Die Sendung January 2020
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Flake talks about hearts.
Transcript
Guten Abend, herzlich willkommen und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Wenn Sie jetzt sagen, ich habe ja nicht Geburtstag, sage ich, Sie vielleicht jetzt nicht, aber dann doch die anderen. Und manche werden sich heute ganz doll freuen, dass ihr mit Flake denkt an meinen Geburtstag, ist ja der Wahnsinn. Ist einfach von mir geschätzt. Ich wusste jetzt nicht, ob jetzt irgendein Peter oder Paul oder Mary jetzt Geburtstag haben, sondern ich gehe davon aus, dass das Jahr nur 365 Tage hat. Und insofern müsste jeder 365. Mensch auf der Welt Geburtstag haben. Und jetzt sind bei 7 Milliarden Menschen auf der Welt in etwa durch 365, wie gesagt, ich komme jetzt nicht drauf, ich kann ja nicht im Kopf rechnen, jedenfalls ganz, ganz viele, die heute Geburtstag haben. Und jetzt, also gerade, ich weiß nicht, ob die mich jetzt auch hören können, weil in Deutschland ist es ja so, dass die Leute mehr in einer bestimmten Jahreszeit Geburtstag haben, was daran liegt, also das muss jetzt nicht stimmen, aber ich gehe davon aus, dass es daran liegt, dass Geburtstage und Sex im Zusammenhang stehen, von neun Monaten oder so und in manchen Monaten haben die Leute wahrscheinlich mehr Sex als in anderen. Ist jetzt eine Theorie, die nicht stimmen muss, denn macht man jetzt Sex bei schönem Wetter am Strand oder wenn es dunkel ist im Winter, gibt es doch diesen blöden Witz, wer Ostern mit den Eiern spielt, hat Weihnachten die Bescherung oder so, was in etwa auch die Zeit so darstellt. Ich gehe davon aus, also meine Bekannten haben alle im Herbst Geburtstag, die meisten, so Ende September bis November, Dezember, weil wahrscheinlich dann der Zeugungsdatum im Januar liegt, wo sonst nichts los ist. Aber da auf der Welt die Tagesjahreszeiten auch verschoben sind, die Tageszeiten auch, kann nicht sein, dass da, wo bei uns Winter ist, da dann Sommer ist und da dann genauso viele Menschen in derselben Zeit geboren werden. Also meine Theorie, jeder Mensch hat jeden Tag Geburtstag, hätte ich fast gesagt, aber es haben jeden Tag gleich viele Menschen Geburtstag. Jetzt habe ich es raus und dazu gratuliere ich ganz herzlich.
Was Bliff mit herzlichen Glückwunsch, wie man da hören konnte und man hat auch gehört, dass der Bandchef ein Trommler ist. Also der Trommler war der Bandchef, der hat sich immer schön laut gemacht mit seinen Simmons-Drums. Der hieß, nee, der lebt noch, heißt Herwig Mitteräcker. Inzwischen ist es bei mir so, meistens wenn ich Musik spiele, dann sind die schon gestorben. Ich sollte mir mal Sorgen über meinen Musikgeschmack machen oder über mein Alter. Aber also ich hoffe, er lebt noch. Herwig Mitteräcker in Österreich geboren, was ich gar nicht wusste. Er hat Schlagzeug und Klavier in Duisburg studiert. Was ich auch nicht wusste, dass man in Duisburg, was eher nach Stahl klingt oder so, dass man da sowas Feines wie Klavier studieren kann. Aber die Künstler, die kommen ja da auch her. Dann ist er nach Berlin gezogen, wahrscheinlich wollte er sich auch vor der Armee drücken, obwohl er als Österreicher ja wahrscheinlich nicht in die Bundeswehr gemusst hätte, hat bei Lokomotive Kreuzberg Fußball gespielt. Ich kannte natürlich nur Lok Leipzig und die Ostmannschaften und Dynamo Dresden habe ich immer an mein Fahrrad gedacht, ans Dynamo, ich weiß ja nicht, ob das so gemeint war, aber so eine Fußballmannschaft, dann sieht man so ein kleines, rundes Dynamo-Ding, das war irgendwie eine komische Assoziation. Jedenfalls hat er dann bei Spliff gespielt, später auch gesungen und dann waren sie sogar die Begleitband von Nina Hagen und haben mit ihr die Platten eingespielt. Nur bei der letzten Platte gab es schon Missstimmungen und Nina Hagen hat auf die fertige Platte erst raufgesungen, hat sich gar nicht getroffen mit der Band oder so und der Gag daran ist, dass die Platte da noch Unbehagen heißt, was erstens auf Nina Hagen hinweist und zweitens auf die schlechte Stimmung bei Entstehung der Platte. Und dieses Unbehagen ist ja auch so ein komisches Gefühl im Herzen. Und damit habe ich jetzt schon fast verraten, was heute das Thema ist.
