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Flake talks about cars.

Transcript

Radio 1, Flake des Tastenfickers-Podcast. Herzlich willkommen. Heute ist das Thema mal ganz einfach, das Auto. Eigentlich heißt es ja gar nicht so, sondern es heißt Automobil, wobei Auto und Mobil lateinisch ist, obwohl das Auto an sich ja eine deutsche Erfindung ist und das Auto heißt auf Deutsch Kraftfahrzeug, kurz Kfz. Aber ich glaube, kein Mensch außer die Bürotypen im Anmeldewesen nennt das noch Kfz oder die Polizisten, sondern jeder sagt, ein Auto, Automobil, also ich übersetze das mal insgesamt, Auto heißt selbst, Mobil heißt bewegend. Man kennt Mobil, immer wenn man über Rentner spricht, das fällt mir da als erstes ein, wenn man sagt, Mensch, der ist 85, aber noch mobil. Das heißt, er kann auch rumloven und so und das Auto kann fahren und zwar selbst fahren. Das heißt, das Auto braucht keine Pferde, braucht keine Hunde, ich weiß nicht, womit man die Sache noch bewegen kann oder muss nicht von Menschen gezogen werden, sondern das Auto fährt selbst. Das ist auch übersetzt in andere Sprachen. Auf Russisch heißt es dann Aftomobil, obwohl ich mir das ja nicht vorstellen kann, weil das so idiotisch klingt. Auf Polnisch heißt es Samochot und Samo, kann man wieder übersetzen, heißt wieder selbst. Auf Englisch heißt es Karre, man kennt es dann vom Eindeutschen, die Karre. Wobei das schon wieder wahrscheinlich aus dem Englischen übersetzt ist oder aus dem Französischen. Oder es kommt von Karre. Das Carré ist ja im Prinzip ein Viereck, ein Hausviereck, womit aber auch der Wagen gemeint sein kann, weil die Karre auch Chassis dann wieder übersetzt in noch eine andere Sprache, ich weiß nicht welche, heißt ja auch so viel wie Wagen. Und die Karre, wenn man die Karre bewegt, ist es dann Kariolen. So werden manchmal die Oldtimer-Fahrer in Berlin beschimpft, wenn sie mit Autos, die älter als 30 Jahre sind, noch rumfahren, nur um die Steuern zu sparen, wie denen manchmal so vorgeworfen wird. Aber Kariolen kommt aus der Zeit von Napoleon, würde ich denken, oder Kari generell, als in Berlin viele französische, waren das jetzt Besatzer oder irgendwas, da wo auch fiese Matenten herkommt und so auf jeden Fall in der Zeit, was so viel heißt wie kommen mein Zelt. Hat nichts mit Auto zu tun, aber ist auch französisch. Und französisch, ich meine, vielleicht kommt es auch von Chaiselon, womit ich jetzt nicht die Band meine, sondern das Sofa, weil man vielleicht in französischen Autos so gemütlich sitzt. Also ist das im Prinzip der fahrende Sessel.

Da fällt mir aber ein, dass das hier eigentlich eine Musiksendung ist, also hören wir ein Lied. Das Lied ist eigentlich von den Beatles, wir haben es aber gehört von 1000 Tonnen Obst. Das war eine schöne Ostband, das ist jetzt hier eine Wendezeitaufnahme. Da haben wir zum John Lennon-Gedenktoten-Tag irgendwie, haben sich die ganzen Ostbands zusammengetroffen und ein Beatles-Lied gespielt oder ein John Lennon-Lied. Und 1000 Tonnen Obst haben Baby You Can Drive My Car gespielt. Was ja wirklich die moderne Liebeserklärung per Exzellenz ist, wenn man sagt, also normalerweise hört die Liebe beim Auto auf. Man sagt, du kannst alles machen, du kannst das, aber lass meinen Porsche stehen. Also so hat es jedenfalls Keith Stingel gesungen, der hat gesagt, nur meinen Porsche kriegst du nicht, den gebe ich nicht aus der Hand. Aber wenn man seine Frau das Auto fahren lässt, ist das eigentlich der höchste Vertrauensbeweis, den ein Mann machen kann. Und ich finde interessant, dass die Beatles schon mit dem Problem schon konfrontiert wurden, dass die das schon wussten und sich damit beschäftigt haben. Ich kann für mich sagen, ich lasse meine Frau gerne mit dem Auto fahren, was für mich auch keine Überwindung kostet, da meine Frau viel besser Auto fährt als ich. Ich fahre langsam und unsicher, also wie ein Rentner und schlechter als ich fahren kann man eigentlich nicht, dafür fahre ich aber sehr gerne. 1000 Tonnen Obst ist wiederum, das ist ein komischer Name, ist von einem Zeitungsartikel entliehen in der DDR, das stand ja immer in der Berliner Zeitung oder so, dass der Plan immer super übererfüllt wurde und ehemal lag da so ein Zeitungsausschnitt rum, dass die Produktion mit 1000 Tonnen Obst wieder übererfüllt wurde und da hat sich die Band um Frank Tetz, früher Schandmaul, noch gedacht, okay, dann nennen wir uns 1000 Tonnen Obst.

