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Flake talks about ships.

Transcript

Radio 1, Flake des Tastenfickers Podcast. Herzlich willkommen zu dieser Sendung. Das ist eine Musiksendung. Ich werde immer wieder darauf hingewiesen, dass es eigentlich abends bei Radio 1 um Musik geht und nicht um sinnlose Gequatsche. Und da habe ich gesagt, gut, Musiksendungen, dann machen wir das eben so, beschäftigen uns mit Musik. Und ich denke immer wieder nach, was ist Musik? Weil das kann man ja gar nicht so erfassen. Man kann sie nicht sehen, nicht anfassen, nicht riechen, nicht hören. Also man kann sie natürlich doch hören, aber das ist eigentlich für die Musik gar nicht so wichtig. Wenn man sie einmal gehört hat, hat man sie am Kopf und hört sie dann so. Also ich kann jetzt zum Beispiel ein Lied hören und das muss ich nicht hören. Also ich kann mir die Ohren zuhalten oder so, ich höre es im Kopf, wenn ich es im Kopf habe. Und wann entsteht ein Lied eigentlich? Also ab wann ist Musik Musik? Wenn jetzt der Komponist, sag ich mal, hochtrabend eine Idee hat, ist es ja auch schon Musik. Dann nimmt er die auf und noch niemand hat es gehört, so außer ihm. Trotzdem ist es Musik. Und dann kommt der verrückte Moment, wo er die Musik abspielt. Also entweder spielt er sie live oder man hört sie von irgendeiner Platte oder so ein Quatsch. Dann wird aus den Schwingungen, die mal aufgenommen wurden, Musik in Bewegung gesetzt.

Also ich weiß nicht, ob das stimmt oder ob die Musik nur der Träger ist. Aber die Schallwellen gehen durch die Luft, weil im Vakuum kann man keine Musik hören. Habe ich zwar noch nicht ausprobiert, aber ich glaube, das geht nicht. Und dann wird die Musik, die Luft, die Musik bewegt die Luft oder lässt Wellen auf der Luft schwimmen, die bis ins Ohr gehen. Und dann werden im Ohr irgendwelche Sensoren, Rezeptoren, irgendein Fremdwort wird bewegt. Und dann hört man, wenn man Glück hat, die Töne, die auch abgeschickt worden sind. Man kann das nicht beweisen. Niemand weiß, ob er wirklich die Musik hört, die auch abgeschickt worden ist, weil er kann die Musik ja nicht anders hören als mit seinen Ohren. Also jeder Mensch hört es anders. Man sieht doch die Farben an, dass man sagt, Frauen sehen andere rot als Männer oder so. Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was ich höre, was es ist.

Und was ist eigentlich daran jetzt die Musik? Irgendwann bin ich dann drauf gekommen, Musik, also so habe ich es für mich definiert, Musik ist der Transport der Emotion des Musikers zu meinem Herz. Irgendwie da, dass sein Herz und mein Herz sich verstehen können, dazu ist die Musik da. Und die Musik muss irgendwie zu uns kommen. Und in dieser Zeit, wo die Musik läuft, passiert im Prinzip ein Transport. Da fährt die Musik irgendwie rüber. Und da habe ich gedacht, wie fährt die dann? Und bin auf das Bild von einem Schiff gekommen. Denn das Schiff hat einen Anfang und ein Ende und schwimmt rüber. Das Lied hat einen Anfang und ein Ende, schwimmt rüber. Und ein Schiff kann in schwere See kommen, kann schnell fahren, kann langsam fahren, kann groß sein, kann klein sein. Also wer mal wissen will, wie viele Schiffe das gibt oder welche Sorten, kann eben alphabetisch anfangen. AFTA ist das erste, das wird wahrscheinlich hinter einem anderen Schiff hinterhergezogen. Das Argenboot, das Auslegerkanu, die Barke, die Barkasse, da kennen wir aus dem Osten den Barkas. Das war wiederum andersrum gedacht, der Barkas ist von der Barkasse entliehen. Im Italienischen heißt es Bacchetta, gibt es auch als Fiat, hatte ich mal, fährt nicht gut. Kanadier gibt es, also sowohl als Mensch als auch als Schiff, Boot. Dalscha, Einbaum, kennt man, einfach ein Baum gefällt, ausgehöhlt, schwimmt. Fallmus, Quaypunt, weiß ich auch nicht, steht doch für Unfug im Internet. Faltboot, so kennen wir aus dem Osten, sind immer kaputt gegangen, konnte man mit Flickzeug wieder flicken. Dann das Gig, das kenne ich eigentlich nur aus Indianerbüchern, dass die immer ins Gig gesprungen sind. Ich kenne das Gig als Konzert, ist wohl aus dem Englischen. Und hieß immer so viel wie eine Mucke. Also wir haben im Osten gesagt eine Mucke. Und als wir die ersten Westler getroffen haben, die haben dann gesagt, ey, ich hab ein Gig. Ich weiß nicht, wovon das die Abkürzung ist. Von Mucke war es musikalische, umständliche Geldgelegenheit oder so. Unabhängig kann auch nicht sein. Oder einfach das U ist von muh-sikalisch. Jedenfalls geht es um Schiffe. Es gibt viele Sorten von Schiffen und viele Sorten, mit dem Thema umzugehen als Instrument, als Musiktransportmittel und auch einfach so.