Endlich sagt es mal jemand. Ich dachte immer, Mensch, mach mal Fenster zu. Das war Steffi Graf, hätte ich fast gesagt. Natürlich war es Elphi Graf. Kommt auch aus Österreich, hat auch Musik studiert und wurde von Gus Backus entdeckt. Gus Backus, den haben wir bei mir bestimmt schon öfter mal gehört. Das ist der, der, ja, da sprach der alte Häuptling, der Indianer gesungen hat, den mag ich sehr. Aber heute jetzt um Herzen. Und wir machen gleich weiter mit Peter Frankenfeld und Lonnie Kellner. Vorbei ich sehr gut finde, dass der Lonnie Kellner heißt, weil das ist ja ein Beruf. Also ich denke mal, dass Kellner ein Beruf ist. Und früher hießen die ja auch immer Meier, Schulze, Stellmacher, weiß ich, nach dem Beruf. Und ich finde gut, dass Kellner gab es ja früher noch nicht im Mittelalter oder so, dass jetzt langsam auch Namen kommen, die nach modernen Berufen genannt sind. Warte ich schon mal auf Werner, Webdesigner oder Sven Zuhälter oder so. Das ist ein wirklich ganz blöder Gag. Wir machen mal weiter hier. Der Nächste, bitte.
Ich bin ein bisschen geschockt, ich hatte das Lied anders in Erinnerung. Das ist halt wie in so einem ganz, ganz schlechten, billigen Sexfilm. Und ich habe das Lied als Film auch kennengelernt. Da war es nicht ganz so schlimm, das war noch gemäßigt. Das war mein erstes Video, was ich im Leben gesehen habe. Ich war bei meiner Oma und da durfte ich fernsehen, was für mich was ganz Besonderes war, weil ich sonst nicht fernsehen durfte oder nicht fernsehen konnte, weil wir keinen Fernseher hatten. Zu meiner Oma bin ich gegangen, habe mich da aufs Sofa gesetzt und habe alles gemacht, was sie verlangt hat, wenn ich dafür so fernsehen durfte. Nebst Tisch abräumen und Krümel aufpicken, aufessen sogar. Und da kam am Nachmittag so eine Sendung und da kam einfach dieses Lied. Ich weiß nicht, ob es früher so Videos, also gab es ja noch keine Videos, das war in frühen 70ern irgendwie. Jedenfalls kam da dieses Lied mit einem Film und da saß wirklich die Frau auf dem Behandlungsstuhl und der Doktor rannte um sie rum und sang dabei. Und das fand ich faszinierend, dass man also im Fernsehen singt, das kannte ich ja nicht. Also dass man beim Spielen singt oder beim Singen spielt und da war dieses Lied und ich habe diese Geschichte voll verstanden. Die Frau hatte Herzschmerzen und lag wohl daran, dass sie verliebt war, weshalb sie gerade in den Arzt verliebt war, zu dem sie geht. Wenn sie Herzschmerzen hat, verstehe ich nicht, denn sie müsste ja schon die Herzschmerzen gehabt haben, um überhaupt zum Arzt zu gehen. Manchmal ist es gut, wenn man Sachen auch nicht so richtig so hinterfragt.
You my soul. Heißt das nicht eigentlich you are my heart oder you are my soul? And you are my soul. You my heart, you my soul klingt ein bisschen wie ich spreche in Deutsch. Aber der Text ist ja auch von einem Deutschen und zwar von Dieter Bohlen oder von Thomas Anders. Das weiß ich jetzt nicht genau, da hieß ja so Christian Anders, oder war das der Schriftsteller, der Andersen? Hans Christian Andersen. Nee, ich meinte jetzt Dieter Bohlen und das Lied passt mir natürlich ins Thema, weil You My Heart, Heart heißt der Herz, aber ich konnte ihm die Stimme nicht zumuten, deshalb war das jetzt eine Guitar-Picking-Version von Igor Presjakov. Igor Presjakov, jetzt habe ich, das hat nichts mit Presskopf zu tun oder so. Und wir machen gleich weiter bei einem Lied, was ich beim, als ich das das erste Mal gehört habe, gedacht habe, Mensch, Stefan Trepte hat ein neues Lied gemacht, aber dann war es Xaewia Naedu. Das nächste Mal mache ich eine Sendung mit einfachen Namen, das verspreche ich.
