das ist trotzdem ein Lied darüber, dass man gut miteinander reden kann. Weil, und du sagtest du, wichtig ist, wenn man den anderen anspricht, dass man ihn erstmal mit du ansprichst, der sich die Sicht des anderen einnimmt. Er sei eng dein neuer Schuh. Er hat alles richtig gemacht, sie im Prinzip auch, kein Sex in der ersten Nacht. Was für One-Nine-Stands wirklich schwer ist, wenn man sonst das denn da machen. Aber er wollte ja auch eine Frau fürs Leben, hat er letztendlich ja auch gekriegt. Manfred Krug, immer wieder gut.

In der Beziehung ist das Reden wie in einer Politik unfassbar wichtig. Und gerade in Beziehungen sollte man, bevor man irgendwie eine Hochzeit oder so plant oder so, miteinander gesprochen haben, ob das auch wirklich beide Partner wollen. Und wenn es einfach um Sex geht, sollte man das auch erst mal bereden. Hier ist ein sehr gutes Beispiel, wie das in etwa so ablaufen könnte. Olaf Schubert, ich zitiere diesen Sketch immer wieder, auch unbewusst in einzelnen Wörtern. Immer dieses du, du, nee, du oder so. Und alle, die das kennen, wissen dann sofort, was ich meine. Und das Beeindruckende ist, dass Olaf Schubert das alles selber gemacht hat. Er hat einmal die Stimme hochgepitcht und einmal tief. Also die Frau spricht er selber, den Mann hat er sich ein bisschen tiefer gemacht und hat das selber nacheinander eingesprochen. Das heißt, er hat erst den Mann oder erst die Frau gemacht, das weiß ich jetzt nicht, wie rum, und hat dann die Pausen gelassen für die Antworten. Das ist schon rein handwerklich so eine komplexe Aufgabe. Mein allerhöchsten Respekt. Und mit diesem Sketch hat er einen tiefen Platz in meinem Herz gewonnen. Ich finde den großartig. Und es gibt eine CD, da ist die drauf, da ist gleich das erste, die ist von vorne bis hinten gut, weil er beobachtet die Menschen so scharf, auch wie diese Frau sich wiederholt. Ich sage jetzt damit nicht, dass Frauen sich wiederholen, wenn sie was sagen, aber wenn sie sagt, das sind ja ganz neue Töne, das sind ja ganz neue Töne, das sieht es anders betont. Es ist so genial, es ist einfach, eigentlich müssten wir direkt nochmal hören, aber da reicht die Zeit nicht.

Heute geht es darüber zu reden und in Amerika heißt es Talk und das Lied heißt Talk About My Generation. Das wäre mal eine Frage für einen Grammatiker, wenn es diesen als Beruf gibt. Heißt das, das waren the who oder das war the who? Das waren die who? Also ich sage mal, das war the who mit my generation. Und ich freue mich immer wieder, wenn ich vermeintliche Zusammenhänge erkenne. Generation ist ja vom Wort her wie Generator. Da habe ich gedacht, vielleicht ist es dasselbe, weil eine Generation kommt ja immer wieder aus der Generation davor, kommt immer wieder eine neue und der Generator macht aus Wasser oder Dampf wieder Strom. Also da kommt wieder was zurück, was immer wieder kommt oder so. Kann man mal so drüber nachdenken, ob Generation und Generator was miteinander so zu tun hat. General wird zu kompliziert. Wir machen weiter. Es geht um Reden. Talk about it, man kann ja auch darüber sprechen, weil man nicht denken kann. Das mache ich zum Beispiel manchmal. Ich denke nicht nach, ich plappere nur. Das hilft auch manchmal. Es sollte nur kein Mensch dabei sein oder so, dann wird es immer ein bisschen anstrengend. Was ich mache, ist ja auch nicht reden, sondern ich rede ja ohne Antwort. Das ist ja am Radio Vor- und Nachteil, dass ich nur reinreden kann, aber keine Antwort kriege, weil ich die auch gar nicht brauche. Reicht, wenn ich rede. Reicht auch, wenn ich Musik spiele. Also Talk About It von Andrea oder André, ich weiß nicht, ob Rieu oder Hermlin. Nee, es ist André Casablanca. Jetzt müsste ich eigentlich danach hier die Stroke spielen, weil der heißt ja auch Casablanca, da hätte ich wieder eine Verbindung. Habe ich aber nicht. Jetzt ist Talk About It, Andrea Casablanca.

