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Flake talks about girl bands.

Transcript

Wunderschönen guten Abend, meine Damen und Herren. Ich nenne die Damen als erste, weil das selbstverständlich und höflich ist. Heute geht es um Mädchenbands oder Frauenbands. Wobei ich ganz doll aufpassen muss, dass ich nicht irgendwelche herabmindernden Worte benutze. Denn schon wenn ich sage, dass es heute nur um Mädchenbands geht oder so, da sagt man, das ist eigentlich ganz normal. Was ist daran jetzt so besonders? Klar, Jungs machen Musik, Mädchen machen Musik. Aber es ist nun mal leider so, dass wenn ich jetzt sage, ich mache heute einen Abend mit Jungsbands, kann ich einfach ins Regal gehen und alle Platten rausnehmen und spielen. Und es ist selbstverständlich, dass es Jungsbands sind, weil kaum Mädchen zum Musikmachen kommen. Das liegt nicht daran, dass Mädchen oder Frauen nicht talentierter sind oder so, sondern dass die Geschichte der Frauen seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden eine Geschichte der Unterdrückung ist. Und dass Frauen einfach nicht dazu kommen, Musik zu machen so viel, weil sie sich um die Kinder kümmern und sich um das Ganze Große und Ganze kümmern. Und die Männer denken, sie sind dazu jetzt prädestiniert, jetzt alleine Musik zu machen. Dabei ist das ja nicht so. Deshalb versuche ich jetzt nie zu sagen, ja Mädchen können auch gute Musik machen oder so. Denn selbstverständlich können Mädchen auch gute Musik machen. Das steht eigentlich gar nicht zur Debatte oder so. Aber schon in der Sprache merke ich, dass natürlich die Frauen auch schon unterdrückt werden. Also dieser Sexismus oder Rassismus in der Sprache findet natürlich wirklich statt und ich selber bin davon auch nicht ganz frei, da ich ja auch in 60er, 70er Jahren aufgewachsen bin, wo man einfach gesagt hat, die Piloten, die Ärzte oder so, da ist keiner auf die Idee gekommen, auch mal Ärztinnen zu sagen oder so. Das kommt erst jetzt langsam. Ich weiß auch nicht, wo da die Grenze ist, ab wann es einfach nur noch die Energie nimmt, um sich um die wirklich wichtigen Sachen zu kümmern, der Unterdrückung oder so. Aber solange Frauen noch nicht mal so bezahlt werden wie Männer, ist das schon noch ein Thema, über das man auf jeden Fall sprechen sollte. Zumal die Frauen ja eigentlich die doppelte Arbeit machen als die Männer und in dem Fall, also im Normalfall eigentlich mehr Geld bekommen müssten, wenn sie dann neben den Kindern und dem Haushalt so noch arbeiten gehen und nicht, dass die Männer mehr kriegen oder so.

Wir fangen einfach mal an. Los geht's mit Tic-Tac-Toe. Warum kann man sich immer stellen? Ich glaube, dieses Problem mit dem auf den Strich gehen beruht in der Evolution. Die Männer wollen, glaube ich, einfach mehr Sex als die Frauen, weil die Frauen einfach die Schwangerschaft dann durchleben müssen, die neun Monate, weil die die Kinder dann säugen müssen, weil die den ganzen Stress haben und die Männer nicht. Deshalb wollen die Männer ganz viele Samen verstreuen, sage ich jetzt mal so prosage. Und die Frauen wollen eher aufpassen, dass sie nicht so oft schwanger werden, was völlig so logisch ist, weil sonst würde es erstens zu viele Kinder auf der Welt geben und die würden einfach zu viele Menschen werden. Und die Frauen hätten ja auch nur Stress und hätten auch gar keine Chance mehr, die Kinder zu ernähren und zu erziehen und so. Deshalb ist es sinnvoll, dass man natürlich nur ein paar Kinder kriegt. Ich weiß jetzt nicht, was jetzt das Ideale ist. Ich denke, das Ideale sind zwei Kinder, weil es sind ja auch von einem Mann und einer Frau. Wenn die zwei Kinder kriegen, dann bleiben genauso viele Menschen auf der Welt, wie auch vorher waren und werden nicht weniger und nicht mehr. Also deshalb halte ich zwei Kinder jetzt für sinnvoll, sobald die auch miteinander spielen können, wenn sie wollen. Das Problem ist eben, dass Männer wollen dadurch im Prinzip ständig Sex und die Frauen nicht. Dass die Frauen das blöde finden, ist mir natürlich völlig klar. Also ich hätte als Frau jetzt auch keine Lust, dass immer die Männer auf mich zustürzen oder so. Nur Sex wollen den ganzen Tag. Aber was soll man machen? Und mit dem Problem beschäftigen sich anscheinend auch mehr Frauen als Männer, weil es die Frauen ja auch mehr betrifft als Männer.

Gleich im nächsten Lied jetzt weiter. Sixten oder Sexten, ich weiß nicht, wie man das ausspricht.

Jetzt waren es Sixten, zwei Mädchen aus Berlin. Ich finde, die haben sehr authentisch hier dieses Prostitutionsthema angesprochen. Und für mich ist ja bei einer Band im Prinzip die Authentizität das A und O. Mir ist völlig egal, was für Musik eine Band macht, das kann Schlager sein oder Dixieland. Aber wenn man den Leuten das glaubt, was sie sagen, dann berührt mich das und dann finde ich das gut. Und so ist das auch in diesem Fall, obwohl ich sonst jetzt nicht so ein Fan von dieser Band bin oder so. Das ist ja eh schwer, wenn Frauen so ernsthaft irgendwas sehen, weil Männer drücken das immer so weg. Sie sagen, naja, das ist ein bisschen komisch drauf, hat ihre Tage oder so. Das ist dann eine Ausrede irgendwie für alle, wenn sie nicht in der Lage sind, die Frauen zu verstehen oder sich hineinzuversetzen. Und das hat dann eine Band wahrscheinlich so übel genommen, dass sie sich dann gleich so benannt haben. Ich spreche von Hormonstörungen und die kommen jetzt mit dem Lied Frauen mit Glatzen, kann aber auch sein, dass das ein anderes Lied ist.

