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Flake talks about drugs.

Transcript

Radio 1, Flake, des Tastenfickers-Podcast. Herzlich willkommen.

Ich rauche nicht, ich trinke nicht, höchstens an Geburtstag. Dann schlage ich zu, ganz fürchterlich, obwohl ich ja keinen Durst habe. Schön, Silvestermann, lass Sekt, Kiste Wein zu Neujahr. Auch Whisky, der mir ja nicht schmeckt. Lied weiter jetzt, so weiß ich jetzt nicht. Das ist natürlich nicht von mir. Das ist von der Janis Joplin, der DDR. Und das Lied heißt, wo ist mein Geld nur geblieben? Darum jetzt aber nicht, wo das Geld geblieben ist, das frage ich mich auch. Heute geht es um Drogen. Und schon in diesem kurzen Text kann man ganz deutlich sehen, dass im Wesen der Droge liegt es, dass man sich verleugnet. Weil sie sagt, ich rauche nicht, ich trinke nicht, höchstens an Geburtstag. Das heißt, eigentlich, sie raucht natürlich jeden Tag und trinkt auch jeden Tag. Das sagt man dann nur so in Geselligkeit oder so, ein Bierchen kann dann nicht schaden oder so. Ich glaube, 95 Prozent der Leute, die das sagen, sind schwer alkoholkrank oder stark Raucher oder so. Und heute jetzt um Drogen.

Ich selber kann viel aus Erfahrung berichten. Letzte, meine schlimmste Droge oder so, war Zucker. Ich bin mal gerne so zum Bäcker gegangen, um Kuchen zu kaufen natürlich und dann mal eine Schokolade abends. Nachtisch gerne auch zweimal, wenn wir im Tabend unterwegs sind, dann gibt es ja immer so Kittering, was man gemacht kriegt. Da esse ich gerne auch dreimal Nachtisch. Creme, Giotto als Creme und so ganz schlimme Sachen. Ihr habt da Zitronen, Sorbet mit Schokoladen, Überzug, Quisek. Und das esse ich alles auf. Und ich habe gemerkt, ich werde immer dicker und dicker und dicker. Und dachte, um Gottes Willen, ich muss was tun, ich muss was tun. Und dann bin ich gelaufen, habe mich bewegt immer ganz viel, immer weitergewandert, jeden Tag ein bisschen weiter, jeden Tag ein bisschen mehr gegessen. Die Gewaltspirale ging richtig hoch. Und irgendwann musste ich dann einfach aufhören mit diesem Zucker und Kuchen essen, weil ich habe gemerkt, dass Zucker wirklich eine ganz schlimme Droge ist. Und also richtig dieser Kristallzucker, da habe ich gedacht, esse ich vielleicht braunen Zucker, aber dann brauner Zucker ist ja, glaube ich, so auch eine Droge, wenn mich nicht alle täuschen, oder?

Sugar, das waren die Stones von Sticky Fingers. Und ich weiß nicht, ob die Stones da wirklich auch so ein Problem mit dem Bäcker hatten, ich denke eher nicht. Gemeint sind, habe ich gehört, die farbigen Frauen, auf die die Stones so standen. Sie standen auf schwarze Musik, auf farbige Frauen und haben dann ein Lied gemacht. Und damit es nicht so sexistisch so rüberkommt wahrscheinlich, haben sie es einfach so Brown Sugar genannt als Metapher. Es kann natürlich auch sein, dass die Droge gemeint ist.

Das Heroin ist ja auch so ein Synonymname. Und ich habe vielleicht in der Jugend einiges ausprobiert, aber das Heroin nie. Und deshalb werde ich auch nie verstehen, wie man sich da fühlt. Und Leute, die irgendwas erzählen, sagen, ja, man fühlt sich dann so leicht oder frei oder alles wird warm und schön. Das sind Sachen, die man einfach nicht nachvollziehen kann. Drogen gehören zu den Sachen, die versteht man nur, wenn man die Droge selbst genommen hat. Und insofern ist Quatschen über Drogen oder Singen eigentlich sinnlos. Weil die, die es nicht gemacht haben, die können es nicht verstehen. Und die, die es schon gemacht haben, die wissen ja, wie es ist. Die brauchen da kein Lied zu hören oder so. Es ist wie mit Sex. Ein Lied über Sex eben vorzusingen, der noch nie Sex hat und nicht weiß, wie das geht, ist irgendwie Quatsch, weil der sagt, ja, ist interessant, aber er weiß nicht, was der andere meint. Ich gehe jetzt davon aus, dass die Stones das Heroin meinen und das ist nun, im Gegensatz zu vielen Drogen, die Droge, die eigentlich von Anfang an als tödliche Droge bekannt ist, dass man da wirklich direkt dran sterben kann, an einer Überdosis oder so und das ist hier in einem Lied von Juliane Werding sehr schön beschrieben worden.