Aber wie gesagt, es ist eine Sendung über Musik und nicht über Gequatsche, deshalb hören wir jetzt auch Musik. Das muss ich ein bisschen nachvollziehen. Ich mag Schiffe persönlich sehr. Am meisten, wenn sie auch kaputt sind. Und ich kann mich stundenlang laben an den Formen besonders der älteren Schiffe, wo der Bug noch ganz gerade ist oder ganz spitz oder eben das Hinterteil. Ich gehe gerne am Wasser lang und gucke mir die Boote an. Früher habe ich noch ein Foto gemacht, das habe ich mir jetzt Gott sei Dank so abgewöhnt, weil niemand wollte sich die Fotos angucken, ich selbst nicht. Und merke aber, irgendwas ist Schönes an diesen Schiffen. Und mein größter Traum ist, mal an Aralsee zu fahren. Also nicht mein größter Traum, aber eins der wenigen Sachen oder wahrscheinlich überhaupt die einzige Sache, die ich im Leben noch nicht gemacht habe und eigentlich mal machen wollte, ist an Aralsee fahren und mir die Schiffswachs da anzugucken. Denn der Aralsee ist um zwei Dritte zurückgegangen oder so aus Naturkatastrophengründen. Und dadurch stehen die Schiffe, was früher richtig wie eine Armeeflotte war oder eine Frachtflotte, stehen über 200 Kilometer vom Wasser entfernt, mitten in der Wüste. Und das ist ein Bild, was ich wunderbar finde. Ich glaube, auf dem Cover von Lars Rudolf, den wir gerade gehört haben, war auch so ein Schiff drauf, wo das Hinterteil schon fehlte, was auch auf dem Land stand. Und Schiffe, die lange auf dem Land stehen, haben was so tragisches, weil man weiß, die fahren nie wieder, die sind wie tot, aber doch noch nicht. Die Seele ist noch drin. Das ist ganz emotional berührend. Oder vielleicht trifft das auch nur auf mich zu.

Lars Rudolph kommt aus der Jazz-Szene. Ich habe den zu Ostzeiten schon bei Stan Red Fox gesehen. Hat da Trompete gespielt und Keyboards. Ich fand den sehr, sehr gut. Jetzt sehe ich nur noch manchmal, wenn er beim Tatort den Bösen spielt, der es dann doch nicht ist. Nur ist er ein bisschen verrückt und verdächtig, aber dann stellt sich raus, der Böse ist dann eigentlich der ordentliche Banker oder Arzt wie im richtigen Leben. Man denkt ja immer, die, die böse sind, die sind dann noch böse, aber die sind dann meistens nicht böse, sondern die Bösen sind die, die ganz normal sind und man denkt, das sind die Guten eigentlich. So ist es nun mal so auf der Welt.

Wir gehen weiter, also wir bleiben im Prinzip thematisch in der Wüste, wo die Schiffe stehen, denn durch die Wüste in Ägypten ist der Suezkanal gebaut worden. Ich weiß nicht mehr wann, aber ich war schon mal da und ich kann mich noch daran erinnern, dass ich auf dem Ruderboot da rumgerudert wurde. Eigentlich wollte ich selber fahren, aber das ging ja in Ägypten nicht. Da hatte man immer einen Typen mit. Und da bin ich über einen Schiffswrack im Seitenarm des Suezkanal gefahren. Und das war so mit das Schönste, was mir von Ägypten in Erinnerung geblieben ist. Nightbro to Cairo.

Sie haben es bestimmt gemerkt, in diesem Lied war ein sogenannter Trugschluss. Bei zweieinhalb Minuten hat das Lied im Prinzip geendet, hat sich so ausgeplätschert. Und gerade just in dem Moment, wenn man sagt, okay, ich mache das nächste an oder ich mache das Radio aus oder ich gehe weg oder weiß ich was. Ich fing es nochmal an und zwar nur mit einem Schlussthema zum Tanzen. Auf Partys ist es der absolute Knaller, wenn man denkt, das Lied ist zu Ende und trudelt schon so aus und dann geht nochmal nur das Grundtanzthema weiter, das ist ein absolut guter Trick und ich weiß nicht, ob die schon, als sie das Lied so komponiert haben, daran gedacht haben oder so oder ob das mal aus einer Improvisation entstanden ist, aber es ist ein sehr, sehr guter Effekt.

Weiter geht es mit Petula Clarks, sehr schöner Name. Petula klingt ein bisschen wie eine Grünpflanze im Büro, aber mir gefällt es sehr. Und er kannte den Namen nicht und auch die Frau nicht. Und die ist bekannt geworden durch eine Komposition von Charlie Chaplin. Irgendwann habe ich mal auch eine CD gehabt und wusste daher, dass Charlie Chaplin auch Musik gemacht hat. Aber eigentlich ist er eher bekannt für die Filme. Und in seinem letzten Film, Die Gräfin von Hongkong, habe ich auch nicht gesehen, hat er selber die Musik komponiert und Petula Clark hatte die gesungen. Aber jetzt hören wir, da es ja um Schiffe geht, das Lied Sailor. Und Sailor heißt, weiß ich sogar, ohne Englisch zu können, heißt Matrose. Oder Seemann. Das ist wieder die Frage. Also so gut ist mein Englisch wohl so doch nicht. Also hier ist der Sailor von Petula Clark. Interessant ist, dass in der englischen Version hier singt sie von Amsterdam als Sehnsuchtsort. Und in der deutschen Version heißt er, deine Heimat ist das Meer, deine Sehnsucht ist die Ferne oder die Sterne nach Rio und Shanghai. Also die Deutschen wollten immer lieber weiter weg, Rio und Shanghai und nicht nach Amsterdam oder so. Da hätten sie auch im Prinzip mit dem Bus fahren können.