Das ging ja blitzschnell. Beim Hip-Hop haben die ja gelernt, schnell zu singen, hier in den Sechzehntels zu toasten oder rappen oder wie man das nennt. Aber die Punkbands konnten auch sehr, sehr schnell singen. Ich habe nur die Dead Kennedys im Ohr, da konnte ich nicht so schnell mitlesen, wie die gesungen haben. Und die Frauen von der Hormonstörung haben auch sehr, sehr schnell gesungen. Ich weiß nicht, ob es jetzt um Frauen mit Latzen ging, das habe ich nicht wirklich verstehen können. Ich fand Frauen mit Latzen mal wunderschön früher, also gerade in der Punkzeit oder so. Und ich habe mal irgendwann gehört, dass Männer mit Latzen wiederum erotisch auf Frauen wirken sollen, weil das ist ein Zeichen, dass Männer viel Testosteron haben. Wenn ein Mann viel Testosteron hat, fallen ihm die Haare aus und das finden, vielleicht stehen manche Frauen auf Männer mit viel Testosteron. Ich weiß jetzt nicht genau, was das im Körper macht, außer aggressiv oder so. Und das ist eben das Gegenteil vom Östrogen, das ist das, was die Frauen haben. Wahrscheinlich ist es einfach so, dass die Gegensätze sich anziehen, aber Männer mit Glatze gelten als erotisch, Frauen mit Glatze wahrscheinlich eher nicht, aber ich fand es auch nicht übel. In meiner Jugend bin ich konservativer geworden.

Wir kommen von Hormonstörung zu den Lassie-Singers. Auch eine Band aus Berlin. Ich sage extra keine Mädchen-Band. Ich werde es heute Abend auch versuchen, nie wieder so zu sagen. Ich sage es nur jetzt nochmal, damit wir wissen, was es geht. Ich weiß nicht, warum die sich Lassie-Singers genannt haben. Vielleicht hieß irgendjemand von denen mit Nachnamen Lassie oder so. Aber ich habe das eigentlich auf den Hund zurückgeführt. Und den gibt es erstaunlicherweise schon seit 1938. Den Hund gab es natürlich nicht in echt, sondern der ist von dem amerikanischen Schriftsteller Eric Knight ausgedacht worden und der hat so in einer Zeitung so eine Kurzgeschichte veröffentlicht, die hieß Lassie Come Home und 1940 gab es dann richtig einen Roman und das ist mal kurz erzählt. Ich kenne das leider nicht, weil ich ohne Fernseher so aufgewachsen bin. Ich weiß nur, dass es schwarz-weiß war und dass der Hund aussah wie Lassie. Also dass man jetzt manchmal so einen Hund sieht und sagt, der sieht aus wie Lassie. Das ist wohl eine Collie-Hündin gewesen. Und die hat einem Jungen aus Yorkshire gehört. Und als die Familie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist, ist der Hund verkauft worden an einen Adligen. Und der Junge und die Hündin, die sind ganz traurig und leiden. Und der Adlige bringt die Hündin dann noch ganz weit weg nach Schottland. Und dann flieht Lassie und versucht zu dem Jungen zurückzukehren. Also wirklich eine tolle Geschichte. Und die Geschichte, die die Band singt, ist aber nicht so toll. Die heißt nämlich, mein Freund hat mit mir Schluss gemacht. Spendung ist zwar immer eine harte Sache, aber ich habe das Gefühl, dass die Lassie Singers das viel besser verkraftet haben als zum Beispiel die Fantastischen Vier bei Sie ist weg, wo Michi Beck da so fürchterlich jammert, sie ist weg und hat mich mitgenommen, was ich zwar einen sehr schönen Satz finde, aber er klingt sehr, sehr hilflos ohne Frau und die Mädels klangen recht entspannt, als wären sie mehr oder weniger froh, dass der Freund endlich weg ist.

Und man kann sich auch noch trösten mit Alkohol. Das hilft ja völlig geschlechterunabhängig. Man sagt zwar, die Frauen vertragen weniger, weil schon wieder irgendein Mittel im Blut ist oder so. Ich habe das erfahren bei Asiaten, wenn ich das mal so sagen darf. Wir waren in Hongkong in einer Karaoke-Bar und da standen die Asiaten völlig begeistert, völlig betrunken, knöcheltief in Kotze, weil sie überhaupt den Wodka und den Whisky nicht vertragen haben, den die da in sich reingeschüttet haben. Weil da irgendein Mittel im Blut mit der Leber, was wahrscheinlich auch dann mit dem Hauttyp zusammenhängt oder so mit der Färbung oder man sagt ja auch bei Gelbsucht ist man gelb. Und dabei ist es ja auch nur eine Leberkrankheit oder die Augen werden gelb, ich habe keine Ahnung. Wir haben früher gesagt, ich habe gelbe Augen, weil man ganz nötig mal pullern musste, als ob die dann schon so hoch gestiegen ist, was natürlich auch totaler Quatsch ist. Und bei Pullern habe ich auch erst jetzt rausgekriegt, das kommt aus dem Englischen wahrscheinlich von ziehen, weil der Pullover ist ja auch der Überzieher. Und wenn man als Mann pullert, zieht man im Prinzip, ich will jetzt nicht näher drauf eingehen, aber ich denke, damit hängt es irgendwie auch zusammen. So kann man sehen, wie die Sprachen wieder zusammenhängen. Aber ich wollte ja über den Alkohol und die Frauen reden und da sind die Unterschiede wirklich sehr marginal. Da haben die Frauen den genauso guten Geschmack wie die Männer. Oder das ist ja schon wieder falsch. Wieso nur genauso gut? Eigentlich einen besseren Geschmack. Also die Lassie Singers vorzugen Johnny, Jim und Jack.