Aber wir hören auch Musik nicht nur aus der DDR, sondern auch aus der richtigen großen, weiten Welt, die Rolling Stones. 1983 oder 84 ist mein großer Bruder nach Budapest gefahren und war irgendwie zwei Wochen da, ist hingetramt, ganz abenteuerlich. Und als er wiederkam, hat er als einziges Mitbringsel eine Stones-Platte mitgebracht. Ich war ganz aufgeregt und begeistert. Ich war ja Stones-Fan schon als Kind und dachte, oh, jetzt kommt die Stones-Platte und mein Bruder hat die aufgelegt. Und dann ging die los und klang jetzt nicht übel, aber ich kannte nicht ein einziges Lied. Ich denke, was ist denn das, das sollen die Stones sein? Die Stimme habe ich zwar erkannt, aber nicht ein Lied, nicht Satisfaction, nicht Ander My Some, nischt. Und da habe ich erst mitgekriegt, dass es die Stones noch gibt. Also für mich war die Stones so was, was es schon immer gab und so eine alte Band. Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass die noch existieren, dass die noch Platten machen oder so, weil hat mir niemand gesagt. Also Stones waren für mich ja so weit weg und auf einmal kam dann eine Platte mit neun Liedern. Also Stones, was ja eine alte Band ist, die ich eigentlich kenne, aber dann in neu, ich war völlig geschockt. Ich habe mir das angehört und dachte, was mache ich jetzt mit der Musik, die ich noch nicht kenne? Also die musste ich ja erst so annehmen oder so. Und dann habe ich die Platte immer hintereinander gehört und dieses Lied, was wir jetzt gehört haben, hat mir am besten gefallen, wo Rufin noch ein Bekannter von meinem Vater sagte, der nur noch älter ist als ich. Ach, die Stones gibt's noch oder so. Und Mensch, klingt ja gar nicht mal schlecht, was die machen. Das klingt wie was Altes. Sagt, nee, ist ganz neu. Da war ich mal der Junge, der sagt, ist was Neues. Das ist total cool. Das klingt ja so wie alt. Und das stimmt ja auch. Die haben eher Blues gespielt, aber auf eine neue, gute Art. Und dieses Lied ist nach wie vor eins meiner Lieblingslieder von den Stones. Nicht nur, weil es um Autos geht. Da geht's ja um die Black Limousine.

Die Limousine ist von der Bauart her eigentlich ein viertüriges, normales Auto. Im Vergleich zum Coupé, das Coupé heißt kopiert, so nennt man das auch bei Hunden, wenn man den Schwanz abschneidet irgendwie, da wird das Auto gekürzt. Gab es auch bei Kutschen schon, Kutschencoupé. Und die Coupé-Autos haben meist zwei Türen und sind etwas verkürzt. Und man nennt das Sport. Ich frage mich, was beim Autofahren Sport ist. Man fährt da die Straße lang. Sportwagen verstehe ich nicht den Sinn. Die Kinderwagen heißen auch Sportwagen, diese kleinen, jetzt nicht mehr, jetzt heißen sie Buggy oder so. Ja, Buggy gibt es auch schon wieder als Auto, damit fahren die am Strand lang. Strandbuggy, Kinderbuggy, Coupé. Also das sind jetzt die kurzen, kleinen Autos. Und in diesem Lied ist aber die Stretch-Limousine gemeint. Es gibt ja welche, die denken, sie müssen die Autos noch geiler und größer bauen und setzen da meistens in der Mitte. Pullmann war eine berühmte Firma, setzen in der Mitte nochmal ein Stück vom Auto ein, damit das Auto verlängert wird, auch vom Radstand her. Dadurch fahren die natürlich schlechter und sind schwerer und brechen auch gerne durch. Und dann kann man da ganz viele Menschen reinsetzen. Aber das Wichtigere ist, auf der Straße dreht man sich nach den Autos um und denkt, ey, da muss ja ein berühmter mitfahren. Wir sind selber nicht frei von Angeberei. Das reimt sich auch. Und als wir das erste Mal eine goldene Schallplatte verliehen gekriegt haben in Hamburg, für, ja, ich weiß gar nicht mehr wofür, aber für irgendeine Platte irgendwie, dachten wir, wir fahren da hin, weil in Hamburg saß unsere Plattenfirma, das war Motor und mussten nach Hamburg fahren, um da die goldene Platte entgegenzunehmen. Da gab es dann einen Hackfleischigel, einen ganz großen Hackfresser haben wir das genannt und wir sollten dann dahin zur feierlichen Verleihung und da kam irgendjemand auf die Idee, ich glaube ich war es, dass wir da in einer Limousine hinfahren, weil ich wollte irgendwie mal, dass meine Nachbarn sehen, dass ich nicht doch so ein Vollassi bin, wie alle denken. Und hielt es für eine gute Idee, dass vorm Haus die Limousine hält, er geht dann runter, steigt dann ein und dann sagen, ah, ich weiß auch nicht, wie ich auf die Idee gekommen bin. Jedenfalls, die Limousine hat ewig gebraucht, bis er da eingeparkt hat und ich einsteigen konnte. Ihr kickt hat keiner, war ja auch um die Mittagszeit, da ist keiner da. Dann sind wir losgefahren und in dieser Limousine waren hinten zwei Sitzbänke, die sich gegenüber saßen, sozusagen. Wenn man da sitzt drin, dann stößt man natürlich mit dem Bein aneinander, mit den Knien und wir sind sechs Mann Band, die saßen dann. Dann wollte unser damaliger Manager natürlich noch mitfahren, weil er sich das nicht entgehen lassen wollte. Und Bobo hat ja auch bei Engel mitgesungen und bei noch einem Lied irgendwie. Deshalb sollte Bobo auch mitfahren als Sängerin. Da waren wir dann irgendwie acht Gäste in einem Auto, was für sechs Mann ist, mehr oder weniger und sind dicht gedrängt zusammengepresst wie in einer Büchse auf der Autobahn, wo man ja nichts von einer Limousine hat, weil da kiekt ja keiner, da ist ja keiner, da fährt man nur stupide, brummelnd lang. Musik war auch nicht hinten. Es war einer der schlimmsten Fahrten meines Lebens eigentlich und der langweiligsten und engsten. Und da habe ich gedacht, eine Limousine, ich verstehe den Sinn nicht ganz. Und Bands wie Limp Bizkit oder Ice Cube sind noch schlimmer. Wir haben ja mal die Family Values Tour gemacht mit so vielen Bands zusammen und die sind die 200 Meter vom Hotel zum Venue, so nennt man das in Amerika, in einer Stretchlimousine fahren, obwohl sie auch hätten laufen können, wäre viel schneller gegangen, aber die brauchten das wahrscheinlich für ihr eigenes Selbstwichtigkeitsgefühl und sind die die ganzen kurzen Strecken gefahren, es muss ein Schweinegeld gekostet haben, aber das war denen ganz wichtig. Aber ich meine, wenn man sich Ice Cube nennt, was ja Eiswürfel heißt, ist ja schon komisch und noch schlimmer war, sein Mitsänger, die haben ja immer nur so By-DJs oder so, hieß WC, was ja eigentlich der Begriff für Toilette international ist. Und der hat immer sich ganz stolz mit WC vorgestellt und hat dann noch mit seinen Händen so Hip-Hop-mäßig die Zeichen gemacht, hat die Buchstabe so nachgebaut und dann habe ich ihn mal gefragt, ob er weiß, wie er heißt und seitdem waren wir dann auch befreundet.

