Die Sendung May 2020
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Flake talks about solo albums.
Transcript
Radio 1. Flake des Tastenfickers Podcast.
Herzlich willkommen. Ich fange mal gleich an, zwei Geheimnisse zu lüften, mit denen bestimmt keiner rechnet. Der erste ist, ich bin in der DDR geboren und bin aus dem Osten. Und der zweite ist, ich bin Stones-Fan, zumindest gewesen.
Ich habe die alten Platten gekannt bis Sticky Finger mit Braun Sugar und so. Und dann, ich war 14, 15, Sommerferien. Ich ging nur zur Schule. Ich hatte ja nur zehn Klassen, ich lag noch im Bett in Sommerferien und mein großer Bruder war in Budapest. Der durfte schon verreisen, der war 18, 17, 18, ist dahin getrampt und kam wieder durch die Nacht gefahren, kam stolz rein und schmiss eine Platte aufs Bett und machte den Plattenspieler frei. Da lag ja noch mein Zeug drauf und da dachte ich, was ist denn das? Da war so ein Gesicht von einer Frau drauf, so roter Hintergrund und dann so eine tätowierte Frau, sah irre aus. Hat er die rausgeholt, in der Hülle waren gesichtet, könnte Keith Richard gewesen sein, auch oben bis unten so tätowiert. Ich denke, Mensch, der ist doch nicht tätowiert. Was ist denn das für ein verrücktes Zeug? Dann hat er die Platte aufgelegt und ich kannte die Titel nicht. Ich denke, was spielt der denn da? Sagt er, ja, das ist die neue Stones-Platte. Und da habe ich erst mal begriffen, dass die Stones ja noch leben und noch neue Platten machen. Für mich war das wie so eine Oper-Band oder eben eine alte Rock-Band, so eine gestandene Band. Und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass das in der Gegenwart sich abspielt, das ganze Leben. Also für mich hat sich das Leben generell in der Vergangenheit so abgespielt. Ich dachte nicht, dass irgend noch was Interessantes passiert, gerade jetzt.
Und da kam diese Platte, das war die neue Platte. Und da habe ich gedacht, wow, also ein paar Titel, also Black Limousine und so fand ich dann richtig gut. Und die Seite B war so komisch, so mit Satzgesang und Saxophon und ganz schräg. Aber war immer noch interessant und besser. Und war eben eine Stones-Platte und Stones-Platten hätte ich noch hundert danach hören können, verschiedene oder so. Deshalb habe ich überhaupt nicht begriffen, wieso zum Teufel dann Mick Jagger auf einmal eine Solo-Platte macht. Er ist da der Sänger von Stones. Wie kann denn jemand von Stones jetzt denken, er kann alleine eine Platte machen? Und dann habe ich die Platte aber auch gekauft, weil ich dachte, es ist ja ein bisschen was für die Stones. Das heißt, ich habe sie nicht gekauft, ich habe sie mir ganz umständig von unserem Sänger aus dem Westen so mitbringen lassen, das war ein Riesenakt. Dann war die da. Und dann habe ich die auch gehört und dachte immer, na ja, jetzt ist es fast Stones. Wenn die Stones eben keine Platte machen, muss ich eben jetzt Mick Jagger hören. Und die Stimme war ja auch da. Aber irgendwie, wir können ja mal selber hören. Hier ist Lucky and Love von Mick Jagger alleine.
Mick Jagger, Groß Ostrock. Ganzes Schlimmes nicht, Lucky and Love. Ich weiß jetzt nicht hundertprozentig, was ihn bewogen hat, eine Solo-Platte zu machen. Er hat Keith Richards jetzt eingetauscht gegen Jeff Beck. Klar kann Jeff Beck gut spielen. Da gab es ja die Anekdote, dass er ihn das Solo hat spielen lassen und dann hat er gesagt, ja Jeff Beck, ja nicht mal schlecht, aber mach’s da mal, das löschen wir, und hat dem Tontechniker so zugezwinkert, weil er fand das Solo total gut, er wollte den nur ärgern und der Tontechniker hat das Zwinker nicht gesehen und das Solo gelöscht und Jeff Beck hat es danach nie wieder so gut hingekriegt. Das kommt von so einem blöden, arroganten Witzen und es zählt eben nicht, ob jemand gut spielen kann. So eine Band besteht daraus, dass das eine gute Band ist und dass die gut zusammen sind, und ich hatte nie das Gefühl, dass Mick Jagger irgendwie untergebuttert wird in einer Band, dass er jetzt mal wegschicken muss und alleine was machen muss. Und was er auch nicht wusste, er hat damit eine Lawine losgetreten, weil Keith Richard hat noch nie über eigenständige Songs nachgedacht, denn wenn er Musik gemacht hat, hat er das für die Stones gemacht, er hat sich als Gitarrist der Stones gefühlt und nicht als Super-Gitarrist, der sich verwirklichen muss. Und jetzt nach der Veröffentlichung von Schieße Boss, so heißt die Platte von Mick Jagger, hat er gesagt, ach, dann mache ich jetzt auch mal so eigene Songs, weil das kann er auch. Und er hat sich auch gefragt, sogar offiziell, was ich ganz schön fies wieder finde, hat sich auch gefragt, warum Mick Jagger die Platte gemacht hat, weil er offenbar nichts zu sagen hat. Und Keith Richards hat auch ganz offen gesagt, dass er die Platte von Mick Jagger für völlig misslungen hält.
