Toggle menu
Toggle preferences menu
Toggle personal menu
Not logged in
Your IP address will be publicly visible if you make any edits.

Flake talks about animals.

Transcript

Radio 1, Flake, des Tastenfickers-Podcast.

Ich freue mich tierisch, dass ich wieder hier sein darf. Ich hoffe, Sie freuen sich auch. Gerade als ich hierher gefahren bin, hatte ich auch schon Grund zur Freude. Ich bin durch den Hacker-Damm gefahren und dachte, wie lustig das ist, dass in Berlin noch nicht mal die digitale Revolution so richtig durch ist, noch nichts so funktioniert, aber den Hacker-Damm gibt es schon. Natürlich ist es.

Und Spinnen sind ja für viele Menschen ein Thema. Ich persönlich kenne welche, die haben extreme Spinnangst. Und das führt dazu, dass die nicht in Asterix sehen konnten, weil es gab irgendwie Asterix Teil 2 bei den Ägyptern oder wie ist der Geier, da müssen die als Strafe oder als Prüfung durch einen Bart mit Spinnen durchgehen. Und obwohl es ein Zeichentrickfilm war, haben sich manche meiner Freunde so gegruselt, dass sie an dieser Stelle des Films so die Augen und Ohren zu halten mussten. Nur Augen zu halten, hilft oft im Film nicht. Gerade wenn man weiß, um was es geht, geben die Ohren noch viel schlimmere Informationen als die Augen eigentlich. Deshalb ist es beim Film, wenn man was sehen will, immer wichtig, Augen und Ohren zu. Das war Boris the Spider.

Jetzt geht es um Tiere. Das nächste Lied heißt Pet Sounds von den Beach Boys und ich wusste gar nicht, dass Pet auch Tiere heißt. Und da gibt es ja Beispiel, es gab ja früher die Pet Shop Boys, da habe ich mein Leben lang verstanden, die Cat Shop Boys. Aber die waren es gar nicht. Welche Tiere haben sie erkannt? Die Katze. Da gibt es ja auch schön Peter und der Wolf. Das mag ich ja auch sehr, aber das habe ich jetzt leider nicht mit. Das waren die Beach Boys. Erstaunlicherweise hat mal keiner gesungen. Fand ich jetzt ja nicht so übel.

Jetzt kommt aber wieder was mit Gesang und zwar sogar auf Deutsch, dass wir es verstehen, von einer schönen 80er Jahre Band, die ziemlich in Vergessenheit geraten ist, zu Unrecht finde ich. Der Sänger ist leider auch schon lange tot, hier ist Ich und mein Freund die Katze. Das ist auch erst 15 Jahre alt. Ich wundere mich, wie die das damals gehandhabt haben. Und öfter ist ja die Katze ein Sinnbild für Frauen. So ein bisschen verschmust, ein bisschen zickig, machen, was sie wollen oder so. Das wird oft verglichen. Und ein Freund von mir, der hat auch Katzen aus diesem Grunde wahrscheinlich auch nicht so sehr gemocht, weil die ihm immer so verzerrtet schienen und da so. Der hat gesagt, man sollte der Gerechtigkeit wegen mal den Katzen das Fell wegnehmen und den Schlang geben. Das fand ich ein bisschen gut. Hier ist der Streckhead bloß. Und sie beißen auch womöglich. Ich selber bin zweimal gebissen worden. Da haben die Herrchen auch sehr hämisch gelacht, weil die mir so über die Schuhe in die Knöchel gebissen haben, weil ich irgendwo lang gelaufen bin, wo angeblich Privatland war oder so. Und ich bin kein Hundefreund oder so, aber hatte trotzdem oder bevor ich wusste, dass ich Hunde nicht mag, obwohl ich wusste immer schon, ich bin als Kind, wenn ich zum Bäcker geschickt wurde, habe ich mich nicht getraut Brötchen zu holen, wenn ein Hund vom Bäcker so angeleint war, weil ich mich da nicht vorbeigetraut habe. Ich musste dann warten, bis die, die die Hundebesitzer, den Hund dann abgeschnallt hatten und weggelaufen sind. Dann konnte ich ganz schnell vorsichtig so zum Bäcker gehen und hoffen, dass nicht ein anderer Hund inzwischen kommt und mir wieder den Weg versperrt. Aber ein Freund hat mich mal gebeten, auf seinen Hund aufzupassen. Dummerweise war mein Freund aus Chile, der Hund sprach kein Deutsch. Da musste ich Spanisch lernen, irgendwie in der dritten Klasse. Quatsch, der war jetzt ab der fünften dabei. Ab der fünften Klasse habe ich dann Spanisch gelernt von ihm, damit ich den Hund bedienen konnte. Personalmatte heißt, beruf, reg dich ab. Und Kajate, äh, Kajate, andate, nee, und andate la Cousina heißt, geh in die Küche. Jetzt sag ich's wieder. Und komm her und hau ab und so. Ich konnte noch alles sagen, aber der Hund hat natürlich nicht auf mich gehört. Also einerseits habe ich bestimmt die Sachen falsch ausgesprochen. Und andererseits zählte ich für den überhaupt nicht als Respektperson. Und wir sind zusammen auf die Straße gegangen. Ich bin ja dreimal Gassi gegangen, so mit ihm. Oder viermal, ich war ganz ordentlich. Und wenn es geregnet hat, ist der Hund einfach unter dem Halsband so durchgekrochen, hat sich unter den Balkon gestellt und gewartet, bis es zu regnen so aufhört oder bis ich ihn wieder wegtrage. Oder ist ein Balkon weitergerannt von mir weg, weil der wollte nicht im Regen gehen, weil ich natürlich auch klar finde, ich würde auch nicht gerne im Regen gehen als Hund.