Mit Herz und Nieren. Wir bleiben in Deutschland und kommen zu Sido. Den habe ich kennengelernt bei Inas Nacht in der Fernsehshow. Das heißt, ich habe ihn nie selbst getroffen. Fernsehen ist ja ein Medium, was einem Menschen auch näher bringt. Und Ina Müller hat eine gute Art, mit den Leuten so zu reden, dass die ihr Herz, da sind wir wieder beim Thema, so öffnen. Und was Sido da so erzählt hat, hat mich sehr positiv gestimmt auf ihn. Er war so sympathisch, war so freundlich und so ehrlich. Da habe ich mich gefragt, warum hat er früher diesen Schwachsinn mit der Maske gemacht? Weil diese Maske wirkt ja völlig unpersönlich und kalt und fremd. Und Maske hat den Vorteil, also die klemmt natürlich meist auf dem Gesicht oder so, aber hat den Vorteil, dass man nicht erkannt wird. Aber den Nachteil auch, dass man nicht erkannt wird. Und manche Leute, die ewig Musik machen, machen ja Musik, um Musik zu machen, sich zu äußern und um als Person dafür einzustehen. Und wenn man dann die echten nie sieht, kann das auch schwierig werden. So Slipknot haben wir auch das Problem. Da weiß keiner, wie die aussehen. Ist das nun gut oder ist das schlecht? Das hat jedenfalls einen Riesenvorteil. Wenn die mal keine Lust haben, können die einfach einen anderen unter die Maske stecken und der macht weiter und das wird kein Mensch merken. Das ist eine gute Idee. So gesehen ist das richtig. Aber den Moment hat Silo jetzt verpasst. Jetzt muss er weiter singen.
Für die Jüngeren unter Ihnen sage ich es lieber nochmal ordentlich an. Das war Elvis Presley mit dem Heartbreak Hotel. Das Lied ist von 1965. Elvis hat den Song am 3. April so vorgestellt und am 21. April war es 1956, so habe ich gesagt, wa? Nicht 65, 1956. Und jedenfalls am 21. April war das schon Platz 1 der Popcharts und der Countrycharts und Platz 3 der Bluescharts. Und das finde ich besonders interessant, dass die Charts, die im Prinzip völlig unterschiedliche Musik veranschaulichen, gleichzeitig dieses Lied als Platz 1 bis 3 gewählt haben. Das heißt, dass ihr dieses Lied wirklich so umfassend, umgreifend alle Sparten ausfüllt, was zeigt, dieses Lied ist einfach ein richtiger, absoluter Hit. Und wenn ich den höre, ich kann das nur unterschreiben, so ein gutes Lied ist selten gemacht worden. Das war der meistverkaufteste Hit des Jahres 1956, was mich nicht wundert. Und auch im Prinzip die Initialzündung für die Karriere von Elvis. Ich weiß nicht, was Heartbreak Hotel genau übersetzt heißt, aber wenn ich mir vorstelle, ich als Hypochondra hätte eher Schwierigkeiten, ins Herzschlag Hotel einzuchecken. Ich würde lieber ins Wohlfühl, wie heißt es nicht auf Englisch, Fellwell oder so. Jetzt machen wir weiter mit auch einem Platz 1, zwar nicht so viele Wochen und auch nur im Pop, Blondie Heart of Glass.