Und er hat jetzt dann sein Gegenstück gemacht. Und wollen wir mal selber urteilen, was jetzt besser ist. Dies Richard mit Walk a While. Ich fand, das Lied floss jetzt ein bisschen mehr als das von Mick Jagger. Das war nicht so vordergründig, poppig, hitmäßig orientiert, sondern einfach ein gutes Stück Musik. Und er selber hat ja erzählt, das klingt alles unlobwürdig im Nachhinein, dass er Mick Jagger die Platte vorgespielt hat, dass er ihn besucht hat und die Platte so vorgespielt hat, kann ich mir wirklich schwer vorstellen, wenn ich mir das jetzt bei uns in der Band übersetzt vorstellen würde. Aber das kann ja sein. Und dann musste er aufs Klo, er sagt zum Pinkeln, wahrscheinlich eher zum Drogen nehmen oder so. Und als er wiederkam, stand die Tür noch so halb offen vor dem Zimmer mit dem Plattenspieler und Mick Jagger hat getanzt zu dem Lied. Im Zimmer gestanden und einsam vor sich hingetanzt. Ich weiß nicht, ob er ihm eine Freude machen wollte oder so. Ich weiß nicht, ob ich bei einem anderen Bandmitglied bei der Platte, wenn er mir die vorstellt, im Zimmer stehen würde und dazu tanzen würde. Alles ist möglich, alles kann, nichts muss. Aber klingt natürlich sehr schön, dass Mick Jagger zu Keith Richards Platte getanzt hat. Das wird wahrscheinlich für ihn noch ein innerer Triumph gewesen sein, wenn es überhaupt so stattgefunden haben sollte.
Wir kommen zur Mutter aller Solo-Bands. Jetzt sind die Beatles, die haben damit im Prinzip angefangen, weil es im Prinzip auch die erste richtige Rock- oder Beat-Band war, die in der Lage war, mehrere Musiker auszusondern, die ihre eigenen Lieder rausbringen konnten. Und wir fangen mal an mit John Lennon. Der ist auch der Erste, der gestorben ist. Kann auch als Erster erspielt werden. John Lennon, Mother.
Ich habe mir den Film Nowhere Boy angeguckt. Da wird ja über die Kindheit und Jugend von John Lennon berichtet. Und da stellt sich raus, dass er gar nicht bei seiner Mutter aufgewachsen ist, sondern bei seiner Tante Mimi. Was sehr schwierig für ihn war, weil er das nicht verstanden hat als Kind, wieso seine Mutter ihn im Prinzip nicht will, weil sie einfach überfordert war, weil sie mehrere Kinder von verschiedenen Männern hatte, wahrscheinlich auch drogenkrank war. Es war eine sehr harte Zeit und der Film hat mir ihn ein bisschen näher gebracht, obwohl ich John Lennon eh von den Beatles fast schon am sympathischsten fand und am talentiertesten auch. Und vor allen Dingen habe ich beim Film darauf geachtet, hat er die Brille auf? Hat er die Brille auf? Ab wann hat er die Brille auf? Ich habe ja meine Brille erst ab 13 und er, wahrscheinlich auch in dem Alter, hat er die Brille aufgesetzt und es war nicht die Nickelbrille. Er hat mit einer Hornbrille angefangen, war ich natürlich enttäuscht, aber ich denke, dass das schon ordentlich so recherchiert war.
Und dann habe ich mal geguckt, wie so eine Nickelbrille eine Nickelbrille ist und was Nickel ist. Nickel ist nämlich das chemische Element, heißt NI und ist die Ordnungszahl 28. Also steht richtig im Tafelwerk, wie das bei uns im Osten hieß, drin und ist ein richtiges Übergangsmetall. Also es ist nicht zusammengematscht, sondern puret Metall. Und man kennt es jetzt in einer Brille, aber wir wissen gar nicht, dass wir immer Nickel essen. Das ist fast in allen Nahrungsmitteln drin. Es gibt kaum nickelfreie Nahrungsmittel. Und manche Menschen, die wissen das gar nicht. Die kriegen da so Beschwerden, also gar ein ganzes Bündel von Beschwerden bei ein und demselben Patienten. Und das weiß man gar nicht. Wer zum Beispiel Aufflackung und Verstärkung der Ekzemerkrankungen der Haut spürt oder Fieberempfindungen ohne messbares Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Zahnfleischentzündungen, Zungenbrennen, Metallgeschmack, Herzrasen, Migräne, Juckreiz an der Kopfhaut, Gehörgangsekzeme, Ohrenlaufen, Haarausfall, anfallsweise auftretende Müdigkeit und depressive Verstimmung, woran ich einige wiedererkenne, erstaunlicherweise. Also wer diese Beschwerden hat, der sollte mal, bevor er sich groß Sorgen macht, sich untersuchen lassen, ob er vielleicht eine Nickelallergie hat. So einfach ist das.