Nächste Lied heißt nur Talk. Das ist von Coldplay aus einer Zeit, als sie noch cool waren. Also eigentlich war Coldplay nie cool. Schon der Name ist uncool. Früher hießen sie Starfish. Das ist ohne wesentlich besser. Erinnert mich an den Mondfisch, den hässlichsten Fisch der Welt. Da müssen Sie sich mal ansehen, der hat keine Flossen. Das ist wie so ein Sack im Wasser. Aber sie hießen jedenfalls Starfisch. Und der Kumpel von Chris Martin, der mit ihm zusammengewohnt hat, hat in einer Band gespielt, die Coldplay hieß. Und die wollten den Namen nicht. Die fanden den zu, ohne zu deprimieren, den Namen blöd. Und was ich an Coldplay gut finde, dass den nichts zu uncool ist, eigentlich hat Chris Martin gesagt, ach, dann hebt doch uns den Namen, wenn ihr den zu blöde findet, ich nehm den. Und dann hießen die dann Coldplay, was so viel bedeutet wie aus der Kalten, würde man im Deutschen sagen. Mal schnell aus der Hand, mal aus dem Kalten oder so, wenn man schnell von 0 auf 100 muss oder so, hat man ja zu der Band. Also habe ich jetzt keine Verbindung zu Coldplay und aus der Kalten oder so, aber das Lied ist gut, Talk. Ich glaube, dass das schon so lange her ist, dass Coldplay sich gegründet hat. Ich hatte das Gefühl, dass ich eine ganz verrückte neue Band entdeckt habe, als wir das erste Lied gespielt haben. Das war 2001. Naja, ist ja wie gestern. Als wäre es gestern gewesen. Manchmal ist es so, dass man sich Sachen, die in einer langen Entfernung zurückliegen, einem näher sind als Sachen von ein paar Wochen oder so. Weil man wieder in dieselbe Art der Situation kommt. Also wenn ich zum Beispiel jetzt nach Australien fahre, habe ich genau das Gefühl, als hätte ich gerade in Australien erst Coldplay so kennengelernt. Da sie sahen, was ich sehr sympathisch finde, sahen nicht als Band erkennbar aus. Das muss man erstmal schaffen, so eine berühmte Band zu sein und so auszusehen, als gehen ein paar Studenten so zum Mittagessen in die Mensa. Meistens ist es umgekehrt. Meistens erkennt man die Band schon von 100 Meter weit an den Jacken und wie sie sich benehmen und so. Und dann lösen sie sich auf, bevor irgendwas passiert oder so. Nicht so Coldplay, die gibt es immer noch und wird es hoffentlich auch noch lange geben.

Genauso gibt es noch Stevie Nicks. Ich habe die erst verwechselt mit Nikki Sixx, weil das ein I und ein X hinten. Ist sie aber nicht. Stevie Nicks ist sogar eine Frau. Und das ist im Gegensatz zu Nikki Sixx, der ja in Wirklichkeit Frank Carlton Serafino Verranner heißt, heißt Stevie Nicks, auch Stefanie Nicks. Das ist doch schon mal was. Und sie spricht über Talk to me. Also sie will, dass man mit ihr spricht, eine Sache, die ich absolut nachvollziehen kann. Wie ist das Fernsehen? Nur Fernsehen ist ein Film, nur ein Film. Aber mir geht es immer wieder so, dass ich sagen will, dass ich die schütteln will. Die Protagonistin sagt, jetzt sag doch mal was. Sag doch mal was Nettes, sprich doch mal mit dem oder so. Zum Beispiel bei Control, hier der Film über Joy Division. Diese Eiern, er sagt einfach nichts. Er kommt immer schweigend ins Zimmer rein. Die Frau ist total nett, sagt, na, wie jetzt und so. Der gibt nicht mal eine Antwort oder so. Oder bei vier Blocks. Kida ist drin gekommen. Der heißt ja nur in Wirklichkeit Kida, nicht im Film. Ich will den jetzt nicht verwechseln. Aber seine Figur. Und kommt drin, setzt sich hin und sagt immer nichts. Die Frau fragt, ja, wie machen wir das und so. Und er gibt überhaupt keine Antwort. Also die Männer reden nicht mit ihren Frauen. Das ist das Schlimmste, was man machen kann, im Prinzip eine Art von Gewalt schon, dass man einfach Fragen nicht beantwortet oder so. Schweigen ist eine Waffe. Und immer wenn man, es gibt, wenn man eine Meinungsverschiedenheit hat oder so und man redet mit dem Partner oder der Partnerin und dann kommt keine Antwort. Das ist total schlimm, weil man weiß nicht, ist das jetzt angekommen, was ich gesagt habe? Wie reagiert das? Dann sagt der Partner mal später, ich muss erst mal nachdenken, bevor ich was sage. Aber dieses Nichtsagen ist echt fies.