Ich eröffne ein Fenster in die Vergangenheit. Ich war elf Jahre alt und meine Eltern haben mich mit einem Freund von ihnen mitgeschickt und seiner Tochter, die war größer als ich. Da sind wir einfach aufs Dorf gefahren und ich weiß nicht, wieso meine Eltern die Ferien für sich brauchten. Auf jeden Fall wurde ich da mitgeschickt und saß dann da zusammen mit der Dorfjugend im Gebüsch auf so einer selbstgebauten Bank. Unten stand ein Kassettenrekorder und da lief dieses Lied durch. Immer wieder hintereinander. Das geht ja hinten so schön lange raus. Das hätte uns nicht lange genug sein können. Das hätte ruhig eine Stunde sein können. Das Lied war es ja bei uns letztendlich auch, weil wir es immer wieder zurückgespult haben. Und ich habe schmerzlich bemerkt, dass ich als Stadtjunge überhaupt nichts kann. Also die konnten werfen, die konnten klettern, die konnten gute Geschichten erzählen, die konnten gut spucken, die haben eine Flasche Schnaps innerhalb einer Stunde ausgetrunken und dann haben sie noch ein Fahrradrennen gemacht, da war ich auch ganz schlecht, auf den Sandwegen da, auf alten Gurken, Fahrrädern sind sie raufgesprungen und sind bis zum Waldrand gefahren und ich bin immer letzter geworden und dabei war da sogar einer dabei, wo sie gesagt haben, der ist blind. Da habe ich gedacht, ich habe mich verhört, die meinten, der ist blöd, weil ich meine, man kann ja nicht mit Blinden mit dem Fahrrad so um die Wette fahren und habe immer gedacht, wieso ist denn der so blöd oder so. Also irgendwie habe ich versucht rauszukriegen, was mit dem ist und habe später erfahren, der war wirklich blind. Und der kannte einfach die Gegend so gut, dass die mit einem blinden Typen mit dem Fahrrad so um die Wette gefahren sind. Und das habe ich erst gemerkt, als ich schon wieder zurückgefahren bin und da dachte ich, ich kann noch nicht mal sehend Fahrrad fahren, da überholt mich der Blinde noch. Das ist vielleicht doch besser, ich bleibe so in der Stadt, wo ich mich besser auskenne. Habe aber dann gemerkt, es gibt doch nichts, was ich in der Stadt kann, was die vom Dorf jetzt nicht konnten. Außer Musik hören. Mit Musik da kannte ich mich zum Glück ein bisschen aus und war im zarten Alter von neun Jahren oder zehn, war ich schon ein glühender Stones-Fan.
Die Stones drüber nachgedacht haben, dass sie im Prinzip ja vom Heart of Stone eigentlich über ihr eigenes Herz singen. Wer ist das Herz der Stones? Für mich war das übersetzt so, mein Herz schlägt für die Stones, also das Herz für die Stones, Heart of Stones oder so, wie eine Union-Hymne oder so. Aber dazu brauchten sie nicht extra nie zu machen, mein Herz schlug sowieso schon für die Stones. War aber nicht aus Stein. Wir hatten ja jetzt Blondie, Heart of Glass, was ich natürlich so verstanden habe, wie so hart wie Glas, weil ich ja noch nicht wusste, dass Herz hart heißt, weil hart klingt ja nicht wie Herz. Hart klingt eben so wie hart. Und ich dachte, hart wie Glas, dann jetzt kommt hart wie Stein und jetzt als Letzte kommt hart of gold. Das ist wieder weich oder hart. Ist es gut, wenn man ein Herz aus Gold hat? Weil Gold lebt ja so auch nicht, glitzert nur. Wie hat Neil Young das gemeint? Heart of gold, Neil Young. Durch meine Beschäftigung mit Musik bin ich auch in viele Städte gekommen und von mancher Existenz hätte ich noch nicht mal gewusst. Wie zum Beispiel die Stadt Edmonton in Kanada. Wir haben dann eine Tour gemacht, sind da hingeflogen. Da waren auf immer Riesenstädte, wo man gar nichts erwartet hätte. Und die andere Stadt war Winnipeg. Der Name war sehr lustig, aber die Stadt eher nicht so. Und sowas habe ich noch nie gesehen. Ich wusste nicht, dass es sowas gibt. Und dann habe ich versucht, irgendwas über diese Stadt zu erfahren. Und das Einzige, was ich erfahren habe, war, dass das die Stadt ist, wo Neil Young herkommt. Also für irgendwas ist immer alles gut. Und im nächsten Lied, was heißt, mein Herz ist ein Tourist von der Band Tonbandgerät. Und ich wollte nur sagen, dass Touristen in Berlin nicht so beliebt sind, aber ich finde Touristen total gut, weil die sind wenigstens freundlich, gucken sich alles an und freuen sich über Berlin und schimpfen sich die ganze Zeit. Und dann fahren sie wieder ab. Wenn das Herz hier ein Tourist ist, darf man nicht vergessen, dass das Herz an sich ein Muskel ist. Ein Muskel, der sich zusammenzieht und wieder ausdehnt. Das ist Wahnsinn, ich habe mal gehört, wie oft das Herz im Leben schlägt, das war irgendwie mehrere, fast eine Billion Mal, also mit Zahlen, wenn ich ganz schlecht merke gerade, also 60 Mal in einer Minute, wenn man langsam schläft und wenn es langsam schlägt, ich schlafe immer sehr, sehr langsam. Jedenfalls schlägt das das ganze Leben sehr oft und ist ja eigentlich keine Sache mit Gefühlen oder so, aber es ist trotzdem natürlich so, wenn man was fühlt, also ich sage mal, weil man verliebt ist, merkt man das wirklich am Herzen und das ist die Stelle, wo sich die Psyche und die Physie trifft, ist im Prinzip das Herz, weil durch die Psyche, wenn man was fühlt oder denkt, gehen Endorphine und Hormone in das Herz und lassen das schneller schlagen. Und insofern ist das Herz als Metapher schon richtig. Und oft schlägt das Herz auch ohne, dass man das will oder steuert oder was dabei denkt oder so. Und dann schlägt plötzlich das Herz und der Mensch denkt, oh Gott, was ist denn jetzt? Und merkt, der Körper oder das Herz, sagt man dann in dem Fall, weiß es schon eher als der Kopf. Und so ist das dazu gekommen, dass man denkt, man denkt mit dem Herzen, das Herz fühlt und der Mensch, die Gedanken kommen dann erst später, das Herz klopft und dann denkt man, ah, ich bin verliebt. Und in wen? Ah, in denen, weil bei denen dann schlägt das Klopf oder Herz schlägt das Herz, schlägt nicht der Kopf. Wenn der Kopf schlägt, ist eher ein schlechtes Zeichen, dann ist man eher nicht verliebt.