Aber bleiben wir bei der Brille. Die wird aus Retro-Optik, jetzt meistens aus anderen Materialien gefertigt oder so und ist eine typische Form der Brille, die gerade bei den Intellektuellen der 70er-Jahre ihre Hochzeit erlebte. Bekannte Träger sind natürlich John Lennon, ist der Chef-Nickel-Brillenträger, der Fernsehmoderator Peter Lustig, den wir zum Teil noch kennen, den eigentlich gar nicht so lustig war und gesagt hat, dass er auch Kinder gehasst hat, kurz bevor er gestorben ist. Der Snooker-Spieler Martin Gohl, den kenne ich nicht. Und die deutschen Politiker Karl Theodor zu Guttenberg und Gregor Gysi. Und ich glaube, das ist das einzige Mal, dass Gregor Gysi und Karl Theodor zu Guttenberg in einem Satz erwähnt werden. Die werden sich darüber auch sehr freuen. Und natürlich, wir ganzen Jugendlichen im Osten, wie auch ich, haben auch eine John-Lennon-Brille getragen, weil wir uns einfach dem John Lennon so zugehörig gefühlt haben, den Blues-Leuten. Yoko Ono, was ja die Witwe ist von John Lennon, hat einen Protest ins Leben gerufen, den sie bebildert hat mit der Brille, die John Lennon am Tag seiner Ermordung trug. Und das war wiederum keine Nickelbrille, sondern eine Hornbrille, und die lag dann noch blutbespritzt auf der Straße und diese blutbespritzte Brille hat sie ausgestellt, weil … man sollte nicht glauben, mehr als eine Million Menschen haben in Amerika seit der Ermordung von John Lennon ihr Leben durch Schusswaffen verloren. Muss man sich mal vorstellen. Eine Million Menschen, das gibt Länder, die haben weniger Einwohner, als in den USA seit John Lennons Tod erschossen worden sind. Lassen wir uns mal auf der Zunge zergehen. Während eines Liedes eines anderen Beatles mit Gliedes. Ich sollte auch mal Texter werden.
Nadesh George Harrison hatte die ganze Zeit damit zu kämpfen, dass seine Bandkollegen ihn nicht ernst genommen haben. Er war der Jüngste und das ist wirklich schwer. Er hat gesagt, sie ignorierten mich. John Lennon und Paul McCartney waren zweifellos talentiert und bildeten ein gutes Duo. Ihr Ego war aber so groß, dass kaum für andere blieb. Er hatte es wirklich schwer. Dabei war er total gut, er war nicht einfach der stumme Gitarrist, der so mitgespielt hat und nichts drauf hatte, sondern er hat Klassiker geschrieben wie Something und Here Comes the Sun, das sind die beliebtesten Songs der Band. Und er hat auch mal ein bisschen weiter geguckt als die Beatles und er war der, der angefangen hat, auf der Zitar zu spielen, sich Eindrücke aus Indien zu holen und mitzuspielen. Insofern ist seine Stellung eigentlich absolut unberechtigt und das total fies, das bei allen Songs immer steht, geschrieben von John Lennon und Paul McCartney. Oder es steht ja inzwischen auch umgekehrt, weil Paul McCartney und John Lennon, ich weiß nicht, wie die das gerade halten. Bei den Stones steht immer Jager Richards statt Jager, was er damit begründet hat, dass er im Alphabet eher kommt. Das ist eine ganz faule Ausrede. Aber es ist ja eigentlich auch egal, wer vorne steht und alles. Aber George Harrison war auch zum Glück mit seinen Solo-Platten sehr erfolgreich.
Und wir kommen jetzt zu einer anderen Band, wo auch Gitarrist und Sänger Solo-Platten gemacht haben. Ich glaube, je mehr Zeit vergeht im Rock-Geschehen, umso mehr Bands zerteilen sich und machen Solo-Platten. Und ich weiß immer noch nicht, warum. Und es ist gut, es ist nicht gut. Ich hab keine Ahnung. Hier ist Nöhl-Gelliger. Heißt der Nöhl? Nöhl-Gelliger. Klingt wie Nöhl. Finde ich ein bisschen gut. Passt.
Das war jetzt Liam Gallagher, der Sänger von Oasis, davor Nöhl, der große Bruder, der Gitarrist. Und das ist ein schönes Beispiel von zwei Musikern, die eine Solo-Platte machen. Man fragt sich wirklich, warum, weil der Song von Liam eben, Shockwave, klingt eigentlich wie ein ganz normaler Oasis-Song. Da ist überhaupt kein Unterschied zur normalen Band. Und es kann sein, dass er die Musik einfach gemacht hat oder die Platte, weil Nöhl mit ihm nicht zusammenspielen will, weil die sich irgendwie nicht gut leiden können, die haben ja ihre Höhen und Tiefen in der Beziehung. Man sagt, dass sie beide charakterlich auch ausbaubar sind. Ich finde beide cool. Also auch wenn ich im Interview von ihnen was lese oder über sie oder von ihnen, finde ich alles in Ordnung und nachvollziehbar, was die sagen. Und selbst der Snell sich geprügelt hat in Nürnberg und zwei Zähne verloren hat mit italienischen Fußballfans oder so, kann ich auch verstehen. Während auf der letzten Tour im Bayerischen Hof habe ich mich auch fast geprügelt, weil ich im Foyer stand und auf dem Shuttle gewartet habe. Dann kam Till runter, habe ich mich mit dazugestellt. Und da wir uns vorhin zum Frühstück schon getroffen hatten, mussten wir nicht weiter miteinander reden oder so. Habe ich mich nur mit hingestellt. Dann waren noch so ein paar Fans, die auch im Hotel gewohnt haben. Die haben sich dann auch mit hingestellt und Fotos gemacht oder so. Und auf einmal höre ich immer so eine Stimme, die immer sagt, verlassen Sie jetzt bitte das Hotel, verlassen Sie jetzt bitte das Hotel. Das waren dann diese Aufpasser da irgendwie. Und die haben dann die Leute rausschmeißen wollen, die da nichts zu suchen haben, aber dachten natürlich, dass ich da nichts zu suchen habe und fingen an, mich aus dem Hotel zu zerren, weil ich stand da mit dem Handy in der Hand, habe irgendwie gerade eine E-Mail geschrieben oder so. Die dachten, ich fotografiere Till und bin so ein aufdringlicher, widerlicher Fan, der nicht mal im Hotel wohnt, und haben mich dann so aus dem Hotel geschmissen. Und wenn ich jetzt ein aggressiver Typ gewesen wäre, hätte ich mich da auch gerne geprügelt. Aber dann hat ein Fan-Mädchen irgendwie ganz empört gerufen: Ja, du bist doch Flake oder so. Und dann war der Spaß auch vorbei. Hätte mich mal interessiert, was sonst noch passiert wäre.