Ein Meer von Licht und Farben, wir ahnten nie alt, darauf schärfen, bleiben nur auf seinen... Ich dachte, Conny ist eine Frau, war bei mir in der Klasse, ihr habt es eine Conny und das war unverkennbar ein Mädchen. Aber hier ist Conny anscheinend ein Junge. Das Lied hat mich so mitgenommen in meiner Jugend, ich habe da fast geweint immer. Ich wusste natürlich nicht, dass das Lied von John B. eigentlich ist und das ist nur übersetztes. Ich dachte, das hat Juliane Verding erfunden. Die hat es aber nur nachgespielt, die deutsche John Bass, wenn ich das mal so ausdrücken kann. Und es war ja völlig normal, dass Sängerin gerade in 70er, 60er Jahren viele Lieder gespielt haben, die sie sich nicht selbst ausgedacht haben. Und der größte Hit von Juliane Verding war lustigerweise ein Lied von Gunter Gabriel geschrieben. Das war nämlich das Lied, wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst. Und das haben wir natürlich als Kind auch immer gesungen, wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst. Ein Mädchen kann, das nicht oder so. Da geht es natürlich, das klingt sehr kompliziert. Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst. Aber im Prinzip ist es ja nur eine Verdoppelung. Also wenn du denkst, du denkst. Wenn ich denke, ich denke jetzt nach. So, damit ist die Handlung so abgeschlossen. Und dann denke ich in dem Moment, wenn ich das erste denke, dann denkst du nur, du denkst. Und dann kommt es. Also im Prinzip würde es auch reichen, wenn du denkst, du denkst, ein Mädchen kann das nicht, hat im Prinzip dieselbe Aussage wie, wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst. Klingt nur einfach besser.

Heute jetzt aber um Drogen. Und wie gesagt, ich selber habe nie das Heroin ausprobiert. Aber einer hat mir das Gefühl sehr nahe gebracht. Nämlich das Schlimmste an den Drogen ist natürlich, wenn man die Drogen nicht hat. Wenn man die Drogen hat, dann hat man sie ja. Dann ist ja alles schön. Aber man hat die Drogen vielleicht zwei Stunden am Tag, sodass sie wirken und 22 Stunden nicht. Und in der Zeit geht es einem schlecht. Also der Preis ist einfach zu hoch. Für kurz Drogen nehmen, gut fühlen. Lange keine Drogen haben, schlecht fühlen. So ist ja im Prinzip die Rechnung. Und ich habe hier ein Lied von Lurit, wo er im Prinzip auf den wartet, der ihm die Drogen jetzt bringen soll. Lurit weiß oder wusste auch, wovon er spricht. Er war sehr lange auch heroinsüchtig. Man kennt von ihm vielleicht das Lied Perfect Day. Und das handelt davon, wie er unter Heroin einfluss, das klingt jetzt so wissenschaftlich, also dicht, oder wie es irgendwie auch immer, in New York ins Zoo geht und sich die Tiere anguckt. Und das ist für ihn ein perfekter Tag, wenn er sich dicht knallt, dass er nichts merkt und irgendwo im Zoo sich abstellt. Aber dieses Lied, was wir jetzt hören, ist viel gruseliger, weil jetzt hat er die Drogen noch nicht gekriegt. Er wartet auf den Mann, der ihm die Drogen bringt. Und das kann man richtig an der Musik hören, wie der da sitzt und zappelt und wartet. Wir warten mit Lurit. Der Herzklopfen, Lurit.

Ich glaube, zum Schluss ist der Mann gekommen, da hat er gesagt, it's all right. Dann hat es an der Tür geklingelt oder so. Und dann hat er es endlich gekriegt. Es ist ja wirklich so, dass ein kleiner Zeitraum da ist, wo es einem gut geht. Und den muss man dann irgendwie auch nutzen oder so. Und da muss man ja auch eigentlich in einer guten Situation dann sein. Dann nützt es ja nichts, wenn man auf der Straße sitzt oder so. Und Drogensucht und Elend liegt sehr nah beieinander. Es sei denn, man ist richtig reich, wie der nächste Drogensüchtige, der singt. Das ist Falco aus Wien. Der hat auch Heroin genommen, eigentlich bis er gestorben ist. Und hat von sich selbst gesagt, ich bin ein absoluter Suchtyp. Wenn Fußpilz süchtig machen würde, wäre ich der erste Fußpilz-Süchtige. Das heißt, manche Leute sind für Süchte schneller anzusprechen als andere. Und eine Sucht muss nicht unbedingt die Drogensucht sein. Heute soll es aber um Drogen gehen. Also singt Falco. Und der hatte eine komische Band, ich muss mal sagen, die hieß Dradi Warberl. Mir widerstrebt es, diesen Namen auszusprechen. Aber jetzt kommt ganz Wien mit Dradi Warberl und Falco.