Da gibt es sogar ein Lied drüber. Tachchen Schüss heißt das. Aber es geht um Sprechen oder Nichtsprechen. Also wenn ich mir was wünschen dürfte, dann würde ich mir wünschen, dass Icke und er nochmal sich aufrafft und nochmal eine Platte oder eine Tour macht oder mehrere Platten. Ich finde jedes Lied gut. Gut beobachtet, gut gesungen, gut gespielt. ist einfach gut.

Mir fiel ein, dass das Nichtsagen insofern hilft, weil man vermeidet, was Schlimmes zu sagen. Und wenn man was Fieses gesagt hat, kann man das nie wieder zurücknehmen, weil gesagt ist gesagt. Also man kann sich entschuldigen oder so. Das kenne ich ja immer so. Ich habe doch Entschuldigung gesagt. Das geht nicht. Du verhältst dich hier schlimm. Ich habe mich doch entschuldigt. Entschuldigen ist das eine. Wobei man natürlich nur, ich will jetzt nicht klug scheißen um Entschuldigung bitten kann und man kriegt es oder nicht. Aber wenn man eh mal was gesagt hat, hat man eine Grenze überschritten. Irgendwas Fieses. Du bist wie deine Mutter. Oder hätte ich doch mal die andere genommen oder so. Das sollte man einfach nicht sagen, weil es steht dann in der Welt und bleibt für immer. Also in dem Fall ist besser, man sagt mal doch was, aber was nettes. Nee, man sagt nichts, verwechselt. Also man sagt nichts oder was Nettes, darauf können wir uns doch so einigen.

Jetzt kommt die Art mit sie sagte und die Art, weil die Art, die hieß ja früher die Zucht. Und die Zucht klingt ja total fies und hart, die Zucht ist so ein harter Name. Und jetzt haben sie eine Platte nochmal rausgebracht als die Zucht mit alten Titeln. Und ich wusste das nicht. Also ich wusste das schon, ich habe es wieder vergessen. Ich vergesse viel, zum Glück sage ich jetzt mal, die meisten Sachen. Und sie haben sich umbenennen müssen bei der Einstufung. Aber ich wusste das nicht oder hatte es vergessen, wie gesagt. Und wenn man das nicht weiß, ist die Art die Art. Die Art ist die Band aus Leipzig, total cool. Ist eben die Art. Und sie sagen immer, ja, wir heißen aber eigentlich Zucht, eigentlich sind wir viel geiler, aber wenn man das nicht weiß, ist es einem das scheißegal. Und ist das jetzt so eine schlimme Beschneidung der Freiheit, wenn man bei der Einstufung sagt, Mensch, die Musik ist ganz toll, die ihr macht, aber Zucht ist ein Kackname, nennt euch doch die Art. Ich finde das in Ordnung, hätten sie sich auch gleich die Art nennen können. Der Titel hätte von meinem Vater benannt werden können. Talking loud and clear hat mein Vater auch immer gesagt, sprich laut und deutlich, wenn du was sagen willst. Ja, ich verstehe dich nicht, wenn die Kinder weinen und so, aber ist egal. Jedenfalls war das OMD, wo ich die Abkürzung mal ein bisschen einsehe, weil OMD ausgesprochen heißt Orchester, Manövern, The Dark. Aber zum Beispiel bei OMG, was ja genauso klingt wie OMD, ist völliger Schwachsinn, weil, oh mein Gott, OMG, was ist länger? Also eigentlich, oh mein Gott, ist fast kürzer. Also völlig Quatsch. Mit lol ist natürlich kürzer als laut, lach, laut, lauter, was jetzt von Quatsch ist, aber ich bin ja schon wie ein Rentner. Also lol ist schwer einsetzbar, weil man sagt, ey lol, statt zu lachen, das klingt so bekloppt. Und YOLO habe ich noch nie gesagt im Leben, weil wozu sollte man YOLO sein? Ich sage, na Logo, Alter, aber nicht YOLO, Alter. Also lol, Alter, lol, ich verstehe es nicht. Und das Lustigste ist HDGDL, was so viel heißt wie Hab dich ganz da lieb. Und wir merken es wieder. HDGDL, Hab dich ganz da lieb. Gleich lang. Und meine Tochter hat das so entwickelt, dass sie sagt, ich HDGDL-e euch. Wenn sie sich verabschiedet oder so. Was soll man da noch sagen?