Aber das ist heute nicht das Thema. Das Thema sind die Solo-Pfade der einzigen Musiker in einer Band. Und meistens macht der Sänger oder der Gitarrist einen kleinen Ausflug ins Sololand. Und so ist es auch bei der Band Depeche Mode. Wir fangen mit dem Sänger an, Dave Gahan.
Efka Hahn, da man die Stimme erkennt, denkt man natürlich sofort an Depeche Mode und es kann sich immer der Eindruck aufdrängen, dass der Sänger der Bandchef ist, weil man anhand des Sängers die Band identifiziert oder so. Bei Depeche Mode ist es aber so, dass die meisten Lieder Martin Gore macht und Efka Hahn im Prinzip singt, was er singen soll. Er hatte ja auch jahrelang schwer mit seiner Drogensucht zu kämpfen und ich glaube, er hat diese Soloplatte auch gemacht, um einfach den anderen Bandmitgliedern zu zeigen, dass er auch was drauf hat, dass er auch so komponieren kann, dass er nicht der Trottel ist, der nur vorne steht und singt und die Hüfte schwingt, oh der dräimt sich schon wieder, sondern dass er auch richtig was auf Tasche hat und gute Musik machen kann.
Martin Gore hat ja im Prinzip maßgeblich die Lieder für Depeche Mode geschrieben, sag ich jetzt mal. Und der hatte jetzt gar nicht nötig, eine Soloplatte zu machen. Und der für mich akzeptable Grund, eine Soloplatte zu machen, ist ja der, dass man Musik macht, die man mit der Band nicht machen kann. Also die völlig eine andere Musikrichtung verfolgt, wo einfach die Band nicht mitgeht, weil die Band ihre festgefahrene Richtung hat oder so. Und Martin Gore hat es auch gar nicht nötig zu zeigen, dass er Titel komponieren kann und dass er groß sich was ausdenkt. Und deshalb spielt er auf seiner Solo-Platte ein deutsches Lied nach. Ich glaube, er singt sogar auf Deutsch. Und zwar das Lied vom einsamen Mädchen. Das ist von 1952. Das hat Werner Richard Heymann komponiert und Robert Gilbert, der den Text gemacht hat. Und das ist direkt für einen Film für Al Raune komponiert worden. Und Hildegard Knef hat es auf dem Film eingesungen. Aber der Film und das Lied wurden totale Flops. Und 1984 hat Nico, was ja die deutsche Sängerin von Velvet Underground ist, dieses Lied nochmal eingespielt. Und damit hat sie dann die ganzen anderen Musiker inspiriert, das Lied neu einzusingen. Es gibt zig Versionen, Tom Schilling hat auch in der … Macht und wie es ich war noch alles, das ist jetzt die Version von Martin Gore und ich finde sie absolut interessant, weil sich eben dieses Depeche Mode Gefühl mit diesem deutschen Liedgefühl mischt, das finde ich wirklich ein interessantes Stück Musik, wenn ich das mal so ausdrücken darf.
Deutschland, bei den Ärzten ist die Konstellation auch sehr interessant, es ist ja eigentlich ein Duo gewesen mit Farin Urlaub und Bela B, den ich immer Bella genannt habe, weil ich dachte Bela, ich kannte den Namen nicht, ich kannte nur Bela, Belschau und ihre drei Papageien, wo die Ehenehmer sagt, wie wäre es mit einer Tasse Kaffee, Zucker, Schnäuzchen? Aber darum geht es jetzt nicht. Das sind auch zwei Musiker, die beide singen, beide Titel schreiben, beide kreativ sind, beide fleißig sind und irgendwann das nicht mehr geschafft haben, ihre ganzen Ideen unterzubringen oder wie immer, was jetzt schwierigere wahrscheinlich ist, ist, den anderen zu begeistern, die eigenen Titel zu spielen, so dass Farin Urlaub irgendwann auch gesagt hat, pass auf, wenn du jetzt nicht willst oder kannst oder weiß ich, ich mach schnell eine Solo-Platte, weil ich natürlich … ja, hätte er wegen mir nicht machen müssen, hätte auch warten können, bis Bela wieder soweit ist. Und dann gab es jetzt eine Farin Urlaub Solo-Platte, weil ich gar nicht weiß, wie spricht man das aus? Farin, ist das der Name? Als ich ihn getroffen habe, wie spreche ich ihn an? Hallo Farin? Ich hab, also Farin Urlaub ist ja der Witz, ist ja ein Satz, wie Farin Urlaub wie Lasse Reinböng oder so diese Reklame für diese Zahnbonbons oder weiß ich. Das ist mein Satz, aber Farin ist ja kein Name. Da habe ich geguckt, Fahren ist der echte Name. Und da habe ich immer Fahren zu ihm gesagt, hat er aber nicht gehört, hat er sich nicht angesprochen gefühlt, weil Fahren ist ja auch ein anderer, aber Fahren ist wenigstens noch der echte Name. So ist es jetzt schwierig, wenn man so einen Kunstnamen hat und dann angesprochen werden will. Also weder Fahren noch Bela reagieren auf Fahren oder Bela, wenn man ihnen was sagen will. Also sie sind nicht arrogant, sie verstehen nur nicht, dass sie mit dem Namen gemeint sind.