Gallagher hat der ganzen Welt getwittert, dass er niemals eine Solo-Karriere anstreben würde. Niemals! Aber hey, er ist ein Rockstar! Radio 1 präsentiert Liam Gallagher auf Solotourneen live. 11. Februar im Tempodrom am Anhalter Bahnhof. Liam Gallagher, beste Britpopper der Welt. Sänger von Oasis. Liam Gallagher live. Radio 1. Für alle, die von seiner Solo-Karriere so überrascht sind wie er selbst. Und natürlich nur für Erwachsene.
Herzlich Willkommen zur zweiten Stunde. In meinem Herzen gemacht von Markus Lanz, Quatsch, von Nikolas Lenz. Dieses Lied haben wir eine Zeit lang nach unseren Konzerten gespielt, damit die Fans nicht denken, es geht immer noch weiter. Aber inzwischen ist es ja so bekannt, dass man eine Zugabe gibt, dass die Pause vor den Zugaben eigentlich gar kein Schluss des Konzertes mehr ist. Und dann kommen die Zugaben, sondern es ist nur noch eine Pause. Wo alle wissen, ah, jetzt gehen sie kurz hinter und dann kommen die Zugaben und freuen sich schon auf die Zugaben. Und inzwischen ist es so, dass man sogar zwei Zugaben macht, dass man zweimal von der Bühne geht und dann doch nochmal kommt. Als riesen Überraschung, wo alle wissen, natürlich, so kommt man auch mal, weil da steht ja noch das Zeug und das Licht ist noch aus oder so. Aber man macht ja nicht das Saarlicht an. Aber wir haben dann extra dieses Lied gespielt, damit alle wissen, nach diesem Lied ist jetzt wirklich Schluss. Weil wenn so ein Lied gespielt wird, kann dann nicht einfach das Konzert weitergehen oder so. Aber da ist die Stimmung so völlig raus und völlig anders. Dann wissen alle, jetzt ist das Konzert zu Ende. Sie können in sich gehen, sie können aufstehen und rausgehen. Und ich kann jetzt mal zeigen, was passieren würde, wenn das Konzert dann einfach mal nicht zu Ende wäre. Weil ich kann das hier machen, ich brauche ja nicht die Band dazu.