So schön auch der, ähm, der suftet Erlebnis ist, am nächsten Tag gibt es eine Depression. Meistens. Und das nächste Lied heißt auch Depression. Das ist von Britta. Ich glaube, die kannten sich, die Bands. Die sind auch aus Berlin. Und ich habe überlegt, wie kann man eine Band Britta nennen? Wie kommt man da drauf? Und dann bin ich so drauf gekommen, dass die vielleicht aus derselben Altersgruppe kommen wie ich. Denn in meiner Klasse gab es zwei Brittas. Und ich heiße ja mit Geburtsnamen so Christian sozusagen. Und davon gab es auch drei sogar. Und zwei Dirks, zwei Michael Eels und zwei Renés. Und die Renés waren aber Jungs. Ich will jetzt die Nachnamen nicht sagen, aber ich hatte zwei Renés in der Klasse. Und erst durch einen Roman von Remarque, hier der schwarze Obelisk, wo ich immer der schwarze so Obelix gelesen habe und dachte, das ist ein ganz so lustiges Buch eben über Obelix, aber es ging um ein Begräbnisinstitut. Und da spielte eine Frau, mit die René hieß. Und da habe ich mich fisch gewundert, wie eine Frau auch René heißen kann, wo in meiner Klasse eben die Jungs Renees waren, aber dann bin ich auf immer mehr Renees gestoßen und dann ist mir auch aufgefallen, dass die Skinhead Girls oder Frauen auch als Renees bezeichnet werden. Ich habe keine Ahnung, warum oder so. Und da habe ich mal geguckt, was das Schönheitsideal der deutschen Skinheads ist und das unterscheidet sich natürlich nicht wesentlich von dem ihrer anderen Arztgenossen. Sie soll groß und schlank sein, lange Beine und große Brüste haben. Na toll. Kurz wie ein Model aussehen. Allein die Frisur der Skingirls oder der Renés, wie sie genannt werden, ist augenfällig. Zum ausrasierten Hinterkopf trägt sie ein Pony. Kann ich mir jetzt, ja, also das Schönheitsideal ist, beliebt sind kurz, oft karierte Röcke, das geht ja auch zu den Punks. Dazu wie bei den Männern, schwere Stiefel, karierte Blusen, Polunder und so weiter, das haben ja im Prinzip auch die Punks. Also die Renés, könnte mir mal jemand erklären, wenn er Zeit hat, warum die so genannt werden, da bin ich so überhaupt nicht dahinter.

Wir machen großen Sprung in die DDR. Da gab es eine Band, die aus Frauen, naja ist auch schon wieder falsch, Frauen von Musikern sind ja auch Musiker und nicht nur bekannt, weil sie von Musikern sind, jedenfalls es gab eine Vorzeige DDR-Frauenband, die hieß Mona Lisa. Tina Povilight war die Trommlerin und es gab mal einen Fernsehfilm, der hieß Tina, ne der hieß die Alleinseglerin, wo so ein Mädchen ein Segelboot hat und sich von einem Mann trennt und irgendwie mit dem Beruf aufhört und das Boot wieder flott machen will. Das war richtig so ein Problemfilm im Osten. Und der ist mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Das Gute war natürlich, dass Mona Lisa, also die Band, auch die Filmmusik gemacht hat. Also die Hauptdarstellerin, die gar keine Schauspielerin in dem Sinne war, sondern eine Musikerin hat gespielt und die Band hat dazu Musik gemacht. Und in der DDR gab es eine Zeitung, die hieß Der Filmspiegel, wo die Filmkritiken der DDR-Filme kamen. Da waren wir auch mit Flüstern und Schreien drin, hatten auch eine vernichtende Kritik, mehr oder weniger. Und im Filmspiegel stand eine schöne Kritik, dass die Hauptfigur Christine, also im Film heißt er dann wohl doch Christine und nicht Tina, allein Seglerin auch im dramatischen Gewässer sei. Partner hat sie kaum, auch Impulse, die ein wenig Wasser ins Handlungssegel blasen, fehlen. Das ist doch wirklich sehr schön so formuliert. Immer dann, wenn Dialoge vonnöten, bricht er ab. Andere Kritiker lobten die neuen Töne weiblicher Selbstironie in dem Film, die dem Film etwas von heiterer Souveränität geben. Also es ist schon sehr interessant, wie der Film so aufgenommen wurde, weil er eben von Frauen gespielt wurde, aber wir hören uns erst mal das Lied aus dem Film an. Das heißt dann wahrscheinlich auch nur Tina.

Ich habe jetzt Britta, ich habe die jetzt nachgereicht, die Band aus Berlin, mit depressiver Tag. Und eine befreundete Band wiederum von denen war Malaria, was ein unheimlich guter Bandname ist, finde ich. Die hießen früher Manja D. Und es sind richtig die Vorzeige-New-Wave-Band aus Berlin. Die war auch international bekannt. Die Gründungsmitglieder waren Gudrun Gut. Das ist im Prinzip die Vivian Westwood des Deutschen. Weil die hat im Prinzip die Berliner Punk-Musikbewegung so mitgegründet. Und Bettina Köster. Dann kamen noch mehr Frauen dazu. Und bekannt geworden ist diese Band auch wegen der Videokunst, die Brigitte Bühler dazu gemacht hat. Die haben da im Prinzip experimentelle Filme zu den Musiken gemischt, bevor es den Begriff des Videos oder Musikvideos so überhaupt gab. Wir sprechen jetzt von 81, 82 oder so. Und hier ist Malaria mit Geld und Bindestrich oder Schrägstrich Money. Und dazu gibt es auch einen interessanten Film, den können Sie jetzt leider nicht sehen, aber die Musik hören.