Jetzt kommt mal eben das Beispiel, was passiert, wenn ein Sänger oder so sich nicht ausgelastet fühlt und denkt, er muss schnell alleine ein Lied rausbringen. Hier ist Farin, Urlaub, nicht Farin, mit Augenblick.
Zum Solo-Platten, um Solo-Pfade, was auch ein fürchterliches Wort ist, wo man dann so lang tapsen kann, sich lang tasten kann. Und jetzt in der zweiten Stunde, in der ersten Hälfte der zweiten Stunde, sind die Gitarristen dran und wir fangen an mit John … ja, wie wird das ausgesprochen? Frustschiante. Wählen den einfach immer John Frustikante genannt, die Frustikante. Ich fand, es klang ein bisschen wie Cat Stevens. John ist ja der Gitarrist der Red Hot Chili Peppers, zumindest gewesen. Die hatten erst einen anderen Gitarristen, der an Drogen gestorben ist. Und dann haben sie über den Fans so rumgefragt, ey, wer kann das spielen? Und John war ein Fan, der die ganzen Titel einfach so spielen konnte. Die richtigen Fans, die Gitarre spielen, die können meistens alle Titel von ihrer Lieblingsband spielen. Und der ist hingegangen, konnte die Titel spielen und war eingestellt. Zwischendurch ist er wieder ausgestiegen, weil er so mit seinen Drogen zu kämpfen hatte, dass er nicht mehr spielen konnte. Ich habe in irgendeiner Zeitung gelesen, sie haben ihn auf der Straße liegend gefunden, ohne Zähne und ohne Fingernägel. Das ist wirklich ein grauenhaftes Bild, was man sich kaum vorstellen kann. Haben ihn irgendwie wieder clean gekriegt. Er hat dann mitgespielt. Ich habe mir den Konzert dann mal angeguckt in Treptow in der Arena. Ich fand, er hat sehr abwesend gewirkt, hat sich so in Vollbart wachsen lassen. Schlecht gelaunt gespielt. Die haben manchmal einen Titel zweimal angefangen oder so. Aber trotzdem ist er ja maßgeblich an der Platte hier Blut, Sugar, Magic beteiligt. Was ja der absolute Durchbruch für die Chili Peppers war. Er ist ein begnadeter Gitarrist und er hat, wenn ich es gar nicht wusste, 13 Solo-Platten gemacht, noch zu den Band-Platten, die er gemacht hat. Das ist doch unfassbar viel. Er hat erst 2015 gesagt, dass er langsam mit der Musik mal aufhören will und sich um andere Sachen kümmern will, um die Familie und so, nachdem er ganz viele Projekte hatte mit anderen Musikern von Kimono Kult und wie weiß ich, was er alles gemacht hat. Wahnsinn.
Jetzt kommt ein anderer Gitarrist, der auch sehr fleißig ist, der sehr viel macht, Richard Kruspe, eigentlich Gitarrist bei Rammstein, hat auch drei Solo-Platten gemacht inzwischen und da fragt man sich auch warum, ganz einfach, er schreibt so viele Songs und hat so ein Output, dass einfach ganz viele Titel da sind und es tut einem ganz einfach leid, die Titel umsonst gemacht zu haben und dann wegzuschmeißen oder so, das ist ja so, als wenn man ein ganz leckeres Essen kocht und dann isst es keiner. Das macht ja auch keiner. Hier ist Immigrate.