Das nächste Lied ist von Luz Asya, was griechisch klingt, aber ich glaube, die ist keine Griechen. Aber es fängt zu griechisch an. Ich weiß nicht, ob sie sein Mädchen aus Piraeus, das ist ja dasselbe Lied. Und Piraeus ist ja eine Hafenstadt in Griechenland, deshalb komme ich vielleicht drauf. Luz Asya hat jedenfalls mal die Gelegenheit in Paris gehabt, für Josephine Baker einzuspringen, als sie erkrankt ist. Und das hat sie so gut gemacht, dass sie weiter da mitspielen durfte und dadurch im Prinzip bekannt geworden ist. In Deutschland hat sie den Plattenmarkt erobert, indem sie Oh mein Papa gesungen hat. Ich weiß nicht, ob ihr das noch jemand kennt. Oh mein Papa, das war ein guter Mann. Ich weiß auch nicht, worum es ging. So ist der Operette das Feuerwerk und hieß in der ursprünglichen Fassung der schwarze Hecht. Wusste ich auch nicht, ist auch nicht interessant eigentlich. Wir hören uns mal ein bestes Lied an hier. Ein Schiff wird kommen, aber die Handwerker nicht. Das habe ich mir jetzt selber ausgedacht mit den Handwerkern, weil ich schlechte Erfahrungen habe. Wenn man Handwerker kriegt, dann wollen sie das ganze Geld im Voraus haben. Und wenn sie gute Handwerker sind und helfen könnten, dann können sie natürlich nicht, weil sie keine Zeit haben, weil sie ja bei anderen Menschen dann schon arbeiten. Und wenn sie bei einem dann dazwischen springen, also zu mir dann kommen würden wollen aus Freundschaft, würden sie bei den anderen dann wieder nicht kommen, bei denen sie schon versprochen sind. Und später, wenn sie bei mir versprochen sind, würden sie zu mir nicht kommen, weil sie zum nächsten schon gehen, dem sie versprochen haben, schnell dazwischen zu springen oder so. Insofern würde ich den Jugendlichen raten, bevor sie sagen, ach, ich will irgendwas mit Medien machen oder so, lernt einen handwerklichen Beruf. Das ist immer wichtig, das hilft ein ganzes Leben lang und ich brauche die dann auch. Das hat jetzt überhaupt nichts mit der Sendung zu tun, aber wollte ich mal loswerden. Ein Schiff wird kommen.

Sie wartet auf das Schiff. Sie wartet ja eher drauf, weil da ihr Mann kommt oder so, dass der zurückkommt. Die meisten Leute, gerade im Osten, haben aber eher auf ein Schiff gewartet, als Werkzeug sie wegzubringen. Weit, weit weg, so weit, wie es noch irgendwie geht. Am liebsten nach Hongkong oder so. Ihr kennt das von den Ostsee-Urlauben. Wir sind nach Rügen gefahren und da haben wir jeden Morgen das Schiff von Sassnitz abfahren sehen, was nach Schweden fuhr, diese Schwedenfähre. Und das war so ein strahlend weißes Schiff, wie nicht von dieser Welt. Und das fuhr in den Westen, in den Westen, der irgendwie hinter der Ostsee war, den sich keiner vorstellen konnte. Und dieses Schiff war für mich im Prinzip der Westen, also die Fähre in den Westen, genau wie Schiffe ja generell als Fähre, also sind ja Fähren von einem Ort zum anderen und dieser Moment auf diese Fähre zu kommen und da mitzufahren war für mich so undenkbar und unvorstellbar, dass ich gar nicht so traurig war, dass es nicht ging, weil es für mich sowieso völlig unmöglich erschien. Und als wir dann im Westen waren und in Hongkong waren, naja, hat man sich gewundert natürlich, weil so geil, wie man sich das als Kind und Jugendlicher den Westen so vorgestellt hat oder die Fahne so geil, kann es dann gar nicht sein, weil man findet, man denkt sich ja da alles rein, die ganzen Träume und so und manche Träume sollten einfach mal nicht erfüllt werden. Das heißt nicht, dass man die Mauer nicht hätte aufmachen sollen, aber die Enttäuschung ist oft größer als das, was man dann letztendlich kriegt.

In Hongkong ist auch eine lustige Geschichte mit einem Schiff passiert. Wir sind mit dem Schiff zu einer Insel gefahren, weil wir baden wollten oder so und da war es sehr warm und sehr feucht und auf den Schiffen ist immer eine Klimaanlage. Als wir jetzt baden waren, ist ein Schiff vorbeigefahren am Strand und hat so eine Welle gemacht, dass unsere Sachen klatschnass waren. Als wir aus dem Wasser kamen, war alles nass, haben wir die nassen Sachen angezogen, sind mit dem Schiff zurückgefahren. Und auf dem Schiff war die Klimaanlage so doll, dass wir rausgehen mussten und uns auf Deck setzen, weil es da schön warm war. Und immer, wenn jetzt jemand ins Innere des Schiffes ging und die Tür aufgemacht hat, kam so ein eiserner Todeshauch aus dem Schiff raus von der Klimaanlage und da haben wir immer geschrien, mach die Tür zu, es wird kalt. Was völlig absurd ist, weil wir ja draußen saßen, aber ich merke, das ist auch nicht witzig oder so. Wir hören mal weiter hier, warte, ich glaube, jetzt kommt sogar was mit Hongkong. Gehnsucht nach zu Hause, ich sag zu den in folgenden Ländern, war das. Das heißt 6 Monate in einem Leaky-Boot, was ich mir schlecht vorstellen kann, weil ich nehme doch Leaky als Leck an und wenn ein Boot Leck ist, kann es ja nicht 6 Monate schwimmen, also wann dann ist es ja im Prinzip dann nicht Leck. Aber ich habe den Rest vom Text nicht verstanden, weil es auf Englisch ist, denn die Band Split Enses aus Neuseeland und die sprechen ja da auch Englisch. Die hießen früher Ends, also Split Ends wie das Ende, aber dachten, es ist klug auf ihre kulturelle Herkunft hinzuweisen. Da haben sie sich Endset genannt wie New Zealand, damit jeder weiß, dass sie aus New Zealand kommen. Ich wäre nie drauf gekommen, als ich den Namen Split, Split Ends gelesen habe, dass das was mit Neuseeland zu tun hat. Aber deshalb steht es ja auch da. Das ist eine Band, von der gesagt wird, dass ihr Stil Art, Rock, Vodewill, Swing, Punk, Rock und New Wave und Pop umfasst. Da frage ich mich, was dann noch der Stil ist, wenn es ja sowieso das ganze Zeug umfasst.