King of the Road, das war Roger Miller. Ein Freund von Johnny Cash und den Tennessee Suite, das war die Band von Johnny Cash. Und Johnny Cash wurde ja immer im siebten Himmel gelobt, wie gut er doch war und cool. Aber was nicht so gerne erzählt wird, er war absolut unzuverlässig und gerade als er die vielen Amphetamine geschluckt hat und er ist einfach zu seinen Konzerten nicht gekommen. Was für die Band total schlimm war, weil die hatten die Eintrittskarten verkauft, Marshall Gwent und Lusa Perkins, der Bassist und der Gitarrist, die immer noch mitgespielt haben. Die haben sich immer daran erinnert, wie sie auf der Bühne standen und Johnny Cash ist nicht gekommen. Ihr kennt ihn ja noch von Feeling B, mit unserem Sänger hatten wir auch Schwierigkeiten. Und das ist ganz doll blöde, wenn man dann da steht, das Publikum ist schon da, man spielt schon ein bisschen los und hofft, der Sänger kommt und der Sänger kommt und der Sänger, der kommt nicht. Und da ist Roger Müller dann eingesprungen und hat ganz viele Konzerte gemacht, die eigentlich Johnny Cash Konzerte waren und hat denen damit die Einnahmen gerettet und so. Und hat dadurch, durch diese Freundschaft hat es auch geschafft, relativ bekannt zu werden, weil er oft mit ihnen gespielt hat und dadurch auch bekannter wurde. Bei diesem Lied habe ich als erstes immer gehört, I got no cigarettes, als ob das das Wichtigste beim Autofahren ist zu rauchen. Ich fand es früher auch gut, obwohl wenn wir mit der Band gefahren sind, wir schnell gemerkt haben, dass es ist, also wenn mehr als einer in einem Pkw raucht, ist es eigentlich schon tödlich. Der erste Zug schmeckt noch gut, dann breitet sich der Rauch im Auto aus, kühlt ab und dann ist es nur noch eine Quälerei. Zum Glück haben wir immer, also sämtliche Bandmitglieder haben geraucht, weil es gar nicht gegangen wäre, wenn einer jetzt nicht Raucher gewesen wäre oder so. Der hätte das nicht überlebt. Paul hat mal eine Zeit lang bei der Firma nicht geraucht und da hat er eine Gasmaske sich aufgesetzt und hat den Schlauch aus dem Fenster gehalten, damit er so atmen konnte, wenn sie mit der Band gefahren sind. Aber wir anderen haben immer im Auto geraucht und das ab dem ersten Zug, den wir genommen haben, bereut, weil es dann so gestunken hat. Unsere Sachen haben gestunken, alles hat gestunken, aber irgendwie gehört es so zum Autofahren. Und früher, also ich traue mich ja nicht zu sagen, haben wir sogar noch geraucht, wenn Kinder im Auto waren. Da haben wir gedacht, naja, machen wir das Fenster ein bisschen auf oder so. Aber da war das noch völlig normal. Da finde ich ganz gut, dass das jetzt verboten ist, genauso wie betrunken zu fahren. Obwohl ich mich in meiner Jugend erinnern kann, dass es irgendwie auch ganz am Lebensgefühl mit dazugehört hat.

Ich bin mir jetzt gar nicht sicher, ob ich die Stimme von Campino erkannt habe, weil es sind nicht die Toten Hosen, sondern die Roten Rosen. Und es kann sein, dass da noch Wölli gesungen hat oder irgendein anderer, weil die Stimme klang ein bisschen anders. Das war natürlich nur eine Cover-Version von dem Lied. Ursprünglich ist es von Hans Bernd Blum. Der hat es 1977 geschrieben, der war ein Schlager, Komponist und Produzent. Der hat zum Beispiel das schöne Mädchen von Seite 1 gemacht. Schöne Mädchen von Seite 1, das habe ich als Kind gehört, das ist eines meiner ersten Lieder, die ich mich in meinem ganzen Leben so erinnern kann. Oder sie nannten ihn Belute, fragen mich nicht, was Belute ist. Ich habe keine Ahnung, das hat sogar Bonnie Emmi gespielt oder so, kann nicht sein. Jedenfalls, der hat sich sehr viel ausgedacht und der ist auch gerne im Auto gefahren. Und hat wirklich im Stau gestanden und vor ihm so ein wunderschönes Wesen gesehen mit wallendem roten Haar und das fand er so toll und da hat er gesagt, ja, mal sehen, wie die dann aussieht und hat es überholt und dann war ein Mann. Und das hat ihn inspiriert dazu, dieses Lied zu machen. Ich weiß ja nicht, ich habe es nicht auf den Text gehört, ob es jetzt auch ein Mann war im Lied. Jedenfalls hat er das gemacht. Dieses Radar der Radam ist von seiner Ehefrau, weil die hat gesagt, sing doch da Radar der Radam. Da sieht man mal, dass man öfter mal auf seine Frauen hören sollte. Also seine Frau, jeder auf seine Frau. Deshalb wird es dann die Mehrzahl Frauen. Es ist nicht so, dass jeder jetzt mehrere Frauen hat, sondern die mehreren Leute auf ihre einzelne Frau. Und das ist 1977 rausgekommen, war ein Riesenhit. Und deshalb ist das auch so oft gecovert worden. Also eben das, wie wir jetzt gehört haben, die Roten Rosen. Otto Walkes hat im Wagen vor mir sitzen alte Hexe gesungen. Bulli hat auch was gesungen. Und Sascha im Planwagen vor mir, das kenne ich leider nicht. Dann gibt es sogar im Wahlkampf vor mir. Heißt Zohnmädchen, keine Ahnung. Und auch die Dennis und Jesko-Version Bin Laden vor mir kenne ich leider auch nicht. Ich kannte nur diese eine Version, aber die ist ja auch nicht schlecht. Und genau aus der Zeit kommt auch ein anderes Lied, was aber ein bisschen gesitteter ist.