Das war Immigrate. Wir bleiben ein bisschen an dem Genre. Wir kommen zu Wes Borland. Das ist der Gitarrist von Limbiscuit. Die machen ja auch so New Metal. Wir waren mit denen mal auf Tour, 1900, weiß ich nicht, 97 oder so. Das hieß Family Values Tour. Und da haben die ungerechtfertigterweise vor uns spielen müssen. Und ich bin völlig ins Essen gefallen, was das für eine gute Band war. Und am besten gefallen hat mir der Gitarrist, der hatte sich so ein Skelett aufgemalt, das nur so ein Skelett zu sehen war und das Gesicht war wie so ein Totenkopf. Und er stand auf so einem Oma-Teppich, er hat sich so seine gemütliche Bühne eingerichtet, hat sich Räucherstäbchen auf der Bühne aufgestellt und so ein kleines Näpfchen. Also als hätte er so ein kleines gemütliches Wohnzimmerchen auf der Bühne, um sich seinen privaten Platz zu schaffen. Und das war auf dieser Metal-Bühne, wo das Bühnenbild war, das Raumschiff von Mars-Attacks. Da sind die ausgestiegen am Konzertanfang und haben da losgerockt. Und er stand da in seinem Zimmerchen. Das hat mich ungeheuer beeindruckt, dass man sich so gemütlich einrichten kann mit Bierhalter und Aschenbecher, Plektrumhalter, Mikrofon haben ja auch viele. Und ich fand Wes Borgland, Borland, Borgland, weiß nicht, wie man das ausspricht, eigentlich immer am sympathischsten von Limbiscuit. Und die Musik ist auch nicht übel. Da kann ich mal richtig nachvollziehen, warum Wes Borglant die Solo-Platte gemacht hat. Einfach, weil man mit so Ideen bestimmt bei einer Band wie Limp Bizkit nicht weiterkommt. Ich glaube nicht, dass Fred Durst hat, dazu was zu singen oder zu rappen oder wie auch immer. Das ist einfach eine eigene Art von Musik und da finde ich völlig okay, dass man sich so auch mal selbst verwirklicht, gerade wenn man sich in einer Band nicht ernst genommen fühlt oder so.
Der nächste Interpret hätte das alles nicht nötig. Weil Jack White ist nicht nur Gitarrist und Sänger, sondern er ist eigentlich auch immer irgendwie eine Art von Bandchef. Aber trotzdem hat er seine Bands immer nur teilweise mitgespielt oder kurzzeitig nur wie Projekte betrachtet und Solo-Platten in dem Sinne auch gemacht. Und davon hören wir jetzt ein Lied, Endlich frei. Kann man das kurz übersetzen, weil in Amerika wird man erst mit 21. Da wird einem erst Alkohol ausgeschenkt und man kriegt erst Zigaretten und so. Und er hat dieses Lied alleine gemacht, aber spielt auch eine Band mit. Die White Stripes sind es nicht. Also die White Stripes wäre ja dann nur noch McWhite. Irgendwie ist es bei ihm, finde ich, fast ziemlich egal, wer mit ihm jetzt mitspielt. Wenn er dabei ist, ist es eigentlich immer geil. Hier ist Jack White.
So ein Gitarrensounds wird es mir ganz warm ums Herz. Das ist wirklich so ein klasse Typ. Und das Schönste ist, man erkennt ihn wirklich. Man erkennt ihn am Gitarrenspiel und am Gesang. Und irgendwie ist mir das wichtig, dass man, wenn man das Radio anmacht und man hört jemanden und sagt, ah, das ist der und der. Weil dann heißt das, dass der irgendwas hat, was ihn von den anderen so unterscheidet und wofür es sich lohnt auch zuzuhören irgendwie. Weil Musik, die man … die sich so untermischt, die man ja schon kennt, die kennt man ja dann auch schon. Also das braucht man da nicht noch ein Lied zu hören, was genauso ist. Und das ist hier alles ein kleines bisschen anders. Der hat jetzt sich das Rad neu erfunden. Es sind immer so kleine Löcher und kleine Stellen. Da freue ich mich ganz doll. Vielleicht ist das auch wie Musik, die für Musiker gemacht wird. Das ist einer, der sich nicht mit der Materie beschäftigt, gar nicht hört, dass ein kleines Loch drin ist und ein Takt ausgelassen wird. Aber ich finde das einfach großartig.
Der nächste Musiker ist auch Sänger und Gitarrist. Der Chef, wird nicht stimmen, aber Mitbegründer der Pudis. Und die haben ja schon lange Musikerleben hinter sich, ich glaube 48 Jahre auf Tour oder so. Und der hat es auf die Idee gekommen, mit 70 oder so eine Solo-Platte zu machen. Ich meine, die haben sich irgendwie gestritten. Es gibt irgendwie eine Platte, wo nur noch vier Putis drauf sind und er nicht mit und er hat eine Solo-Platte gemacht. Wie kann man denn sich mit 70 streiten? Also wenn man schon so lange jetzt durchgehalten hat, ist da dann auch kein Grund mehr zum Streiten. Oder gerade. Aber ich glaube, wenn man alt ist, findet man schwerer neue Freunde als wenn man jung ist. Da schafft man eher mehr ab. Das ist dann immer schwieriger, weil man wird ja nicht einfacher oder so. Höchstens, wenn man ins Heim kommt, dann fängt nochmal alles von vorne an, so wie im Kinderhatt. Dann ist man erst der Jüngste, dann lernt man neue Freunde kommen und dann sterben die oben weg und irgendwann ist man der Älteste. Aber das wünschen wir jetzt keinem. Er hat jedenfalls eine Solo-Platte gemacht, die heißt Maschine, verrückt, er heißt Maschine, die Platte heißt Maschine. Ich finde, das ist ein guter Name, also nichts ist schöner, als wenn man nur einen Namen hat und nicht einen Vor- und Nachnamen, wie zum Beispiel Prinz, Scooter, Eingehängt, der ist auch von Pudis, der heißt Eingehängt als Name, sagt man, ey, Eingehängt, komm doch mal, oder so. Bei den LKW-Fahren, die schreiben ja auch manchmal ihren Namen rein. Porno ist mir letztens entgegengekommen, hab ich mich sehr gefreut und dicht gefolgt von Akku. Weil das heißt ja dann Achim in Wirklichkeit oder so und da haben sie Akku draus gemacht oder so. Aber ist jetzt egal, nicht Akku, wir hören jetzt Maschine.