Damit gemeint ist, was ich gerade erzählt habe. Wir bleiben jetzt bei Hunden. Who let the dogs out? Ich traue mich kaum, das Lied anzusagen. Läuft sehr gut auf Kindergartenfeiern oder so, da ist der große Kracher, da springen alle rum. Und das Lied ist eigentlich 1998 geschrieben worden für den Trinidad und Tobago Karneval. Und 2000 dann von Bahama Man nochmal aufgenommen worden und rausgegeben worden. Und 2001 haben die dafür auch ein Grammy bekommen. Und zwar nicht für das beste Lied, sondern für die beste Tanzperformance. Who Let's The Dogs Out? Die sollen auch sprechen können, die klügsten Vögel der Welt oder so. Jedenfalls mein Lieblingsvogel ist eher die Möwe. Finde ich total schön, wie die fliegen kann, also ganz besonders am Strand, wenn man da liegt und die stellt sich so in den Wind und dann kann die stundenlang auf einer Stelle stehen, wippt nur so ein bisschen hin und her, also stehen jetzt in der Luft, fliegen, schweben und ihr guckt da stundenlang zu, mir macht total Spaß, da gibt es auch ganz große und graue und kleine mit rotem Schnabel, mit gelben, mit schwarzem, total toll. Ich glaube, Möwe heißt Siegel auf Englisch, was schon wieder ein blöder Name ist, da gibt es ja auch diesen Stephen Siegel, diesen Koch da in diesem Film und die Taube, ich habe das immer verwechselt, die Taube heißt doof. Ich weiß nicht, ob man das jetzt darf ausspricht oder doof, aber was ist das für ein Vogel, der doof heißt? Also vielleicht wussten die schon, dass hier die nicht so beliebt sind oder so, die Engländer. Aber von der Taube zum Schwan und zu Karate. Das war jetzt Karat mit dem Schwanenkönig. Und irgendwie fällt mir gerade auf, dass die Vögel wahrscheinlich die Bands so gewaltig pompösen Machwerken so animieren. Denn das nächste Lied ist jetzt der Albatross von Fleetwood Mac. Und da geht es fast genauso weiter, als wäre es dasselbe Lied. Das könnte von mir aus noch stundenlang weitergehen. Das war Fleetwood Mac mit Albatross. Klar denkt, würde so ein Elf-Minuten-Stück rausbringen, wenn er auch nur im geringsten an kommerziellem Erfolg oder an interessiert wäre oder dass er irgendwo Gefallen findet oder so. Wer so ein Lied rausbringt, der will einfach nur Hass und Ärger. Und damit blieb er sich wirklich extrem treu.