Eine Band, von der ich den Stil kenne, ist Blood, Sweet and Tears. Das ist, ja, ohne schwere Frage. Jedenfalls das, was ich als Kind gehört habe, das muss ja irgendwas wie Hardrock sein oder Rock. Gibt es noch richtige Rockbands? Vielleicht ist das eine Rockband. Jedenfalls finde ich das gut, dass die sich nach Körperflüssigkeiten benannt haben. Da muss man auch erstmal drauf kommen. Und dazu fiel mir sofort auch ein Schiff ein. Ich habe nämlich bei meiner Tochter Filme gesehen, das heißt Der Mensch. Und da geht es um den menschlichen Körper. Die Zellen sind da so kleine Viecher, die immer Rucksäcke mit Sauerstoff tragen und so. Und in der Niere sind auch die ganzen Flüssigkeiten, was da so drin ist. Und da schwimmen die so mit einem Schiff im Sturm im Prinzip, bei stürmischer See durch und fischen die ganzen Giftdinger raus mit so einem Kescher aus dem Körpersee und kämpfen mit den Schiffen und die ganze Zeit ist in den Nieren, kämpfen die auf ihrem Schiff. Und daran muss ich jetzt immer denken, wenn ich Blood, Sweet and Tears höre. Als ein bisschen Progresse, Funk, Soul, ich würde fast schon Fusion sagen, ohne das jetzt werten zu meinen oder so.

Es gibt ein Buch, was mich als Jugendlicher sehr beeindruckt hat, das war das Totenschiff, wo es um Schiff geht, wo Matrosen aufgenommen werden, die keine Ausweise haben, ich glaube da gab es noch gar keine Ausweise, die keine Identität haben wollen, die schon Verbrecher sind oder fliehen müssen, denen alles egal ist, die für eigentlich kein Geld arbeiten, nur um zu überleben, auf diesem Schiff mitfahren, wahrscheinlich nie von diesem Schiff mehr runterkommen, eben das Totenschiff, was irgendwie für so einen verbrecherischen Käpt'n irgendwelche Lasten und Waffen fährt und schmuggelt und die Matrosen sind nur noch so wie nennt man das, so Beiwerk oder so, es sind gar keine Individuen mehr oder so, sondern diese Totenschiffbesatzung eigentlich auch dem Tod geweihtet, Schiff geht auch zum Schluss unter, ich will jetzt nicht spoilern, aber sterben alle und es ist so hoffnungslos und ich habe das als Jugendlicher gelesen, ich dachte, sowas kann doch nicht sein. Der Schriftsteller heißt angeblich Betraven. Das ist wunderbar, dass es noch Menschen gibt oder zu der Zeit, als ich Jung war, noch gab, wo man nicht mal den Geburtstag wusste, also den Geburtstag, das Geburtsdatum. Man wusste nicht den echten Namen von denen und die Identität von Betraven ist bis jetzt noch nicht geklärt. Man weiß nicht, wer es war, man weiß nur, dass die Person, die sich Betraven genannt hat, unheimlich gute Bücher geschrieben hat und damit auch wahnsinnig erfolgreich war. Er war wohl Deutscher oder er konnte Deutsch sprechen, man weiß es nicht. Und im Totenschiff ist gerade vorne, im Umschlag im Prinzip als Vorlog, Prolog, Epilog, ist das Gedicht oder das Lied der Matrosen auf dem Totenschiff. Und da gab es eine Band, die hat versucht, diesen Text irgendwie zu vertonen. Ich brauche was mir, geblieb mich nicht durch in dieser Welt, in euren Himmel will ich gar nicht rein. Sich jemand für Betraven interessiert, sehr zu empfehlen sind die Bücher der Karren, die Trosa, der Präsident aus dem Dschungel. Ich war da zu Tränen ergriffen, wenn ich das gelesen habe. Die Bücher sind so unfassbar traurig von diesen armen Südamerikanern, die ihr Leben lang kämpfen und nie die geringste Chance haben, dann von Zecken bisschen sterben oder erschlagen werden oder so. Das ist echt Wahnsinn.