Beko, ich will jetzt nicht sagen, dass Kiffen oder Marihuana jetzt ungefährlich ist im Vergleich zu Heroin. Droge ist Droge und alles, was süchtig macht, ist auf keinen Fall gut für den Körper, aber es gibt doch trotzdem manche Leute und Gruppen, die das Marihuana eher als Lebensmittel bezeichnen, als Kultur, das ist gesund. Und ich habe auch das mal ausprobiert, besonders in meiner Jugend und muss sagen, das Musik hören hat sich seitdem anders so angehört und zwar ist es nicht so, dass wenn ich jetzt nüchtern bin, ich bin jetzt seit Jahrzehnten nüchtern, wenn ich jetzt ein Lied höre, es ist nicht so, wie es davor war, als ich mal probiert habe zu kiffen, sondern so wie es danach ist. Also ich habe sozusagen eine Tür aufgemacht, um tiefer in die Musik rinzuhören, was ich aber trotzdem keinem ans Herz legen will. Das auszuprobieren, das Leben war auch davor sehr schön. Das gibt ja auch diesen lustigen Witz, sagt ein Kiffer, wenn kein Gras mehr da ist, macht die Scheißmusik aus. Also ist jetzt schwer zu verstehen, wenn man die Musik jetzt nicht hört. Ist auch keine Scheißmusik, aber es ist die Musik, die Leute, die kiffen, eventuell auch gerne hören. Hier ist Jan Dilley.

Ist aufgeruht, wenn du, wenn ich ... Der Master Flash, der hat vor 35 Jahren ungefähr schon die ganzen Techniken entwickelt, die bis jetzt beim Hip-Hop die Grundelemente sind. Das Scratchen, das Backspinning, Cutting, Phasen-Faser-Effekte, dass die Plattenteller ein bisschen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten abgespielt haben und so. Aktuell wie eh und je. Ich habe das gespielt, weil das Lied White Lines heißt, womit ich denke, dass nicht die Straßenbegrenzungslinien gemeint sind und auch nicht die Linien, die man überquert, wenn man frech wird. Jetzt sind ja die roten Linien. Habe ich jedenfalls gedacht. Jenseits der weißen Linie gibt es auch einen guten Film mit der, der auch Bad Lieutenant spielt. Ich komme nicht auf den Namen. Oh, ist jetzt schlimm, wenn man alt wird. Ja, wie komme ich jetzt drauf? White Lines, genau. Ich denke, dass es sich um Kokain handelt.

Ein Thema, was gerne in der Rockmusik besungen wird. Beim Kiffen bilde ich mir ein, zu merken, also ich bilde mir ein, zu merken, wenn eine Band bekifft ein Lied eingespielt hat. Das hört man irgendwie, die Lieder sind dann besonders lange oder so oder sehr entspannt gespielt oder die Melodien fliegen so weg oder so. Ob jemand jetzt gekokst hat und dann Musik macht, höre ich eigentlich nicht, obwohl ich es auch besser wissen müsste.

In beiden Hälften bricht ... Der Vater an der Spiegel ... Und nun, ich beug mich vor ... Er flüstert leise in mein Ohr ... Ich halte dich wie mein ... Weiße Fee, sie singt und lacht ... Hat gewältsam mich geschwängert ... Und trächtig quält mich durch die Nacht ... Der Vater an der Spiegel ... Und ich beug mich vor ... Er flüstert leise in mein Ohr ... Das Bett noch gehurt ... Du wie ich gebäre und hast dir heute eine Nachgeburt.