Maschinen ist der Meinung, dass das unbedingt das Licht der Welt erblicken soll, das Lied. Das hieß Auf das Leben. Ich meine, kann man ja nur zustimmen. Auf das Leben kann man immer anstoßen und ein Lied so drüber machen, das ist schon nicht schlecht. Aber hätte auch mit den Pudis zusammen machen können, wenn wir jetzt mal ehrlich sind, weil es nischt, was die Sache so von den Pudis so unterschieden hat, wenn ich es nicht gesagt hätte, ich wette, keiner hätte gemerkt, dass es nicht die Pudis sind.
Bei dem nächsten merkt man auch nicht, weil die Band ist gar nicht so maßgeblich. IG Pop hat ja die Stooges als Band und die hatten eine sehr, sehr harte Zeit. Die hatten sehr, sehr viele Drogen genommen. Die haben so viele Drogen genommen, dass die zu Konzerten einfach nicht aufstehen konnten, dass die Konzerte ausgefallen sind, einfach aus desolatem Gesundheitszustand. Und er hat zwar vor ein paar Jahren nochmal versucht, die Stooges zusammenzukriegen, aber jetzt sind ihm alle weggestorben, sodass er im Prinzip gezwungen ist, Solo-Musik zu machen. Und das macht er richtig gut. Hier ist James Bond.
Also wir steine habe ich mir jetzt auch ausgedacht. Das ist ein Lied von Peter Fox. Peter Fox ist ja schon die Solo-Platte von Pierre Baigori. Ich finde die Platte richtig gut. Ich traue mich das kaum zu sagen. Aber in diesem Fall, es gibt nicht viele Fälle, finde ich die Solo-Platte fast besser als die Band. Und man merkt wieder, es ist völlig egal, welche, also wer an den, also nicht wer an den Instrumenten, also wie man die Instrumente spielt, ist nicht so wichtig, wie wer die Leute sind, die im Prinzip mitbestimmen, also die Personen sind wichtiger in meinen Augen als die Instrumentalisten. Und man merkt, dass die Instrumentalisten von Seed jetzt nicht irgendwie so mitbestimmen wollen, dass die Musik eben in diese Richtung geht, in die Seed geht, sondern dass die Musik ein bisschen in den Hintergrund tritt und dafür die Information mehr in den Vordergrund, die Texte, der Inhalt. Und insofern finde ich Peter Fox großartig und was ich fast noch besser finde, ist, dass er trotz des Erfolges und trotz dieser Titel wieder zurück zur Band gegangen ist und mit der Band noch weitere Platten gemacht hat, das rechne ich ihm persönlich auch hoch an, obwohl ich da ja nicht mitspiele, aber das finde ich total okay, dass man zeigt, dass nicht das Ego wichtig ist oder wie man das macht, sondern das Ganze, Große und Ganze und einfach Musik zu machen. Also danke Peter Fox, das ist tadellos.
Keith Flint ist der Nächste, der eigentlich auch gar kein Richter-Sänger ist, der ist Tänzer, der hat bei Prodigy einfach erstmal nur mitgetanzt und so ein Prodigy hatte das Problem, dass das eine Band ist, wo viel mit Computern gemacht wird, mit Synthesizern, wo viel so programmiert wird, produziert wird und live eigentlich gar nicht so viel zu erkennen ist. Und da kam Keith Flint genau richtig, der sah Hammer aus mit seinem Doppel-Iro und ist rumgetanzt und rumgesprungen und dann hat er bei Firestarter erstmals einfach so mitgesungen, Firestarter, haha, also hat ja nicht viel gesagt, hat es völlig schockiert mit seinem Auftritt, dann wurde die Band richtig in den Vordergrund gerückt und er ist ja eigentlich eher Punk als Elektro-Typ, dadurch wurde die Sache so Elektro-Punk und er hat aber erstaunlicherweise dann irgendwann auch gesagt, er will auch mal eine eigene Musik machen, eine eigene Platte machen und selber singen. Und das klingt dann so. Das war Flint. Wir denken mal an ihn in Liebe, wo immer er auch jetzt sein mag.