Ein sehr großer Autofan, leider viel zu früh gestorben. Und der Rolls-Royce ist ja nicht nur für ihn oder die Band oder mich der Inbegriff des besten Autos der Welt. Es war ja von der Firma selbst so proklamiert. Die haben den Phantom gebaut und damit eine Testfahrt von 12.000 Kilometern durch Amerika gemacht, obwohl eigentlich eher durch England, frage ich mich auch, aber ich glaube es war doch in Amerika. Und da mussten nur, 12.000 Meilen, da mussten nur ein paar Schrauben nachgezogen werden. Und die hatten wirklich mal den Ehrgeiz, einfach die besten Autos der Welt zu bauen, die einfach nicht kaputt gehen oder so. Erst später ist das Auto so zum Adel gewandert und wurde so was Elitäres oder so. Eigentlich fährt der Teufel Rolls-Royce. In allen Filmen, hier Dracula, irgendwie Brems-Drucker, Brems-Drucker, die ganzen Filme. Immer wenn der Teufel auftaucht, kommt er im Rolls-Royce gefahren oder das Böse an sich oder so. Und zwar immer im Silver Cloud 3. Das ist dieser mit dem hohen Grill und den Doppellampen vorne. Ich bin ja ein Kind der 70er und für mich war der Silver Shadow 1 der Innenbegriff des teuersten Autos. Also ich bin mit meinem Bruder immer die Straßen langgegangen, immer die Ostautos. Wenn man Westauto stand, haben wir reingeguckt, was das ist. Und ich war der Meinung, Ostautos, naja, die zählen ja eh nicht. Und ein Westauto ist teuer, aber ein Rolls-Royce kostet eine Million Mark. War für mich völlig klar, das ist das teuerste Auto der Welt. Rolls-Royce kostet eine Million und das wurde ja auch oft so als Beispielauto genommen. Ich habe mal ein Buch gekriegt von Klaus Steg, das ist dieser Karikaturist oder Karikaturist ist falsch, ein Fotokünstler, der Collagen gemacht hat, sehr links gerichtet und der hat ein Riesenbild gemacht, wo so ein Rolls-Royce, eben dieser Silver Shadow 1 in den Slums zwischen zwei Buden geklemmt ist, da stand vor Wilder Streets, das hat mir mein Bruder übersetzt, das hieß für breitere Straßen. Ist natürlich gesellschaftskritisch zu sehen, dass nicht die Straßen für den Rolls-Royce breiter gemacht werden müssen, weil das sind ja auch die mit dem Geld und so weiter. Aber da habe ich gesehen, dieser Rolls-Royce ist einfach der Inbegriff des Reichtums und ich habe gesagt, ich will auch so einen Rolls-Royce, so einen Silver Shadow 1 will ich mal fahren und habe mir den da gar nicht so richtig so angeguckt. Der stand für mich wieder so da und irgendwann habe ich mir mal wirklich einen gekauft und festgestellt, der sah aus wie ein Trabi in groß. Also der hatte auch hinten diese senkrechten Lampen und war eigentlich ja nicht schön. Sah völlig unförmig aus, kastig. Fehlten so die Details. Dann war es ein Rechtslenker, das heißt man sitzt auf der falschen Seite. Wenn man mal ins Parkhaus fahren will, dann kommt man nicht ans Fenster ran, muss aussteigen, ums Auto laufen, hinter einem wird gehupt, ist ein Albtraum und da fiel mir ein, dass die ganzen Autos eigentlich nicht so gut aussehen, wo man so denkt, diese Checker-Taxi aus New York sieht auch aus wie ein Trabi, ein richtig groß und da ist es schon interessant, wie sich immer diese Wunschträume und die Wahrheit so auseinander klaffen. Ich habe den Rolls-Royce natürlich längst verkauft, obwohl ich ihn kaum losgeworden bin, wen es interessiert, so ein Rolls-Royce Hilverschadow 1 mit neuem TÜV und allem drum und dran, bringt gerade mal 12.000 und ich habe auch selber viel mehr bezahlt und das soll jetzt das teuerste Auto der Welt sein, da war ich dann doch ein bisschen enttäuscht.

Von Gary Neumann. Man denkt immer ein bisschen so, Autos und Rockstars gehören zusammen und so, gerade weil ich jetzt gerade vom Rolls-Royce auch erzählt habe. Ich bin ja nicht so ein Oldtimer-Fan in dem Sinne oder so. Ich habe ein Problem mit neuen Autos. Also nicht, dass ich alte Autos jetzt so geil finde, sondern ich finde neue Autos so hässlich, ich würde die nicht mal geschenkt nehmen. Also was da so rauskommt, gerade jetzt die neuen, die sehen aus, als hätten die den Unfall schon hinter sich. Mit diesen gekrümmten, eckigen Rücklampen, das ist so fürchterlich. Innen ist das alles so ausgewölbte Plaste, die stinken. Und dann ist dieser Elektroquatsch da drin, macht mich völlig wahnsinnig. Irgendwelche Displays, wo irgendwas anzeigt, Temperatur innen, Temperatur außen und Lüftung links, Lüftung rechts. So ein Blödsinn. Man kann nur einfach das Fenster aufmachen, wenn einem zu warm ist. Wenn einem zu kalt ist, dann macht man es eben zu. Das ist ganz einfach. Und außerdem, der Motor ist warm, weil im Motor wird Benzingemisch verbrannt. Deshalb ist es da heiß. Und wenn man da eben so einen Zugriegel aufmacht, kommt die warme Luft vom Motor ins Auto rein. Da brauche ich keine Klimaautomatik oder so einen Unsinn. Das ist einfach Quatsch. Also meine Frau sagt ja immer, wenn wir auf dem ADAC warten, weil wir an der Autobahn stehen, Flagge, kauft ihr bitte mal ein richtiges Auto, ein neues Auto. Da sage ich, würde ich gerne, ich bin dafür, ja, aber bitte welches? Es gibt kein Auto, was ich gut finde, weil das ist so hässlich und man kann dann ja auch nicht einladen, weil man dann irgendwie mal einen Zementsack einladen will, ist vielleicht der Teppich dreckig oder so. Irgendwie ist das schwierig, auch mit Kindern und ich will nichts elektrisches, weil was elektrisch ist, geht sofort aus, wenn kein Strom da ist. Und wie schnell ist die Batterie leer oder so. Und die neuen Autos da quälen, völlig wahnsinnig, die gehen aus, wenn man an der Kreuzung hält. So ein Quatsch, ich kriege immer fast einen Herzinfarkt, weil ich bin immer so froh, wenn meine Autos anspringen, wenn ich damit ein Stück fahren kann. Ich würde nie ein Auto freiwillig ausmachen und dann nicht wegen den vier Sekunden und dann springt es wieder an und mir soll niemand erklären. Ich glaube, das habe ich sogar gelesen, dass es wissenschaftlich erwiesen ist, dass damit keinerlei Sprit gespart wird, sondern sehr viel verschwendet wird, weil wenn Motor frisch angelassen wird, verbraucht er viel mehr Sprit und so und das ist alles schädlich für den Anlasser, für die Batterie, für alles. Also da ging die Sache in eine absolut falsche Richtung und ich habe versucht ein Auto zu finden, weil ich einfach fahren kann, ohne dass ich jetzt damit angeben will oder so, aber man verbringt ja auch viel Lebenszeit im Auto und dann will ich die Lebenszeit bitte auch ein bisschen schön haben. Ich habe noch nicht das ideale Auto gefunden, also ich habe dann doch eingesehen, dass man sich vielleicht doch mehrere Autos kaufen muss, wenn man das richtig machen will, weil, naja, eins ist zum weitfahren, eins ist zum in der Stadt fahren, ich weiß auch nicht, ich komme damit nicht klar, wir hören mal einfach weiter Musik.