Feeling B ist eine Band aus Ost-Berlin. Ich habe da mitgespielt und das Lied, was wir gerade gehört haben, war das erste Lied, wo ich überhaupt mitgespielt habe. Da bin ich zur Probe hochgekommen in die Wohnung und die haben das Lied so angestimmt, das ist recht einfach noch zu spielen. Das sind drei Griffe E, ähm, ja, es stockt schon wieder. Ja, E irgendwas, ähm, CD oder so. EG, CD vielleicht oder so. Oder E, D, C, na egal. Jedenfalls sind es vier Griffe, damit konnte ich noch gerade so umgehen und habe da versucht, mit der rechten Hand so diese Klaviermelodie zu spielen und die habe ich von der ersten Probe, von der ersten Minute, als ich da mitgespielt habe, bis zum Ende der Band dann so unverändert mitgespielt. Die Band hat sich irgendwie viel um maritime Themen gekümmert. Wir mochten Boote, wir mochten Segeln. Also Aljoscha hatte auch eine kleine Hütte auf Hiddensee und als die Mauer aufging, haben wir gedacht, jetzt können wir mal wirklich doch nach Bornholm fahren oder nach Dänemark oder so und haben versucht eine Segeltour zu organisieren. Irgendwie hat Aljoscha dann ein Segelboot besorgt und da sind wir dann einfach mit dem Pfarrer von Fitte auf seiner, eine Yacht ist jetzt übertrieben, auf seinem Segelboot einfach mal ein paar hundert Meter so vor die Insel gefahren und haben uns gefühlt, als ob wir das Meer überqueren und haben in Wirklichkeit eine absolut stinklangweilige Tour mit dem Pfarrer in seinem Boot gemacht, um das Boot mal ein bisschen so auszuführen oder so. So kann man sich die großen Abenteuer im Prinzip auch selber für sich festlegen, was jetzt ein geiles Abenteuer ist und was nicht. Also für uns war es in dem Moment fast eine Überfahrt nach Bornholm. Gehört wohl zum Wesen des Punks, dass man die Verspieler drin lässt. Also bei uns war es strengstens verboten, Verspieler auszubessern oder so. Und deshalb besteht dieses Lied eigentlich ja nur aus Verspielern oder Stellen, wo einer spielt und die anderen nicht mitspielen oder so. Und am Schluss, wenn die zu Ende ist, dann kommt immer noch ein bisschen was dran, ist für die, die es machen, sehr lustig, für die, die sich das anhören müssen, immer ein bisschen anstrengend.

Jetzt kommt aber ein ganz ordentliches Lied, was im Studio mit allen produktionstechnischen Finessen aufgenommen worden ist, passt zum Thema, heißt Das Boot. Ist von Herbert Grönemeyer, hätte ich jetzt fast gesagt, aber der spielt da mit, weil er ist auch Schauspieler. Ich glaube, er ist eigentlich nur Schauspieler gewesen früher und dann hat er erst gesungen. Da gibt es ja auch welche, die erst singen und dann Schauspieler werden. Nee, doch, oder die Erstschauspieler sind und dann singen. Ich will da jetzt keine Namen nennen, das muss nicht schön sein. Und Grönemeyer hat jedenfalls zu der Zeit auf dem Boot nicht gesungen, weil er aber sehr lustig geworden wäre, sondern er hat nur mitgespielt. Das ist auch eine traurige Geschichte von dem Boot, das handelt ja auch von einem echten, was in Hamburg dann versenkt wurde und die Leute sind gestorben. Und ich weiß ja nicht, warum U96, was ja auch schon wieder der Name des U-Bootes ist. Also die Band heißt so wie das U-Boot und das Lied heißt das Boot. Wenn das nicht genial ist. Wenn sie noch an Bord sind, auch wenn das Schiff jetzt leider sinkt. Ich bin weg und man hat mir das Auto geklaut. Wir reißen das Haus ab, in dem ich wohne, denn da wird ein Parkplatz gebaut. Einen Job, den kriegt ein Computer. Und so sitze ich in der Bar. Da wird, ist alles in Butter. Na klar.

War Udo Jürgens zusammen mit Seed, ist natürlich Quatsch, als das Lied gemacht worden ist, war an Seed noch nicht zu denken. Ich weiß auch nicht, wieso Udo Jürgens da so jamaikanische Töne so angeschlagen hat. Und wie ich das Lied verstanden habe, geht es gar nicht um Schiffe, sondern er nimmt das Schiff als Metapher für die Welt, für den Staat und irgendwas. Weil alles ja sich irgendwie bewegt und es sind Menschen drauf und jedes Kleine ist auch im Großen. Also so wie ein Schiff ist auch ein Staat, ist auch ein Land, ist auch die Welt, ist auch das Universum, sind auch die Universen, weil die fliegen ja auch im Prinzip durchs Weltall oder schwimmen durchs Weltall oder so. Und da es um Schiffe geht, mache ich ganz stumpf weiter da, wo ich aufgehört hatte beim Gig, weil dann kommt die Gondel, das Hausboot, die Jolle, der Jollenkreuzer, der ein bisschen größer ist, das Kanu, das Kajak, der Kahn, der Katamaran. Das reimt sich sogar. Könnte man ein Gedicht draus machen. Kahn, Katamaran. Kehlboot, Kutta, Leichter, Sampan, das ist ein schönes Wort. Würde ich mal auf das Asiatische oder Orientalische tippen. Gondel, so kennt man ja auch, um nochmal zurückzufahren, benutzt man ja auch für andere Sachen. Motorboot, Narroboot, klingt indianisch. Der Nachen, kenne ich von Goethe, der Osterspaziergang, kommt auch der letzte Nachen an, zufrieden, ja auch zu großen Kleinen und so weiter. Dann irgendwas Französisches, Pinichette kann ich nicht lesen, Pinasse kenne ich auch aus Piratenbüchern. Die Pirogge ist eigentlich auch was zum Essen, das ist Quatsch und so weiter. Das Lustige ist, man kennt die ganzen Wörter auch als normale Wörter einer Alltagssprache, die irgendwo mit Schiffe bezeichnet werden, aber eh ein Schiff fehlt mir, der ganz normale Ausflugsdampfer, also ein deutsches Boot, wo Bier drauf getrunken wird, wo es Bockwurst gibt und Kaffee und gute Laune.