Der größte Hit von Malaria war aber hier nicht Geld-Money, sondern klares, kaltes Wasser. Und da werden viele Leute sagen, ach Mensch, das kenne ich doch. Da kennt man, da ist das Original von Malaria mit klares, kaltes Wasser. Und da gibt es auch ein Video dazu, was ich sogar kenne, was früher sogar bei Formel 1 kam, wo so ein Affe immer zur Tür kommt, die Frauen stehen immer im Zimmer und sagen, kaltes, klares Wasser, da tropft Wasser und dann kommt immer so ein Affe und immer, also auch tonal, mitten in der Stimme, womit die im Prinzip das Bild der Männer auf dem Affen im Prinzip so projiziert haben, was auch öfter mal, auch in meinem Bekanntenkreis, auch zutreffend ist, sag ich mal.

Und jetzt kommt noch ein Lied im Originalen, also wo jeder wahrscheinlich das nachgespielte oder weiterentwickelte Lied kennt. Aber hier kommt mal das Original und das muss man einfach nur hören und genießen, die blauen Augen von den Neon Babys. Wunderschön.

Das nächste Lied werden sie auch aus dem Radio können. Das wurde viel gespielt nach der Wende. Heißt und betreffenderweise so auch noch Mädchen. Da muss man ja nicht sagen, dass es um Medien geht, das ist dann ziemlich klar. Das Lied ist von Luzi Lektrik, was ein schöner Name ist. Die Frau heißt Luzi mit Vornamen, aber nicht Lektrik mit Nachnamen. Das hat sie nur als Namensgebung für die Band gemacht, finde ich gut. Und das kam 1994 raus, als sich die letzte Ostband im Prinzip so aufgelöst hatte, so nach der Wende. Und wenn man sich ein bisschen zurückfühlen will in das Jahr 1994, gebe ich mal ein paar Tipps, was für Filme da rauskamen. König der Löwen zum Beispiel habe ich nicht gesehen. Leon der Profi habe ich gesehen, so fand ich gut. Pulp Fiction habe ich gesehen, fand ich auch gut, habe ich danach aber zu oft gesehen. Forrest Gump, auch aus dem Jahr, habe ich gesehen, fand ich auch gut, habe ich sogar geweint. An der Stelle, wo Forrest Gump ins Zimmer kommt und sein Sohn oder beide Söhne, ich weiß nicht, ob der ein Kind hat oder zwei, kieken da die Sesamstraße mit Ernie und Bert und der guckt da so ein bisschen zu und da musste ich weinen irgendwie. Was kam noch aus Dumm und Dümmer, habe ich nicht gesehen. Wisse ich nicht, was das ist, ob das Deutsch ist oder so. Klingt jetzt nach Till Schweiger, aber kann noch was anderes sein. Und die Verurteilten habe ich leider auch nicht gesehen, aber klingt erst mal, als wäre es was gut.

Aber wir hören erst mal das Lied Mädchen.

Dieses Lied hat bei uns auch schon wieder zu sexistischen Witzen geführt, mehr oder weniger, weil sie singt ja, weil ich ein Mädchen bin. Da habe ich gesagt, das klingt wie so ein Schafmecker. Was natürlich fies ist, oder eine Zicke oder so. Dabei ist es das ja gar nicht, dabei ist es ja einfach nur gesungen. Und nur weil es wahrscheinlich eine Frau singt, sucht man dann gleich wieder was Fieses, was man da rinsetzen kann. Wahrscheinlich rührt das alles aus der tiefen Unsicherheit der Männer. Dass sie das immer versuchen, auch Frauen zu projizieren und dann einen Fehler zu finden, damit sie sich selbst ein bisschen besser fühlen. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Dafür kommen wir jetzt zu einer Frau, wo es völlig egal ist, die völlig drüber steht, ob sie Mädchen ist oder Frau oder Mann oder irgendwas. Ich spreche von Nina Hagen und die ist ja wirklich, das ist wirklich völlig egal, weil die ist einfach eine große Künstlerin, die singt, barbarisch das ist, die steht wirklich über den Dingen. Ich habe ein Lied rausgesucht, was sehr schräg ist, von 1979, da ist sie zu Hermann Broth, was so ein Künstlerfreund von ihr war, nach Amsterdam gezogen, mehr oder weniger. Die wollten einen Film zusammendrehen, Cha-Cha heißt der. Ich habe mir das mal angeguckt, das eigentlich gar nicht zu ertragen. Also man schafft es kaum, den Film von vorne bis hinten zu sehen. Herbert Kuriel hat da ein Drehbuch mitgeschrieben und mit Nina Hagen zusammen. Und Hermann Brot war in der Zeit sehr stark drogensüchtig. Die sind im Prinzip nur in Amsterdam durch die Drogenkneipen gezogen. Es hieß der Wilde und sein schriller Vorzeigeparadiesvogel sind wieder unterwegs. Also der Paradiesvogel war dann Nina Hagen. Und nach zwei Monaten hat sie nur noch 45 Kilogramm gewogen. Das ist mir völlig ein Rätsel, wie die das geschafft hat, weil sie war ja auch nicht klein oder sie ist ja auch nicht klein. Und ich wie knapp das Doppelte, sage ich jetzt mal, und bin nicht so groß, also bin normal groß. Aber die müssen so oft Drogen gewesen sein und abgenommen haben und so. Und Hermann Brot ist kurze Zeit später, obwohl nicht kurze Zeit später, jetzt sehe ich hier die Jahreszahlen. Also 23 Jahre später in Amsterdam vom Hilton Hotel vom Dach gesprungen und hat sich so umgebracht. Und der war ja früher mal ein ganz berühmter Musiker, der hat als Pianist Van Morrison und John Mehl begleitet, hat auch Bilder gemalt. Der war völlig verrückt, hat 5000 Bilder gemalt. Ich meine, wer malt 5000 Bilder? Wer mehr, hatte 14 oder so. Oder ich verwechsel das, aber ich denke irgendwie so. 5000 Bilder hat er gemalt, die hat er dann alle auch hinterlassen. Und hat gesagt, er hat sehr schnell gemalt und ein Leben wie in einem Lavastrom, so heißt seine Biografie, das heißt Leven ist ein Lavastrom. Das kann nicht wahr sein, ist auch holländisch, heißt das kann nicht wahr sein, die Sprachen sind uns sehr ähnlich. Und er hat gesagt, Schilderin ist ein Strandjäger, also Schilderer ist ein Strandjäger und das hieß, er malte wie ein Düsenjäger. Da merkt man die schönen Zusammenhänge in der Sprache. Schildern. Schildern ist Malen, weil man malt ja im Prinzip auf das Schild. Also das Bild im Prinzip. Fand ich ein bisschen gut, aber ich will eben das Lied spielen, was Nina über ihn gesungen hat. Wenn sie sagt, Hermann ist high, gehe ich davon aus, dass Hermann Brot gemeint war. Und deshalb habe ich das jetzt mit erzählt. Hier ist das Lied.