Es eben nur der Bäcker ist oder der Laufen oder irgendwas. Wenn es das Zeug erst mal gibt, dann ist es schon mal da und dann nimmt man es auch mal aus Versehen oder so. Und im Osten hatten wir unseren Schnaps und unser Bier. Es sind auch viele auf der Strecke geblieben, muss man mal sagen. Aber ich glaube die Auswirkungen, ich kann es jetzt nicht vergleichen, was jetzt schlimmer ist. Schlimm, schlimm, schlimm, schlimm ist alles. Und Alkohol ist auch eine Droge. Aber in dem Fall war die Grenze gut, dass wir an das Zeug nicht so rangekommen sind. Obwohl das Kokain wahrscheinlich eine Sache ist, die gerade für Musiker doch sehr ansprechend sein muss, denn ich habe zu keinem Thema so viele Leute gefunden, die über Kokain singen, wie über irgendeine andere Droge. Hier ist mal Gigi Kehl, da gefällt mir besonders diese sanfte Stimme.

In Westdeutschland gab es natürlich auch das Kokain. Da hören wir jetzt ein Lied von Hannes Wader, der hat eine Platte gemacht, Anfang der 70er, das hieß Sieben Lieder und damit ist er auf Tour gegangen, da war das Lied dabei. Und in seiner Wohnung hat inzwischen eine Freundin gewohnt, die hat sich ausgegeben als NDR-Reporterin, war aber erstaunlicherweise nicht die, die sie gesagt hat, sondern es war die Frau der RHF, ich glaube es war sogar Ensslin oder so. Und die hat dann bei ihm in einer Wohnung gewohnt, dann sind die verhaftet worden und Hannes Waders von der Bühne weg auch verhaftet worden und ihm ist vorgeworfen worden, dass er auch Mitglied der RHF ist und der ist boykottiert wurde und durfte nicht mehr spielen. Und da haben sich seine Musikerkollegen durchgesetzt und haben so Solidarität geübt und gesagt, dann boykottieren wir auch und treten so nicht mehr auf und dann durfte er wieder spielen. Da frage ich mich, was war das für ein Land und das genützt hat, wenn Liedermacher und Musiker sagen, wir boykottieren und wir treten nicht mehr auf, dass sie dann was freikriegen. Ich glaube nicht, dass das heutzutage noch irgendjemanden interessieren würde. Aber ich finde es gut, sowohl von ihm, wie er seine Musik macht, als auch von seinen Freunden, dass sie sich mit ihm solidarisch erklärt haben. Selbst das ist eine Sache nach der man inzwischen so suchen muss.

Kennt sich jemand da richtig gut aus? Hannes Wader war das. Wir gehen nochmal zurück zu Heroin. Was ich faszinierend finde, weil ich es mir am schlechtesten so vorstellen kann. Es gibt eine deutsche Band, die hieß Boytronic und der Sänger hat dann so ein Seitenprojekt aufgemacht, was Kamerata hieß und die haben irgendeine Single-Platte aufgenommen, ich weiß nicht, wie das heißt, 7 Inch oder so und die hatten wir kurz nach der Wende bei unserem Sänger, der hat die irgendwie mitgebracht, Geschenke gekriegt, weil es der Geier und früher war das so, dass wir uns vom Begrüßungsgeld mehr oder weniger für 100 Mark irgendeine Drecksanlage gekauft haben, wo CD lief und Radio und Platte oder so, Hauptsache billig und groß und die war natürlich so schlecht, weil das alles aus purem Plaste war, dass die völlig verzerrt waren und nur so gedröhnt haben. Und da haben wir immer die Lautstärke einfach auf voll gedreht. Das geht, also einfach auf zwölf oder wie man das nennt, auf Anschlag gedreht, die Lautstärke und dann immer hintereinander diese Platte gehört. Und ich bilde mir ein, mir bei diesem Lied so ein kleines bisschen vorstellen zu können, wie das ist, wenn man Heroin genommen hat. Weil ich auch schon Leute gesehen habe, die Heroin genommen haben. Und die hatten dann auch diese dünne Stimme und dieses Abgekoppelte vom Körper. Und wenn ich dieses Lied höre, fühle ich mich so ein kleines bisschen so, als ob ich auch Drogen so genommen hätte. Ich sage es aber gleich, habe ich nicht. Wenn Sie noch zuhören können. Aber Gute an den meisten Drogen ist ja, dass man, wenn man auch sonst nicht mehr viel kann, man kann auch Musik hören. Also machen wir das.