Den Film gesehen, Bohemian Rhapsody, fand ihn sehr gut. Am Anfang hat er mir ein bisschen zu viel auf seinen Zähnen so rumgekaut und rumgezutscht. Das hat mich ein bisschen wahnsinnig gemacht, aber irgendwann habe ich mich dran gewöhnt. Und da war mitten im Film dieses Gespräch, wo es um die Texte ging und dann ist der Trommler veralbert worden im Gespräch. Ich habe es auf Deutsch gesehen, also mit deutscher Sprache dann auch gehört, weil ich nicht so gut Englisch kann. Es gibt ja die Spezialisten, die sagen, sie wollen immer die Filme auf Englisch gehen, aber wenn ich die auf Englisch höre oder sehe, dann höre ich auf den Text und kann nicht mehr auf die Emotionen achten oder so. Also dann kann ich ja nicht so mitfühlen, weil ich damit zu tun habe, die Texte zu übersetzen, das heißt zu übersetzen, also irgendwie zu verstehen, was sie sagen könnten. Deshalb habe ich es auf Deutsch gesehen und da haben die irgendwie rumgealbert, dass er so einen schlechten Text übers Autofahren gemacht hat, dass er nur über Autofahren reden kann und haben eben ihn veralbert, weil das war für die kein ernsthafte Thema oder so. Weil Bohemian Raps so die das Lied, da weiß ich auch nicht, worum es geht oder so, um Mama wahrscheinlich, aber um Autos zu singen, schien irgendwie was Minderwertige zu sein und da wollte ich das Lied mal hören, weil ich das selbst nicht kannte.

Das war Joni Mitchell. Ich nehme an, die sang von diesen Checker-Taxis, weil das Lied heißt Big Yellow Cap. Damit kann eigentlich nichts anderes gemeint sein. Die kommt aus Kanada, aus der Gegend von Winnipeg und 1951 gab es eine Polio-Epidemie. Ich wusste ja nicht, dass das in Epidemien auftritt direkt. Also Polio ist Kinderlähmung und daran ist sie erkrankt. Sie war acht. Und Neil Young, der hat da auch gewohnt und das hat sich auch mit angesteckt und hat da auch Schäden davon getragen. Und Joni Mitchell hat dadurch eine Lähmung an der linken Hand bekommen, durch die Kinderlähmung. Ich weiß nicht, welche Körperteile die trifft. Uns haben sie gesagt, man kann da nicht mehr laufen und muss im Rollstuhl fahren, deshalb haben wir die Schluckumfung bekommen. Aber die hatten die anscheinend nicht und deshalb hat sie eine etwas gelähmte linke Hand und hat beim Gitarrenspiel dann immer eine offene Stimmung bevorzugt, weil sie damit den Fingern nicht richtig drücken konnte. Dadurch hat sie einen bisschen eigenen Stil wie Django Reinhardt, dieser berühmte Gitarrist, wo der Wohnwagen abgebrannt ist, weil die Mutter hat Kunstblumen gemacht und die haben sich entzündet und dadurch hat er auch eine ganz besondere Art zu spielen.

Aber jetzt kommen wir zu Prinz, Little Red Corvette. Das ist ein Liebeslied, also wenn man das so nennen kann und er hat einen One-Night-Stand mit einer Frau und Little Red Corvette, damit ist ihr Geschlechtsorgan gemeint, was mich ein bisschen befremdet hat und sie ist irgendwie pro Miss Queave, was ein sehr schönes Wort ist, wenn ich es richtig so ausgesprochen habe. Also das heißt, sie hat Sex mit vielen Männern und er drängt sie doch sich mal zu besinnen und nur mit einem und ein richtiges Familienleben anzustreben oder so und benutzt dann halt ganz viele Metaphern, wobei die Little Red Corvette eben so eine Lustmetapher ist. Ich persönlich habe ja immer eher gedacht, dass Autos das männliche Geschlechtsorgan versinnbildlichen, man sagt ja auch eine Penisverlängerung und wenn jemand in einem riesen Auto fährt, dann sagen manche, ey der hat so einen Klein oder so und zeigen dann drei Zentimeter oder so und dass die Autos im Prinzip eine Schwanzverlängerung sind, da sie ja zum Teil auch mit Absicht, denke ich mal, so aussehen. Aber es gibt auch weibliche Autos, zum Beispiel die Citroën DS. Bei der Chaika sagen manche auch die Chaika, weil es ist übersetzt aus dem Russischen die Möwe. Und eben die Corvette.

Willkommen zur zweiten Stunde zum Thema Auto und wir nehmen jetzt Geschwindigkeit auf, jetzt kommt Waze with the Devil.