Wenn du mal rekt haben, krieg ich dein Korn und ein Bier. Schockiert seine Braut und Bernie Flottmann denkt, er wär'n Astronaut. Jetzt kommt noch einer rüber aus der Dröhndiskothek und ich glaub, dass unser Dampfer bald untergeht. Aber sonst ist heute wieder alles klar. Seit 20 Jahren Dixieland, Rupi haben die auch, die heißt Rosa oder so. Und die tanzt auf dem Tisch, wie ein von einem Pi.

Udo Lindenberg, unverkennbar aus Hamburg. Ich glaube, jeder, der in Hamburg wohnt, macht ein Lied über Schiffe und das Meer. Udo Lindenberg, sehr sympathischer junger Mann, hatte auch einen Mitbewohner, die haben ja früher auch in einer WG zusammengewohnt, wie wir auch. Was macht man, wenn man jugendlich ist und kein Geld hat, um sich eine eigene Wohnung zu leisten? Man sucht sich einen Freund, der die Hälfte bezahlt und hoffentlich nicht die Hälfte vom Kühlschrank leer frisst, sondern Bier mitbringt. Und ich schätze, dieses Kriterium konnte Otto Warikes erfüllen. Das war nämlich der Mitbewohner von Udo Jürgens. Manchmal denke ich echt, ich bin zu spät geboren. In dieser WG hätte ich gerne mitgewohnt. Ich hätte auch Bier gekauft. Und deshalb spiele ich jetzt auch mal so Otto Warikes, einfach weil er damit gewohnt hat.

Man kann wirklich in kurzer Zeit sehr viele Informationen so unterbringen. Das Wichtigste ist gleich gesagt, Hut ab, so sag ich mal. Und bei Rum, Rum, Rum, da fiel mir ein, wo kommt der Rum her? Was hat das mit Schiffen zu tun? Da fiel mir gleich Herr Fontabelle ein.

Marie Belafonte wurde mitten in New York geboren, in Manhattan und ist erst 1935 nach Jamaika zurückgezogen und 1939 wieder zurück nach New York. Hat dann Musik gemacht und ist während des Zweiten Weltkrieges auch zur Armee gegangen, um gegen Hitler zu kämpfen. Dieses Lied, ja, ich weiß nicht, worum es ging, aber mit Jamaika hat es was zu tun, mit einer Frau, die nicht kommt. Und mit Alkohol hat es wohl auch was zu tun, was ein sehr großes Problem ist, der Matrosen. Also Matrosen und Alkohol ist ja im Prinzip eins, wenn man sagt Kneipe, Matrose, irgendwie müssen die Matrosen ja auch ständig trinken, schon weil man das Wasser an Bord nicht trinken konnte. Das Wasser wurde schlecht, das Bier hielt sich, der Schnaps hält sich so und so, es gibt nichts, was sich so gut hält wie Schnaps, deshalb legt man ja Sachen in Schnaps ein. Wenn man Schnaps einlegen müsste, worin? Also Schnaps hält sich gut und das ist einfach ein Grund zum Desinfizieren, weshalb Matrosen ständig betrunken sein müssen. Aber was macht man dann mit so einem betrunkenen Matrosen?

Dieses Lied hätte ohne weiteres an Bord eines Schiffes gespielt werden können, denn wir haben ein Akkordeon gehört und ein Akkordeon wurde Schifferklavier genannt, weil man das leicht tragen konnte und mit auf Schiff nehmen konnte und kein echtes Klavier brauchte. Also wer sich jetzt fragt, was mit Schifferklavier gemeint ist, ein Akkordeon. Wir waren bei Harry Belafonte, der im Zweiten Weltkrieg gedient hat und zwar bei der US Navy. Und die Navy, ich spreche mal aus, die Navy ist dazu da, im Prinzip den Frieden auf dem Wasser zu gewährleisten oder den Krieg auf dem Wasser zu führen. Und die Navy hat oft einen Großteil der Schiffe eines Landes ausgemacht, zumindest in Kriegszeiten. Und viele, die da gedient haben, hatten dann auch ihr Lied oder haben festgestellt, sie sind in der Navy. Ich dachte, das Lied ist von Pet Shop Boys, wo ich bis vor kurzer Zeit dachte, die heißen die Pet Shop Boys, aber dieses ist von Village Peoples, was meiner Meinung nach Dorftrottel heißt, aber man kann sich auch irren.