Das waren die Beatles, das Lied heißt Lucy in the Sky with Diamonds und das passt in die Sendung, weil die Abkürzung ist L-I-T-S-W-D, natürlich weil der Schwachsinn ist, die wichtigen Wörter ist L-S-D. Sind dann immer jedes zweite Wort, jedes dritte und dann jedes zweite Wort und das heißt dann LSD und es gibt viele Menschen, die denken, das Lied, der Titel soll auf LSD hinweisen. Das muss jetzt nicht stimmen, denn ich kenne viele, die im LSD-Viertel gewohnt haben, im Prenzlauer Berg, das war Lüchner, Schliemann, Dunker und das waren immer, hey kommst du mit ins LSD-Viertel und ich dachte, oh geil, da geht's ja ab und so und das hieß einfach Lüchnerstraße, Schliemannstraße, Dunkerstraße, ich kann es noch dreimal erklären, bis es der letzte begreift, LSD. Und LSD ist natürlich auch eine Droge, die die Beatles auch wirklich genommen haben, haben sie auch selber gesagt und so. Ich finde das Lied interessant und noch interessanter fand ich, dass die Beatles geschafft haben, das an drei Tagen aufzunehmen. Am 28.02.1967, da war ich ein Jahr alt, knapp sechs Monate, ich lag da irgendwo rum und die haben so ein Juted Lied gemacht, Wahnsinn, kann man sich kaum vorstellen. Den ersten Tag haben die nur geprobt, zweiten Tag haben sie es aufgenommen, siebenmal hintereinander und am dritten Tag im Prinzip die Overdubs gemacht. Und die Stimme klang so Mickey Mouse mäßig, weil die haben das Band langsamer gedreht. Die Bandmaschine konnte man ja langsamer oder schneller drehen. Also haben sie langsamer drauf gesungen, aber auch tiefer gesungen. Ist ja klar, wenn sich die Geschwindigkeit bei Musik verringert, verringert sich die Tonhöhe auch durch eben diese Schwingungskurven, Impatinenzen, Quatsch, Appituden. Jedenfalls sind physische Zeug da, physikische, kalisch. Und dadurch haben sie langsamer singen müssen, tiefer singen müssen und als es dann wieder in Normalgeschwindigkeit gebracht wurde, klingen die Stimmen so quietschig und Mickey Mouse mäßig. Finde ich total gut. Da haben sie früher schon so eine U-Tricks benutzt, damit die Aufnahmen nicht so normal klangen oder so. Die Komposition ist von John Lennon im Großen und Ganzen, aber insgesamt wurde es dann wieder als Lennon-McCartney-Komposition verkauft, weil Paul McCartney diesen Bass gespielt hat, der auch gar nicht mal so uninteressant ist.

Wo die Stones sind, sind die Beatles nicht weit, wollte ich sagen, aber ich meine es natürlich so umgekehrt. Wo die Beatles sind, sind die Stones nicht weit, Sister Morphin. Mr. Morphin, wenn ich dieses Lied höre, dann weiß ich wieder, warum ich Stones-Fan bin. Wobei hier wunderbarerweise auch Marion Faithfull als Co-Autorin zählt. Und die hat ja auch starke Drogenerfahrungen gemacht, die war ja auch befreundet mit Mick Jagger, ich glaube mit Keith Richards auch. Das war ja meistens so, dass beide dann irgendwie involviert waren. Keith Richards hat ja seine Biografie geschrieben und hat darin erzählt, was er für Schwierigkeiten hatte, eine Ausgewogenheit zwischen den einzelnen Drogen zu kriegen. Weil wenn er nur Heroin genommen hat oder nur Kokain, war er entweder zu wach oder zu müde. Und er hat gesagt, er hat mehrere Jahre seines Lebens damit verbracht, irgendwie ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen den Drogen herzustellen und auch zu bewahren. Das ist ein sehr anstrengendes Leben und er fragt sich, wie er es geschafft hat, überhaupt noch Musik dabei zu machen oder so, weil Drogen reichen eigentlich für ein Leben aus.

Ich habe von einem Freund mal diesen Spruch gehört, die Realität ist was für Leute, die mit Drogen nicht zurechtkommen. Das fand ich früher urkomisch, aber irgendwie ist ja auch was Wahre dran. Also die Leute, die in ihren Drogen leben, brauchen natürlich die Realität nicht viel besser gesagt. Die wollen mit der Realität auch nichts machen, weil die Realität für die ist meistens total schlimm oder so. Und insofern ist es besser, dass sie im Drogenreich dann auch bleiben, was aber schwierig ist oder meistens dann auch zum Tod führt.