Talk Talk, was ist Talk Talk? Ja, Talk Talk heißt jetzt mal die Band. Weil die Band, die sprechend schonen Bandnamen, ist natürlich die einfachste Entscheidung. Und das Lied heißt Dumb Dumb Girl. Ich habe es ausgesucht, weil ich finde Dumm-Dum-Boy so gut von Iggy Pop, aber das passt jetzt nicht, weil da nicht gesprochen wird. Und ich habe auch gedacht, wieso heißt das so Dumm-Dum-Girl oder Dumm-Dum-Boy? Und das heißt wirklich dumm. Ein sehr dummer Typ ist ein Dumm-Dum-Boy. Hätte ich nicht gewusst. Und ich glaube, das ist von dem Dumm-Dum-Geschoss auch übernommen, aber doppelt hält besser. Dumm-Dum-Girl von Talk Talk. Ich fühle mich gleich wie auf so einer schlimmen 18er-Jahre-Party.

Ich hoffe, das nächste Lied ist moderner. Das ist von Hotboy, das klingt ja schon mal ein bisschen frischer. Das heißt GoTalk. Ich wusste nicht, was das bedeutet. Ich habe geguckt. Und GoTalk ist sowas, wenn man über ein spezielles Thema immer spricht. Also zum Beispiel die Techniker bei uns, die führen 12 Zoll die Spräche. Weil diese Rack-Einschübe haben immer 12 Zoll von den Effektgeräten, die Limiter und Equalizer und was es da alles gibt und Echos. Und die können sich treffen und quatschen den ganzen Tag, sobald die zusammensitzen, nur über ihre Technik-Scheiße. Und jetzt sind dann halt die 12-Zoll-Gespräche oder diese Windgespräche oder so. Und irgendjemand hat das in Ziegen-Gespräche umgewandt. Ich weiß nicht, woher das kommt, ob das mal in irgendein Film kommt oder so. Ich habe auch überlegt, es gibt doch Gossip. Und Gossip heißt ja auch so was wie Tratsch und Klatsch. Ja, und da habe ich gedacht, das ist von Gösseln. Gösseln sind die Entenküken. Und die schnattern ja auch so wie so. Schnattern ist auch so ein Wort, man schnattert wie die Küken oder so und ich dachte Gossip ist von den Gösseln. Cheap Trick hat aber nichts mit Schafen zu tun, sondern heißt einfach nur ein billiger Trick und das ist genau das, was ich gerade gemacht habe, um ins nächste Lied zu führen. Hier ist Hotboy.

Das war's für heute. Nach Hotboy kommt Mira May mit Lämma Talk. Und Lämme, ich glaube es heißt sowas wie Lass mich oder so, wie Let me oder so, so abgekürzt. Es gibt ja auch, im Blues hatte ich das, I'm gonna to New Orleans oder Gimme, Gimme, Gimme, das ist jetzt kein Blues. Das ist mehr Aber, oder Gimme Shelter, das ist auch von Stones. Oder I wanna, I wanna und dann dachte ich, das ist ja richtig cool. Man kürzt die Wörter so ab. Dann habe ich im Englischunterricht alle Wörter genommen, die werben und habe die so abgekürzt. Nur Gonna, Wanna, Gimme und so. Und dann habe ich auch wirklich eine schlechtere Zensur gekriegt, da habe ich wirklich Punktabzug gekriegt. Und die Lehrerin hat ganz ordentlich alle Stellen so angestrichen, die ich mir extra so schief, so bluesmäßig verkürzt hatte. Und da habe ich nur eine 2 gekriegt. Und da war ich ganz stolz, dass ich so einen geilen Fehler hatte. Also irgendwie bekloppt, wa? Hier ist Lämmer Talk.