Dean Vincent, ein ziemlich schräger Typ, der hat die Schule abgebrochen, ist gleich zur Armee gegangen, zur Marine und ist zwischen Amerika und Korea auf einem Tender gefahren. Ein Tender ist ein Versorgungsschiff, wie auch der Tender an der Lokomotive, der kleine Wagen ist, wo die Kohlen drin sind, weil der versorgt ja dann auch im Prinzip die Lokomotive mit Kohlen. Ich dachte bei Elvis Pressey, bei Love Me Tender eigentlich, ich denke es eigentlich immer noch, dass er damit meint, mein Anhängsel, mein Versorger, Love Me Tender ist völlig klar, aber der Tender scheint bei Elvis noch was anderes zu sein, ich weiß es nicht. Jedenfalls hat er bei der Armee gearbeitet, ist auf dem Schiff hin und her gefahren, dadurch ist ihm natürlich auch nichts passiert im Krieg, er war am Koreakrieg beteiligt, aber als er Urlaub hatte, hat er einen schweren Motorradunfall gehabt, wo sein linkes Bein so weit zerschmettert wurde, dass es eigentlich amputiert werden musste. Aber er hat sich geweigert, gesagt, ich will auf keinen Fall das Bein abnehmen, hat zeitlebens dadurch viele Schmerzen gehabt und hat so eine komische Stahlschiene sich an sein Bein bauen lassen. Er ist dann Sänger gewesen und konnte mit der Schiene eigentlich nicht auf der Bühne stehen. Er hatte barbarische Schmerzen und hielt sich so leicht nach vorn gebeucht, das ganze Konzert am Mikroständerfest, man kann sich das mal auf YouTube angucken, starrt dabei verächtlicht, hat man gesagt, über das Publikum so an die Decke und ab und an hat er was ganz verrückt gemacht, er hat dann mit der Hand sein Bein genommen in der Schiene, was ja steif war und hat das mit der Hand so rumgeschmissen wie so ein Tanzschritt, hat er im Prinzip so eine ganz bizarre Bewegung gemacht, die eigentlich nur auf seinen Schmerzen beruhte und so. Später ist er dann sogar nochmal Auto gefahren mit Eddie Cochran, das ist der von Pretty Woman, sind nach einem Konzert zurück nach London gefahren, hatten wieder einen schweren Unfall, wobei Eddie Cochran sogar gestorben ist. Vincent wurde schwer verletzt, hat aber überlebt, hat sich wieder alle Knochen gebrochen und so und vier Jahre später ist er dann auch gestorben und ich glaube nicht an einer Todesursache, sondern an ganz vielen zugleich, der hatte echt ein hartes Leben.

Jetzt kommt noch ein Lied über das Autorennen. Jerry was a racecar driver, das ist von Primus. Über die Band weiß ich nicht viel, die hat einfach in Underground-Clubs ganz doll viel gespielt und deshalb hat sie ihre Platte auch gleich live in San Francisco aufgenommen bei einem Konzert und das bemerkenswerteste ist eigentlich das Plattencover, denn da ist ein Knetmännchen, was dem Betrachter eine Nuckelflasche entgegenhält.

Speed, da jetzt auch im Straßenrennen, das waren die Straycats, das ist ein Rackenrollband, eigentlich schon eine Post-Rackenrollband oder Pankabilly oder Rockabilly, wie man das immer nennen will, die kenne ich noch aus den 18er und 19er Jahren. Wir hatten im Osten das Pangdang dazu, die waren mehr auf originalen Rockabilly, die hießen alle so ähnlich wie die Straycats. Stray Cats heißt natürlich die streunende Katzen. Patty Cats weiß ich nicht. Es gab auch die Patty Coats. Es gab auch die 50er, was darauf hinweist, dass der Rackenroll aus den 50er Jahren ist. Aber wieso das immer Patty heißt, habe ich nicht verstanden, weil Patty heißt kleinlich oder kleinkrämerisch. Deshalb wundere ich mich auch, weshalb sich Tom Patty so nennt, weil Tom Patty heißt Tom, der Kleinkrämer. Thomas, der Kleinkrämer. Sehr schwierig. Aber Patty, Patty hin, Patty her, es geht um Autorennen und da jetzt sofort weiter mit Racecar Yaya's.

Racecar Yajas von Cake. Ich habe mal Racecar und Cake bei Google eingegeben, weil ich mich darüber mal informieren wollte. Ich kannte das Lied nicht von der Band. Da habe ich nur so Torten gekriegt mit Autorennen und Straßen drauf. Also das scheint wirklich eine Marktlücke zu sein. Aber ein großer Bedarf an Torten mit zuckersüßen Autos drauf oder so, vielleicht für alle Rennfahrerfans oder so. Und da fiel mir auf, dass selbst meine Tochter schon eine Rayskake geschenkt gekriegt hat von Bekannten von uns, weil sie steht auch so auf Autos. Kein Wunder bei dem Vater, so sag ich jetzt mal.

Ich muss jetzt mal was Modernes spielen, sonst wirkt die Sendung immer so veraltet mit Rackenroll. Ja, ich bin auch von, ich bin nicht von gestern, ich kenne auch den Skrillex, hier ist er. Ich glaube, ich bin doch zu alt oder so, ich war zu blöde. Das Lied richtig einzugeben, ich habe ja Titel gesucht mit Autos. Und ich glaube, hier geht es um Auto-Tune, das ist dieser widerliche Effekt, den wir gehört haben, wo die Stimme so, wo mir mal schlecht wird, was jetzt jeder irgendwie macht, Auto-Tune, wo die, die nichts sehen können, darin jaulen und dann klingt es eigentlich noch viel schlimmer, das ertrage ich eigentlich kaum, aber man sieht, die Sendung ist live, weil ich bin selber völlig so überrascht, was da für schlimme Sachen auf mich zukommen, aber ich wende mich wieder Sachen zu, womit ich mich auskenne.

Ich habe auf dem Trödelmarkt, auf dem Arconaplatz Stöber, ich sehr gerne rum sonntags und dann habe ich eine Platte gefunden, die ich mir unbedingt kaufen musste. Nicht nur, weil sie nur 50 Cent gekostet hat, obwohl das Cover gefehlt hat, sondern weil da auch dieses Lied drauf ist, was mich so an früher erinnert hat. Ich meine nur anschließend, dass Autofahren Spaß machen soll und ich habe zurzeit ein bisschen Spaß. Ich fahre, wen es interessiert, wen es nicht interessiert, dem sage ich es auch. Zur Zeit ein Mercedes 124 Kombi und ich finde das gut, weil der Mercedes ist einfach mal der Mercedes unter den Autos.