Wir kommen zu Wolfgang Ambros, der singt auch über Drogen und das ist der Begründer des Austropops. Ich dachte immer früher, das heißt Astropop, aber das ist mal was, was Leute machen, die in den Weltraum fliegen. Ambros wurde in einer Semmelweißklinik geboren. Ich fand das Wort so schön, dass man in einer Semmelweißklinik geboren werden kann und hat in Wolfsgraben gewohnt. Das ist noch so ein schönes Wort. Sein Vater hat die Schule geleitet, die Mutter war auch Lehrerin. Dann zog die Familie, und das kommt das schönste Wort, nach Pressbaum. Wer hat mal einen ekligeren Namen gehört als Pressbaum? Das sind jetzt aber diese schlimmen deutschen Namen für eigentlich böhmische Orte. Zum Beispiel Pressburg ist Bratislava. Und auf meinem Handy, wenn ich mal nach dem Weg suche, ich fahre manchmal nach Tschechien zum Skifahren, sind da die ganzen Namen nicht drin. Weil ich will nach Rocketnitsche und das heißt jetzt Rochlitz, muss man sich mal vorstellen. Und Liberitz heißt Reichenberg. Da muss man erst mal drauf kommen, wenn man so etwas nicht weht, fährt man dann sonst wo hin.

Amros bezeichnet in dem Fall seine Freundin als Droge, als Mädchen Marihuana. Dabei sind Drogen eigentlich klar definiert als rauscherzeugende Substanzen. Und ich weiß nicht, ob man eine Freundin als Substanz bezeichnen sollte, wird die nicht gut finden. Als Rauschdrogen, Rauschmittel oder Rauschgifte. Und die können den körperlichen Zustand verändern oder eine bewusstseins- und wahrnehmungsverändernde Wirkung hervorrufen. Wobei die Apotheker und so weiter bezeichnen als Drogen generell getrocknete Pflanzen, Pilze, Tiere oder Mikroorganismen, die zur Arzneimittelherstellung verwendet werden können. Und man sieht das wieder an der Droge. Es ist wie mit der Medizin. Es ist nicht die Droge, sondern die Dosis, die tödlich ist oder so. Das betrifft ja wieder auch die Freundinnen. Ich weiß nicht, ob alles, wovon man süchtig werden kann, auch eine Droge ist. Ich würde jetzt sagen, nein. Aber man muss ja auch mal was sagen. Nicht immer so, naja, oder vielleicht.

Jetzt kommen wir zu den Stranglers. Die haben auch ein Lied, Golden Brown. Da denke ich wieder mal, dass es Heroin gemeint ist. Es ist ja egal, ob Brown Sugar oder Golden Brown. Und ich habe mich verschrieben und habe eingegeben, also das Rechtschreibsystem, das ändert bei mir über den Namen, da stand bei mir die Strampler. Und die Strampler habe ich dann eingegeben, um zu gucken, oder aus Versehen eingegeben, als ich was gesucht habe. Und dann habe ich festgestellt, die Strampler gibt es erst mal als Band nicht. Aber es gibt einen Radiosender, der die Strampler ist. Ich denke mal, dass der Musik so für Kinder macht. Und da fiel mir auf das Radio-Händer Radiohead eigentlich auch sowas wie ein Radiosender eigentlich sein müsste. So heißt es nämlich, die Spitze am Sendemast ist der Radiohead. Muss man auch erstmal drauf kommen. Ja, die Stranglers, nicht die Stramplers, nicht verwechselnd. Ich denke, dass mir fällt auf, dass bei den Drogenliedern immer im Outdrucks immer bei Hannes war da auch schon die singen dann noch so ein bisschen verloren so vor sich hin und an diesem Lied war das Interessante dass es im Dreivierteltakt geschrieben war normalerweise ist Rockmusik ja immer im Viervierteltakt und das war jetzt im Dreivierteltakt und vielleicht diese durchgeballerte der Drogen oder so kam dadurch zu Tage das Refrain kam dreimal im Dreivierteltakt und dann ein Vierteltakt Also Dünn, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei. Das ist das Besondere, so rhythmisch an dem Lied. Und das bleibt dann im Gehirn auch irgendwie haften.

Das nächste Lied ist mir auch haften geblieben, weil das anders ist als die anderen. Jedenfalls von den Fantastischen Vieren. Die machen ja so, wie nennt man das? Hip-Hop? Rap? Ich spreche wie so ein Opa. Nee, Hip-Hop wird schon sein. Jetzt gefällt mir dieses Lied, weil es eben auch so ein bisschen anders ist. Und ich habe das dumme Gefühl, es hat auch mit Drogen was zu tun hat, der Tag am Meer. Es immer so sein, du spürst die Lebensenergie, die durch dich durchfließt, das Leben wie noch nie in Harmonie und genießt, es gibt nichts zu verbessern, nichts, was noch besser wäre außer dir im Jetzt und hier und dem Tag am Meer.