Das wird nur knapp 20 Jahre dauern. Und dann kommt das im Rentner-Sender und im Radio 88, 8, 8, 8, 8, 8, 8, 8, 8, 8. Jetzt ist es noch relativ frisch. Deshalb kommt noch schnell ein altes Lied von mir. Von 1967, geschrieben von Hartmut König persönlich. Den kenne ich noch oder kannte ihn noch als FDJ-Musik-Oberchef oder so. Und mit Thomas Naczynski und Gruppe haben sie das Lied dann gespielt. Und das Lied war schon ein bisschen anders, weil das wurde später verwendet von kritischen Jugendlichen, von den jungen Oppositionellen, die noch gedacht haben, man kann auch einen Sozialismus aufbauen mit menschlichem Antlitz und ein bisschen, wo man sich einbringt, ein bisschen frischer, ein bisschen besser, aber trotzdem noch eine Art von DDR. Hier ist Naiv mit Sag mir, wo du stehst.

Radio 1, Flake, des Tastenfickers-Podcast. Hallo, willkommen zum zweiten Teil, zum Thema, lassen Sie uns darüber sprechen. Und wenn es nur darum geht, ob man ein Fuchs sein will, ein Kreis, ein Spaten oder das Universum oder das Nichts. Karamba, guten Tag. Das ist die Geschichte, wie sich zwei Leute in Füchse verwandeln und was danach geschah.

Captain Peng, sie mögen sich. Wieder ein Beweis dafür, dass man miteinander sprechen kann und sich dann immer noch mag, egal ob man jetzt ein Spaten ist oder ein Kreis oder ein Gartenschlauch oder so. Reden ist das ein und alles und man soll niemals, nie sagen, hat James Bond formal gesagt. Ich weiß nicht, ob er das gesagt hat oder der andere. Und im Jüdischen heißt es, sorgt nicht keinmal. Das klingt fast wie Sächsisch, wieder um Gottes Willen, keinmal, keinmal. Und ich habe das Lied das erste Mal gehört, als ich als Kind vor der Schule Radio gehört habe. Also da muss es irgendwie in den 70ern gewesen sein. Und ich hatte meinen Kassettenrekorder. Immer bereit zum Aufnehmen. Und da kam eine Band, die ich nicht einordnen konnte. Und die haben drei Lieder gespielt, weil die wohl eine neue Platte rausgebracht haben. Die habe ich aufgenommen. Und ich fand es irgendwie ganz berührend. Da habe ich das abends meinen Eltern vorgespielt. Und meine Mutter hat sich dann die Platte gewünscht bei meiner Oma, die in den Westen fahren konnte. Und die ist an den Kuhdamm gefahren, hat gesagt, kann ich hier die Platte von Zupf, Geigen, Hansel kaufen? Und da haben die am Kuhdamm gesagt, sowas fühlen wir hier nicht, sowas haben wir hier nicht. Und dann hat sie erst gemerkt, dass sie zu 2001 muss. Und hat diesen Katalog besorgt, der war ja so wie so ein Oktavheft, auf Klopapier gedruckt mit Schrift, die man eigentlich nur mit einer Lupe lesen konnte. Und das war dann mein Lieblingsbuch, weil da stand jeder Titel drin von den Platten. Ich habe mir dann stundenlang diesen 2001-Katalog durchgelesen und mir vorgestellt, welche Platten ich mir gerne kaufen würde, wenn ich könnte. Ich glaube, eine hat mir sogar dann meine Mutter gekauft mit irgendwelchem eingetauschten Westgeld. Aber als Zupfgeigenhansel hat sie sich auch mitbringen lassen. Und das ist ein Lied über den Partisanenkampf, Sag nicht keinmal.

Das war ein Zupfgeigenhansel und jetzt kommt Da-la-la-wie. Ich glaube, er würde meinem Vater sich sehr freuen. Es gab früher diese Frauen wie Leander, wie heißt die Leander, Vicky Leanderos und Dala Lavi, die die Männerherzen schmelzen lassen haben. Und ich glaube, wer einmal ein Männerherz schmelzen lassen kann, kann das doch jetzt doch.