Nach meinem Wissen ging der Wunsch nicht in Erfüllung von Janis Joplin, aber ich weiß, dass sie auch einen Porsche hatte, einen 356er oder wie der heißt. Und wenigstens das, der ist bunt bemalt, der ist irgendwann mal ganz teuer versteigert worden oder so. Bunt bemalt machen die Leute, die bemalen gerne ihre Autos, um denen was Individuelles zu geben oder so. Viele geben ihren Autos auch Spitznamen. Also ich kannte mal einen blauen Trabant, der hieß der Schlüpfer, weil das nicht jetzt in Liebe vor der Spitzname ist oder so, aber man wusste sofort, was gemeint ist. Trabant, sie ist ja generell die Pappe oder irgend so was. Aber manche Leute geben in Autos auch Mädchennamen wie Chuck Berry, Maybelline. Man denkt wirklich, es ist eine Frau so liebevoll, wie er singt, aber wie schon Edith Kennedys sangen, I don't love you, I love my car. Und so ging es wahrscheinlich auch mit Chuck Berry.

John Lee Hooker, mein großes Idol. Nach Prinz und Little Red Corvette überlege ich jetzt, ob damit auch schon wieder irgendwas Sexuelles als Metapher gemeint ist, wenn er sagt, I got the cool little car. Denn ich habe nie ein Foto oder irgendwas gesehen, wo John Lee Hooker Auto fährt. Er ist ja, ich weiß ja nicht wann, er ist ein Mann, der wohl mal nicht mal weiß, wann er geboren wurde. Und wie kann man eine Fahrerlaubnis machen, wenn man nicht mal einen Geburtsdatum hat oder so. Ich weiß gar nicht, ob der einen Ausweis hatte oder ob der irgendwas hatte. Der ist in einer Zeit geboren, als es noch egal war. Ich habe überlegt, ob die vielleicht gar keine Fahrerlaubnis brauchten früher, ob das einfach reicht, dass man ein Auto kauft und dann hat man es. Mir hat letztens jemand erzählt, in Brasilien ist es immer noch so, dass man sich ein Auto kauft, wenn man das Geld hat und dann darf man auch fahren. Das stelle ich mir jetzt recht gefährlich vor, aber mir ist nicht aufgefallen, dass da mehr Unfälle sind als hier oder so. Aber dass John Lee Hooker sich hinstellt in eine Schule und eine Fahrerlaubnis macht, kann ich mir überhaupt kein bisschen vorstellen. Andererseits hat er recht viel Geld verdient und hätte sich auch dann später ein Auto kaufen können. Aber das besagt ja auch nichts, so Robbie Williams ist auch steinreich, hat aber nie eine Fahrerlaubnis gemacht, weil der ist ja mit seiner TXZ-Band, ich hoffe, der war bei TXZ und ich verwechsel nicht, in einer Jugend so blitzschnell berühmt geworden, dass er eigentlich gar nichts gelernt hat oder so. Es gibt ja die Geschichte über ihn, dass er in einer Wohnung eine Gurke gefunden hat und seine Frau ganz entsetzt gefragt hat, was das denn ist. Da sagt sie, das ist eine Gurke und er kannte die nur in Scheiben geschnitten, weil er noch nie einkaufen war oder irgendwas sich selber machen musste oder so. Und insofern hat er auch nie geschafft, ich glaube er hatte auch Alkohol- und Drogenprobleme größeren Maßes und hat es nie geschafft, würde aber so gerne Auto fahren und hat sich, weil er auch so schweineviel Geld hat, ganz viele teure Oldtime mal gekauft, hat zwei E-Types und eine Pagode oder so und damit fährt er immer auf seinem Grundstück zwischen Tor und Haus, das sind irgendwie 150 Meter, da darf er mit seinen Autos dann fahren auf dem Privatgelände und dann sage ich doch scheiß auf den ganzen Reichtum oder so. Das wäre so traurig, wenn ich nicht Auto fahren durfte, also das ist so ein Stück Lebensqualität, die ich fast durch nichts tauschen möchte oder so, aber ich will nicht so viel quatschen, das soll ja eine Musiksendung sein, ich kann schon wieder fünf Titel nicht spielen oder so, geht gleich weiter mit Wilco.

Ich bin ja in der DDR aufgewachsen, falls irgendjemand das noch nicht, ich weiß. Und insofern auch mit dem Auto Trabant, was im Prinzip so viel bedeutet wie ein kleiner Mond, der oben etwas kreist. Der Erdtrabant ist zum Beispiel der Mond und danach ist dieses Auto benannt worden. Und ich überlege, wie lange ich noch brauchen werde, obwohl ich jetzt den Osten per se nicht so verabscheuungswürdig finde, wie viele Leute, meistens die, die da ja nicht gewohnt haben. Aber bis ich diesen Trabant gut finde. Trabant finde ich nicht gut. Trabant ist für mich wirklich schwierig. Dieses Geräusch assoziiert bei mir immer irgendwas Schlimmes. Enge Armut und kaputt und komische Menschen, Spießer, Stränge, die sagen Füße runter oder Trabant ist nicht meins. Ich wollte schon zu Ostzeiten vier Takter und will immer noch ihn. Und umso mehr freue ich mich, dass es Leute gibt, die das schon geschafft haben, den Trabant nicht mehr so eklig zu finden oder so. Wundert mich trotzdem ein bisschen, wieso sich diese Band dann, finde ich, asozial nennt. Aber müssen sie selber wissen.