Wir kommen weiter zurück zu den Vögeln. Jetzt kommt der große schwarze Vogel von Ludwig Hirsch. Und dieses Lied war nicht lustig, das war so gruselig. Der Mann kommt aus Wien und auf Ö3, das ist wohl ein Wiener Rundfunksender, durfte dieser Titel nicht nach 22 Uhr gespielt werden, weil die Leute Angst hatten, dass sich die Kunden oder die Zuhörer dann umbringen, weil die Selbstmordgefahr durch dieses Lied zu hoch war. Und das Kurios ist aber, dass er später, also Ludwig Hirsch arbeitete später selber auf diesem Sender, der ihn verboten hat. Und dazu kommt, dass Ludwig Hirsch hat leider auch Selbstmord begangen. Wovor er eigentlich mit seinem Lied, das jetzt so spät gespielt wurde, beschützt werden sollte.

Das war Mario Mule.

Das war Spike Lee, äh Quatsch, Spike Jones. Nicht zu verwechseln mit Spike Lee, dem Karate-Typen und auch nicht zu verwechseln mit Spike Jones, dem Videoregisseur, der für Beck und andere sehr gute Videos gemacht hat. Das ist Spike Jones and the City Slickers, ein sehr schöner Name. Und der chinesische Mule Twain heißt das Chinese Mule. Ich weiß nicht, wie spricht man Mule aus. Mule, Mule, Twain. Und ich bin froh, dass ich nicht das Maultier bin. Es scheint ziemlich oft geschlagen worden zu sein und angetrieben worden zu sein. Ich glaube, da geht es einem doch als Hund wesentlich besser, wobei wir schon wieder beim Hund sind, und zwar beim Pudel. Und der Pudel gilt, zumindest bei meinem Vater, als klügster Hund der Welt, weil sein Hund oder der Hund der Familie konnte selbstständig mit der Straßenbahn fahren und umsteigen. Und um den Fahrschein zu sparen, hat er sich immer an das Bein von irgendeinem Mitfahrer geschmiegt und hat so getan, als ist das sein Herrchen. Und der Hund, das Herrchen, hat dann gesagt, das ist nicht mein Hund, ich kenne den nicht, aber musste so trotzdem bezahlen. Weil was soll der Schaffner machen, wenn er einen Hund sieht mit Herrchen? Dann sagt er, da müssen sie für ihren Hund doch bezahlen. Also sehr, sehr schlau der Hund, das Pudelskern.

Jetzt kommt mal wieder eine andere Richtung. Zurück zu den Sex Pistols, die haben ja eigentlich nur eine richtig große offizielle Platte gemacht, das war Nevermind the Bollocks. Danach ist Johnny Rotten ausgestiegen aus der Band, ich weiß nicht, was genau die Streitpunkte waren, aber er ist ausgestiegen und die Band ist, der Rest der Band, sie sind noch zusammengeblieben und haben unter der Führung von Malcolm McLaren noch ein Doppelalbum rausgebracht, das heißt The Great Rock'n'Roll Swindle, was schon so genannt ist, weil es keine richtige Platte mehr ist. Im Prinzip, was die Sex Pistols da schon nicht mehr gab. Da haben sie noch alte Aufnahmen noch rausgesucht, wo Johnny Rotten noch singt. Und bei anderen haben die selbst gesungen. Und bei Who Killed Bambi, was wir jetzt hören, waren in einem karierten Anzug, in einem Hotelflur und hat Staub gesaugt. Und das fand ich schon ziemlich schräg. Hier kommt das Lied. Der Schlussteil war jetzt wichtig, um das Thema nochmal zusammenzufassen. Sehe ich völlig ein. Für die Leute, denen das alle zu schräg ist, kommt hier wieder ein richtig erdiges Stück Rock, nämlich von Agli Kid Joe. Das ist so eine richtige Ami-Band. Wir haben die kennengelernt, als wir in Amerika waren 1993, sind wir mit Feeling B vom letzten Geld dahin geflogen und haben in Motels gewohnt. Wir waren fünf Mann mit unserem Tontechniker und es gab nur vierer Zimmer in Motels. Das heißt, wir sind immer zu viert, drei und haben gewartet, bis die Aufpasser da weg waren. Dann hat sich der fünfte noch mit ins Bett geschlichen. Und dann konnten wir MTV gucken. Wir hatten ja, also ich selber hatte sowieso kein Fernseher am Osten, deshalb fand ich das gut, dass man da so schön fernsehen konnte. Und MTV kannten wir in dem Sinne auch nicht. Und man kann sich's kaum vorstellen, damals wurde auf MTV den ganzen Tag noch Musik gespielt. Da kamen keine Serien oder so ein Quatsch. Oder was, wo sie die Sachen im Zimmer verstecken oder irgendein völliger Blödsinn, wie jetzt da kommt, oder zum Schluss kam, sondern ein Video nach dem anderen. Und Agli Kidjo hat ein besonders so lustiges Video zu dem Lied Sweet Little Pigs. Ich denke, das bezieht sich auf diese Elisabeth Shaw-Geschichte mit den drei kleinen Schweinchen. Ich will es jetzt aber nicht. Hier sind sie.