Ich persönlich freue mich sehr, wenn meine Frau mit mir spricht. Also wenn sie mich anschweigen würde die ganze Zeit, würde ich mir schon ein bisschen Sorgen machen. Aber irgendwie muss ich mal dieses Vorurteil gebildet haben, dass Frauen zu viel reden. Ich kann das überhaupt nicht teilen oder so. Von mir aus können Frauen nicht hier noch reden. Also es ist ja auch eine Information drin. Es ist ja nicht nur so, dass es ein Geräusch ist oder so. Also es ist ja auch wichtig, was die Frauen sagen. Aber es gibt viele Männer, die einfach der Meinung sind, sie ertragen das, die Quatschen nicht. Einfach weil sie sich da wahrscheinlich in ihrem Weltbild gestört fühlen, dass sie die Schlauesten sind und alles wissen und alles können und die Frau nur da zu sein hat und süß auszusehen hat oder so. Es gibt ja sogar massenhaft Lieder von Männern, die der Meinung sind, die Frauen quatschen zu viel. Das ist eigentlich sexistische Scheiße, aber wenn es John Lee Hooker ist, dann lassen wir das mal gelten. You talk too much.

Eigentlich war das jetzt Hip-Hop. Das war ja, also so ein Gitarrenbeat gibt es eigentlich gar nicht in der Musik. Er hätte dafür in Ordnung kriegen müssen. Er hat nur auf einem Ton so ein bisschen so rumgeschnackert. Das muss man erst mal hinkriegen und sich vor allen Dingen trauen. Wahnsinn. Und Alan Wilson hat auf der Mundharmonika die Frau gespielt. Das sollte dieses Quatschen der Frau sein. Und er hat mit der Gitarre dazu so rumgehackt und gesagt, you talk too much. Wenn der jetzt einen Drumcomputer gehabt hätte oder eine Boombox oder eine, wie heißt das, Mausbox. Talking-Maschinen-Irgendwatt werdet astreiner Hip-Hop gewesen. So riecht der Blues war es auch nicht oder so. Jedenfalls hat er sehr unmissverständlich klar gemacht, dass er der Meinung ist, die Frau spricht zu viel. Aber wenn es um ein Thema geht, dann sind die Männer wieder ganz begeistert, wenn die Frauen was sagen. Nämlich wenn es um Dirty Talk geht. Und hier ist Jason Derulo mit Dirty Talk.

Middle-Talk, was ich so verstehe wie Small-Talk oder so, eine Sache, mit der ich als Jugendlicher wenig anzufangen wusste, wozu über irgendwas reden, worüber man nicht reden will. Das ist natürlich dazu da, dass wenn man, also es mir einmal passiert oder zweimal, was ganz unangenehm war, da war irgendeine Veranstaltung und dann wurden Leute an den Tisch gesetzt, die nicht zusammengehören. Also meine Frau wurde irgendwie hinten an den Tisch gesetzt, irgendwie zu, ich will keinen Namen, Dropping machen zu irgendwelchen Leuten und ich saß auch mit irgendwelchen Leuten am Tisch, von denen ich nichts wollte und die wollten nichts von mir. Und dann braucht man halt ein Thema zu sagen, hallo, ich bin der, also andere Worte verpackt und ich interessiere mich für das oder so, man muss sich ja irgendwie vorstellen. Aber die meisten reden bei Smalltalk nur über das Wetter. Mann, ist das heiß heute, oh, tastest du an oder so. Mann, schwitzt du auch so, du fällt ja schon mal weg und schwitzen ist auch nicht jetzt das Thema, womit man eine Party so starten sollte. Man kann über die da oben meckern, ja die wieder, die machen da wieder hier erhöhen Steuern oder so. Und wir kleinen Leute müssen es ausbaden, was jetzt auch nicht stimmt, weil wer ist da schon oben und wer ist unten oder so. Man kann sagen, alles wird immer teurer. Ah, das ist teuer, aber dann muss man ja sagen, was man gekauft hat oder so. Das ist auch alles, also wie will man sich da unterhalten, diese Smalltalk-Leben, was immer geht es. Ach, das leben wir jetzt so schnell rum. Mensch, war gerade Ostern, schon wieder Weihnachten, Ach, Silvester auch vorbei oder so. Da sagen die anderen, ja, auch, ja, aber das ist auch eine Sache, die die älteren Leute eher merken. Die Jugendlichen, die merken ja nicht so, dass es Jahreszeiten gibt oder so, für die ist jeder Tag spannend. Für mich natürlich auch, aber ich merke, der längste Tag im Jahr, der kürzeste Tag im Jahr, war doch erst letzte Woche. Und wundere mich so, die Jüngeren brauchen das ja nicht, diesen Smalltalk oder so. Die sind dann aus dem Haus, die ziehen aus, da können sich die Eltern wieder drüber unterhalten mit Smalltalk. Aber Smalltalk heißt ja nicht, dass es nur alte Leute machen. Aber im Prinzip doch, weil Jüngere, die sagen nicht, Mensch, das ist heiß heute, die sagen einfach nur kurz so Bock auf Ficken oder so. Dann ist alles gesagt.