Wie gesagt, da war es ja also diese Nachsingen unter Drogeneinfluss ist ein guter Indikator um festzustellen, wie nüchtern jemand noch ist. Dieser Mensch hat ja von sich selbst behauptet, dass er nicht nüchtern ist oder zumindest nicht nüchtern war. Afro-Man, ich dachte erst, es ist Frank Zappa. Der hätte das genauso spielen können, wenn er nicht an Prostatakrebs gestorben wäre. Aber Frank Zappa hätte das natürlich ironisch gemeint, wie hier Bobby Brown oder so, wo Leute auch dachten, er meinte das ernst oder so, aber er meinte das ironisch. Diese Leute, der Afro-Man, hat es meiner Meinung nach nicht ironisch gemeint. Das war so ein lustiges Lied. Ja, lustig, lustig, kann man das jetzt aufhören. Ja, ich war high. Und es gibt ja mehrere Menschen, die sich damit rausreden. Ja, ich war einfach dicht, ich war blau oder so. Und es ist ja wirklich so, dass man vermindert schuldfähig sein kann, wenn man nicht in der Lage ist, das Unrecht einer Tat einzusehen. Dann gilt das als mildernder Umstand, aber auch nicht mehr so richtig. Also man muss schon mindestens 3,0 Promille drin haben, um bei einer Tötungsabsicht zu sagen, man hat nicht gewusst, was man getan hat. Und also bis 2,2 Prozent gilt man als voll schuldfähig. Ist natürlich, wenn man jetzt eine Bewusstseinsstörung hat oder schwachsinnig ist, dann ist man auch vermindert schuldfähig. Und dann passiert dasselbe, als wenn man unter Drogeneinfluss steht oder drogenkrank ist. Die Schuld, die eigentliche Schuld der Tat kann zwar vermindert werden, aber die Strafe wird dadurch im Prinzip umso schlimmer, weil man kommt dann nicht mehr ins normale Gefängnis, sondern man kommt ins Niferenzische. Wie heißt das, geschlossenen Vollzug für ... die Spätwirkung der Drogen kommt jetzt bei mir auch so langsam durch, Wortfindungsschwierigkeiten, das hängt auch mit Schwachsinn zusammen und Drogenmissbrauch, jedenfalls ein Maßregelvollzug jetzt fällst du wieder ein und der Schauspieler von vorhin war Harvey Keitel, ist mir auch von selber wieder so eingefallen, also so schlimm ist es noch nicht bei mir, jedenfalls kommt mal ein Maßregelvollzug und da ist das Schlimme, man wird nicht entlassen, wenn die Strafe abgelaufen ist, die Zeit abgelaufen ist, sondern man wird entlassen nach dem Ermessen der Psychiater, die da sind. Und da kann nicht sein, wer einer fliegt über das Kuckusnest gesehen hat, der weiß, da kann sein, dass man sein Leben lang da bleiben muss und dann nur noch hilft, dass ein guter Freund einen dann umbringt oder so. Und das fängt so lustig an, wie mit Kubikus, hey, kann ja nichts dafür. Also sollte man sich wirklich überlegen, ob man das Gras legalisieren sollte.

Peter Tosch, Legalizeit, natürlich hat er recht. Wenn ich auch gesagt habe, ich weiß nicht, ob man das legalisieren sollte, habe ich natürlich auch gesagt, um besser ins Lied reinzuführen oder so. Drogen sollte man generell nicht nehmen, aber auch so behandeln, wie man auch Alkohol behandelt oder so. Das wird ja auch öffentlich verkauft. Und wenn man jetzt Marihuana legalisieren würde, wäre das natürlich für viele besser. Das würde entkriminalisiert werden. Man würde saubereres Zeug kaufen können wahrscheinlich und man kann das besser so kontrollieren. Der Staat würde noch seine Steuern kriegen. Ich meine, mit Schnaps klappt es ja auch. Und ich habe noch nie gehört, dass jemand, der jetzt im Marihuana-Wahn irgendjemand in 20 Mann zusammengeschlagen hat oder um sich geschossen hat oder die Frau erwürgt hat oder alle umgebracht hat. Ich glaube, dass Marihuana an sich schon eine sanftmütigere Droge ist, die nicht so gewalttätig Familien auseinanderhackt, zerstört, Mord und Totschlag, Kinder schlagen. Beim Alkohol passieren wahrscheinlich wirklich oft schlimmere Sachen. Und die Abwärtsspirale kann man oft im nächsten Umkreis beobachten. Frau weg, Job weg auf der Straße, das klingt jetzt auch als wenig so ein Sozialarbeiter, aber es ist wirklich so, ich habe viele Schicksale gesehen, die mit dem Alkohol auch geendet haben und die Leute, die Dauer kiffen, sind auch nicht so toll, da passiert nicht mehr viel, die sagen ja erstmal in Bauden und so, das ist auch nicht schön und generell ist die Langzeitwirkungen von Drogen immer schlecht, aber trotzdem ist es noch besser, wenn man das Marihuana wahrscheinlich legalisieren würde.