Und bleiben beim Punk. John Lydon. Man denkt ja, oder man sagt, die Sexpistols ist eine Boygroup. Michael McLaren hat einfach Jungs gesucht, denen er die Klamotten von Vivian Westwood anziehen kann und sie damit auf den Laufsteg zu schicken. Und die sollen eben punkig und zerrissen aussehen. Und daraus ist die Band entstanden. Das mag von der Grundidee ja auch stimmen. Aber was auf jeden Fall auch stimmt, die Wut und die Aggression von John Lydon ist hundertprozentig echt. John Lydon ist echt ein wütender Mann, heißt ja auch Zorn, seine Biografie oder so. Er ist zornig auf das Schicksal in eine irische Einwandererfamilie hineingeboren zu werden, in schlimmer Armut zu leben. Er war zornig drauf, dass er sich als Siebenjähriger beim Spielen in einer von Rattenkot verdreckten Pfütze eine Meningitis zugezogen hat. Und die hat, ob man es glaubt oder nicht, sein Gedächtnis komplett gelöscht. Der fiel ins Koma und als er wieder aufgewacht ist, hat er nicht mal seine Eltern erkannt und musste auch das Lesen und Schreiben neu lernen. Ich meine, Entschuldigung, er war ja sieben Jahre alt, dass er das schon lesen und schreiben konnte, ist ziemlich gut gewesen. Aber es hat ja nichts genützt, weil er konnte es ja danach nicht mehr. Und er hat versucht schnell aufzunehmen, aber hat nie wieder den Anschluss gefunden. Deshalb war er auch später wütend auf das System des Menschen ausschließt und dann haben die ja wirklich im Parlament darüber gesprochen, wie er als Johnny Rotten God Save the Queen singen kann. Das war ein wirklich ernstes Thema in der Regierung und er war auch enttäuscht, weil er eigentlich nie die Anerkennung bekam, die er eigentlich seiner Ansicht nach verdient hätte. Keine Anerkennung hat er. Aber ich glaube, nicht mal die Sexpistols selbst haben ihn als das erkannt, was er wirklich ist. Ein genialer Sänger und Musiker. Und er hat es wirklich auch bewiesen, als es die Sexpistols nicht mehr gab, hat er mit Pill seine eigene Band gegründet. Und die steht in meinen Augen den Sexpistols in nichts nach. Hier ist Pill mit Weiß.
Ein böser, alter, weißer Mann. Und da ist das mal wirklich als absolutes Kompliment gemeint von meiner Seite.
Die nächste Band, System of a Down, besteht aus vier Musikern, die alle vier ohne weiteres eine Soloplatte machen könnten, weil sie so gut sind. Der Gitarrist war mal beim Metallica-Konzert in London, wo sich John Hetfield am Finger verletzt hat beim Pyro-Effekt, die Hand verbrannt. Und da kam wieder der Klassiker. Die haben übers Mikrofon ins Publikum gefahren. Hallo, ist hier irgendeiner, der Gitarre spielen kann? Und da hat sich der Gitarrist gemeldet, sagt ja, ich. Und ist auf die Bühne geholt worden, hat das komplette Konzertprogramm zu Ende gespielt, einschließlich der Solos. Und natürlich haben alle gesagt, das war das beste Konzert, was Metallica je gemacht haben. Die Geschichte kenne ich allerdings genauso vom Trommler von Slipknot, auch in London. Da ging es darum, dass Metallica nach London geflogen sind und Lars Ulrich extreme Flugangst hat und Medikamente genommen hat, um die Flugangst zu betäuben und davon nicht wieder aufgewacht ist, mehr oder weniger, weil er irgendwie Schlafmittel mit Beruhigungsmitteln gemischt hat und vielleicht noch was anderes mit drin. Und da brauchten die ganz dringend für das Konzert einen Trommler und da hat sich eben der kleine, ich weiß jetzt gar nicht mehr, wie der heißt, der Trommler von Slipknot gemeldet. Und wie gesagt, das war dann auch das beste Metallica-Konzert, laut Meinung der Leute, die da waren. Das spricht jetzt weniger für Metallica, aber wenn eine gute Band ist, dann können die anderen auch gut spielen, ist ja klar. Jedenfalls, wir sind bei System of a Down. Serge, schöner Name, Tankjan, hat auch eine Solo-Platte gemacht. Da weiß ich allerdings nicht, warum, weil die klingt für mich genau wie System of a Down. Aber vielleicht merkt jemand anders einen Unterschied. Hier ist Empty Walls. Der letzte Tapetenhersteller des Ostens ist jetzt auch pleite. Leere Wände.
Migret war auch eine Glocke zum Schluss, da fällt mir ein, es ist auch so ein Signal von Solo-Platten. Serge ist zum Glück auch zu System of a Down zurückgekehrt, singt da und ein anderer, der auch sehr reumütig zurückgekehrt ist, ist Freddie Mercury, der war auch der Meinung, er müsste eine Solo-Platte machen. Ja, ähm, ja, was soll man noch dazu sagen? Hier ist Freddie Mercury mit Time.
Ja, das war im Prinzip Queen ohne Queen. Nur noch Freddy, wir haben es schon wieder mal geschafft, ich erstaune selber, das war die Sendung über Solo-Platten, ich meine zu zweit ist immer besser als Solo, wenn man sagt, der ist wieder Solo, heißt da ist irgendein trinkender, bekloppter Typ, der wieder auf Partys rennt und alles mitnimmt, was er kriegt, Solo muss nicht gut sein und kann aber auch sehr wichtig sein, zum Beispiel Felix Kummer hat seinen Gefühlen Ausdruck gegeben, wie er das mit der Band nicht gekonnt hätte, weil die Band natürlich nicht seine so Probleme hat. Und weil man nicht die Band dazu missbrauchen sollte, sein privates Zeug zu machen. So hat er es jedenfalls so formuliert, mehr oder weniger. Ich finde es gut, dass er sich äußert. Ich finde es immer gut, wenn man sich äußert, wenn man Probleme hat, wenn es einem nicht gut geht. Besser, man redet drüber. Egal, ob jetzt Solo oder nicht. Drüber sprechen vermeidet sehr viel Ärger. Da spreche ich aus eigener Erfahrung. Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit. Bis zum nächsten Mal. Alles Gute und danke. Und Weihnachten, Ostern, Geburtstag. Tschüss.