Weiter jetzt mit Mobi. Lift me up heißt schon nicht mit Talk, aber er singt die ganze Zeit im Lied I'm talking, I'm talking, I'm talking, I'm talking. Und da denke ich schon, dass es mit Sprechen was zu tun hat. Wenn man das Gespräch suchen soll, ist es manchmal angebracht, Hals-Maul zu sagen. Weil das sagt man ja zu Leuten, die eigentlich nicht mit einem reden wollen, sondern die einen eher nur anschreien oder einen anklagen. Oder irgendwie auch nicht gerade ein ergebnisorientiertes Gespräch führen wollen. Da kann man auch mal Hals-Mau sagen, wie die Gruppe, die Terror heißt. Auf Englisch heißt es so schön kompliziert, keep your mouth shut. Ich weiß nicht, ob er sich angesprochen fühlen soll. Haben die Skeptiker nochmal konkretisiert, Deutschland Hals-Mau, also dass Deutschland das Maul halten soll. Das Lied haben sie natürlich erst nach der Wende gemacht. Und gerade das, was ich so gut fand, dass die DDR-Bands nicht gesagt haben, Bullenschweine, Bullenschweine, Bullenschweine, sondern immer das irgendwie ein bisschen feiner umschrieben haben oder so. Das brauchten sie nicht mehr nach der Wende, weil da durfte man singen, was man wollte. Und damit hat die Sache auch ein ganz kleines bisschen ihren Charme verloren. So meine ich es auch nicht, Deutschland hals Maul. Also meine ich auch nicht so. Wenn Deutschland halt's Maul ein harter Titel ist, haben die Skeptiker natürlich im Kern recht. Aber man sollte es doch erstmal mit reden versuchen.

Jetzt kommen wir endlich zum Punkt, let's talk about sex. Wir hatten das ja schon am Anfang der Sendung so ein bisschen mit Olaf Schubert. Das klingt jetzt einfach, lass uns über Sex reden. Das ist auch einfach, sofern man mit dem besten Freund oder der Freundin quatscht und nicht mit dem Partner oder der Partnerin. Da lässt sich viel über Sex reden, auch detailreich und gerne ein bisschen länger oder so. Aber wenn man jetzt mal wirklich was ansprechen will, merkt man doch, dass es eher schwer ist, weil gerade Sex ja sowas sein sollte, was ein bisschen intuitiv funktioniert und automatisch und mit Fantasie oder so und nicht so abgesprochen wird. Und letztendlich ist ein klärendes Gespräch, klingt jetzt so völlig steif, aber wenn man über ein paar Sachen gesprochen hat, fällt dann der Rest einfach auch viel leichter und man spart sich mit jedem Wort, das man sagt, viel Ärger in der Welt. Und ich wünschte, habe ich immer so die knappen, ja, ich war sehr still, ich gibst zu. Das heißt, ich gibst zu ist ja viral. Aber ich war sehr still und habe lieber nichts gesagt. Und das hat sich dann in der Folgezeit wie ein Riesenschwert, Damoklesschwert ist ein anderes, also wie ein schwingendes Beil, was dann zurückgeschwungen kam, hat mich mein eigenes Schweigen später fast erschlagen. Klingt dramatisch, ist es auch. Let's talk about sex.