Eigentlich ist es ja ein schönes Wort, Herzeleit. Kann man gut aussprechen. Aber wenn wir nach Amerika gefahren sind, hatten die Leute immer absolute Schwierigkeiten, unsere Titel auszusprechen. Aus Sehnsucht wurde immer Schainsaw, Schainsaw, Schainsaw, dachte immer, das Lied mit der Kettensäge fand sie total gut. Und Herzeleid war dann ganz besonders schwierig, immer Hörselein oder Herselein und dann zum Schluss war dann letztendlich bei Herzelein und da lagen sie auch nicht so falsch. Herzelein, auf Rücksicht auf die Radio 1 Hörer habe ich den Gesang mal weggelassen. Dann kann jeder als Karaoke-Version im Prinzip selbst mitsingen. Jetzt ist es ein bisschen spät, das ist die Form, hätte ich davor sagen sollen. Oder auch einfach als Instrumental hören, weil dann sieht man mal, was übrig bleibt, wenn man nicht auf den Text hört. Und dann sieht man mal, wie wichtig oder auch unwichtig der Text eben ist von den Herzbuben. Womit es aber gleich zwei Fliegen mit einer Klappe haben, das Herz die Leyen und die Herzbuben. Doppelherz, was ja ein Medikament ist, was man als Rentner nimmt. Ich würde es auch gerne nehmen. Wo gibt es denn das übrigens bei Rossmann? Keine Ahnung. Jedenfalls ist es auch wichtig, wenn man zu fett ist. Also Fett ist ja nicht gut. Ich persönlich bin wieder Fett-Fan, weil ich der Meinung bin, wenn man dem Körper Fett gibt, behält der Körper das Fett nicht und gibt es ab. Aber wenn der Körper denkt, da kommt mal ein kleines bisschen Fett, behalte ich mal lieber, wer weiß, wann es das nächste Mal was gibt, weil das Herrchen, also der, der den Körper da beherbergt, also steuert, gibt dem kein Fett mehr. Das merkt ja der Körper, wenn man nur noch irgendwie Müsli, Sushi, Tofu kriegt. Da ist ja auch Fett drin, aber ich weiß nicht jedenfalls, wenn man regelmäßig fett isst, weiß der Körper, Fett ist immer da und das muss ich nicht speichern und gibt ab und man bleibt dünn, meine Theorie. Aber ich habe jetzt gelesen, dass die gesättigten Fettsäuren die Blutfettwerte erhöhen natürlich und die führen dann auch zur Ablagerung in den Blutgefäßen und da will ich eigentlich kein Fett haben. Dadurch und auch durch andere Mechanismen natürlich begünstigen sie die Verhärtung der Arterienwände, ein am erhöhten Blutdruck beteiligter Prozess. Erhöhten Blutdruck will auch keiner. Das bedeutet ja, dass das Blut nicht mehr so einfach durchfließen kann, sich dadurch immer ein bisschen anstaut und dann so drückt im Prinzip. Und der unüberlegte Verzehr, ich weiß nicht, was der überlegte Verzehr an gesättigten Fettsäuren sein soll, zählt zu einer der Hauptrisikofaktionen für Herz- und Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Dabei sind tierisch gesättigte Fette, die in Fleisch und Wurstwaren, aber auch in Käse, Butter, Schmalz und Eigelb vorkommen, ebenso ungünstig wie die pflanzlichen gesättigten Fette des Kokosfetts, des Palmfetts sowie alle chemisch gehärteten pflanzlichen Fette, die sich unter anderem in den beliebten belaststoffarmen Kohlenhydrat- und fettreichen Lebensmitteln wie Kekse, Kuchen, Schokoladenwaren, Eis, Riegel und Gebäckwaren aller Art finden. Was soll ich denn dann bitte schön noch essen? Die haben jetzt alle Sachen aufgezählt, die ich gerne esse. Also wo gibt irgendwie noch eh einen kleinen Fisch oder so wo ungesättigte Fettsäuren drin sind, den werde ich jetzt erstmal mal suchen gehen. Inzwischen können wir die toten Hosen uns anhören und da denke ich, das war Campino auch wieder singen lassen können. Also das wird keine Karaoke Version, sondern wir hören Campino.
So aus, als ob es mehr Lieder gibt, wo es das Herz wehtut, wo das Herz brennt, wo das Herz klemmt, wo das Herz bis zum Hals schlägt. Es gibt weniger Lieder, wo es einem gut geht. Liegt das jetzt generell am Menschen, dass der Mensch immer eher das mehr schlechte fühlt und das Gute vergisst? Oder liegt es an den Deutschen, die immer was zum Meckern haben. Und alle tut nur weh, weil das nächste Lied handelt auch nur davon, dass das Herz so weh tut von meiner Lieblingsband-Trio. Aber ich habe für alle eine gute Nachricht, die denken, das Herz ist so schwierig und man stirbt daran oder so. Denn die Haupttodesursache in Deutschland ist dieses Jahr erstmalig der Krebs und nicht mehr die Herzkreislauferkrankungen. Also so viel kann man denen zum Trost sagen, die denken, ihnen bricht das Herz. Hier ist Trio. Das ist leider die Kurzversion. Ich habe mal so eine Demo-Version gekriegt in so einer Box. Da ist das Lied irgendwie acht Minuten lang oder so mit langem Solo. Da habe ich jetzt gewartet drauf. Da spielt auf dem Kase noch so ein Solo. Und dann fällt irgendwann, wenn das Lied wieder losgeht, dann richtig fällt ein Mikroständer um. Also wie das eben klingt, wenn ein Mikroständer so umfällt. Und ich finde das so gut, weil das war auf der Aufnahme drauf und ist nicht weggemacht worden, weil sie konnten es nicht wegmachen. Und dadurch hat diese Aufnahme sowas unperfektet gehabt. Und ich habe immer beim Anhören nur auf die Stelle gewartet, dass das Mikro umfällt und habe mich dann ganz doll gefreut. Das ist auch eine komische Art Musik zu hören, aber so war es normal. Jetzt kommt Revolverheld, sehr schöner Bandname. Ich werde demnächst eine Sendung machen über bekloppte Bandnamen. Da werde ich die wahrscheinlich auch spielen. Revolverheld, die Revolverhelden, ich kenne eigentlich nur einen. Das ist Wild Orb, der im Duell von Thompson gegen so ein Gangster-Brüderpaar irgendwie im Duell die besiegt hat. Dann gab es noch Doc Holliday, der eigentlich ein Arzt war und trotzdem noch Bandit. Und der hat irgendwie aber als edler Bandit die Reichen, wie wenn man, wer ist reich, wer ist arm im Wilden Westen. Ein Revolverheld ist eigentlich der, der überlebt hat. Das ist ja schon mal wieder was Gutes, aber auch der Band Revolverheld schlägt das Herz bis zum Hals.