Heute ist das Thema, ähm, ähm, na, ähm, die Ärzte werden es schon sagen. Ärzte sind auch ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig das ist, dass man guten und lustigen Text hat, dass die Musik dann wirklich in den Hintergrund tritt. Die Musik, die wir gemacht haben, ist ja wirklich nichts Neues, ist einfach guter Rock mit vielen musikalischen Zitaten drin später. Aber die Texte waren so frisch und gut, das Lied hat so eine Leichtigkeit, die finde ich wunderschön und am meisten beeindruckt mich das Lied, eines Tages werde ich mich rechnen, ich weiß nicht genau wie der Titel heißt, ich werde die Herzen aller Mädchen brechen, dann bin ich ein Star, der in der Zeitung steht, doch dann will ich dich nicht mehr, dann ist es zu spät. Das Lied haben die gemacht, da waren die so 16, 17 Jahre alt und das Verrückte ist, dass es bei ihnen gestimmt hat. Also das war eine selbsterfüllende Prophezeiung, sowas habe ich noch nie erlebt. Die Band ist ja wirklich unsagbar berühmt geworden in Deutschland, aber schon in der kurzen Zeit, bevor sie sich das erste Mal aufgelöst haben, da haben sie dieses Lied gemacht und wir haben das Lied auch gesungen. In unserem Trotz, weil kein Mädchen auf der Straße oder sonst wo uns angeguckt hat oder so, wenn wir da durch die Straßen gerannt sind oder wenn wir gespielt haben mit unseren alten Bands oder so, hatten wir, also ich persönlich, wenig Erfolg bei den Frauen bis gar keinen. Und dieses Lied hat einem so einen gewaltigen Mut gemacht, dass sie gesagt haben, eines Tages werde ich mich rächen, ich werde die Herzen aller Mädchen brechen und bei den Ärzten hat es so ein kleines bisschen geklappt und ich muss sagen, es gab auch Momente, wo jetzt Frauen auf mich zugekommen sind, die früher nicht mit mir gesprochen haben, weil ich eben blöde Aussagen mit meiner Brille oder unscheinbar war und auf einmal sind sie gekommen, haben mich besucht und Kontakt gesucht oder so und da muss ich immer an dieses Ärzte-Lied denken und denke, Mensch, die haben das aber schon klug und gut formulieren können, dieses Gefühl, was ja eigentlich in tausendmal so vielen Fällen nicht klappt. Also die meisten wünschen sich natürlich nur, dass sie irgendwann berühmt sind und die Frauen ihnen hinterherrennen und sie können dann ausschlagen, doch dann will ich dich nicht mehr oder so, so war das ja im Reim. Aber ich meine, manchmal klappt es dann auch wirklich und das ist schon verrückt. Aber auch für die, wo es nicht klappt, ist es natürlich schön, dass sie die Vorstellung haben als Jugendliche, dass sich das Blatt mal irgendwie wenden kann. Dazu ist ja Musik da, um einem auch Mut zu geben oder so.

Die Ärzte haben ja früher zu dritt gespielt, bis sie das erste Mal eine Pause gemacht haben oder sich zwischendurch aufgelöst haben. Da hatten sie noch den Bassist Hagen Liebig und der hatte die verrückte Idee, ein Lied zu covern. Und das war ja für eine deutsche, deutschsprachige Punkband, war das eine verrückte Idee, ausgerechnet ein Lied zu covern, was heißt Walk like an Egyptian, also gehen wie ein Ägypter, wo sie dann noch dieses lustige Egyptian als Ägypter übersetzt haben, dass die Betonung auf der ersten so Silbe liegt. Dabei ist beim Ägyptischen das typische, dass die vorletzte Silbe der vier silbigen Wörter betont wurde, zum Beispiel Pyramide, Limonade sind beides ägyptische Wörter, bei Pyramide kann man sich das ja vorstellen, aber bei Limonade stimmt es auch.

Und jetzt kommt eben das Lied, was die Ärzte dann nachgespielt haben im Original. Hier sind die Bengels.