Pensible, ein sehr schöner Name. Er ist von The Damned. Und The Damned habe ich abgemischt als harte Punkband irgendwie, zusammen mit den Stooges oder den Ramones. Und ich wundere mich ein bisschen, dass dann so eine lustige Sachen dabei rauskommen. Aber er war auch nicht der Sänger, sondern nur ein anderer Bandmitglied, was sich dann selbstständig gemacht hat, mehr oder weniger. Und das Lied heißt What, heißt aber What. Also What mit O geschrieben heißt aber What wie What. Denn zum Gespräch gehört nichts so sehr wie eine Frage. Fragen ist wichtig, immer fragen, wer nichts fragt, der nichts gewinnt oder so ähnlich. Fragen bedeutet Interesse und wer nicht fragt, will es auch nicht wissen. Und ist dann für den anderen Gesprächspartner auch nicht so, wirkt nicht, ja, wirkt nicht interessiert, wirkt nicht am Menschen interessiert. Es ist wichtig zu fragen und manche Fragen sind aber auch schwer, weil sie den Partner in so einen Zugzwang bringen. Dieses eben, dieses liebst du mich oder so. Manche Sachen zu fragen ist nicht gut, weil man den Partner zu einer Antwort zwingt, die man wahrscheinlich selber auch gar nicht hören will. Hier ist Du hast von Rammstein.

Große Frage ist ja, ich glaube, so habe ich das Lied fast verstanden, war man treu oder nicht, erzählt man, wenn man fremdgegangen ist? Spricht einige dafür, einige dagegen? Es ist auf jeden Fall in einer Beziehung, wo man noch miteinander spricht, besser ist zu sagen, wenn man der Meinung ist, dass man die Beziehung danach noch weiterführen will. Das heißt, wenn man irgendwie auf einer Party war oder zu sehr betrunken, um zu wissen, was man tut und mehr oder weniger aus Versehen, obwohl das Wort jetzt auch nicht so treffend ist, mit jemand anderem schläft und der Meinung ist, dass das aber nicht wieder passiert, naja, selbst dann muss man dann abwägen. Es ist immer besser, man sagt es, würde ich mal sagen, weil wenn es wirklich nicht weiterführen soll in eine andere Beziehung oder so, ist es besser, man sagt es, denn wenn man es sagt und darüber spricht, ist es selbst, wenn es blöde ist und vielleicht nicht rausgekommen wäre, immer noch hundertmal besser, als wenn es durch irgendeinen blöden Zufall durch irgendeinen anderen dann rauskommt. Und irgendjemand hat irgendwas gesehen, erzählt irgendwas nebenbei. Man lässt irgendwas liegen oder wird angerufen. Und die Frau fragt dann, wer war denn das jetzt? Also wenn es später rauskommt und man hat es nicht gesagt, es wird hundertmal schlimmer, als wenn man es gleich gesagt hat. Sag ich jetzt mal. Und auf keinen Fall sollte man so blöde sein und nach dem Fremdgehen eine Art schlechtes Gewissen kriegen und für die Frau einen riesen Blumenstrauß mit Rosenkofen oder so, die einfach mal so morgens auf den Tisch stellen. Es gibt viele Frauen oder fast alle, die so klug sind zu wissen, aha, mein Mann ist fremd. Also man sollte auf jeden Fall die Frauen nicht unterschätzen, wenn es um so eine Sachen geht und denkt, die merkt nichts. Frauen merken mehr als Männer, sage ich jetzt mal, ganz grob gesehen oder so.

Ich habe jetzt die ganze Zeit gequatscht hier zwei Stunden lang und mir ist nichts passiert, hatte keinen Streit. Alles ist wunderbar, jedenfalls in meiner kleinen Blase. Aber versuchen Sie es mal, lieber mit nicht sprechen. Ich kenne ja Leute, die haben acht Jahre nicht mit ihren Verwandten gesprochen oder so, weil irgendjemand mal irgendwann was fieses gesagt hat. Ich meine, man kann sich auch das Leben selber versauen und schwer machen oder so. Man kann aber auch einfach mal anrufen und mit einem sprechen oder so. Egal, ob es Kinder, Eltern, Großeltern, Schwäger, Verwandte, irgendwas. Oder auch die Bandmitglieder sind. Ich sage mal, tschüss und eine schöne Zeit. Und bitte, auch wenn die Sendung zu Ende ist, ich werde weiterquatschen. Und Sie hoffentlich auch. Tschüss.