Auf Revolverheld kommt Tomte, dein Herz sei wild, da tut es mal endlich nicht wild, sondern soll wild sein. Tomte gibt es erstaunlicherweise schon seit 1987, das wusste ich gar nicht, aber da hießen sie auch noch die Warpix, was auch ein sehr schöner Name ist, die Kriegsschweine, würde ich mal sagen, oder Kampfschweine, in Norddeutschland gegründet. Und dann haben sie sich in Tomte Tummetod umbenannt, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Astrid Lindgren. Ich kenn das ja auch nicht, ich kenn Madita, ich kenn Karlsson auf dem Dach und diese komische Stadt, das Bullaby, das ist ja nur ein Dorf. Und Michel und, und, und, und. Aber Tomte Tummetot, den kannte ich doch nicht, da werde ich sofort mal gucken. Hier ist Tomte.
Mein Herz macht bumm, also mein Herz auch, aber so heißt das Lied jetzt von DAF, was die Abkürzung wahrscheinlich ist von Deutsch-Amerikanische Freundschaft. Das ist lustig, dass es manchmal Abkürzungen gibt, die völlig die Bedeutung geändert haben, wie LPG. Das war für uns im Osten völlig normal, das war eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, diese riesen Zusammenschlüsse mit den ganzen Maschinen und so. Und jetzt soll das lecker preiswert und gesund heißen. Das wundert einen immer. Und DAF ist auch ein Auto, was ziemlich bekannt war. Das gab es ab 1958, also da waren es PKWs, davon nur LKWs, der Daffodil-Reihe. Und die haben den DAF 33 und DAF 66 gebaut. Ich war es dann auch auf den DAF 99. Und der ist durch sein Variomatik-Getriebe bekannt geworden. Und das ist nämlich eine stufenlose Keilriemen-Automatik und nicht wie die anderen normalen Automatiks, wo es in andere Gänge geht, sondern mit Fliehkraftkupplung und einem Fliehkraftregler. Und da wird so ein Membralzylinder irgendwie bewegt. Und dadurch ist es stufenlos schaltbar. Und das Einzige, was man schalten kann, ist es ein Wendegetriebe. Also man kann es umschalten und genauso schnell, wie man vorwärts fährt, auch rückwärts fahren. Das ist was ganz Besonderes. Das gibt es, soweit ich weiß, nur bei diesem Auto. Und das kann man schön im Film sehen. Beste Freunde oder so mit Jürgen Vogel, dem ich bis jetzt sehr dankbar bin, dass er nicht auch singt, wie manche andere aus dem Metier. Bei der nächsten Frau bin ich aber sehr, sehr dankbar, dass sie gesungen hat. Sie hat der Welt viel geschenkt und ich bin immer noch traurig, dass sie so früh gestorben ist. Hier ist Janis Joplin. Joplin mit Pierce of my Heart. Peace of my Heart. Bei mir steht Pierce of my Heart. Ich habe so ein Rechtschreibprogramm, das kann ich zwischen Deutsch und Englisch so unterscheiden und ich auch nicht. Und deshalb stand da Pierce und dann dachte ich, vielleicht heißt das auch Pierce. Einfach Stich in meinem Herz. Also Piercing ist ja auch eine Art von Stechen. Und ich kann mir auch vorstellen, dass man sich fühlt, als wäre das Herz gepiercet. Das Herz trägt ja auch Löcher und Narben davon. Als Klaus Kinski zum Beispiel obduziert wurde, wobei ich mich frage, weshalb sie den obduziert haben, weil der eigentlich eines natürlichen Todes gestorben ist, wenn man das natürlich nennen kann. Der hatte ein völlig vernarbtes Herz. Also es war völlig fest vernarbt, knallhart, weil er sich so aufgeregt hat wahrscheinlich die ganze Zeit, wenn er mal so rumbrüllt und so krampft sich auch das Herz zusammen. Und das Interessante ist auch