Wir wollen nicht nur die drei kleinen Schweine retten, sondern eigentlich die Tiere der ganzen Welt sollen besser geachtet werden. Und gerade in den 90er Jahren ging so eine große Welle durch die Welt, dass man sich vegetarisch ernähren soll, dass die Tiere ein Bewusstsein haben, dass man überhaupt an die Tiere denken soll. Da gab es mehrere Leute, die das stark unterstützt haben. Zum Beispiel Nina Hagen ist 1986 mit Lene Lovic und Hermann Brod nach Amsterdam gefahren, um da so einen Film aufzunehmen, das Cha-Cha-Cha heißt der, oder nur Cha-Cha, das weiß ich jetzt nicht genau. Und dabei haben sie auch dieses Lied aufgenommen, Don't Kill the Animals, was dann auch auf so einem Sampler kam. Und das Geld wurde eingesetzt, um die Tierrechte zu schützen, sage ich jetzt mal. Ich weiß nicht, ob das noch meine Beobachtung ist, dass die Lieder, die so eine eindeutige Aussage haben und so eine propagandistische Message, dass die musikalisch dann ein bisschen weniger beachtet worden sind oder ein bisschen schwächer sind. Das ist zum Beispiel auch so bei Nackt im Wind oder Heal the World oder bei diesen ganzen Liedern, die so politisch oder gesellschaftlich irgendwas ganz stark aussagen sollen. Da gibt es so jedes von Sonne, wir wollen Sonne statt Regen oder so und da ist die Musik eigentlich auch eher unwichtig, weil es geht um den Inhalt von den Texten und da spielt die Musik eigentlich nicht so eine Rolle und so ist es auch bei diesem Lied vielleicht so ein bisschen, aber eigentlich ist es ja auch völlig egal, ob ein Lied nun besonders cool ist oder gut, ich weiß sowieso nicht, was nun cool ist und was nicht und ich mag eigentlich auch gerade Musik, die uncool ist, wie Scorpions. Jesro Tull oder Genesis oder so. Und deshalb spielen wir jetzt auch Phil Collins, nee, Quatsch, den anderen. Peter Gabriel mit Shock the Monkey. Das war doch jetzt mal schön uncool.

Jetzt haben wir es doch fast geschafft. Die Affen sind vorbei. Ein Lied, mit dem ich mich gerne verabschieden will. Das ist ein Lied, mit dem früher eine Sendung anfing, und zwar Sioleta, Alligator. Damit fing die Evergreens a go go an mit Lord Knuth jeden Samstag um halb neun bis halb elf oder um neun bis um elf Uhr früh erst zwei. Ganz früh, als ich ein Kind war. Und ich möchte mich hiermit nochmal bei Lord Knut bedanken, der mir wirklich mit dieser Sendung die ganze Kindheit und Jugend verschönt hat. Ich weiß nicht, ob ich ohne ihn auch Musik gemacht hätte. Danke an Lord Knut und danke an Sie, die Sie zugehört haben, auch wenn es heute nicht immer ganz einfach war. Bis zum nächsten Mal. Es grüßt Sie, Ecke. Ich will jetzt meinen Namen nicht immer so oft nennen, weil es wirkt sonst so selbstverliebt. Tschüss.