Bengels, das war wohl eine richtige Band. Das würde ich jetzt von den Monroes inzwischen fast auch sagen, weil letztendlich ist ja egal, ob eine Band sich gründet oder gegründet wird oder so. Man kann halten von diesen Star-Search-Shows, was man will. Ich halte nicht viel davon, aus verschiedenen Gründen. Ich denke, wer Musik machen will, der soll Musik machen und nicht zu einer Show gehen. Aber manchmal bleibt ja doch irgendwie was übrig. Und es gab ja erst Deutschland sucht den Superstar. Und dann gab es eine erweiterte Form, das hieß Popstar Search oder so. Oder einfach nur Popstars. Und da gab es vier, fünf Staffeln. Aber die ganzen Bands, die sich da gegründet haben, falls sich noch jemand erinnern kann an die Brosis oder Overground und Nupagadi, das war alles sowas komisches. Aber dann gab es mal die No Angels und die hatten ein bisschen anhaltenden Erfolg. Und dann haben sie sich gedacht, so was machen wir nochmal und haben als Rahmenidee gesagt, diesmal suchen wir wieder nur eine Mädchenband. Also wir suchen nur nach Mädchen, die singen können und haben den genannt, Neue Engel braucht das Land. Und dann haben sie wieder gesucht und gesucht und gesucht und es haben sich mehr als 5000 Bewerberinnen da angemeldet und dann hat die Jury, bestehend aus Detlef die Soest, kann man jetzt, ich sage nichts dazu, Nina Hagen war auch dabei und Dieter Falk, den kenne ich nicht, haben sechs Sängerinnen ausgesucht und die haben sich dann in einer Finalshow hingestellt, wo dann drei Sängerinnen übrig bleiben sollten. Und da gab es dann ein kleines Missgeschick, weil bei Amazon schon bevor die Abstimmung war, war schon das Cover der ersten Single von Monroes im Katalog, dass im Prinzip jeder wusste, dass die gewinnen. Und ich meine, wer glaubt denn im Ernst, dass das erst bei der Finalshow gekürt wird, wer gewinnt oder so beim Echo? Also im Prinzip bei allen Veranstaltungen, die ich kenne, steht schon vorher alles fest. Schon, damit sie eben so eine Sachen machen können, damit sie das Video und das Cover schon fertig haben und so. Und dann waren die Monroes gegründet. Die erste Single war Shame, passend zu der Siegfindung. Und das Ähnste, was ich von der Band noch weiß, da hat Mandy Capristo mitgespielt. Und die ist mit Özil zusammen oder schon wieder auseinander. Oder ich weiß auch nicht jedenfalls, die findet man manchmal noch in der Gala. Ansonsten habe ich von Monroes schon lange nichts gehört. Und ich überlege, ob der Name von Marilyn Monroe hergeleitet ist oder einfach so. Aber die Musik war jetzt gar nicht so schlecht, wie man selber überzeugen kann.

Irgendwie hört man doch, dass das von so einem Produzententeam zusammengestellt worden ist. Ich finde, die Musik klingt irgendwie doch gefühlskalt. Ich glaube nicht, dass sich drei Mädchen so hier treffen und dann sagen, komm, lass uns hier so eine Musik zusammen machen und sich dann so eine Titel ausdenken oder so. Das klingt dann ganz anders. Das klingt zum Beispiel wie bei der Berliner Band Matador, wo auch welche wieder von Britta mitspielen. Also ich glaube, Christiane Rösinger hat in beiden Bands gespielt oder so. Und Matador heißt so viel wie ich, weil er ist Stierkämpfer. Kann aber auch falsch sein. Ich habe mir mal ein Auto gekauft, was Matador heißt. Da war ich auch von dem Namen so begeistert. Ich fing an, ich hatte im 200er Mercedes Diesel. Und da waren die Glühkerzen schon ein bisschen fertig oder so. Der sprang jedenfalls morgen nie an. Und jedenfalls habe ich abends, ich bin auch senil oder dement. Jedenfalls habe ich nachts im Bett gelegen und gehört, wie versucht hat jemand mein Auto zu starten, aber ich war erstens zu betrunken oder einfach zu müde, um aufzustehen und runterzugehen, was hätte ich da auch machen sollen, ich prügel mich jetzt auch nicht so gerne und bin ich einfach wieder eingeschlafen und als ich nächsten Morgen runterging, stand mein Auto natürlich noch da, weil die Diebe das nicht angekriegt haben, stand nur die Tür offen und die Sachen waren aus dem Handschuhfach geklaut, die ich da drin hatte. Ich glaube, da war eine Pistole drin, die ich auf dem Tachlishof gefunden hatte oder so. Also jetzt nichts Wertvolles. Und dann habe ich gedacht, so macht das keinen Spaß, weil wenn die Diebe das Auto nicht ankriegen, kriege ich es ja erst recht nicht an, weil die die Batterie ja leer gestartet haben. Und dann habe ich mir eine zweite Hand gekauft und da stand eine Annonce drin, EMC Matador. Und da bin ich wahrscheinlich mit einem Taxi dann da hingefahren zu der Annonce, habe mir das Auto dann angeguckt und das war so ein langer, weinroter Kombi. Dem wuchs schon Moos auf dem Fensterbrett, also da wo die hinteren Türen sind, da wo die Fenster hoch und runter gehen, war grünes Moos. Aber das fand ich irgendwie auch schön und romantisch und dann habe ich mir das Auto gekauft und hatte seitdem einen EMC Matador. Und dazu konnte ich dann auch die Band so Matador hören. Das war eine Win-Win-Situation, sag ich mal. Ich finde die Band total gut. Man wundert sich, dass die nicht berühmter sind oder so, weil es gab in der Zeit, die ist ja auch so aus den 90ern, eigentlich gar nicht so viele Band, die so eine lockere, gute Musik gemacht hat. Vielleicht hatten die einfach kein Glück mit ihren Bekannten oder Plattenfirmen oder so.