Es ist sehr lustig gewesen zu sein in einer Navy, zumindest wenn man aus der Sicht der Village People das sieht. Der Legende nach hat Paul McCartney ein Kinderlied schreiben wollen. Ich weiß nicht, warum man sagt, ich schreibe jetzt ein Kinderlied, aber jedenfalls wollte er das und er wollte das so schreiben, dass Ringo Starr das singen kann. Ich weiß nicht, warum er das nicht selber singen wollte, vielleicht war es ihm zu infantile ein Kinderlied zu singen oder Ringo Starr war der Netteste, ich habe keine Ahnung, jedenfalls sollte er das singen, aber Ringo Starr hat nur einen ganz geringen Tonumfang von drei Stimmumfang, von drei Tönen oder so. Also ich kann auch nur ha, ha, dann ist bei mir auch, also ein Tonumfang ist wirklich schwierig. Und es ist gut, wenn das Lied so komponiert ist, dass man nicht verschiedene Töne singen muss. Also es spielt sich wirklich innerhalb einer Oktave ab. Er hatte dann irgendein Text sich ausgedacht, das Leben aus der Sicht eines Seemanns. John Lennon hat auch ein paar Zeilen geschrieben und Donovan auch. Und dann war das Lied fertig und ist rausgekommen und ein Riesenerfolg geworden. Und Paul McCartney hat immer wieder gesagt, nein, das bedeutet nicht, das ist einfach nur ein Kinderlied. Im Prinzip ist es letztendlich später egal, ob was als Kinderlied gedacht war oder als richtige Lied. Das Lied ist so, wie es ist und ich finde es gut.

Ist das Schlager oder so? Ich weiß auch nicht. Weil die Textidee ins Schiff kann sinken, aber deine Seele nicht, finde ich schon mal sehr gut. Das ist auch der Grund, weshalb ich es so ausgesucht habe. Ich kannte nicht. Die Interpreten heißen Bernd und Heike, wie auch immer das sind. Das kann sogar sein, dass ich das auf YouTube gefunden habe und dass es das als Band gar nicht gibt, dass die zwei Befreundete oder sogar ein Ehepaar und Verlobte zusammen so aufgenommen haben und ins Netz gestellt haben, uns diesen Titel gar nicht auf einer Schallplatte gibt oder so, dann war das jetzt die Premiere im Radio. Willkommen, Bernd und Heike, ein Schiff kann sinken, deine Seele nicht.

Das nächste ist Bobby Darin und man hat schon geahnt, der heißt nicht Darin, der heißt irgendwie anders, aber der stand mal vor einem chinesischen Restaurant und das hieß Mandarinen. Und das M, das A und das N war ausgefallen. Das sind ja diese Leuchtbuchstaben, die sind doch empfindlicher, als man denkt. Und dann blieb nur noch Darin stehen und das fand er so lustig, dass er Bobby Darin sich genannt hat. Ich muss mich auch mal für irgendeine Leuchtreklame stellen, weil wir sehen, was da rauskommt. Bei Schlecker, das gibt es ja nicht mehr. Till hat mal ein A vor Schlecker geschrieben. Kann man sich mal vorlesen? Also das A und dann Schlecker. Fand ich sehr lustig. Finde ich immer noch. Aber jetzt gibt es, wie gesagt, so keinen Schlecker mehr. Dieser Bernd, Quatsch, Bobby darin, ist bekannt geworden durch Mackie Messer. Sein Manager hat ihm zwar abgeraten, Mackie Messer zu singen, aber er hat es doch gemacht, dieses Lied aus der Drei-Groschen-Oper. Und damit ist er so bekannt geworden, dass das die Platte des Jahres wurde und er sogar einen ganz frühen Grammy erhielt, wurde er darin auf eine Stufe mit seriösen Sängern wie Frank Sinatra gestellt oder so. Und das hören wir uns mal an, wie man klingt, wenn man auf einer Stufe mit Frank Sinatra steht. Würde mich auch mal interessieren.

Ich weiß ja nicht, ob es ein Kompliment ist, mit Frank Sinatra auf eine Stufe gestellt zu werden. Ich wüsste nicht, was Sven Regner dazu sagen würde, wenn ich sage, ich stelle ihn auf eine Stufe mit Frank Sinatra. Ich glaube, er würde sich vielleicht auch freuen, aber ich glaube, irgendwie eher nicht. Sven Regner macht ja mit Element of Crime eine Musik, die eher melancholisch ist und nicht so auf großartige Wirkung bedacht ist, sondern mehr auf feinsinnige Gefühle. Ich mag das sehr. Das Lied heißt Schwere See. Damit meint man jetzt einfach große Wellen. Irgendein Matrose auf einer Nordsee-Plattform hat sich mal die Schwere See als sein Forschungsobjekt vorgenommen und hat immer die Schwere See fotografiert und daraus Videos zusammengeschnitten. Die hat er dann ins Netz gestellt und das wurde zu einem absoluten viralen Hit, weil alle Leute gucken gerne die Wellen, um gut einschlafen zu können, wie sich das dann herausgestellt hat. Dabei ist einschlafen genau das, was Matrosen nun nicht können, wenn schwere See ist. Das ist natürlich ganz schön fies. Wie sagt man, das Ehen-Uhl ist den anderen sein Nachtigall. Das Element of Prime. Diese Kreise würden so eine Musik als Arschlochrock bezeichnen. Ich weiß nicht, wie das als Fachbegriff heißt oder so. Auf jeden Fall war eine Twin-Ball mit Don Paisley Ferryman.