Ölgemisch, schlug die Wunderwaffe, jeder ist getauft, 1 zu 50, das Weihwasser, überhol den Dreiachser, souverän im Zweitakter, Sachsenring, sehr dank, der wohlgeformte Zonenporsche, macht das Radio aus, weil ich lieber meinen Motor heuchel. 600 Kubik, jetzt oder nie, 19 KW, zahlt Stahl, unterwegs auf deutschen Schnellstraßen, harte Jungs fahren Autos aus Duroplast, 100% Muskelkraft, aussehen sehr ludenhaft, Power der zwei Kerzen, was ein krasses Gefühl, vier Takte Junge sind zwei Takte zu viel. 600 Kubik, jetzt oder nie, 10 kW, steht, war bezahlt, Stahl, packiert. Jahre Wartezeit, los geht die Raserei, Karre geht hier und auf der Heckscheibe, Arschgewalt. Bali-Gelb Papyrus weiß, du bist das größte Gut, seit unserer ersten Spritzfahrt hab ich Öl im Blut. Kein Porsche, kein Lambo, kein Maybach fahren, bleiben Zornbängel, fahre zwei Takta. 600 Kubik, jetzt oder nie, 19 KW, Wolke entsteht, selber bezahlt. 601. Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott. Wir kommen mal wieder zu was Vernünftigen.

I can't drive 55. Sammy Heger war der neue Sänger von Van Heelen. Eddie Van Heelen hat ja so eine super Gitarre. Ich weiß nicht, ob es Metal ist oder sonst was. Und davor hatten die den Sänger Dave Lee Rotz, ich spreche mal mit aus, Dave Lee Rotz bestimmt nicht, aber so hieß er bei uns, der hat einem Just a Gigolo, das war so ein ganz groß, gestiger, richtiger Sänger, man sagt dazu im Volksmund Frontschweinig, Frontschwein, Bühnenschwein, nee doch, Frontschwein ist richtig, weil man steht ja an der Bühnenfront als Sänger, an der Bühnenkante, an der Front zum Publikum. Und wenn man sagt, das ist ein richtiges Frontenschwein, das ist einer, der so richtig gut, das kommt wieder so ein blödes Wort, verkaufen kann, also das Publikum so anmacht. Ich stehe nicht so auf ihn, ich mochte den neuen Sänger sehr, aber Dave Lee Rose, Rose, wie auch immer, hat ihn sehr beschimpft, weil er hat gesagt, Mann, muss der eine hässliche Frau haben, dass er von Autos singt. Und für mich ist das jetzt kein Makel, sondern ich spiele das Lied jetzt sogar.

Jetzt wirklich, ob das Van Heelen ist oder Sammy Hager alleine, weil Van Heelen zeichnet sich ja wirklich aus, also Eddie Van Heelen, der hat ja der Band seinen Namen gegeben, er zeichnet sich ja durch sein ganz markantes Gitarrenspiel aus, mit so einem Flimmern, der dreht sich immer beim Solo extra vom Publikum weg, damit keiner sieht, was er für Tricks macht. Man ja im Rockpalast immer aufgepasst und geguckt, was der denn so spielt. Und der hat es natürlich so nicht gezeigt, weil der wollte nicht, dass man ihn nachmacht. Der tippt im Prinzip mit den Fingern auf ein Griffbrett, so als schlägt er die Saiten an. Also spielte im Prinzip mit zwei Händen die Töne. Dadurch kriegt er diese Apeche. Und der spielt ja auch, weil er so gut spielt, das Solo bei Michael Jackson. Jetzt frage ich mich, ich denke mal von Beat It. Und da hat er acht Takte oder so, spielt er das Solo. Und als Michael Jackson auf Tour ging, war Eddie Van Heelen nicht da und da brauchte er einen Gitarristen, der das live spielt und da haben die das alle versucht und konnten natürlich nicht spielen, weil Eddie Van Heelen das im Studio Takt für Takt so aufgenommen hat und dann zusammengeschnitten hat aus diesen einzelnen Takes und das nie so gespielt hat, wie das dann auf der Platte ist. Und dann haben sie erstaunlicherweise eine Frau gefunden und die hat mit kaltem Blick das Solo so gespielt, wie es auf der Platte zu hören ist und hat damit als erster Mensch im Prinzip das Solo überhaupt gespielt oder so. Hat jetzt nichts mit der Sendung zu tun, aber es ist eine gute Geschichte. Naja, auch nie so.

Ein Auto ist eine feine Sache, bis sie geklaut wird, weil dann ist sie weg. Somebody stole my car. Wenn das Auto klaut, das Ehentrost hat man immer. Die letzte Fahrt wird doch dann im Auto sein, wie man so schön sagt, der letzte Wagen ist immer ein Kombi. Also hoffentlich, ich habe jetzt auch Leichenwagen gesehen, wo irgendwie in Pankow, wenn man da rausfährt, 96A ist da so ein Friedhof und da sind so eine Hundefänger davor, die sehen aus im Mittelding zwischen Fiat Multipla und Smart und da steht drauf, gehen in Würde oder so. Und dann diese hässlichen Drecksautos, da denke ich auch, um Gottes Willen, ich will nie sterben, weil ich nicht in so ein Auto will. Aber es gibt auch noch zum Glück Bestatter, die vernünftige Kombis haben. Und ich weiß ja nicht, was ich sagen wollte. Achso, ich wollte mich damit verabschieden, dass man gleich einen schönen Schluss hat. Als Trost, wie gesagt, selbst wenn man gestorben ist, darf man noch einmal mit dem Auto fahren. Und da wünsche ich jedem ein schönes Auto. IG Pop hat auch in The Dead Car ein Lied gemacht und ich verabschiede mich trotzdem freundlich und optimistisch. Ich sage, fahren Sie mal ruhig mit dem Auto. Ich meine, es gibt ja Menschen, die sagen, Autofahren ist so stressig und Stadtverkehr und so ein Quatsch. Berlin ist, ich kann es nicht oft genug sagen, die schnellste europäische Stadt. Also man hat eine Durchschnittsgeschwindigkeit in einer Berliner Innenstadt von, weiß ich jetzt nicht, aber im Vergleich dazu, Paris hat irgendwie 5 kmh oder 8 kmh und Berlin hat irgendwie 20. Es scheint mir jetzt auch viel. Guckt mir nochmal die Zahlen an, melde ich mich nochmal. Aber in Berlin Autofahren macht einfach mal Spaß. Also so zumindest mir und ich hoffe Ihnen auch. Und wenn es Ihnen keinen Spaß macht, machen Sie eben was anderes, was Ihnen Spaß macht. Insofern bis zum nächsten Mal. Tschüss und gute Nacht.