Da ging es einer anderen Band besser. Ich rede von Super 700, die sind von Motor Music entdeckt worden, die sich ja mal im Prinzip, die aufgegangen sind in Polydor, dann Polygramm und dann zu Universal im Prinzip verschluckt worden, mit einging und sich dann als Tim Renner, der Chef war von Universal Deutschland oder so, sich wieder abgesplittet haben von Universal und wieder eine kleine Independent Firma im Prinzip aufgemacht haben. Und dann haben sie sich so einen kleinen, innovativen Bands gewidmet wie Super 700, was wirklich Glück für so eine Bands ist, dass es jemand gibt, der sich um die kümmert. Das finde ich total gut. Die Band ist von zwei Schwestern gegründet worden und da spielen zwar auch Jungs mit, aber die fallen ja nicht auf, weil die Mädchen so eine Präsenz haben. Wenn man die Band mal live sieht, dann weiß ich so, was ich meine.

Self-Control ist auch nicht mein Freund. Ich mache auch selbst Musik, spiele in einer Heavy-Metal-Band mehr oder weniger und ich weiß nicht, ob ich mir Sorgen machen sollte, als wir mal auf einem Festival zusammen mit den Spice Girls gespielt haben. Also die haben vor uns gespielt und dann waren wir dran und ob das zeigt, dass wir in der Musikrichtung uns doch ein bisschen Mainstreaminger geworden sind oder so. Jedenfalls haben wir die getroffen und ich habe aus irgendeinem, irgendjemand hat damit angefangen, die Spice Girls, die saßen am Nachbartisch dann in der Kantine da, haben wir irgendwie nach dem Autogramm, dachte ich, ach Mensch, wenn ich schon mal da bin, ich hatte da auch gerade eine Tochter irgendwie, die war irgendwie in einem Jugendalter. Da habe ich gedacht, ach, ich bringe ja auch mal ein Spice Girl Autogramm mit. Habe irgend so einen Zettel aus dem Mathebuch, ich hatte kein Mathebuch, also einen karierten Zettel, aus einem Notizbuch rausgerissen und bin rübergegangen, habe gefragt, ob ich mal ein Autogramm kriegen kann. Weiß ich, was mich geritten hat, also irgendwie kann ich das ja nicht mehr jetzt nachvollziehen. Jedenfalls waren die sehr freundlich und haben so einen Stift genommen oder Stift habe ich ihnen gegeben und haben alle ihre Namen drauf geschrieben, aber ich wusste natürlich nicht, wer das sein sollte, weil die so komische Namen hatten, da waren sie noch zu fünft, da war die mit den roten Haaren noch dabei und die Namen haben sie sich nämlich nicht selbst gegeben, sondern Top of the Pops gibt es als Magazin, ja, Top of the Pop Magazin und das Management und die Medien fanden das so toll, dass sie denen die Namen dann gegeben haben. Ich versuche das mal zusammenzufassen. Melanie Brown heißt Mel B, aber auch Scary Spice. Also hat eh gleich drei Namen. Ihn echten Namen, eh einen Spitznamen und noch einen Spitznamen. Das macht einen wahnsinnig. Ich weiß nicht, welches Autogramm jetzt, wer, warum ist. Emma Banten ist Baby Spice. Also sie hat nur zwei Namen. Ist ja mal günstig. Gary Halliwell ist Ginger Spice. Victoria Adams hieß sie noch Adams, bevor sie wie heißt Beckham jetzt mit Vornamen? Ich kriege ja nicht mehr hin. Also Viktoria, jetzt Beckham ist Posh Spice und Melanie Chrisholm, auch Mel C, Sporty Spice mit drei Namen. Das ist wirklich mit Spitznamen, die einem gegeben werden, ist das schon ein totaler Albtraum, weil die haften oft nicht. Also die vergisst man dann selber oder so. Die so künstlich genommen werden, aber die Spitznamen, die keiner haben will, wie irgendjemand, der heißt dann Stulle oder Dicki oder Lutschi oder wie weiß ich. Diese Namen halten dann ein Leben lang. Das ist echt ein Albtraum.

Den Spice Girls waren das jetzt die Pussycat Dolls. Ich weiß nicht, was jetzt schlimmer war, aber Pussycat heißt wahrscheinlich so viel wie Mieze Katze oder so. Ich kann das Wort Pussy jetzt auch nicht eins zu eins übersetzen. Mir fällt nur dieser blöde Witz oder Cartoon ein, wie in der Fernsehvorschau steht irgendwie Mitternacht, zeigt Heidi Klum ihre Pussy und alle sitzen vorm Fernseher und warten und Punkt Mitternacht kommen Heidi Klum rein mit ihrer Katze, also die dann Pussy heißt oder die Pussy ist und er sagt der Innenmann, dafür bin ich jetzt wach geblieben. Das fand ich irgendwie total süß, weil sie zeigt natürlich ihre Pussy als die Katze. Ich weiß nicht, Pussycat heißt ja nicht Katze-Katze, wäre dann Cat-Cat. Wohl der Kater ist Tomcat, also da ist ja klar, der Kater ist Tomcat, aber Pussycat kann vielleicht auch ein Kater sein. Eine Pussy-Tomcat gibt es vielleicht auch, ich weiß nicht. Jedenfalls, wenn es die Pussycat Dolls. Pussy-Katz-Puppe. Interessant.

Jetzt kommen die Supremes. Das hieß früher, war das eigentlich die Band von Diana Ross. Das hieß früher auch Diana Ross and the Supremes. Und das ist somit die berühmteste Girl-Group der 70er Jahre. Die hatten zwischen 64 und 69, das ist 1900, das muss ich wohl nicht dazu sagen, insgesamt zwölf Nummer-Eins-Hits in der USA. In den USA. Und das ist natürlich total viel. Nur die Beatles hatten mehr. Man kann sehen, sie waren nah dran und es waren eigentlich die erfolgreichste Girlgroup, die es je gab und die kamen von Motown. Das ist diese berühmte Plattenfirma aus Detroit und die Plattenfirma hat auch ihren Erfolg wegen dieser Band. Das ist dann wieder so ein berühmtes Win-Win-Ding und da haben sie später aus dieser Erfolgsgeschichte Musical Dreamgirls gemacht. Das gibt es auch als Kinofilm. Ich habe es leider nicht gesehen, aber kann auch einfach daran liegen, dass ich nicht so oft ins Kino gehe.