bei Leuten, die einen Flugzeugabsturz oder irgendwas überlebt haben, kann jetzt sein, dass die kurze Zeit später auch am vernarbten Herz sterben. Dass sich beim Flugzeugabsturz oder so, wenn was Schlimmes passiert, das Herz so zusammenkrampft, dass es danach erst die Folgen hat, dass es dann stehen bleibt. Das Verrückte am Herz ist nämlich, das Herz braucht selber am meisten Blut. Und ein Herzinfarkt besagt, dessen Herz nicht genug mit Blut versorgt wird, was völlig idiotisch klingt, weil das Herz ist ja dazu da, das Blut zu pumpen, aber letztendlich braucht das Herz das Blut auch fast am dringendsten, um das weiterpumpen zu können und das muss dann durch diese feinen Adern ins Herz gebracht werden. Und das funktioniert einfach dann nicht mehr, wenn sich das zu sehr gekrampft hat oder wie vernarbt ist. Deshalb ist auch die Redewendung von gebrochenem Herz, von am brochenen Herz gestorben völlig gerechtfertigt und logisch, weil man sehr traurig ist oder einen großen Verlust erlitten hat und dann am Herz tot stirbt. Ist es eine natürliche Sache, dass das Herz einfach physisch durch Traurigkeit sich so zusammenkrampft oder vernarbt eben oder so, dass es nicht mehr richtig durchblutet wird. Die ganze Sache ist immer manchmal auch sehr unromantisch, wenn man sich das dann genau im medizinischen Bereich betrachtet. Aber meine Herzärztin hat gesagt, der Mensch weiß eigentlich nichts über das Herz. Die stochern so ein bisschen an der Oberfläche rum und können dann mit Ultraschall da zwei große Venen oder Arterien noch ausmessen oder angucken und der Rest ist alles im Ungewissen. Das wäre ein schönes Schlusswort eigentlich. Aber jetzt kommt erst mal Nick Hef mit dem Blossom Blues. Ich weiß auch nicht, worum es da genau geht, aber er singt in diesem Lied auf jeden Fall, wie sein Herz schlägt. Und da schlägt es dann Ticke Toh, Ticke Toh. Weil sonst einigen sich alle auf Bum Bum. Aber bei ihm, wir müssen noch mal hören, wie das Herz schlägt. Ticke Toh, Ticke Tok, Tok, Tok. Bum Bum. Wir werden es hören.
He Cave, er hat jetzt wahrscheinlich wohl doch nicht gesagt, wie sein Herz jetzt schlägt, nur dass er überhaupt schlägt. Also, kenn du hier mein Heartbeat? Ich wusste das eigentlich auch. Ich wollte nur, dass sie den Text sich richtig so durchhören und nicht einfach so nebenbei hören, sondern wenn man was sucht im Text, dann hört man natürlich auch besser. Ich habe auch jetzt zugehört und nicht gefunden, ob es Bom-Bum oder Bang-Bang heißt, aber schlägt immerhin noch. Und egal, wie es einem jetzt geht, ob man jetzt das Herz aufgeregt schlägt, ob man verliebt ist, ob es schlägt, ob man traurig ist und man spürt Schlagen oder auch ängstlich. Das gute Zeichen ist immer, wenn man das Herz spürt, dann lebt man noch. Das ist schon mal ein sehr gutes Zeichen. Und ich würde empfehlen, nicht immer auf das Herz zu hören, denn das Herz ist ein Muskel und wer würde gerne auf ein Muskel hören? Wenn zwei jetzt nebeneinander stehen, der eine ist stark, der Türeinlasser oder so und der andere kann nachdenken, würde ich eher, naja, weiß man nicht, wie man im Leben weiterkommt oder so, den Darwinismus behandeln, weil das nächste Mal, aber ich persönlich würde eher auf den hören, der auch nachdenken kann. Insofern wünsche ich Ihnen einen nachdenklichen, schönen guten Abend mit leichtem, beschwingtem Herzrhythmusgefühl. Tschüss.