Es geht heute um Schiffe und die Fähren waren eigentlich die ersten Schiffe der Menschheit. Früher konnten einfach die Flüsse nicht überwunden werden und die Ströme, gerade in Europa oder so, weil es gab ja keine Brücken. Es konnte niemand Brücken über diese großen Flüsse bauen, da fehlte die Technologie. Es wurden Pfoten genutzt, das heißt an irgendwelchen Stellen wurde der Fluss so flach gemacht und so breit gemacht, dass die mit ihren Kutschen, oder Kutschen hatten sie auch keine, mit ihren Pferden da irgendwie durchreiten konnten, wenn sie keine Pferde hatte, eben zu Fuß gehen. Aber das ging halt nur, wenn man das geschafft hat, den Fluss so breit zu machen, dass die Strömung so schwach geworden ist und das Wasser so flach war, dass man auch wirklich durchlaufen konnte. Wenn nicht, nahm man einfach Fähren, einfach Schiffe, die hin und her fuhren oder Boote. Man hat gerufen, dann kam der Fährmann und es hat gar nicht lange gedauert, bis der Fährmann oder die Fähre auch mythologisch besetzt wurden. Von einem Ufer ans andere zu gehen, kann man ja auch viele Sachen übertragen. Meistens war damit der Tod gemeint, dass man aus dem Reich der Lebenden ins Reich der Toten übergesetzt wurde. Vom Fährmann des Todes eben, die hießen in irgendeiner Mythologie, ich weiß nicht, ob in einer griechischen, ägyptischen oder bei Gilgamesch, alt-Babylonisch oder sonst wo, da wurden die die Stixe genannt. Das waren die Fähr, der Fährmann des Todes oder so, deshalb heißen die Werter im Altersheim, werden auch gerne als Dixe bezeichnet oder Stückse, wie schreit man das aus. Jedenfalls gibt man denen dann auch Geld. Davon handelte das Lied eben und dieses Geld wurde zumindest in Griechenland als Obolus bezeichnet. Dabei ist Obolus eigentlich mehr eine römische Nachsäure, also dieses Luss, wie man von Asterix kennt mit Gaios Ausguss und so. Aber der Obolus war ursprünglich die Münze, um über die Fähre zu kommen. Und in diesem Lied wird gesagt, bezahl ihn nicht. Warum nicht, frage ich mich, weil wahrscheinlich ins Totenreich wird man auch erfahren, wenn man nicht bezahlt. Weil da muss man ja dann so und so hin. So würde ich das Lied jetzt verstehen, aber ich habe nicht auf dem Text gehört. Wir hören mal einfach weiter, was jetzt passiert.

Back in Cowboy Till Mann. Das spielen wir jetzt nicht, das hat doch nichts mit der Sendung zu tun, aber das war das erste Lied, womit Wenke Mürre berühmt geworden ist. Ich denke mal, sie kommt aus Schweden, denn übersetzt heißt es Ich will einen Cowboy als Mann. Das hat sie 1963 gewonnen und hat dafür ihre erste goldene Schallplatte bekommen. Wenke Mürre ist mal eine richtig ehrliche Schlagersängerin, hat 1965 beim Internationalen Schlagerfestival der Ostseeländer in Rostock gewonnen. Da wäre ich gerne dabei gewesen, weil das war ja immerhin in der DDR ein internationales Schlagerfestival der Ostsee. Das stelle ich mir sehr spannend vor. Und sie hat auch auf den Schlagerfestspielen in Baden-Baden gewonnen. Das ist ja auch wie zur Ostsee Baden-Baden mit dem Titel Sprich nicht drüber. Das fand ich gut. Ich hätte Sprich nicht drüber lieber in der DDR gesungen als in Baden-Baden. Und bei den deutschen Schlagerfestspielen 1966 hat sie den Schlager gesungen, beiß nicht gleich in jeden Apfel. Ich bin gespannt, wovon sie noch alles abgeraten hat, aber auf jeden Fall nicht davon, knallroten Gummiboot zu fahren, denn das wollte sie ja anscheinend.

Ich hatte das Kind schon gerne gehört und habe natürlich immer nur verstanden, er hat einen Knall. Und ich dachte so wie, er ist bekloppt, also er hat einen Knall. Er hat einen Knall und da hätte es ja heißen müssen, er hat einen Knall. Aber das habe ich als Kind natürlich noch nicht begriffen und fand natürlich den Witz total lustig, dass jemand singt, er hat einen Knall, weil das war in meiner Jugend noch nicht üblich, so was zu singen mit so einer Begeisterung und so kommen wir auch leider schon zum Schluss von der Sendung.

Ich wollte mich verabschieden mit Achim Reichelt, einer der wirklich wichtigsten deutschen Musiker in meinen Augen. Der hat die Rattles gegründet und die Rattles war die einzige Band, die ich kenne, die sowohl vor den Rolling Stones als auch vor den Beatles ganze England-Touren absolviert hat. Das ist schon eine schöne Leistung und hat noch Kinderschaft. Ihr kennt sonst mal eine Band, die einmal vor einem Konzert von Stones gespielt hat oder so, aber ganze Touren begleitet und dann auch in England, da muss man schon gut sein. Er hat mit Johnny Holiday zusammen Musik gemacht. Er hat die Musik für Keith Stingel so komponiert und für viele andere und hat auch sehr viele Seemanns- und Matrosenlieder gemacht.

Bevor das letzte Lied kommt, sage ich noch Tschüss zu ihnen und denken Sie immer dran, so albern wie das klingt, aber wir sitzen wirklich alle in einem Boot. Willkommen in diesem Boot, aber egal ob man jetzt in China ist, in Afrika, in Amerika, das ist alles nur eine Welt und dann nützt es überhaupt nicht, wenn man jetzt der Geilste sein will und irgendwie sich durchsetzen will mit Ellenbogen oder so. Also wenn das Schiff untergeht, dann geht es unter, egal ob man jetzt der geilste ist. Vielleicht kann man sich schon mal ein bisschen zu Herzen nehmen und mal ein bisschen mehr auf die anderen achten. Und darauf achten, dass das ganze Schiff weiter schwimmt in eine blühende Landschaft, hätte ich es jetzt fast gesagt. Aber dass das Schiff ja auch schon gestrandet in eine Zukunft. Ich denke mal ein bisschen nach. Bis dann. Tschüss.