Die Band, die jetzt kommt, die habe ich schon mal gesehen, wieder auf einem Festival, wo wir zusammengespielt haben, vielleicht wird es erst komisch, wenn die da nach uns spielen, aber dann ist eh egal, Babymetal heißen die und das finde ich sehr lustig, weil Metal ist ja nur extra was, was nicht so Baby ist und die sind auch nicht aus Amerika, wie ich vermutet hätte, sondern aus Japan, weil in Amerika werden die Sachen oft so vereinfacht. Wir waren mal bei einem Konzert in Open Air und da war so ein Vogel hinter der Bühne und der war so klein und spitz mit so einem langen, spitzen Schnabel und sah so schräg aus, das habe ich in Europa noch nie gesehen und da habe ich eine Frau gefragt, wie heißt denn hier der Vogel, was ist denn das? Sagt sie, it's a crow. Sagt ich, nein, Krähen kenne ich. Krähen sind so eine Riesenviecher und sehen ganz anders aus. Und Krähen, das ist hier ganz klein. Sagt sie, ja, it's a baby crow. Und das hat gezeigt für die Amerikaner, alles was klein ist, ist Baby. Alles was groß ist, ist Jumbo. Oder Jumbo, nee, Jumbo, Jumbo. Und das war mir dann zu einfach, die Welt, so ein alles was klein ist, Baby. Und dann, deshalb fand ich so, dass die Band Babymetal heißt. Weil der kleine Metal oder so, finde ich total süß. Aber die kommen aus Japan und an Japan finde ich es so schön, dass man die Wörter genauso ausspricht, wie sie geschrieben werden. Anders als im Englischen oder Französischen, deshalb habe ich überhaupt kein Problem damit, den nächsten Titel anzusagen. Megizune.

Ein Frauenbild, dem der Punks. In Punks war ja bisher no future, es gab nur irgendwas, die Gesetze waren alles egal, alles war scheißegal. Und gerade im Punk in London, als die Entstehung des Punks, wo jeder mit jedem zusammengespielt hat und zusammen gewohnt, war das ganz normal, dass die Freundinnen der Musiker sich auch im Proberaum getroffen haben und zusammen Musik gemacht haben. Da die Männer wahrscheinlich oft nicht konnten, weil sie betrunken waren oder unter Drogen oder geschlafen haben. Und da konnten die Frauen sich dann die Instrumente nehmen und auch zusammen Musik machen. Und da ist eine ganz verrückte Besetzung entstanden, nämlich die Freundinnen der Sex-Pistol-Musiker Steve Jones und Paul Cook, sprich dem Gitarristen und dem Trommler oder Bassisten, ich glaube dem Trommler, die haben zusammen mit zwei Mädchen Musik gemacht, die Freundinnen von den Clash-Musikern Mick Jones und Joe Strummer waren. Die haben dann sich zu viert in Keller so verkrochen und haben da gespielt. Und Johnny Rotten fand es unheimlich lustig, dass die Frauen da zusammen Musik gemacht haben. Und der hat die Band The Flower of Romance genannt, so als spöttischen Namen. Und die Paloma Romero, die war mit Sid Wischer so ein bisschen zusammen, ist dann aus der Band geflogen. Die haben dann versucht, eine neue Band zu gründen und haben bei einem Clash-Konzert in London, sind sie der 14-jährigen Ariane Forster begegnet. Ich frage mich, was ein 14-jähriges Mädchen auf einem Clash-Konzert so zu suchen hat. Und da muss sie aber so eindrucksvoll gewesen sein, dass sie sie spontan gefragt haben, ob sie in ihrer neuen Band mitspielen will. Da haben sie sich den Namen The Slits ausgedacht. Dann haben sie gleich am nächsten Tag geprobt, war ihre erste Probe. Und der erste gemeinsam gespielte Song war von den Ramones Blitzkrieg Bob. Das ist doch Wahnsinn.

Das waren sie Slits.

Damit sind wir fast schon wieder am Ende. Mensch, ich hatte noch so viele, ich will nicht Mädchenbands sagen, aber es gibt wirklich sehr viele Frauen, die sehr, sehr gute Musik machen. Und es wäre schön, wenn die einfach öfter im Radio so kommen würden oder wenn öfter Konzerte wären, wenn die Frauen einfach mehr Zeit bekommen würden, um auch Musik zu machen. Wenn die Frauen mehr Anerkennung bekommen würden für das, was sie machen, ob es nun auffällig ist oder nicht. Ich will allen ein bisschen Mut machen, das einfach auch mal zu probieren, bis wir mal zu dem Tag kommen, wo es einfach nichts Besonderes mehr ist. Dass keiner mehr sagen muss, das ist jetzt eine Frauenband oder eine Mädchenband. Man sagt einfach, das ist eine tolle Band, da gehen wir hin.

Die letzte Band ist auch im Ausland erstaunlicherweise fast bekannter als in Deutschland. Die gibt es auch leider nicht mehr. Die heißen x-mal Deutschland, kommen aus Hamburg, haben bei ZigZag veröffentlicht, aber haben eigentlich im Ausland nur ihre Tourneen gemacht, auch mit den Cocktail Twins und waren in den USA gespielt. Und ich habe ein schönes Lied rausgesucht als Abschied. Das heißt Mondlicht und damit wünsche ich Ihnen gleich auch eine gute Nacht, ein schönes Licht, ein schönes Leben. Was sie sich so selber wünschen. Tschüss.