Jetzt habe ich das mal abgehakt und wir gucken mal, wieso das nächste Lied in meiner Drogensendung mitspielt. Ich wüsste jetzt auch nicht, ich werde es gleich hören.

McJenkins, als ich erzählt habe, dass ich eine Sendung über Drogen mache, hat unser Gitarrist gesagt, spiel Lana Del Rey. Habe ich gesagt, wieso soll ich Lana Del Rey spielen? Hat er gesagt, die singt nur über Drogen. Und okay, dann mache ich das eben. Lana Del Rey, Young and Beautiful.

Es gab zu DDR-Zeiten, trotz Grenze, ganz findige Typen, die sich das Vogelfutter geholt haben. Hieß das Brill oder Piep. Irgend so ein Vogelfutter im Osten. Da haben sie die Hanfsamen raussortiert und dann einen Blumentopf im Schrank gezüchtet und so eine Blumenpflanzlampe dazu angemacht im Winter oder so. Und das versteckt dann im kleinen Schränkchen aufgezogen. Die Pflanzen waren dann so 30 Zentimeter hoch oder so. Dann haben wir die Blätter getrocknet und geraucht. Und ich schätze, da war ein Wirkstoff von 0,0000 irgendwie drin. Aber wir haben uns trotzdem gefühlt, als wären wir völlig dicht. Und das war dann wahrscheinlich der berühmte Placebo-Effekt. Der funktioniert bei Drogen genauso wie bei Medikamenten. Und was liegt da näher oder ferner, als die Band Placebo zu spielen?

Ich überlege gerade, ob man auch von Placebos süchtig werden kann. Das wäre mal die interessanteste Frage, weil eigentlich wird man ja nur süchtig von Sachen, die man dann nehmen muss. Und ich wüsste nicht, dass, also wenn, dann wäre der Kurzschluss im Gehirn so verrückt, wenn man von Placebos jetzt süchtig werden würde, das wäre irre, das Ding mal überlegen. Aber es ist natürlich, Sucht ist ja immer eine Sache, die man nicht beherrscht, sondern die einbeherrscht, die man eigentlich nicht lenken oder steuern kann, auch wenn man sich das einbildet. Und gerade die Leute, die immer so viel von Freiheit erzählen oder so, sollten erstmal gucken, ob sie selber auch frei sind von Süchten und selber frei sind zu entscheiden, was sie machen. Und die Realität sieht jetzt nicht wirklich so schlimm aus, dass man sich da ständig dicht machen müsste, damit man nichts merkt oder so. Auch wenn es einem schlecht geht, überwiegen in meinen Augen die positiven Sachen des Lebens doch bei weitem. Und um die zu erkennen wiederum, sollte man auch nüchtern sein, weil das kriegt man im Drogeneinfluss dann auch nicht mehr mit, wie schön was sein kann. Ich sage, auch wenn es völlig sinnlos ist als Ratschlag, versuchen Sie mal ohne Drogen. Kann man erstmal eine Zeit lang versuchen und wenn es gut funktioniert, dann weitermachen. Aber ein Leben ohne Drogen ist sehr, sehr, sehr schön. Jetzt bimmelt es bei mir, ich mache Schluss. Guten Abend und tschüss.

Song list

{{Wikitable|class="wikitable" |- |Artist |Song |- |The Rolling Stones |Brown Sugar |- |Juliane Werding |Am Tag als Conny Kramer starb |- |Lou Reed |Waiting For My Man |- |Falco |Ganz Wien |- |Jan Delay |Die Welt steht still |- |Grandmaster Flash |White Lines |- |Rammstein |Kokain |- |J.J. Cale |Cocaine |- |Hannes Wader |Kokain |- |Kamerata |Heroin |- |The Beatles |Lucy In The Sky With Diamonds |- |The Rolling Stones |Sister Morphine |- |Wolfgang Ambros |Mädchen Marihuana |- |The Stranglers |Golden Brown |- |Die Fantastischen Vier |Tag am Meer |- |Afroman |Because I Got High |- |Peter Tosh |Legalize It |- |Mick Jenkins |Jazz |- |Lana Del Ray |Young And Beautiful |- |Placebo |Meds |- |Mikaela Davis |Delivery |-